Literaturgefluester

2011-02-27

Autorentreffen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:15

Dieses Wochenende gab es wieder die Generalversammlung der IG Autoren und am Anschluß daran zum zweiten Mal die andere Buchmesse. Die Generalversammlung der IG Autoren ist für mich ja, das habe ich sicher schon geschrieben, ähnlich wie die GAV-GV mein Zugang zu den Schriftsteller News und die IG Autoren ist die nach dem ersten Schriftstellerkongreß von Gerhard Ruiss und Hannes Vyoral gegründete Interessensvertretung. Inzwischen wird sie von dem Geschäftsführer Gerhard Ruiss beinahe allein moderiert, obwohl Samstagvormittag auch die Präsidentin Renate Welsh anwesend war. Diesmal war die GV nicht so gut besucht, so waren zum Beispiel weder Hilde Schmölzer, Hilde Langthaler, noch Elfriede Haslehner da und auch Eleonore Zusak und ihren Bruder habe ich nicht gesehen. Ich hoffe sie sind nicht krank. Sonst gibt es einige Leute, vor allem aus den Bundesländern, die ich nur einmal im Jahr sehe, Margit Kröll zum Beispiel, aber auch einige von denen ich gar keinen Namen weiß.
Beginnen es tut es meistens mit Small Talk bei Kaffee und Kuchen, dann berichtet Gerhard Ruiss über Neuigkeiten, die Google News halten ihn immer noch im Atem und Fragen zum Urheberschutz, aber auch zur zentralen Deutschmatura wurde diskutiert. In den Pausen intensive Gespräche, so habe ich mich zum Beispiel mit Ludwig Laher über sein neues Buch unterhalten, die meinen herumgezeigt und die Zettel für die „Mittleren“ ausgelegt. Mit dem Arovell Verleger Paul Jaeg bin ich ins Gespräch gekommen, er hat mich wieder eingeladen etwas zu schicken, das Problem dabei ist nur, daß ich kein Jahr warten will und die Verleger Digibücher nicht so gerne haben. Rolf Schwendter habe ich erzählt, daß ich am Freitag bei der langen Nacht des Hörspiels seine Stimme hörte, da hat er bei einem Rosei-Hörspiel Marx zitiert, Andreas Renoldner, daß ich seine bei Resistenz erschienenen Hörspiele im Bücherschrank gefunden habe und mich bei O. P. Zier erkundigt, ob er schon an einem neuen Krimi schreibt?
Gestern war die Generalversammlung schon um fünf Uhr beendet, vorher überreichten Sylvia Treudl und Nils Jensen Gerhard Ruiss einen Blumenstrauß und Bücher als verfrühte Gabe zu seinem sechzigsten Geburtstag, den er im Mai feiern wird, so daß ich am Abend sowohl googlen konnte, es gab da bei lovely books einen vierundzwanzig Stunden Lesemarathon, bei dem ich mich ein bißchen umgeschaut habe, als auch bei meinem work on progress weiterschreiben. Da habe ich jetzt etwa vierzig Rohseiten und bin gerade dabei, die Katharina die Martha Binder Geschichte erzählen zu lassen. Heute gings noch zwei Stunden weiter, mit Fritz Popp habe ich mich unterhalten und ihm gesagt, daß im Internet sein neuer Roman hoch gelobt und besprochen wird. Ist es ja sehr interessant, was man alles im Internet findet und da habe ich ja schon vor ein paar Wochen herausbekommen, daß es die andere Buchmesse wieder gibt und zwar fand die Sonntag ab zwölf in einem Architekturbüro in der Seidengasse statt, so daß ich von Literaturtermin zu Literaturtermin wechseln konnte.
Margit Kröll, die Tiroler Kinderbuchautorin, die dabei Mitveranstalterin ist, habe ich schon gestern darauf angesprochen und sie erzählte mir, daß es einen Literatur Slam geben würde, zu dem ich mich angemeldet habe. Voriges Jahr, wo wir nach unserem üblichen Sonntagsspaziergang auf die Mostalm hingegangen sind, gab es ein Gewinnspiel, wo, da nur sehr wenige Leute dort waren, sowohl der Alfred als ich ein Buch gewonnen haben, so daß ich das Jugendbuch „Hexen hexen heimlich“, immer noch auf meiner Leseliste habe. Damals sind wir nur zur Fantasypräsentation von Torsten Low zuerecht gekommen, diesmal bin ich in das schön vertäfelte Altbaubüro eingetroffen, als Margit Kröll, die ja Betreuerin in einem Kinderhotel ist, gerade zauberte. Es gab im Erdgeschoß, die andere Kaffeeecke mit sehr viel Kuchen und den anderen Büchertisch, wo es Fantasy, Vampir, Kinder und andere Bücher zu finden gab und mir Torsten Low die Neuerscheinungen erklärte und einen Stock höher die Lesungen.
Am frühen Nachmittag gabs das Kinderprogramm, das ich im letzten Jahr versäumte. Diesmal hörte ich sowohl Nicole Engbers, als auch Margit Kröll aus ihren Kinder- und Jugendbüchern lesen. Nach der großen Pause, wo ich den ausgezeichneten Kirschcremekuchen verkostete, gabs den Literaturslam und zwar hatten sich da sechs Autoren, vier Frauen und zwei Männer angemeldet, die je zehn Minuten lasen. Ich war als erste dran und las ein Stückchen aus „Mimis Büchern“, was interessant war, weil ich keine Ahnung hatte, welche Art von Literatur nachher kam und das war auch eine interessante Mischung. Folgte nach mir doch Nina Horvath mit einem Fantasytext aus der Anthologie „Maschinengeschichten“, dann der Schauspieler Norbert Holoubek mit seinen Vorlesegeschichten „Lilo Lustig“, der den Slam auch gewann. Dann kam Martina Jung mit der ich mich in der Pause sehr lange unterhielt mit einer sehr interessanten Dreiecksgeschichte. Martina Jung erzählte mir später, daß sie bei Radio Orange eine Literatursendung macht und ein Buch bei Novum hat und der junge Fantasyautor, der nachher kam, hatte auch schon Bücher. Zuletzt kam Bettina Ferbus, mit einer Geschichte eines gefallenen Engels aus dem Buch „Jeder braucht mal einen Engel“.

Büchertisch © Magit Kröll

Büchertisch © Magit Kröll

Interessant was so alles an spontaner Literatur passieren kann. Nachher wurde abgestimmt und das Ergebnis bekanntgegeben. Der Preis waren zwei Bücher, darunter die Anthologie „Die andere Geschichte“, die Nicole Engbers, Ricardo Friedrich, Margit Kröll und Torsten Low herausgegeben haben und in der sowohl Literatur für Kinder als auch für Erwachsene enthalten ist. Die Vorstellung der Kinderschiene habe ich versäumt, bei den Geschichten für Ältere las Torsten Low eine sehr beeindruckende Geschichte eines dementen alten Mannes, die „Heimkehr“ oder so ähnlich hieß, wo ein Mann nach Hause geht, bemerkt, daß sich dort, wo einst eine Bäckerei war eine Dönerbude befindet, der Schlüßel sperrt nicht, es öffnet eine fremde Frau und es stellt sich heraus seine Frau Maria ist schon lange tot, er wohnt jetzt im Marienstift und die Polizei bringt ihn dort zurück. Sehr packend beschrieben, auch der Nachsatz Torsten Lows, daß mehr Geld für Viagratabletten und Schönheitsoperationen als für Demenzforschung ausgegeben wird, so daß später alle mit steifen Schwanz und schönen Busen herumgeistern werden, aber eigentlich ist das Altern ein natürlicher Prozeß und nur wir tun uns sehr schwer damit, denn man könnte ja auchfragen, warum wohnt der alte Mann nicht in seiner Wohnung und wird dort von einer Pflegerin, Tochter, etc betreut? Dann braucht man keine Polizei und keine Fantasyeffekte.

Martina Jung, Bettina Ferbus, Norbert Holubek, Nina Horvath, Eva Jancak © Margit Kröll

Martina Jung, Bettina Ferbus, Norbert Holubek, Nina Horvath, Eva Jancak © Margit Kröll

Aber es war ohnehin keine Fantasygeschichte und auch Paul Fülöp, ebenfalls ein excellent vortragender älterer Herr hatte mit seinem Text „Die Sonne und ihr Schicksal“ keine solche. Vorher zauberte Margit Kröll Ballonfiguren, die wahrscheinlich das Baby von Torsten Low sehr freute. Danach präsentierte Paul Fülöp sein neues Buch „Abschied und Ankunft im Licht der Bewegung“, die eine Aphorismensammlung zu sein scheint, mit Musik von Andre Müller. Da kamen Sätze vor wie „Ich will die Schöpfung machen, sagte Gott“ und der seinem Sohn gewidmete Text, war ebenfalls sehr berührend, da fragt der Sohn, wo die Mama ist?, beim lieben Gott, was macht sie dort?, fragen wir sie, der Sohn findet als Anwort, daß sie mit dem lieben Gott auf die Welt aufpasst, was ihn so befriedigt, daß er einen Kakao trinken gehen will. Stark geschrieben und gelesen. Danach folgten die aktuellen Bücher des Torsten Low Verlags und die waren ebenso stark, wenn auch wieder mehr phantastisch. Als erstes erzählte Torsten Low welche Preise, das Buch das er das letzte Jahr präsentierte, inzwischen gewonnen hat, einen Preis hat auch Nina Horvath bekommen, dann stellte er die neue Anthologie vor, die sich mit dem Thema „Steine“, bzw. den Wasserspeiern an den Häusern beschäftigt. Das Buch heißt „Geisterhafte Grotesken“ und die Geschichte die Torsten Low las, war wieder erstaunlich realistisch. Da klettert ein pubertierendes Mädchen auf Aufforderung ihrer Freunde auf so ein Haus, nur kommt es dann nicht mehr zurück, sondern wird selbst zu einem Stein. Das zweite Buch war Stephanie März Vampirroman „Blutiger Kuß“, der ebenfalls sehr interessant und packend zu sein scheint und es um die Beziehung zwischen einem Vampir und einem kleinen Mädchen geht, Kakao trinken kommt auch dabei vor. Stephanie März erzählte, daß sie ihn für ihre Tochter geschrieben hätte und las ein Stück vom Anfang vor. Dann wurde es wieder heftiger, denn es folgte ein sogenannter Kannibalenhorror, dazu zog sich Torsten Low eine blutbefleckte weiße Schürze an und servierte kleine Würstchen. Danach wäre noch Musik und die Verabschiedung gefolgt. Das habe ich aber geschwänzt, beim Hinausgehen wäre ich beinahe in Radek Knapp gerannt und es war heuer auch gut besucht. Eine interessante Begegnung mit interessanten Autoren in einer beeindruckenden Genremischung, spannend, was es so abseits des üblichen Mainstreams gibt, viel mehr als Thomas Bernhard, Peter Handke und Elfriede Jelinek, aber das habe ich schon gewußt.

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1 Kommentar »

  1. Tolle Zusammenfassung einer tollen Veranstaltung! Es war schön, dass wir einander da getroffen haben.

    Kommentar von Nina — 2011-03-13 @ 22:57 | Antworten


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