Literaturgefluester

2011-10-22

GAV-Veranstaltungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:31

Dieses Wochenende wieder GAV-Veranstaltungen. Das heißt die Generalversammlung findet seit einigen Jahren nur mehr Samstags statt und am Freitag gibt es seit zwei jahren wieder einen kulturpolitischen Arbeitskreis. Das ist eine Veranstaltung, die es in den Neunzigerjahren in Salzburg und in Innsbruck gegeben hat, dann für einige Zeit eingeschlafen ist, weil aber bei den Generalversammlungen immer der Wunsch nach einer politischen Diskussion laut wird, hat ihn Ruth Aspöck vor zwei Jahren wieder ins Leben gerufen.
„Kritik und Wünsche an die GAV lautete das Thema und ich habe meinen Wunsch die Jurykriterien zu diskutieren, artikuliert, bin ich ja eine, die sich mit ihren breiten Literaturbegriff bezüglich Ablehnungen schwer tut.
Inzwischen hat die GAV schon an die sechshundertachtzig Mitglieder, zu den GVs kommt ein kleiner Teil, zum kulturpolitischen Arbeitskreis haben sich zehn Mitglieder eingefunden.
Ruth Aspöck hat ein Papier Rolf Schwendters aus den Neunzigerjahren verlesen in dem es um die Unterscheidung zwischen den etablierten Autoren, dem Nebenerwerbsschriftstellern, den Facharbeitern und der literarischen Bohemiene ging. Daran hat sich seither nicht sehr viel verändert.
Danach teilte Ruth Aspöck rosa Kärtchen aus und ließ uns unsere Assoziationen zur Hochkultur, Subkultur und Literatur aufschreiben. Da sind mir zur Subkultur „Rolf Schwendter, Poet-Night, Cafe Amadeus und Wienzeile, das ist eine Literaturzeitschrift“, eingefallen, zur Hochkultur „der Eventcharakter, die Salzburger Festspiele und Anna Netrebko“ und zur Literatur natürlich „gut und wichtig, zu wenig im Orf vertreten, Buch-Wien, Buchpreis, Buchmessen, Rund um die Burg, Preise, Förderungen, Verlage“.
Daraus entwickelte sich eine interessante Diskussion, wie das mit der Hochkultur und den Operbesuchen ist und ob man Bücher, die auf den Bestsellerlisten stehen, lesen soll?

Ich tue es natürlich, aber ich habe einen breiten Geschmack und die GAV hat sich einmal von dem konservativeren PEN abgespaltet und es ist auch eine interessante Frage, was man sich von einem Schriftstellerverein erwartet?
Danach gab es zweistündige Pause, die ich in der Buchhandlung Morawa verbrachte, um mich durch die Mainstraimbücherberge durchzusehen, die es in in diesem Herbst gibt, bis es um sieben mit der Lesung der Mitglieder weiterging, die im Vorjahr aufgenommen wurden.
Das ist, glaube ich, auch eine Idee, Ruth Aspöcks. Als ich 1987 aufgenommen wurde, hat es eine „Neuerscheinungslesung“ gegeben.
Aber die Idee, daß sich die neuen Mitglieder durch eine Lesung vorstellen, ist sicher interessant. Es gibt auch ein Heft mit Textproben, der zwölf Mitglieder, die im vorigen Jahr aufgenommen wurden. Acht davon haben gelesen.
Susanne Ayoub ein Stück aus ihrem „Baghdadroman“, an dem sie gerade arbeitet. Susanne Ayoub kenne ich ja schon sehr lang und habe sie, glaube ich, in der Szene Margareten in der Pannaschgasse kennengelernt und war auch bei Lesungen aus ihrem Roman „Engelsgift“. Aus „Mandragora“ hat sie einmal bei „Rund um die Burg“ gelesen.
Den 1953 in Salzburg geborenen Wolfgang Eibl kannte ich noch nicht, er hat acht Gedichte gelesen und jedes davon zweimal und empfahl beim zweiten Lesen die Augen zuzumachen, damit man sich die Bilder besser vorstellen kann.
Dagmar Fischer kenne ich auch schon länger, habe sie bei der Poet-Night lesen gehört und war auch bei ihrer Lesung bei den Wilden Worten. Ihr Buch „Lyreley“ habe ich auch zu Haus. Und Gertraud Klemm habe ich im Februar bei den Textvorstellungen kennengelernt, als sie ihr Buch „Mutter aus Papier“ vorstellte. Jetzt las sie einen Auszug aus „Herzmilch“, der auch in den Textproben abgedruckt ist. Martin Klaus M. Menzinger und Sabine Nikolay habe ich nicht gekannt, wohl aber Judith Pfeifer, die zehn Gedichte las, die schon in verschiedenen Anthologien abgedruckt sind. Beim Erich Fried Symposium 2009 „laut lauter lyrik“ bediente sie den Textautomaten, so habe ich ein Foto mit einem Text von ihr neben meinem Bücherregal hängen und ihre Gedichte sind auch ähnlich beeindruckend, wie die von der in Buenos Aires geborenen Victoria Slavuski, die in New York und in Paris lebte und jetzt in Wien Dichterin und Kulturjournalistin ist, die in Englisch und in Spanisch zu schreiben scheint und drei Gedichte las, die von Evelyn Holloway übersetzt wurden.
Heute gings zur Generalsversammlung, wo ich in der Alten Schmiede einige Kollegen wieder traf und neue Mitglieder kennenlernte, mit Margot Koller ihr neues Buch tauschte und es ein dichtes Tagesprogramm gab. Die Veranstaltungen für das Jahr 2012 wurden diskutiert und darüber gesprochen, daß man sich von den Kollegen nicht zu zu vielen Lesungen einladen lassen darf, bzw. sich von ihnen keine Veranstaltung organisieren lassen soll.

Meine „Mittleren VI“ sind aber problemlos durchgegangen. Jetzt kann ich die Veranstaltung, die ich diesmal mit mit Patricia Brooks, Elisabeth Chovanec, Dine Petrik und Lale Rodgarcia-Dara, die ich noch fragen muß, zu organisieren beginnen.
Am Nachmittag gabs wieder eine rege Diskussion bezüglich der Neuaufnahmen. Es gibt jetzt klare Regeln, daß die Jury jedes Jahr neu bestimmt werden soll und unter anderen haben wir jetzt Raimund Bahr, Rene Freund, Gabi Kreslehner, Carolina Schutti, Johanna Tschautschner, Peter Paul Wipplinger, Valerie Fritsch, Rudolf Kraus, Manuela Kurt, Helga Pregesbauer, Nathaniel Horowitz und Ka Ruhdorfer als neue Mitglieder. Danach gings zum Abendessen ins Gasthaus Pfudl, wo es Fritattensuppe, Gulasch und Sachertorte gab, bzw. ich mir von den Menuvorschlägen aussuchte und mich sehr intensiv mit Andreas Renoldner, Rudi Lasselsberger, Fritz Widhalm, Ilse Kilic und noch einigen anderen unterhielt, mit Rudi Lasselsberger wieder ein Glas Wein trank und beim Nachhauseweg ein Stück gemeinsam mit Stephan Eibl-Erzberg ging, den ich bei meinem Geburtstagsfest in zwei Wochen gemeisam mit Rudi Lasselsberger und E.A. Richter als Lesende erwarten darf, gegangen, der wieder interessantes zu erzählen hatte und einige Gedichte rezitierte.
Und jetzt ein bißchen schlafen bevor es in den Tierpark Ernstbrunn und dann zum Sladky-Fototreff geht. Die Literatur im Nebel lasse ich, wie jedes Jahr aus.
Hier das Generalversammlungsarchiv 2008, 2009 1 2, 2010 1 2

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2 Kommentare »

  1. finde deinen blog wie immer sehr lesenswert und interessant. merci und alles liebe!

    Kommentar von ilse — 2011-10-31 @ 23:05 | Antwort

  2. fein, ich hab mich auch bemüht keine „Geheimnisse“ auszuflüstern

    Kommentar von jancak — 2011-11-01 @ 09:17 | Antwort


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