Literaturgefluester

2011-05-04

Fünf-Sterne-Kerle inklusive

Filed under: Uncategorized — jancak @ 11:05

Das nächste Chick Lit aus dem Bücherschrank stammt von Gaby Hauptmann und da habe ich, glaube ich, einmal bei libromanie gelesen, daß eine Kundin zu ihr in die Buchhandlung kam und von der großen bzw. spannenden Autorin schwärmte.
„Der neue Beststeller“ steht auf dem Cover und ich habe von der 1957 geborenen Autorin noch keinen anderen Roman gelesen, habe von ihr aber das Buch „Mehr davon – Vom Leben und der Lust am Leben“, eine Art Biografie „mit zahlreichen Fotos“, das in in den Schachteln lag, die der Buchhändler in Edith Broczas Haus, nach dem er sein Geschäft sperrte, ihr in den Hauseingang stellte. So habe ich mich in das Leben und das Werk der offenbar sehr beliebten Bestsellerautorin schon mal eingeblättert und der Roman ist sehr spannend geschrieben und gibt auch ein paar realistische Einblicken in das Leben Anfang dieses Jahrhunderts.
Da gibt es ein Reisebüro, das offenbar die Kosten für ein teures Fotomodell sparen will und so dem ersten hübschen jungen Mädchen, das sich nach einer Wintersportreise erkundigt, einen Brief ins Haus schickt, daß sie bei einem Preisausschreiben eine Woche Aufenthalt in einem Luxushotel in Zürs am Arlberg, Leihschi, die Anfahrt und noch ein paar Hüttengutscheine gewonnen hat.
Das hübsche junge Mädchen ist die dreiundzwanzigjährige Kathrin Hübner aus Stuttgart, die ohne Abitur bei Schlecker an der Kasse schuftet, bei einer Tante wohnt und einen Freund namens Ronny hat, der rein rot gemustertes Kopftuch und einen Ohrring trägt.
Dankenswerterweise sind in dem Buch die wichtigsten Personen am Anfang aufgelistet und so kann es los gehen. Kathrin bekommt von der Tante fünfzig Euro zugesteckt, kleidet sich im Secondhandladen schick ein und steigt in den Bus.
Ein paar bissige Bemerkungen über die Österreicher kommen auch, so wird irgendwo behauptet, daß der österreichische Kaffee schlechter, als der deutsche ist, dabei machte ich mich doch in meinen Texten immer über den deutschen Kaffe lustig, bevor das Cappuccino und das Caffe latte Zeitalter kam.
Lesen keinen Österreicherinnen Gaby Hauptmann und regen die sich dann nicht auf? Nun gut, die schöne Kathrin kommt in das Luxushotel und trinkt sich die nächsten Tage einmal in den Hütten durch, gibt es dort doch eine Reihe Luxusmänner, die zwar Frauen haben, aber offenbar eine Wette abschlossen, wer das Reisebüromodel ins Bett bekommt. Kathrin ist auch eine sehr gute Schifahrerin, schließlich kommt sie vom Schwarzwald her und will sich auch nicht lumpen lassen, so investiert sie einige ihrer Gutscheine in die Luxusweißweinflaschen, die die Runde ständig trinkt, obwohl sie von den Mathiasen, Jans, Olivers etc gern eingeladen wird.
Sie bekommt auch einiges mit, so die blonde Barbie die sich von ihrem reichen alten Mann total umoperieren ließ, den nackten Mann im Zimmer eines anderen, rennt auch selbst mal nackt durch die Hotelgänge, legt ihr doch jemand handgeschriebene Gedichtchen ins Zimmer und ein anderer will sie mit einem schönen Schmuckstück kaufen, im letzten Jahr hat er die Gewinnerin mit einem Auto gewonnen.
Aber Kathrin ist nicht blöd, so bestellt sie ihre vier Verehrer in Bermudashorts, um zwei Uhr nachts mit je einer Flasche Champagner in den Keller und wird dafür von ihnen ausgezogen und in den Schnee geworfen. Eingeschneit wurde sie auch und ihr Freund Ronny, der sie, eifersüchtig geworden, besuchen will, schafft es nur in den Gemeindekotter, dafür soll sie für den Staatsanwalt Jan einen Koffer mit seinem vergessenen Laptop nach Zürich bringen, dafür handelt sie sich heraus, darf sie eine Woche mit Ronny im Residenz wohnen, weil sie aber, wie im Beschreibungstext steht, von der jungen Schulabbecherin innerhalb einer Woche zu einer Frau reift, die weiß was sie will und ihren Nutzen daraus zu ziehen versteht“, löst sie den Code des Sicherheitsschloßes und findet statt einen Laptop fünf Millionen Schmiergeld im Koffer, so daß die schöne Junge Frau mit ihren übergebliebenen Gutscheinen, die offenen Rechnungen hat das Haus übernommen und die Fototermine sind wegen der Wetterlage auch in den Schnee gefallen, in Zürich in der Bahnhofstraße eine Bank betritt und selbstbewußt „Ich möchte gern ein Konto eröffnen!“, sagen wird. Ihr Abitur wird sie auch nachholen, studieren und bei Ronny bleiben.
Von Gaby Hauptmann habe ich inzwischen auch noch die beiden anderen Bestseller „Die Meute der Erben“ und „Frauenhand auf Männerpo“ gefunden.

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