Literaturgefluester

2011-05-03

Muttertagsjause und Lesungsreduktionen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 17:59

Seit einigen Jahren werde ich von der Bezirksvorstehung Mariahilf, wo wir früher wohnten, zu den Muttertagsfeiern eingeladen und war auf diese Art und Weise zweimal im Haus des Meeres, einmal habe ich eine Schiffsfahrt versäumt und heute gabs eine Muttertagsjause mit einem Konzert von Clown Enrico Heinz Zuber, der auch schon siebzig ist, im Pensionistenwohnhaus am Loquaiplatz, ein heiterer nostalgischer Nachmittag zum Nachdenken, Mitsingen und Gesundlachen mit Melodien aus der Kindheit. Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann begrüßte wieder alle Frauen, ganz egal, ob sie Mütter, Imas oder Stiefmütter sind, Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg, die ich bei einer dieser Gelegenheiten kennenlernte, habe ich nicht gesehen und ich war wiedermal die Jüngste, aber die zwei bisherigen Muttertagsfeiern, die ich erlebte, haben mich nicht nur sehr beeindruckt, sondern waren auch literarisch höchst produktiv.
Kann ich mich doch erinnern, daß ich an einem schönen Nachmittag vor drei Jahren, einen Befund habe ich unfertig am Schreibtisch liegen lassen, um nicht zu spät zu kommen, einige Stunden im Haus des Meeres herumgekraxelt bin, die Stiege hinauf zum Aussichtsplateau, zum Krokohaus, wo die kleinen Äffchen kokettierten, zum Haifischbecken und zurück. Im Sommer darauf ist dann eine Szene der „Radiosonate“ entstanden, die sich genau darauf bezieht. Natalie bekommt in der Schule einen Ferienpass mit freien Eintritt in das Haus des Meeres und beschließt sich jeden Tag mit ihrer Liebe Patrick dort zu treffen, macht ihre Begegnungen mit den kleinen Äffchen, tauscht den ersten Kuß und entdeckt ihre Mutter mit Boris Alkemirov im Wintergarten. Im vorigen Jahr, als es wieder in das Haus des Meeres ging, habe ich der Bezirksvorsteherin bzw. Elisabeth Zoumboulakis-Rottenberg das Buch dann mitgebracht, bin aber vorher im Esterhazypark gesessen, habe während ich auf den Eintritt wartete in den Gratiszeitungen „Heute“ oder „Österreich“ geblättert und dabei einer Kindergartengruppe zugesehen, die offenbar auch auf dem Weg ins Haus des Meeres war, aber vorher von den Kindergärtnerinnen mit Sunkist -oder Kakaopackungen und Knabberstangen gefüttert wurden und als ein Stück davon auf dem Boden fiel, so daß sich die Tauben darauf stürzten, von einer Englisch sprechenden Kindergärtnerin mit „This is no food for birds“ belehrt wurden. Das habe ich dann die Fritzi Jelinek im Burggarten beobachten lassen, während sie Harald Hoffmanns fünf Generationenroman coacht und ein Mail von Jan bekommt, daß er seine Hochzeitsreise nun doch nicht nach Wien machen wird. Das wird man bald auf meiner Homepage lesen können. Die Vorankündigung gibt es schon, das Buch noch nicht, so daß ich diesmal nichts zum Mitbringen hatte und ich habe höchst wahrscheinlich auch keine neue Impression mit nach Hause genommen, obwohl der Kuchen gut war, die Erinnerungslieder sehr nostalgisch und das Ambiente eines Pensioneistenheimes, auch wenn ich mich dort nicht anmelden will, sicherlich sehr produktiv, bzw. habe ich ja in der „Begrenzten Frau“, die Geburtstagsfeier der Frieda Fischer in ihrer Seniorenresidenz beschrieben, die wahrscheinlich in etwa so verlaufen ist und Jakob Mandelbaum aus den „Wiener Verhältnissen“, hat ja auch eine Seniorenresidenz bewohnt, wie etliche anderer meiner ältereren Helden und Heldinnen auch.
Die Bezirksvorstehung Mariahilf macht ja nicht nur die Muttertagsfeiern und die Bezirksfestwochenveranstaltungen, sondern im Herbst auch eine Frauenwoche und da war ich vor zwei Jahren bei einem Schreibseminar, das dann im Vorjahr zu einer Frauenlesung und auch dazu führte, daß ich 2010 relativ viel gelesen habe. So wie es aussieht scheint das 2011 anders zu sein und einige fixe Lesungen, die ich in den letzten Jahren hatte, nicht mehr zu geben. Die Frauenlesung in Mariahilf war ja eine einmalige Sache, die Art Margareten hat es zweimal gegeben, ob die 2011 eingespart wurde oder mich nur der Herr Bezirksvorsteher nicht mehr einlädt, weil ich im letzten Jahr zu lang gelesen habe, weiß ich nicht, beim „Tag der Freiheit des Wortes“ den ich von 2001 bis 2009 mit Ausnahme von 2002 organisierte und dann wegen der Literaturhausschwierigkeiten als die GAV beschloß, daß man nur mehr eine Lesung pro Jahr organisieren soll, sozusagen zugunsten der Frauenlesung zurückgab, die GAV hat die Veranstaltung dann zur Vorstandssache gemacht, die Petra Ganglbauer organisiert, habe ich im vorigen Jahr gelesen, heuer aber nicht. Ich muß zwar nicht überall lesen, tue es aber trotzdem gern, so finde ich das ein bißchen schade. Bezüglich Linkes Wort Volkkstimmefest steht das Thema noch nicht fest und die Anthologie 2010 ist auch noch nicht da. Die Frauenlesung im November in der Galerie Heinrich, die es glaube ich, seit 2006 gibt und zu der wir nach einer „Eigenes“- Lesung der Frauen lesen Frauen Gruppe des ersten Wiener Lesetheaters oder den Mittleren I von Frau Waclawicek eingeladen wurden und die Judith Gruber-Rizy organiserte, wird es, wie ich vor kurzem hörte auch nicht mehr geben. Da haben wir bei den Literaturtagen im November ja einige Jahre umsonst gelesen, dann gabs ab 2009 ein kleines Honorar und bei der letzten damit Schwierigkeiten. Es wird ja überall eingespart und da ich gerne lese finde ich es schade, plötzlich um eine Drittel oder sogar um die Hälfte weniger Lesungen zu haben, so daß es vielleicht nur mehr die Poet-Night, meine Geburtstagslesung, die ich mir selber organisiere und die Lesung im Cafe Amadeus, die schon angekündigt habe, gibt, obwohl ich auch da nicht garnz sicher bin, ob und wie das wird.
Es wäre auch schön, wenn wieder etwas Neues kommt, ich würde z.B gern einmal bei „Rund um die Burg“ lesen, aber ob es das noch gibt, ist ja auch nicht ganz klar, so daß ich dort nicht mehr hingeschrieben habe.

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