Literaturgefluester

2011-12-29

Jahresrückschau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:51

2011 hat zwar noch drei Tage, ich beginne aber schon einmal mit dem Rückblick, das literarisch, wahrscheinlich bedingt durch den Wirtschaftskrisenjammer nicht besonders viel gebracht hat, obwohl ich so aktiv, wie immer gewesen bin und wahrscheinlich noch ein bißchen manischer vor mich hingeschrieben habe.
Das betrifft vor allem das Literaturgeflüster, denn da hat es heuer wirklich fast schon jeden Tag einen Artikel gegeben und meine Urlaubsimpressionen habe ich rückwirkend in die Tage, wo ich noch in Polen war, hineingestellt, aber auch beim eigentlichen Schreiben, habe ich zu Jahresbeginn die „Absturzgefahr“ fertig korrigiert, die dann im Sommer erschienen ist, „Zwillingswelten“ und die „Frau auf der Bank“ geschrieben. „Zwillingsleiden“ ist im November herausgekommen, die „Frau auf der Bank“ liegt noch auf Alfreds Schreibtisch um ein Buch zu werden und ich habe auch schon mit dem nächsten Projekt begonnen. Das die „Wiedergeborene“ heißen könnte, ich schon vierunddreißig Rohseiten habe, sonst aber noch ein bißchen im Dunklen tappe und vielleicht mit der ersten Idee, drei Frauen in einer Wohnung, ein bißchen zu vorschnell losgezogen bin und jetzt schauen muß, ob ich damit zu einem Plot komme, der nicht nur die Wiederholung des vorhergegenen ist.
Trotzdem schreibe ich einmal, merke ich im Jahr 2011 Schreibfortschritte, wieder ein bißchen sicherer bin ich und ein bißchen flüßiger ist es geworden und ich sehe das auch als ein Ergebnis des Literaturgeflüsters, wo ich mein Schreiben permanent reflektiere und der Öffentlichkeit aussetze. Meine Leserschaft nimmt auch leicht zu, die Kommentatoren halten sich, seit der Otto Lambauer verschwunden ist, nach wie vor zurück, ich habe aber in JuSophie, die sich Anfangs des Jahres meldete und mir ein paar sehr konstruktive Kommentare schickte, wieder eine Kritikerin gefunden, die auch die Schwächen meiner Arbeiten sieht, die es natürlich gibt und es ist auch sicher gut, den Spiegel vorgehalten zu bekommen und zu hören „Da mußt du noch aufpassen, sei nicht so schnell, versuche tiefer in deine Personen hineinzukommen und vielleicht nicht zu viel in die Handlung hineinzupacken, sondern das was du hast, genauer ausdifferenzieren!“, so würde ich es mir raten und ich habe auch ein paar treue Leser, die mir immer wieder liebe Kommentare senden, wie den Rudi Lasselsberger, Ruth Aspöck und Margit Koller und dann hat sich auch mit Sara Wipauer eine junge Autorin gemeldet, die ich dann im Cafe Anno kennenlernte und den nächsten Buchtext schreibt. Daß ich vielleicht mehr über Literatur diskutieren will, lebe ich auf Thomas Wollingers Blog „Schreiben“ aus, dem ich fast täglich Kommentare schicke und den ich heuer auch im Cafe Anno kennenlernte und auch ein paar andere interessante Blogreaktionen sind gekommen, so hat sich während ich mit Alfred und seiner Wandergruppe in den Bergen war, der Arco Verleger bei mir geleldet, der meinen Bericht zu „Kurz nach 4“ gelesen hatte und Originalbriefe bei mir vermutete, die ich gar nicht hatte, aber über „Kurz nach 4“ wird es zu diesem Zeitpunkt nicht so viele Rezensionen gegeben habe und da ich ja das Aufbau-Taschenbüchlein mit den Verlegerbriefen 2005 oder so in Leipzig bei Hugendubel gefunden habe, habe ich gleich verknüpft. Ja, Sigi Maron hat meine Besprechung zu „Schmelzwasser“ auch gefunden und der Wieser-Verlag, die zu „Blaubarts Kinder“, was mich freute, daß er sie in sein Verlagsprogramm druckte, denn ich habe mich beim Lesen sehr schwer getan, so überhaupt keine Informationen über das Buch und seine Autorin zu haben. Das hatte ich einmal über Ulrich Becher auch nicht, in der Neuausgabe von „Kurz nach 4“ gibt es aber einen ganzen Informationsblock zum Autor und zur Geschichte des Buches, solche Informationen sind wichtig und werde sie sicher lesen, wenn ich mir, wie ich hoffe, irgendwann 2012, „Nachtigall will zum Vater fliegen“ vornehmen werde.
Ansonsten hat es mit den Publikationen, außer den beiden selbstgemachten Büchern mager ausgesehen. Im neuen „Ohrenschmaus“-Buch „Kann nicht schlafen“ gibt es zwar ein Vorwort von mir. So habe ich auch einmal in der Bibliothek der Provinz publiziert und die Anthologie mit den Texten vom Volksstimmefest 2010 „Abgeschoben Rassismusrepublik Österreich“, in der meine „Kätzin Murana“ drinen ist, ist erschienen, wurde aber nicht mehr, wie die beiden anderen Anthologien von 2008 und 2009 mit einer Extra-Lesung vorgestellt und von der Anthologie der 2011 Texte, wo der Text drinnen wäre, den ich ursprünglich für die Zeitschrift „Landstrich“ geschrieben habe, habe ich auch noch nichts gehört, fürchte aber Christoph Kepplinger und Roman Gutsch sind immer noch sehr beschäftigt.
Auch meine Lesungen sind sehr zurückgegangen, das führe ich ein bißchen auf die Einsparbemühungen bezüglich Schuldenbremse oder auch auf die Mainstreamphilosophie zurück. 2010 habe ich ja relativ viel gelesen. 2011 gab es die „Mittleren“, das Volksstimmefest, die Poet-Night, dann habe ich einmal bei einem Poetry-Slam mitgemacht und einmal im Cafe Kafka gelesen und hatte dann die Lesung im Cafe Amadeus, wo außer mir aber nicht sehr viele Leute waren. Beim Osterspaziergang in St. Pölten war ich und natürlich bei meinem literarischen Geburtstagsfest und das war ein Erfolg und eine sehr schöne Männerlesung.
Und als besondere Kurosität oder Minusschlag habe ich den Wikipedia-Kontrolleur empfunden, der mir zu Zeiten, wo sich jeder seine E-Bücher ganz leicht selber machen kann und das auch sehr beworben wird, meine Digitaldruck Bücher hinausstreichen mußte und eine Unter dem Gürtel Beschimpfung „Und sowas ist Therapeutin!“, gab es in der Spamkiste auch.
So balanciere ich halt immer noch im Abseits herum, leide daran und jammere darüber, interessiere mich nach wie vor sehr viel für Literatur, gehe oft zu Lesungen und war in diesen Jahr bei sehr vielen schönen Veranstaltungen, die ich gar nicht alle aufzählen kann, da müßte man sich durch den Blog zappen, wo es ja fast täglich einen Artikel gibt. Neu sind zwar nicht die Schreibberichte, die ich immer über mein jeweiliges Work in Progress einstelle, aber, daß ich, nachdem sich die Spam-Leserin beschwerte, daß mein Schreiben unverständlich ist, zusammenfasse, verlinke und der jeweiligen Buch-Präsentation voranstelle, so daß man, wenn man will, sich ein bißchen in den Schreibprozess einlesen kann und dann gibt es bis Jahresende wahrscheinlich hundertfünfzehn Buchbesprechungen.
Denn, ich habe, dank der offenen Bücherschränke, mehr gelesen und da gibt es wieder zwei neue, den am Zimmermannplatz intitiert von Frank Gassner, wo ich bei der Eröffnung war und den in Margareten, den ich sozusagen fast vor meiner Haustür habe. Ich halte diese öffentlichen Bücherschränke, die jetzt wie die Schwammerln spriessen für eine sehr gute Idee und ein Geschenk für mich, muß aber aufpassen, mich nicht zu reichlich zu beidenen, denn man muß ja alles unterbringen. So habe ich mir Ende voriges Jahr, als die Bücher schon ein bißchen ungeordnet herumlagen, ein neues Bücherregal gekauft, das sich inzwischen schon ein bißchen gefüllt hat und zu einer eigenen Leseliste bin ich inzwischen auch gekommen, die im Feburar mit einer „Hundert Bücher“- Challenges angefangen hat, dieses Soll habe ich sehr leicht erfüllt, hatte ich die hundert Bücher schon im Sommer fixiert und auch eine andere Bücherliste in den Blogroll gestellt, wo man jetzt immer in mein Leseverhalten leicht einsehen kann und alle Bücher, die ich seit es das Literaturgeflüster gibt, besprochen haben, eingetragen sind.
Inzwischen habe ich hundertdreizehn Bücher in diesem Jahr gelesen und den Frank McCourth sogar in Deutsch und in Englisch, die ersten sechzig Bücher für 2012 schon in Wien ins Badezimmer und in Harland übers Bett gelegt und auch schon Pläne für das übernächste Jahr.
Beim Lesen wird sich in den nächsten Jahren sicher einiges verändern, weil der Kindle das gedruckte Buch verdrängen wird. Das werde ich beobachten, mir, glaube ich, aber keinen Kindle kaufen, sondern sicher weiter greifen fühlen riechen, unterstreichen und glaube, daß ich mit den Bücherschränken, die sich in der nächsten Zeit vielleicht besonders reichlich füllen werden, bis sie sich selbst abschaffen und dem, was sich so ansammelt, locker auskommen kann.
Lieblingsbuch habe ich nach wie vor keines, mich aber wieder quer durch den Krautgarten gelesen, denn ich habe einen offenen Lesegeschmack und in den Bücherschränken auch ein bißchen Chick lit gefunden. Krimis lese ich auch sehr gerne und auch immer wieder etwas Experimentelles, ansonsten bin ich, glaube ich, eine Anhängerin der österreichischen Gegenwartsliteratur und höre, wenn ich dort schon nicht lesen kann, immer eifrig beim Bachmannlesen mit, gehe zum „Rund um die Burg Marathon“, wo ich auch gern lesen würde und das „kurioseste“ Buch das ich heuer gelesen habe, war sicher der Arno Schmidt, da war ich dann auch bei der „Zettels Traum“-Präsentation in der Hauptbücherei und habe Peter Henisch dort getroffen, dessen neues Buch ich ja auch gelesen habe und auch sonst ein paar Rezensionsexemplare, so daß ich schon glaube, auf dem aktuellen Stand der Gegenwartsliteratur zu sein und so freue ich mich schon auf das neue Jahr und die neuen alten Bücher, denn da warten ja schon zwei Geschichten-Bücher auf mich, die ich 2010 von der Buch-Wien nach Hause brachte, aber nicht gelesen habe, weil ich Kurzgeschichten nicht so gerne lese, ein Vorurteil, das ich nicht nur durch die Short-Cuts der heurigen Fried-Tage korrigierte, sondern schon früher ein paar Kurzgeschichtenbände in meine Liste aufgenommen und auch in diesem Jahr z.B. mit „Sommerhaus, später“ gelesen habe, dann werde ich mich durch meine Geburtstagsbücher lesen, bevor es an das geht, was noch zu finden ist.
Und jetzt mit der „Weinenden Frau“ in die Badewanne, um ein bißchen Roman-Recherche zu betreiben und meine Bücherliste noch ein ein bißchen zu verlängern.

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