Literaturgefluester

2011-05-02

Stavaric Lesung im Literaturhaus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:54

Der 1972 in Brünn geborene, seit 1972 in Wien lebende Michael Stavaric ist ein sehr fleißiger Schreiber, den ich wahrscheinlich seit 2006 kenne, denn da war ich bei einer Lesung im Literaturhaus, wo wahrscheinlich sein erster bei Residenz erschienener Roman „stillborn“ vorgestellt wurde. Da kann ich mich erinnern, daß ich erstaunt darüber war, wie voll es war und, daß ich von den vorwiegend jungen Leuten im Publikum niemanden kannte. 2007 hat er beim Bachmannpreis gelesen, wenn man bei Wikipedia schaut, findet man eine lange Publikationsliste, fünf Bücher für Erwachsene, erzählte die Germanistin Susanne Hochreiter bei der heutigen Literaturhauspräsentation von des fünften Buchs „Brenntage“, bei dem es um die literarische Aufarbeitung der Kindheit geht.
Dann gibt es noch „Terminfera“ und „Magna“, ebenfalls bei Residenz erschienen, „Deja vue mit Pocahontas“, wo ich im Vorjahr bei den Textvorstellungen in der Alten Schmiede war, „Böse Spiele“ 2009 bei Ch. Beck erschienen, Kinderbücher und verschiedene Übersetzungen.
So hat er Marketa Pilatova „Wir müssen uns irgendwie ähnlich“ sein und auch das kleine Büchlein „Das Jahr vierundzwanzig“ von Patrik Ourednik, das ich schon immer lesen wollte, übersetzt.
Einige Bücher dieser langen Lliste sind an mir vorbeigegangen, so daß ich ganz erstaunt auf den Büchertisch schaute, denn Michael Stavaric ist ja noch ein junger Autor. Er hat einen durchaus originellen Stil. Wikipedia schreibt von einen kreativen Zugang zur Sprache und, daß das wie wichtiger als das was ist und das war bei „Stilborn“ und auch bei „Termifera“ zu merken, von denen ich ein bißchen was mitbekommen habe und trifft auch auf „Brenntage“ zu.
Das Literaturhaus war wieder mit sehr vielen mir unbekannten jungen Leuten gefüllt, Linda Stift und ich glaube auch Andrea Grill habe ich erkannt, Sabine Gruber, die auch bei Ch. Beck verlegt, ist neben dem Verlagsleiter in der ersten Reihe gesessen und es hat wieder mit Musik, nämlich dem Song, der in dem Buch als Motto steht, begonnen. Dann ging es los mit den Brenntagen und der Geschichte des jugendlichen Ich Erzählers der mit seinem Onkel in dessen Haus er lebt an den Brenntagen seine alten Stofftiere verbrennt, es gibt eine Siedlung in dem der Junge mit dem Onkel und der Tante lebt, die Mutter ist gestorben, die Tante stirbt später auch und einen Wald in dem er mit anderen Kinder spielt, es gibt auch Mienen und Soldaten, die durch die Gegend streifen, eine seltsame unwirkliche und auch fremde Gegend. Der Onkel hat ein Gewehr und geht für den Neffen auf die Jagd, schießt Tiere und stopft sie für ihn auf, die Kinder haben ihre Rutuale und versuche im Wald Geister zu fangen, dabei verschwinden sie und der Junge wäscht seine Wäsche, um auch unsichtbar zu werden und ebenfalls zu verschwinden.
In der Diskussion ist es auch um Weltuntergangstimmung gegangen und der Verlagsleiter meinte, daß man die Kindheit, als Idylle oder als Schrecken erleben kann, bei Thomas Bernhard war es das letztere. Mich hat diese Stimmung seltsammerweise an das neue Buch von Michaela Falkner erinnert, obwohl sie einen anderen Zugang und eine andere Sprache hat, ziehen sich die Kinder dort ja auch in den Wald zurück und basteln sich aus Toten Puppen, bei Stavaric lösen sie sich auf.
Wie das zu Michael Stavarics Kindheitserinnerungen passt, habe ich auch nicht ganz verstanden, er sprach aber von den Intitialriten, die man als Junge machen muß um dazuzugehören und von der Großmutter, die von einem Jäger tote Fasane und Hasen bekam, mit denen er als Kind spielte.
Tiere spielen in seinen Büchern eine große Rolle, wurde in der Diskussion besprochen und Michael Stavaric hat auch ein Stück aus einem seiner Kinderbücher vorgelesen. In der Diskussion wurde erwähnt, daß das Szenario auch zu einem Fantasybuch passen würde und da sind mir Elfriede Kerns „Schwarze Lämmer“, 2001 bei Jung und Jung erschienen, eingefallen, bei dem es ja auch um Waldrituale und Anklägne vom Horror-Genre und Gothic-Novel geht, ob Michael Stavaric „Brenntage“ so gewalttätig sind, weiß ich gar nicht, geht es ja um Kindheitserinnerungen. Um Riutale und seltsame, beziehungsweise kleine Ironien, verpackt in einer schönen Sprache scheint es aber zu gehen. Man wird durch das Buch angeregt über seine eigene Kindheit nachzudenken, meinte Susanne Hochreiter am Schluß der Diskussion und fügte hinzu, daß sie seither viel liebevoller mit ihren Stofftieren sprechen würde.

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