Literaturgefluester

2011-10-28

Priessnitz-Preisträger Richard Obermayr

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:52

Der 1970 in Ried im Innkreis geborene Richard Obermayr ist der achtzehnte Reinhard Priessnitz Preisträger und Leser des Literaturgeflüsters wissen, daß ich ihn, den ich öfter mal bei Literaturveranstaltungen treffe, sehr gern zitiere. Ihn und Andrea Winkler mit deren schönen Worten, den Worträuschen und Sprachduschen ohne Plot und Handlung, die realistische Autorin ihre Schwierigkeiten hat.
Woher und wie lange ich Richard Obermayr kenne, habe ich schon beschrieben nachdem ich vorigen März in der Alten Schmiede bei der Präsentation seines zweiten Romans „Das Fenster“ war und ich habe, als ich Arno Schmidts „KAFF auch mare crisium“ gelesen habe, an die Lektüre des „Gefälschten Himmels“ gedacht, wo es mir bezüglich der Lektüre ähnlich ging, obwohl Richard Obermayr lange nicht so unverständlich, wie der große Meister ist. Er hat aber auch keine lineare Handlung, erzählt keine Geschichte sondern rauscht in wunderschönen Worten vor sich hin.
Irgend etwas scheint mich an diesen Worträuschen anzuziehen, vielleicht weil ich denke, man müßte beides verbinden, die realistische Handlung und die Sprachgewalt, so daß es klar war, daß ich in das Literaturhaus und nicht zu der Vorveranstaltung der Literatur im Herbst in die Alte Schmiede gehe, obwohl eine Preisverleihung gab es nicht mehr. Nur mehr die Lesung des Preisträgers, möglicherweise wurde der Laudator und der Blumenstrauße eingespart, aber so wortgewandte Männer interessieren sich wahrscheinlich ohnehin nicht für Blumensträuße und einer der Juroren, nämlich Gustav Ernst war auch da und Michael Hammerschmied der Preisträger von 2009. 2010 war Andrea Winkler die Preisträgerin und daran schließt Richard Obermayr nahtlos an, obwohl er vielleicht doch ein klein wenig realistischer als seine Vorgängerin ist.
Das Literaturhaus war wieder ziemlich leer, als ich eingetroffen bin, ich habe aber Hansjörg Zauner, der 1996 den Priessnitz-Preis bekommen hat, getroffen und mich mit ihm lange unterhalten. Hansjörg Zauner kenne ich ungefähr seit der Zeit, als ich in die GAV gekommen bin, da habe ich ihn im Zusammenhang mit dem fröhlichen Wohnzimmerkreis der Ilse Kilic öfter getroffen und 1996 hat er in einem rosa Overall, wie er mir gleich erzählte, beim Bachmannpreis gelesen. Ich war aber damals ohnehin in Klagenfurt und habe zugehört. Er hat den Lesereigen begonnen und später hat Richard Obermayr, wenn ich mich nicht irre, ein Stück des „Gefälschten Himmels“ gelesen. Ist damit aber nicht sehr aufgefallen. Bei mir aber schon, haben sich bei mir ja die „Worträusche“ eingeprägt und so habe ich mich intensiv mit Hansjörg Zauner unterhalten, der mich auch zu seiner Fotoausstellung einlud, die am vierzehnten November in der Hauptbücherei eröffnet wird, eingeladen hat.
Dann kam Kurt Neumann, was mich ein wenig wunderte, daß er nicht in der Alten Schmiede, bei Laszlo Vegel war, aber wahrscheinlich ist Kurt Neumann auch ein Fan der Sprachgewalt und Gustav Ernst mit Karin Fleischanderl.
Robert Huez eröffnete und der Preisträger saß schon am Podium und las ein paar Szenen aus „Dem Fenster“ in dem es, was ich schon wieder vergessen hatte, um die Vergänglichkeit der Zeit und um eine Familie und einen Schuß, der sich nach hinten löst oder nicht, ging und ich wurde gleich wieder von den Assoziationen eingenebelt, bewunderte die schöne Sprache, suchte nach einer Handlung und versuchte nachzuvollziehen, wie sich Richard Obermayr von einer Assoziation zu nächsten hantelte.
Er las auch sehr überzeugend und ich schrieb einige der schönen Sätze auf.
Bei der zweiten Stelle erklärte Richard Obermayr, daß er darauf bei einer Reise nach Paris gekommen sei, als er sich beweisen wollte, daß er schreiben kann und mit einem Notizbuch herumgezogen ist, da ist ihm eine Bäckerei aufgefallen. So beschrieb er die Verkäuferin, wie sie mit einer Zange das Brioche aus der Auslage holt und er dann an diesem kauend wieder über die Zeit und ihre Vergänglichkeit nachdenkt.
Ein sehr philosophischer Roman. Richard Obermayr las noch einige Stellen, im Anschluß hörte ich ihn zu Robert Huez sagen, daß er eigentlich viel mehr erklären wollte, sich aber dachte, daß er sich nicht selbst zu kommentieren brauchtl und ich habe mich beim Glas Wein, vorher habe ich mir am Büchertisch nochmals den Klappentext durchgelesen, weil ich mich nicht traute, Richard Obermayr nach der Handlung zu fragen, lange mit Wolfgang Helmhart, auch ein experimenteller Dichter aus dem fröhlichen Wohnzimmerpreis über diese Fragen unterhalten, der mir erzählte, daß er, wie Richard Obermayr aus Schwanenstadt kommt und ihn dort öfter am Parkplatz trifft und über Richard Obermayr habe ich gerade ergooglet, daß er 2008 Stipendiat von Halma, dem europäischen Netzwerk literarischer Zentren war und das ist auch der Verein, der das Literature in Flux via Danube Projekt bei dem ich gestern ein Stück die Donau hinaufgefahren bin, mitorganisiert hat.

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