Literaturgefluester

2011-05-27

Männer sind wie Schokolade

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:41

Gleich das nächste Chic Lit, da habe ich mir auf meiner Leseliste ja eine kleine Auswahl bekannter Namen aus dem Bücherschrank zusammengestellt und Chic Lit und Schokolade scheinen ganz gut zusammenzupassen, zumindest gibts ein paar Bücher mit ähnlichen Titeln. Bei Tina Grube kommt der Titel, auf Seite Hundert, als ich mich schon fragte, was das Buch mit Schokolade zu tun hat, vor.
„Überhaupt – Männer sind wie Schokolade“, sinnierte ich. Lockende Versuchungen in Variationen ohne Ende. Einige hatten es gut drauf sich anfangs zuckersüß zu geben, um sich dann als dunkle Sorte mit bitteren Nachgeschmack zu entpuppen…“
Da hat Lina Lano, die Werbeagenturbetreuerin gerade ihren Freßanfall, denn sie hat am Wochenende in Sylt ihren Kunden Mike Badon, in dem sie sich verliebte, mit einer Frau getroffen, die sich als Susanne Badon vorstellte, so ißt sie Nudeln, Schokolade, Schafskäse, Erdbeer- Rharbarba- Dessert mit köstlicher Vanillesauce durcheinander, obwohl sie sich vorher doch so diszipliniert, die überflüßigen Fettpölsterchen, die sie sich zu Weihnachten bei Mama in Berlin anaß, herunterhungerte.
Linda ist dreißig Jahtre alt und arbeitet in einer Hamburger Werbeagentur, das Buch beginnt, als sie von ihrem Boß Peter zu einer Besprechung mit den drei Grafikern und Textern Karl, Hans und Tom gerufen wird, die gerade eine Kampagne für eine Frankfurter Uhrenfirma zusammenstellten, wozu ihnen nichts anderes, als ein schönes Mädchen mit einer Uhr am Strumpfband eingefallen ist. Linda findet das blöd, soll aber mit der Männerrunde nach Frankfurt fliegen, um dem arroganten Zentralmanager Mike Badon das Konzept erklären und bekommt den Auftrag. Dazwischen fährt sie zu nach Hause, versucht mit ihren zwei Freundinnen Simone und Ulrike Männer aufzureißen und wird von ihnen dazu gebracht sich auf ein Inserat zu melden und lernt den Traummann Gerhard Schilling kennen, der sie in einem Maserati abholt und zum Essen fährt. Die Freundinnen überwachen am Nebentisch das Date und weil Herr Schilling kultzurbeflissen ist, führt er Linda auch ins Theater. Die langweilt sich beim Shakespeare, geht aber mit in seine Wohnung um ein Glas Champagner auf den gelungenen Abend zu trinken, wo die Picassos, Miros und Manets herumhängen und gibt ihm, als er sie verführen will, entsetzt eine Ohrfeige.
Vorher mußte sie noch Mike Badon vom Flughafen abholen und als sie sich in ihm verliebt, trifft sie ihn in Begleitung in Sylt, beginnt kurzfristig sich zur Tonne anzufressen, bis sich das Mißverständnis klärt, daß Susanne nur die Schwester ist, bei der Courths-Mahler kommt das auch manchmal vor.
Linda wirft die Schokolade weg, bzw. gibt sie sie ihren Chef, bereitet alles emsig für die Schmuckmesse in München vor und läßt sich von den Freundinnen beraten, wie sie sich bezüglich Traummann weiter verhalten soll. Die raten ihr ihn in eine Disco zu locken, er ist aber zu müde dazu, so fährt sie mit ihm ins Hotel, sie wohnen im selben und schlägt ihm dann das Sektchen aus ihrer Minibar vor, das klappt, sie landen im Bett, nur am nächsten Tag weiß Lina nicht weiter und ist totunglücklich, bis Mike ihr mindestens zwanzig riesengroße Sonnenblumen in die Firma schickt und sich das Blatt gewendet hat.
In diesem Buch gibts keine rosa Bildchen und Schriftzüge, „Happy End“ steht aber trotzdem auf der letzten Seite und Tina Grube wurde 1962 geboren, arbeitete viele Jahre in der Werbung, heute lebt und schreibt sie in New York. Von ihr stammen, steht im Buch, die Bestseller „Ich pfeif auf schöne Männer“ und „Lauter nackte Männer“, alles bei Fischer TB erschienen.
Kleiner Nachsatz, bei einer Führung durch Josef Zotters Schokoladenmanufaktor habe ich gelernt, daß die dunkle Schokolade, weil viel Kakaobutter, die wertvollste ist, wenn auch mir die minderwertigere Milchschokolade besser schmeckt.
Die Ironie die im Beschreibungstext gelobt wird, dürfte sich vor allem auf die die Person des Wunderwuzzis Gerhard Schilling beziehen, denn Manets, Picassos und Miros hängen wohl kaum mehr frei in irgendwelchen Junggesellenwohnungen. Und im Unterschied zur Sandra Paura ist die Linda sicherlich ein wenig emanzipierter, denn sie passt zwar auch auf eine Katze auf, das Katzensitten ist wohl ein beliebtes Chick Lit Thema, geht aber wesenlich normaler und entspannter mit ihr um. Ansonsten habe ich einige Beschreibungen in dem Buch gefunden, die mir angelastet werden würden, so geht Linda wegen ihres Rücken zum Orthopäden, spielt Tennis und tut auch sonst so allerhand, was zwar Seiten füllt, die Leserin aber nicht wirklich vom Stockerl reißt.

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