Literaturgefluester

2011-11-10

Erster Buchmessetag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:40

Heute hat also die Buch-Wien vierte Auflage begonnen, wahrscheinlich, schöner, größer, besser, wie der Hauptverband sicher weiß, ich bin jedenfalls ziemlich zerschlagen am Morgen in Richtung Prater marschiert, kleiner Trost, daß ich in der Rotenturmstraße eine genauso zerschlagen wirkende Anna B. traf, die gerade vom Nachtdienst vom AKH nach Hause ging. Die Schulkinder scharten sich schon um den Eingang, als ich die Halle D erreichte, die Pädagogika war gerade am Beginnen, von den Pensionisten mit freien Eintritt war noch nicht viel zu sehen, war es ja erst halb zehn und die Garderobe war mit der Autorenkarte heuer nicht mehr frei. Macht ja nichts, man kann sich ja die Jacke um den Bauch binden und eine Tragetasche gab es bald zusätzlich auch und in der Handtasche, ein paar Stücke von der Pizza, die Alfred gestern nach Hause brachte und ein Stück Kuchen, der noch vom Geburtstag stammt.
Es gibt zwar wieder die Kochbühne mit den Haubenköchen, diesmal ohne Tische und Barhocker, sonst aber das Feinste vom Feinen. Manfred Buchinger von der „Alten Schule“, bekannt durch die Eva Rossmann, kochte Sterz mit Kürbissauce und ein steirischer Koch Lachsforelle mit dreierlei Sorten Erbsen, Grammeln und Backerbsen. Aber das war erst später, vorerst wankte ich ziemlich orientierungslos herum, dachte, was mache ich da den ganzen Tag?, versuchte den Schulkindern auszuweichen, wenn die mit den Blöcken, die sie offensichtlich auszufüllen hatten, an mir vorüberrasten.
Beim ORF-Wagen, wo es leider keinen Gratis-Kaffee mehr gibt, bekamen sie die Bände der Edition Zwei geschenkt, die Renata Serelyte, den Boris Chersonskij, Akos Fodor und die Theodora Dimova, den Akos Fodor habe ich dann auch bekommen, die anderen Bücher hatte ich schon, die Renata Serelyte und den Boris Cheronskij voriges Jahr bei der Bank Austria Literaturgala im Radiokulturhaus bekommen, die Theodora Dimova schon ein bißchen früher und das Buch habe ich dann auch beim Lesezirkel in der Hauptbücherei vorgestellt. Ein bißchen schade zu sehen, wie diese Bücher an Volksschüler verscherbelt werden, für die sie nicht geeignet sind und die sie wahrscheinlich nicht lesen, aber so ist halt der Literaturbetrieb, da mache ich mir nichts vor und Annemarie Türk und ihren Kulturkontakt-Austria sollte ich an diesem Tag noch öfter begegnen.
Vorerst hatte ich noch Schwierigkeiten mit dem Programm und mich bei den verschiedenen Bühnen zurecht zu finden, denn heuer ist alles ein bißchen anders und doch irgendwie gleich.Dann hatte ich auch etwas vor, so wollte ich ja nach Christoph Haacker Ausschau halten, um mir die Neuauflage von Ulrich Bechers „Kurz nach 4″ abzuholen und Gerlinde Tamerl will ich auch kennenlernen. Am Metrostand sah ich, daß sich eine Frau Ingrid Harrers „Wien und die Bücher, Bücher, Bücher“ mitnehmen konnte und ließ es mir auch geben. Leselustfrust hat es besprochen, ein Buch das die literarischen Orte Wien beschreibt, 2010 erschienen und natürlich längst veraltet ist, mich aber trotzdem interessiert.
Bei der ORF Bühne stellte um zehn Ludwig Müller seinen Krimi „Der Paragraphenreiter“, etwas später Susanne Wiegele ihren „Fetzer und die Ordnung der Dinge“ vor, der von einem Borderlinepolizisten am Naschmarkt handelt, einer mit innerer Unruhe, einem großen Herzen, deftiger Sprache und einer Lieblingsdomina, da konnte ich mir natürlich nicht verkneifen, zu fragen, wie ein Borderliner die Aufnahmsprüfung in die Polizeischule schafft?
Ich ging von einer Bühne zur anderen, versäumte bei der Kochbühne den ersten steirischen Durchgang, hörte ein bißchen Anett Krendlsberger zu, die im Literaturcafe aus ihrem Kitab-Buch „Beweislast“ las und etwas später Gerhard Ruis.
Am 3Sat-Stand wurde um vierzehn Uhr Petros Markaris zur Situation in Griechenland befragt und las ein bißchen aus seinen „Faulen Krediten“. Um halb vier war Ruth Aspöck im Literaturcafe mit ihren Tagebuchbuch und brachte ihren ganzen Fanclub mit, Ulli Seliger-Fleischmann, Inge Reisner, eine Frau von der LitGes St. Pölten, die ich immer bei den Osterspaziergängen treffe, Elfriede Haslehner, Hilde Schmölzer, Irene Wondratsch u.u.u.
Walter Baco brachte mir das zweite Tschautschner-Buch, um das ich ihn gebeten habe, Christoph Haacker gab mir den neuen „Becher“ und erzählte mir von dem Nachwort das er dazu geschrieben hat. Da gibt es jetzt viele Seiten Information mit vielen Bildern und die Briefe, über die ich Christoph Haacker im Sommer kennengelernt habe, sind auch erwähnt. Ich werde das Buch kein zweites Mal lesen, sondern eher „Nachtigall will zum Vater fliegen“, das damals auch von der städtischen Bücherei ausgeschieden wurde, auf die Harlander Leseliste setzten, das Nachwort aber auf jeden Fall lesen, denn für mich sind biografischen Angaben in Büchern ja wichtig und in dem Fünfzigerjahre-Buch gibt es so etwas nicht, aber sonst habe ich ja, eine lange Bücherliste und habe heute auch noch ein paar Leute um Bücher angeschnorrt. Jürgen Lagger, wie gewohnt um die FM4 Anthologie, obwohl der heuer, glaube ich gar keinen Messestand mehr hat. Die letzten zwei habe ich immer für die GAV-Neuaufnahmen gebraucht und auch Jochen Jung, mit dem ich beim Empfang der Wirtschaftskammer um dreiviertel sechs im Literaturcafe ins Gespräch gekommen bin, meinen morgendlichen Besuch angesagt. Dann ist sich die Hauptbücherei, um Michael Kumpfmüllers Kafka-Buch zu hören, nicht mehr ausgegangen, aber der tritt morgen auch auf der Messe auf und auch das Konzert zu dem mich Kulturkontakt-Austria eingeladen hat, nachdem ich an einem Gewinnspiel teilgenommen habe, habe ich ausgelassen.

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