Literaturgefluester

2011-03-14

Frauentag und Krimilesung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:07

Das ist zwar vielleicht eine etwas ungewöhnliche Zusammenstellung, aber das, was mich abgesehen von meinem Roman oder Erzählung, so genau weiß ich das noch nicht, was langsam fertig wird und der Umweltkatasthrophe, die sich seit Freitag in Japan zusammenbraut, beschäftigte. Am Dienstag war wieder einmal Frauentag und am 19. März 1911 sind zwanzigtausend Menschen ganz ohne facebook und Internet für das Frauenwahlrecht und den gleichen Lohn für gleiche Arbeit den Ring entlangmarschiert und am Samstag gabs im Ega ab sechzehn Uhr ein großes Frauenfest der Wiener Sozialdemokratinnen und das sind allen voran, die Renate Brauner, sehr medienerprobte positiv motivierte Frauen und so gab es auch ein dichtes Programm, beispielsweise zweimal die Mieze Medusa und dann Andrea Händler und Angelika Hager die „Poly Adler“ lasen, also die neuen Frauentexte, in denen es von den Fortpflanzs, die ihre Mütter beherrschen und den Tussitrampelpfaden nur so wimmelt und ich von den „Rund um die Burg“ Lesungen kenne. Meine Geschmack und Vorstellung von Frauenemanzipation ist das zwar nicht, aber wahrscheinlich megageil und so wurde auch der Frauentag schön geredet, es ist zwar noch nicht alles, aber viel erreicht, die Männer können ihren Frauen das Arbeiten nicht mehr verbieten und es gibt das freie Recht auf freie Abtreibung, mit dem ich ja ein Problem habe, es ruinieren sich aber immer noch sehr viele Frauen freiwillig ihre Füße durch Schuhe über die die Orthopädinnen stöhnen müßten, hungern sich zur Magersucht, lassen ihre Busen vergrößern und ihre Lippen spritzen, dafür gibt es den freien Hochschulzugang auch für Männer nicht mehr und beide Geschlechter schuften sich, wenn sie jung sind, durch die Prekaritate, werden am Arbeitsmarkt ausgesiebt und abgebaut und sind ab fünfunddreißig zu alt für ihren Job, dafür gibt es die Kindergartenpflicht, was in großen Gruppen mit zu wenigen Betreuern wahrscheinlich auch nicht lustig ist.
Interessant war auch, daß das Ega, als ich es um sechzehn Uhr erreichte, mit eher älteren Frauen gefüllt war, die ich nicht kannte, also nicht die Frauenszene mit der ich groß geworden bin. Es gab einen Polit Talk mit fünf Frauengeneration im Gespräch, wovon sich die Älteste entschuldigen mußte, eine Vernissage von Griechenlandbildern von Ewa Jablonski, wo es gratis was zu trinken gab und ich ein paar Bekannte traf, dann sang Maria Bill Edith Piaf, was ich auch schon bei „Rund um die Burg „hörte, danach wurden die Sesseln entfernt und ich bin gegangen, obwohl es nochmals die Mieze Medusa gab, aber die war schon am Vormittag in Ö1 zu hören.
Brot und Rosen gab es auch, zumindestens wurde darüber gesprochen, aber keinen Frauenverlag mehr, das war aber kein Thema, obwohl das Mieze Medusa Buch ja bei Milena erschienen ist und am Sonntag gabs die Präsentation der neuen Kriminalgeschichten von Alfred Komarek „Zwölf mal Polt“, zu der mich der Haymon Verlag einlud und weil der Alfred den ausgedruckten Zettel auf meinem Schreibtisch liegen sah, schickte er mich hin, das Buch für seine Mutter zu kaufen. Als ich kurz vor sieben im Thalia-Landstraße eintraf, hatte es schon begonnen und ich habe gerade noch den letzten Platz erwischt. Maria Gornikiewicz, die ich am Mittwoch im Literaturhaus traf, fotografierte und Alfred Komarek hat in seiner charmanten Art drei Geschichten angelesen, an den spannensten Stellen unterbrochen und etwas wie „Wenn Sie es weiter wissen wollen, müßen Sie schon…..“, gemurmelt oder so dreingeschaut.
Zwölf Geschichten um den Simon Polt, einen der Romane habe ich ja gelesen, bzw. vom Alfred einmal zum Geburtstag bekommen, die meisten anderen bei Lesungen gehört. Ich kann mich an eine „Rund um die Burg“ – Veranstaltung erinnern, weiß aber nicht mehr aus welchen Roman es war, es war weit nach Mitternacht, ich bin daher eingeschlafen, aufgewacht durch den Schlußapplaus und habe mir gedacht, schade, daß ich es versäumte, es war zu spannend. Das würde ich gerne Alfred Komarek einmal erzählen, bin aber noch nicht dazu gekommen. Es gibt dann noch die Daniel Käfer Romane, die mich vielleicht mehr interessieren, so daß ich darauf warte, sie vielleicht einmal im Bücherschrank zu finden und es war wieder sehr spannend. Die zwölf Geschichten scheinen das ganze Leben Simon Polts, der als Gendarm im Weinviertel, ich hoffe das ist jetzt richtig, anfing und dann, weil es ja keine Gendamerie mehr gibt, als Gehilfe einer grantigen Lebensmittelhändlerlin endet, die Lehrerin heiratet, Zwillinge bekommt, eine Katze hat er auch, zu umspannen. Außerdem kennt er alle Säufer in der Gegend und hat das Herz am richtigen Fleck. Die erste Geschichte „Anfang vom Ende“ war sehr interessant. Der junge Polt kommt das erste Mal in die Wachstube, fährt Streife mit einem älteren Gendarmen, der hält einen Besoffenen an und läßt ihm, nachdem er ihm eine Wurst abgenommen hat, weiterfahren, er überfährt dann einen Radfahrer und der alte Polizist setzt den jungen unter Druck ihn nicht anzuzeigen. Spannend zu erfahren, wie man da herauskommt, ohne den Rest der Dienstzeit die Hölle zu haben und nicht korrupt zu werden. Vielleicht sollte ich nachsehen, wie es endet, das Buch liegt ja auf Alfreds Schreibtisch. Bei den beiden anderen Geschichten interessierts mich weniger, obwohl der Komarek schon immer sehr interessante Säufertypen hat. Da geht es um einen Sonderling, der sich sehr viel bieten läßt, wenns ihm dann zuviel wird, verschwinden die Peiniger und Polt klärts auf. Bei der dritten Geschichte „Vier Pfoten“, ist er nicht mehr Gendarm sondern hütet seine Kinder und hilft der Lebensmittelhändlerin, die im Rollstuhl sitzt, die findet eine tote Katze und den Kater Czernohorsky, was soviel wie Schwarzenberg heißt, gibt es auch. Wie es aus war, habe ich das Buch gekauft und war ganz hinten in der Reihe, habe den Mann vor mir gefragt, ob er der letzte ist, der mich anschnautze, mich nicht vorzudrängen, nur hat er sich sein Buch erst von einer Frau holen lassen und dem Alfred Komarek, der wieder charmant und freundlich war, erzählt, daß er mit ihm zur Schule gegangen ist.
Alfred Komarek wurde 1945 in Alt Aussee geboren und hat, glaube ich, beim Kurier gearbeitet, bevor er zu Schreiben begonnen hat, die Polt Romane wurden mit Erwin Steinhauer verfilmt, ich war, wie schon erwähnt bei vielen Lesungen, einmal bei einem Tag der offenen Tür im Stift Klosterneuburg und das letzte Mal bei seiner Würdigung in der Grünangergasse, wo er das goldene Buch bekommen hat.

Werbeanzeigen

Schreibe einen Kommentar »

Du hast noch keine Kommentare.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: