Literaturgefluester

2011-12-26

Feiertagsstimmung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:16

Weihnachten ist diesmal ein verlängertes Wochenende, das wir wieder in Harland verbringen. Am Freitagabend sind wir hingefahren und am vierundzwanzigsten bin ich am Vormittag mit meinen neuen Schuhen auf dem Rad in die Stadt gefahren, weil ich in das Promenadecenter zum Uhrengeschäft Dunky mußte, ist ja meine Uhr am vorletzten Sommerfrischentag stehengeblieben, ich dachte es wäre die Batterie und kaufte mir eine, bevor wir zur Silvia fuhren, sie blieb aber wieder stehen, so daß ich mir am Samstag vor dem Volksstimmefest eine neue Uhr kaufte. Zwei Jahre Garantie und die Batterie muß auch ein Jahr halten, nur leider blieb sie im November stehen und ging ab da zurück, so daß ich, als wir das letzte Mal in Harland fuhr, zwischen dem Einlösen der Weihnachtsgutscheine noch einmal zu Dunky fuhr und die Uhr abgab. Jetzt wurde sie ausgetauscht und hält hoffentlich ein bißchen länger und ich habe am Nachmittag weiterzuschreiben versucht. Ging nicht sehr gut, wahrscheinlich weil ich wußte, es ist nur begrenzt, denn um fünf wurden wir ja bei den Eltern beim Christbaum erwartet. Ich habe aber ein paar Zeilen geschrieben, wo die Theresa bei ihrer Dissertation sitzt und von ihrer Nachbarin besucht wird, dann soll sie wieder in die NB gehen und dabei den Albert treffen. So weit bin ich aber nicht gekommen, kam vorher doch die Anna und erzählte mir etwas von ihren Klienten in der Autisten WG, wo sie Betreuerin ist. Dann kam schon das Christkind und hat natürlich ein paar schöne Bücher gebracht, die ich mir gewünscht habe und die ich in Harland so zwischen den Jahren lesen werde. Petrus Markaris „Faule Kredite“ wird wohl noch auf die alte Leseliste kommen, wie es mit dem „Mythos Bachmann“ wird, weiß ich nicht recht, ist das Buch wahrscheinlich nicht leicht und schnell zu lesen, aber sicher interessant. Auf beide Bücher bin ich durch die Buch-Wien gekommen, war Petrus Markaris ja da heuer der Eröffnungsredner und das Bachmann-Buch wurde auch vorgestellt. Auf Gary Shteyngart „true sad love story“ bin ich durch diverse Bücherblogs gekommen, scheint das ja ein ziemliches Kultbuch zu sein und es ist auch eine Zeitlang bei Anna Jeller in der Auslage gestanden, jedenfalls hat es sich die Anna gleich mitgenommen, so daß ich es vorläufig nicht lesen kann. Dafür habe ich von Alfred noch ein Buch bekommen, daß ich nicht erwartet habe, aber sicher ebenso interessant ist, nämlich Dana Gricorceas „Baba Rada – Das Leben ist vergänglich wie die Kopfhaare“ und es wurde ja auf dem Schiff vorgestellt, als wir am Nationalfeiertag von Bratislava nach Wien gefahren sind und den Arche Literaturkalender habe ich auch bekommen. Den bekomme ich jedes Jahr und so habe ich schon eine ganze Kalendersammlung in Wien. Diesmal ist das Thema „Paare“ und ich habe ihn schon durchgeblättert, als wir bei Alfreds Eltern in der Küche saßen und den Fisch gegessen hatten. Da gab es wieder die vom Schwiegervater gebackenen Vanillekipferln, die sehr köstlich sind und von der Anna gab es jede Menge Badesalze und Badeöle, denn ich lese ja hauptsächlich in der Badewanne, das ist auch schon Tradition und ein Badetuch von den Schwiegereltern zu dem Kuvert und den Lindkugeln. Von dem Geld kaufe ich mir natürlich keine Bücher, denn ich habe ja schon genug und jetzt noch einen Bücherkasten auf der Margaretenstraße und da findet sich immer erstaunlich aktuelles. Marlene Streeruwitz, Robert Schindels „Gebürtig“, Paula Köhlmeier „Maramba“ etc, gibt es ja in Margareten viele Bücherblogger und auch sonst offenbar Leute, die gerne Bücher lesen und Marlene Streeruwitz hat im „Standard“ auch einen köstlichen Artikel zu der Situation, der in Folge der Schuldenbremse etc eingesparten Menschen, eine kleine Vorschau, wie es uns in vielleicht zehn bis füfzehn Jahren gehen wird.
Jetzt habe ich aber in Harland Arno Surminskis „Jokehnen“ ausgelesen und überlegt, daß ich, weil wir ja im Sommer in die Baltischen Staaten fahren, wo der Alfred von der Anna, einen Reiseführer bekam, Cornelius Hell, wenn ich ihn bei einer Lesung treffe, fragen könnte, welche Bücher er dafür empfiehlt? Die Renata Serelyte habe ich ja schon gelesen und als Litauen 2002 Gastland in Frankfurt war, waren wir dort und ich habe ein bißchen was mitgebracht, das ich heraussuchen könnte, aber jetzt ist erst das verlängerte Weihnachtswochenende an der Reihe.
Am Christtag Essen bei den Eltern, dann waren wir auf der Rudolfshöhe und in meinen Roman sollte ich auch wieder hineinkommen.
Da herrscht derzeit der Gedanke „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“ und es ist noch vieles ungeordnet. Als ich am Nachmittag zwei Szenen geschrieben habe, war ich wieder sehr unzufrieden und dachte, daß ich keinen Handlungsstrang im Kopf habe und nicht weiß, was ich wirklich will. Die dreißig Seiten, die ich jetzt habe, sind ein Rohgerüst mit all den üblichen Klischees und lange nicht so gut, wie vielleicht die „Mimi“, die ja von JuSophie so abgeurteilt wurde. Ich bin eben ein bißchen ausgeschrieben und als ich die Theresa-Szene so einigermaßen hinbekommen hatte und die Marianne damm am Prager Bahnhof stand, wußte ich nicht weiter, denn es reicht ja nicht, daß der Jan bei seiner Ehrung erfährt, daß Vaclav Havel gestorben ist, was ist Jans Charakter? Keine Ahnung und was will die Marianne bei ihm? Die Theresa wird den Albert näher kennenlernen, aber reicht das für einen Roman und ist das dann soviel anders, wie „Die Absturzgefahr“? Über Prag kann ich nicht viel erzählen und das, was ich über den Jugendstilbahnhof bei Wikipedia fand, half auch nicht weiter. Also wieder so ein Gefühl, daß ich die zweidreißig Seiten besser wegwerfe oder damit an den Start zurückkehre. Gut, ich will ja diesmal länger als sechs Wochen brauchen. Aber ich müßte für die Theresa eine schneidige Handlung finden, irgendwann hatte ich ja eine Idee, wie ich es mit Rosas Freundinnen machen könnte, aber die ist jetzt weit weg und das was in dem grünen Büchlein steht, kann ich nicht mehr lesen. Also zurück an den Start oder mehr über den Jan und seine Motive herausfinden, einen Charakterbogen habe ich schon über ihn angelegt. Vielleicht auch ein eigenes Heftchen und dann in Wien die „Weeping woman“ herausholen und 1977, als die Charta 77 war, habe ich mir beim „Herzog“ so ein kleines Büchlein gekauft, das müßte ich in dem riesigen Regal im Harlander Wohnzimmer finden. Aber gut, ein Roman schreibt sich nicht in sechs Wochen und wenn man immer nur hört „Du kannst es nicht und es wird nie etwas werden, auch wenn du dich noch so sehr bemühst!“, kämpft man auf ziemlich verlorenen Boden, wenn man es trotzdem versucht.

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