Literaturgefluester

2011-07-12

Sommerfrischen-Schreibwerkstatt

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:30

Nach zwei Wiener Praxistagen, wo ich den Montag wieder im Kino unter Sternen am Karlsplatz bei einem Film über eine iranische Familie „exile family movie“, war, wieder aufs Land zurückgekommen, wo nach dem intensiven Bachmannpreisschauen letzte Woche, das Sommerfrischeschreiben beginnt. Zwar hat der Bachmannpreis noch nicht richtig aufgehört, höre ich doch gerade die „Lange Nacht der Literatur im Radio“ vom Studio Kärnten, wo gerade Maja Haderlap nochmals ihren Siegertext liest, den Peter Wawerzinek, der durch den Abend führt, kommentiert. Es sind aber schon wieder literarische Neuigkeiten eingetroffen, so zum Beispiel, daß Richard Obermayr, der heurige Priessnitz-Preisträger, der im Oktober im Literaturhaus vergeben wird, geworden ist und Neuigkeiten zum deutschen Buchpreis gibt es auch, beziehungsweise wird dort gerade die Liste mit den zwanzig Büchern, die im August bekanntgegeben wird, zusammengestellt und ich habe wieder ein paar Tage vor mir, wo ich hoffe mit meinen beiden Manuskripten, der „Absturzgefahr“, die vielleicht noch vor dem Urlaub an die Druckerei gehen soll und den „Zwillingswelten“ für die es noch kein Umschlagbild gibt, fertig zu werden, um für das Neue offen zu werden und mit dem nächsten Romanprojekt zu beginnen. Da liegen ein paar Vorbereitungsbücher immer noch in Wien, das grüne Buch mit den Notizen habe ich mit und wie ich mit den Recherchen für das drei Frauenprojekt Selma, Svetlana und Sevim, beginne, weiß ich noch nicht so recht. Bin ich derzeit auch ein wenig unmotiviert, ist es ja nicht sehr aufregend in den Manuskripten nach Fehlern zu suchen und dann immer wieder zu denken, „Wozu tue ich mir das dann, es wird ja ohnehin sicher wieder nichts?“, obwohl ich mir das natürlich antuen werde, beziehungsweise ist es vielleicht wirklich eine gute Idee mir eine Sommerfrische Zeit zulassen und sozusagen mit einer Schreibwerkstatt zu beginnen.
Eine Schreibwerkstatt alleine zu veranstalten ist zwar vielleicht etwas seltsam. Ich kann mich aber erinnern, daß ich vor ein paar Jahren, bei einem Standard Gewinnspiel mitmachte, wo man einen Platz bei einer Schreibwerkstatt gewinnen konnte, ich habe mir dafür sogar frei genommen, aber natürlich nichts gewonnen, so bin ich stattdessen nach Harland gekommen und mir gedacht, mache ich mir die Schreibwerkstatt selber, nur nicht recht gewußt, wie ich das beginne. Einen Kurt Bracharz Krimi habe ich mir, kann ich mich erinnern, herausgesucht, weil man ja im Sommer Krimis lesen soll, bin damit Rad gefahren und mit alten Bachmannpreisbüchern in die Badewanne gestiegen. Jetzt weiß ich schon ein wenig mehr, wie man eine Schreibwerkstatt beginnt, beziehungsweise hat Thomas Wollinger in seinem tollen Blog gerade ein paar Videos darüber hineingestellt, die ich mir morgen anhören will. Dann meine Texte solange mehr oder weniger geduldig durchgehen bis sie passen, dazwischen Bücher lesen, Thomas Hettches „Ludwig muß sterben“ ein gewesener Bachmannpreisjuror, der das, glaube ich, gewesen ist, als ich 1996 live dort war, ist gerade dran und dann das Neue beginne, mit dem ich hoffe, ein bißchen weiter zu kommen, mal sehen was daraus wird. Mir soviel Zeit dazu lassen, daß ich damit in den Nanowrimo hineinkomme, ist auch eine Idee, die nur gut sein kann, wenn sie mir gelingt. Zwei Wochen habe ich jetzt zum Fertigwerden, dann geht es mit den Reiseschreiblernbuch nach Polen und da habe ich ja vor einige Reisetexte entstehen zu lassen, damit kann ich meinen Blog im August füllen und dann langsam in meine drei Frauengestalten, die serbische Psychiaterin, die Wiener Türkin Sevim und die Schizoprenie oder Borderlinepatientin Selma hineinwachsen. Der Kopf ist, glaube ich, jetzt ein bißchen frei und das Selbstbewußtsein auch ein bißchen da.
So gesehen war die erste Sommerfrischewoche 2011, das Bachmannpreisverfolgen, auch sehr intensiv und ich habe wieder viel gelernt dabei. Vorige Woche bin ich ja nicht viel zum Korrigieren gekommen, die „Zwillingswelten“ habe ich am Freitagvormittag aber doch durchgeschaut und da auch das zweite Kapitel „Friedhof der ungelesenen Bücher“, das ich auf seine Bachmannpreistauglichkeit überprüfen wollte. Ist es natürlich nicht, damit hätte wohl auch nur ein „Schon wieder eine Schilderung einer Depression, einer Midlifekrise und einer Pensionierung und schlecht geschrieben ist es auch!“, als Reaktion bekommen. Die Figur der Lisbeth ist mir aber trotzdem die liebste an dem Stück und das zweite Kapitel mag ich auch.

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