Literaturgefluester

2011-05-17

Monika Gillers Erzählungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03
Elisabeth Krön, Erika Parovsky, Hilde Schmölzer, Judith Gruber-Rizy, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Heidi Hagl, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll

Elisabeth Krön, Erika Parovsky, Hilde Schmölzer, Judith Gruber-Rizy, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Heidi Hagl, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll

Elisabeth Krön, Erika Parovsky, Hilde Schmölzer, Judith Gruber-Rizy, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Heidi Hagl, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll

Elisabeth Krön, Erika Parovsky, Hilde Schmölzer, Judith Gruber-Rizy, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Heidi Hagl, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll

Im Amerlinghaus gab es diesmal einen besonderen Leseabend, nämlich die Präsentation von Monika Gillers neuem Erzählband „Schwarzlicht“, von der Frauen lesen Frauen Gruppe des Lesetheaters und „fast alle Mitgliederinnen werden daraus wenigstens einen kurzen Text gelesen“, so hörte ich die Verantwortliche Judith Gruber-Rizy sagen, als ich kurz nach sieben in den Saal huschte. Oder eigentlich bin gerade zum letzten Satz zurecht gekommen und habe einen Platz neben Hans Jörg-Liebscher Monika Gillers Lebenspartner bekommen. Das Galeriezimmer war sehr voll, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Ruth Aspöck, Rolf Schwendter, Helga Eichler, Anita C. Schaub, Margit Heumann, Werner Grüner etc habe ich gesehen.
Alfred hat mit seiner neuen Kamera fotografiert, Judith Gruber-Rizy, Heidi Hagl, Elfriede Haslehner, Elisabeth Krön, Hilde Langthaler, Erika Parovsky, Angelika Raubek, Gabriela Schmoll und Hilde Schmölzer haben gelesen.
Ich kenne die 1941 in Wien Geborene schon sehr lang vom ersten Wiener Lesetheater. Bei den Poet Nächten ist sie mir durch ihre Texte aufgefallen, sehr beeindruckend der, wo sie ihr Totenbett beschreibt, habe auch ein bißchen dazu beitragen können, daß sie 2008 in die GAV aufgenommen wurde und habe bei der Frauenlesung in der Galerie Heinrich im November ein paarmal mit ihr gelesen.
Der soeben erschienene Erzählband „Schwarzlicht“ enthält, wie ich dem Programm entnehme, siebenundzwanzig Erzählungen, die von gebrochenen Individuen in einer immer mehr zerfallenden Welt handeln und die meist Frauen als Protagonistinnen haben. Circa elf wurden vorgetragen und haben mich sehr beeindruckt, denn Monika Giller, die Philosophie und Germanistik studierte und mehrere Jahre Schauspielerin, sowie Journalistin war, ist eine die mit der Sprache umzugehen weiß. So gibt es die Texte „Abwesenheit“ und „Wortvöllerei“, die sehr mit ihr spielen und jonglieren, von Wortschöpfung zu Wortschöpfung hetzen und es von „Wortdemenzen“ bis zu den „Alzheimersätzen“ gerade zu sprachregnet.

Hilde Schmölzer, Franz Kratzer, Elfriede Haslehner

Hilde Schmölzer, Franz Kratzer, Elfriede Haslehner

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön

Erika Parovsky, Hilde Langthaler, Elisabeth Krön

Nicht alle Metaphern stimmen, würde ich als Nichtgermanistin einmal vorlaut sagen und die realistische Schreiberin vermißt auch den Plot, die Handlung und die Sozialkritik oder aber wieder nicht, denn einige Texte haben sehr wohl etwas zu kritisieren, obwohl es um die Liebe geht.
Werden da ja die gebrochenen Frauen geschildert, die alles für ihre Liebe tun. Stufe um Stufe emporsteigen und wenn sie endlich oben sind, die Leiter fallen lassen und sich gar nicht darum kümmern, daß sie nun die Freiheit verloren hat, weil der Umklammerer schon auf sie wartet. „Denn wer braucht denn Freiheit, wenn er die Liebe hat?“
In der anschließenden Diskussion hat sich die Feministin Ruth Aspöck am konventionellen Frauenbild gestoßen, mir sind eher haben die beklemmenden Schilderungen aufgefallen, das zerstörte Frauen-Ich, das sich nach Liebe sehnt und immer blutend am Boden liegt, während der Mann über es hinwegsteigt. Aber die märchenhafte Geschichte von den drei Freundinnen oder Schwestern, die nur einen Mann haben, ist sehr beeindruckend. Zuerst warten sie ab, bis er eine nach der anderen ausprobiert und von ihrer Leidenschaft Zärtlichkeit und Liebe gelangweilt wird, bis sie endlich beschließen, ihn zu teilen, so daß sie fortan lange leben und viele wunderschöne Kinder bekommen, an denen sich die anderen stören.
„Das Glück der Kleeblätter“ heißt die Geschichte. „Die Musik hämmert der Frau das Hirn entzwei“ heißt es dageben in „Lärmleiden“. Eine starke Sprache, ein beeindruckender Ton, eine spannende Lesung. Nachher gab es was zu Trinken und zu Essen und eine intensive Diskussion.
Ruth Aspöck erzählte mir, daß ihre „Tagebücher“ im Herbst bei Löcker erscheinen werden und von ihren Reisen, die sie auf den Spuren Grillparzers noch nach London und Paris unternehmen wird.
Das Buch gab es zu kaufen, Judith Gruber-Rizy hat mir für das Literaturgeflüster freundlicherweise das Vorwort von Petra Ganglbauer zur Verfügung gestellt, die von „dicht gestrickten, emotional aufgeladenen Stücken Wirklichkeit spricht“ und auch den Satz „Der Staub liegt wie ein Sandstrand in den Zimmern“ zitiert, mit dem die Erzählung „Abwesenheit“ beginnt.

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