Literaturgefluester

2011-08-25

Exit Ghost

Filed under: Uncategorized — jancak @ 11:40

Hier kommt die Besprechung von Philip Roths „Exist Ghost“, auf Englisch, das mir Alfred einmal aus der Thalia- Abverkaufkiste gebracht hat. Ich lese ja nicht so gern und auch nicht so oft englische Bücher, da ich zum Verständnis irgendwie das deutsche Wort brauche, obwohl man, wie ich seit der Lektüre von John Irving „Laßt die Bären los“, weiß, daß manche Übersetzungen so schlecht sein können, daß man den Inhalt nicht mehr versteht.
Da wäre die Originalsprache wahrscheinlich besser und eine gute Übung ist es auch. Ich bekomme auch immer wieder englische Bücher, Alfred hat mir, als er zum hundertsten Geburtstag der Tante Ida in New York war,1999 0der 2000 war das, ein paar gebracht, darunter „The Brethren“, das damals noch nicht auf Deutsch erschienen war. Ich habe es während meiner Fahrten ins SMZ-Ost, wo ich Supervisionen machte, gelesen und, glaube ich, nicht viel verstanden. Nachgooglen ging damals noch nicht und Frank Mc Courth „Angelas Ashes“, das noch immer ungelesen ist. Da ich aber inzwischen, die Harry Rowohlt Übersetzung aus dem Bücherschrank gezogen habe, werde ich demnächst beide Bücher kapitelweise lesen und bei „Exit Ghost“, habe ich mir auch nicht ganz leicht getan. In der Fremdsprache darf man noch weniger drüber lesen, als sonst, habe mir aber mit den Leseproben geholfen, die man im Netz finden kann und Philip Roth ist ja ein bekannter Autor, der das Pech hat, jährlich auf der Nobelpreisliste zu stehen und ihn dann nicht zu bekommen.
„Exit Ghost“ gehört zu den Zuckerman-Romanen, von denen ich „Das amerikanische Idyll“ und „Der menschliche Makel“, gelesen habe. Den Namen Philip Roth habe ich das erste Mal gehört, als es Ende der Neunzigerjahre diese Libro Bestsellgarantie gab und „Das Amerikanische Idyll“ fehlte, da habe ich ihn, glaube ich, zuerst mit dem Gerhard verwechselt oder war jedenfalls ein bißchen verwirrt, dann war es nicht so einfach das Buch zu bekommen. Ich habe lange daran gelesen und meine Leseerlebnisse bzw. den Kampf um das Buch in die „Wiener Verhältnisse“ eingearbeit und beim „Menschlichen Makel“ wollte ich auch studieren, wie Bestsellerromane gemacht werden.
Und da ist es interessant, daß die amerikanische Politik so direkt einverwoben wird, hier hört man ja immer, daß man das nicht soll. Es ist mir schon beim „Menschlichen Makel“ aufgefallen, da ging es, glaube ich, um die Clinton-Affaire. „Exil Ghost“ spielt 2004, das heißt, der 11. September hat Amerika schon verwundet und im November 2004 wurde George Bush gewählt. Da setzt der Roman an. Nathan Zuckerman, der Autor und Alter Ego Philiph Roths hat inzwischen Prostata-Krebs und braucht Windeln, hat deshalb New York verlassen und sich in ein Haus am Land zurückgezogen, lebt dort mit einem Haushälterpaar und nach dem Tod seines Freundes ziemlich allein, das heißt ohne Computer, Handy und Internet und muß zu Beginn des Buches nach New York zur medizinischen Behandlung. Er quartiert sich in ein Hotel ein und hat mehrere Begegnungen. Man kann auch sagen, er macht eine Reise in die Vergangenheit, trifft alte und auch neue Lieben wieder, bzw. Roth seine früheren Romane, leidet an den hübschen Frauen, die Unterhemden tragen und an der Tatsache, daß ein Inkontinenter und Impotenter nicht mit ihnen kann. Er hat auch eine literarische Vergangenheit, bzw. ein großes Vorbild nämlich einen Autor namens E. I. Lonoff, in den Fünfzigerjahren verstorben, der ihn als junger Autor sehr begeisterte. Im Netz konnte ich finden, das Saul Bellow eines der Modell dafür ist, während Zuckerman also auf seine Untersuchungen wartet, spaziert er in diesen berühmten antiquarischen Buchlanden „Strand“ (Ich war 1997 auch dort) und kauft sich einige Lonoff Bücher, dann sieht er eine Anzeige, wo ein junges Schriftstellerpaar einen Wohnungstausch wünscht, ruft an und lernt Billy Davidoff und Jamie Logan kennen, das ist die Frau auf deren Unterhemd und Busen er begierig schielt und trifft auch noch Lonoffs frühere Gefährtin Amy Bellette im Krankenhaus, die an einem Gehirntumor leidet. Kurz darauf taucht ein Journalist und Freund Jamie Logans Richard Kliman bei Zuckerman auf, der eine Enthüllungs-Biographie über Lonoff schreiben und dazu von ihm Material haben will. Damit beginnt die Reise in die Vergangenheit.
Zuckerman resumiert über sein Leben, das Judendtum, das Schreiben und seine erotischen Affairen, die Zuckerman Themen, wie ich Wikipedia ebenfalls entnahm, resumiert über das Alter, das Schwinden der geistigen und körperlichen Kräfte und nervt mit seitenlangen Beschreibungen seiner schmutzigen Windeln, wie ich den Rezensionen entnahm, seine Leser. Er schreibt auch über seine Vergeßlichkeit und fügt dem Buch seitenlange Dialoge „Er und Sie“ ein, das sind die Fragmente mit denen Zuckerman seine Beziehung zu Jamie und seine Resignation zu bewältigen versucht, bevor er verschwindet.
Auf Englisch wirkt das Buch in einem Zug heruntergeschrieben und man könnte denken, die amerikanischen Autoren lassen nichts aus und korrigieren auch nicht viel. Sie erzählen dir ungeniert von ihrem Leben und die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden finde ich sehr interessant. Auf Englisch habe ich sicher nicht alles verstanden, ein Wörterbuch habe ich mir in die Badewanne nicht mitgenommen, aber zwischendurch immer wieder im Internet nachgelesen und werde das jetzt noch einmal tun, kann man bei Wikepedia ja genau finden, wie „Exit Ghost“ literarisch zu interpretieren ist.
Philip Roth wurde 1933 in New Mark, New Jersey geboren und lebt auf einer Farm in Coenneticut.

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