Literaturgefluester

2011-12-21

Mißerfolge

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:44

Während ich noch nicht dazugekommen bin, die Fallstricke der vorhandenen sechzehn Seiten und zwei Zeilen meines neuesten Romanprojekts aufzulösen, die Stunden und die Diagnostik haben natürlich Vorrang, aber schon ein paar Ideen kommen, ist mir eingefallen, daß mir, als ich von meinem Work in Progress schrieb und was mich dabei hindert, auch erzählen wollte, daß ich 1989, muß das in etwa gewesen sein, ich bin von der Gumpendorferstraße nach Harland gependelt und die Mariahilferstraße war voll von den ungarischen Touristen, die darüber hetzten und große Schachteln mit Computern oder Fernsehgeräten transportierten, von der Wende und der Veränderungen Ungarns am Beispiel eines Dissidenten schreiben wollte. Ich habe mich dazu auch ins Cafe Westend gesetzt und mir ein Buch von Peter Esterhazy für die Recherche bestellt. Viel weiter als zu einer Seite bin ich damals nicht gekommen, weil viel zu wenig Material über das, was ich schreiben wollte. 1989 habe ich auch die „Hierarchien“ geschrieben, wahrscheinlich war ich da mit dem Projekt schon fertig und die Veränderungen in Ungarn und der Fall des eiseren Vorhangs war das nächste was mich interessierte.
Die „Hierarchien“ für die ich damals zweiundvierzig Verlage angeschrieben habe, sind 1990 bei der Edition Wortbrücke des Jack Unterwegers herausgekommen, danach kam es bei mir, da ich nach dem Tod meiner Mutter meinen Vater betreute zu einer Schreibkrise, die einige Jahre andauerte, bei der es auch einige Schreibversuche gab und die die beiden Kinderbücher „Mutter möchte zwanzig Kinder“ und „Lore und Lena“ entstanden und auch die beiden Fachbücher übers Stottern, bei Fischer TB und Orac erschienen.
1996 habe ich dann den „Verrückten Traum der Thea Leitner geschrieben“, wo ich mich schon ein bißchen mit meinem Schreiben auseinandersetzte, ab dann sind die Ideen eigentlich geflossen und ich habe sozusagen am Fließband mich von einer Idee zur nächsten geschrieben. Thematisch waren das meist die Randgruppen, sozial schwache depressive Frauen und natürlich das erfolglose Schreiben in allen seinen Formen.
In den letzten Tagen hatte ich ein paar Mal den Gedanken mit den siebzehn Seiten zu denen ich sehr schnell mit einer Idee gekommen bin, aufzuhören und etwas anderes zu beginnen, etwas das ich das letzte Mal, 1989 tat, als ich mich mit der Idee trug über den ungarischen Kommunismus zu schreiben, obwohl ich damals nur ein paar Mal am Wochenende in Bük und mit dem Alfred ein paar Tage in Budapest gewesen bin.
Die Idee mit dem Prager Dissidenten ist ähnlich, da müßte ich viel recherchieren, um weiterzukommen, obwohl ich mir das heute mehr zutraue, als vor über zwanzig Jahren.
Eine abgebrochene Geschichte von einer Mathilde, habe ich, glaube ich, auch in einem meiner früheren Computer. Und 1983 oder 1984, als ich schon schwanger war, wollte ich die Psychose, die ich während meines Studiums bei einer Freundin miterlebte, aufschreiben. Das ist ähnlich gescheitert, obwohl das dann Thema in den „Hierarchien“ war, ich glaube, die betroffene Protagonistin, heißt auch Theresa und da ist es dann gegangen.
Es gibt eben auch Lernprozesse und man muß manches öfter beginnen oder geduldiger sein und sich mehr Zeit lassen. Eine Schwangerschaft ist sicher kein günstiger Schreibzeitpunkt, obwohl es mich damals dazu getrieben hat, was zu tun, das Gleiche war auch, als die Anna ein paar Monate war, ich noch im Mutterschutz und dachte, jetzt könnte ich, wenn das Kind schläft, eigentlich schreiben, geht aber natürlich nicht. Das war meine erste oder zweite Schreibhemmnisphase und an der Felizitas Fee, fällt mir ein habe ich auch ein paar Versuche und Anfänge gehabt, bis etwas daraus geworden ist.
Es gibt auch ein paar unveröffentlichte Romane, die auf meiner Werkliste stehen, aus denen ich zum Teil auch in der Alten Schmiede gelesen habe. Vorversuche für die „Hierarchien“ würde ich sagen.
Seit den „Wiener Verhältnissen“ und den Möglichkeiten des Digitaldrucks habe ich dann alles veröffentlicht und da auch gesagt „Jetzt erscheint jedes Buch von mir!“
Vielleicht sollte ich mir nach fünfundzwanzig Digitaldruckbüchern jetzt wieder Zeit lassen um den berühmten Schritt weiter zu kommen. Die Sätze „Du mußt nicht schreiben und es muß nicht alles gleich fertig sein!“, sind schon einmal gut. Immer wieder anfangen, wenn etwas nicht gleich gelingt und wenn ich ein paar Tage nicht weiterkomme, ist das vielleicht eine gute Prophylaxe nicht schon wieder in sechs Wochen mit einem Rohkonzept dazustehen, das vielleicht nur die Wiederholung vom vorigen ist.
Manchmal treibt einem auch der Bauch dazu, etwas stehen zu lassen, während der Verstand „Weiter!“, schreit und so habe ich heute ein bißchen herumgetrödelt und mich in den Blog eines Biografieschreibers festgelesen, auf den ich durch Anni Bürkl gekommen bin.
Das war sehr interessant, denn die freiberuflichen Gebrauchsschreiber kämpfen mit den Honoraren und gegen die, die ihr Schreiben zu Dumpingpreisen anbieten. Sie schreiben die Biografien anderer und die sind recht teuer, es war aber auch sehr interessant in die Arbeitsproben hineinzulesen. Denn wenn man die Biografien von achtzigjährigen Herrn und neunzigjährigen Damen schreibt, kommt man in den zweiten Weltkrieg hinein und wenn ich über eine Großmutter schreibe, dann bin ich ja auch da. Eine Neunzig- oder Hundertjährige hat den erlebt und hat vielleicht eine jüdische Freundin versteckt und die Theresa könnte mit den Spuren ihrer Großmutter, während sie sich mit dem arabischen Frühling beschäftigt, ganz locker in Berührung kommen.
Die ersten Jännerliteraturprogramme sind auch schon gekommen. So gibt es im Literaturhaus wieder etwas über „Die Praxis des Schreibens“, nämlich die Präsentation des Symposiumbandes, leider an einem Samstag und die Woche darauf wieder eine Studentinnenlesung im Rahmen der Reihe Lesart der Sprachkunst und Anita C. Schaub, das ist besonders interessant präsentiert im Rahmen der GAV eine Lesung mit allen Sinnen mit Susanne Ayoub, Bettina Balanka, Petra Ganglbauer und Anbdrea Sodomka und ich frage mich, ob ich ein Stück weiterkomme, wenn ich ein halbes Jahr für den nächsten Rohentwurf brauche und wie das mit der Rosa, der Marianne und der Theresa werden wird? Vielleicht hilft es auch den Roman eine Weile in Blogberichten zu reflektieren und sich dann hinzusetzen, um ihn oder etwas ganz anderes zu schreiben.

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2011-12-20

Auch Engel lachen gerne

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:32

Jetzt kommt das Weihnachtsbuch, das ich irgendwann im Sommer, noch schön verpackt im Schutzumschlag, nur wenn man genauer hinsah, merkte man, daß es nicht mehr originalverpackt war, sondern vom Vorleser aufgeschnitten und als Buchhülle benützt wurde, im Bücherschrank gefunden habe, Peter Meissners „Auch Engel lachen gerne“, auf dem ersten Blick habe ich das mit der Petra Meßner, der Assistentin in der Alten Schmiede verwechselt, aber Peter Meissner ist ein in Niederösterreich geborener Autor, Liedermacher und Radiojournalist, der in der Produktinformation, dem Leser zum Erwerb der vierundsechzig heiteren Weihnachtsgeschichten zum Vor und Selberlesen herzlich gratuliert. Denn „Es versetzt Sie in die Lage, bei privaten, geschäftlichen und sogar öffentlichen Weihnachtsfeiern als umjubelter Vortragskünstler aufzutreten.“
Dann gibts noch ein paar Tips, daß man sich nicht mit dem Rücken vor das Buffet aufstellen soll, nicht alles lesen, vielleicht schon vorher ein paar Häppchen reichen, damit die Mägen nicht knurren, dem Chef nicht die Show steheln, etc.
Die Geschichten sind auch in Kategorien gegliedert, wie besonderer Text für „geplagte Eltern, viel beschäftigte Engel, späte Punschstandelbesucher, unzufriedene Übergewichtige etc. Die Lesungsdauer, so zwischen ein bis drei Minuten ist auch dabei vermerkt.
Dann geht es los mit einer Geschichte, die ich schon einmal bei der Weihnachtsfeier der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft und bei einer Poet Night gehört habe, da war ich noch so naiv zu glauben, der Text wäre von den Autoren, aber „Weihnachtsbeleuchtung“ ist offenbar eine beliebte Weihnachtsfeiergeschichte und beginnt damit, daß einer in seinem Garten ein paar elektrische Kerzen auf die Fichte tut, die Nachbarn machen mit und fangen an sich zu übertrumpfen, am Schluß gibts einen Kurzschluß, der erst am siebenundzwanzigsten Dezember behoben werden konnte und es war das schönste Weihnachtsfest seit langem.
Heitere, satirische Geschichten zu allen Weihnachtslebenslagen, ein paar Gedichte sind auch dabei und nicht alle passen unbedingt zu Weihnachten, wie die Geschichte mit den „Verständigungsproblemen“, wo dann ein Gericht Pidguin Deutsch mit dem Angeklagten redet, weil der zufälligerweise sein Hörgerät vergessen hat. Ein paar sind typisch für Niederösterreich gestaltet, zum Beispiel, die von „Nöchrist“, vielleicht wurde sie für eine Weihnachtsfeier beim Landeshauptmann Pröll geschrieben. Buchhandlungen kommen auch ein paar Mal vor und dann wird statt des Buches, ein Briefbeschwerer gekauft oder „Die sieben Weltwunder“ werden solange herumgeschenkt, bis sie dann als Untersetzer für den Christbaum enden. Die Frauen mit dem Übergewicht, die angesichts der vielen Vanillekipferln Diät halten wollen, werden auch ein bisserl verarscht. Meine Lieblingsgeschichte ist wahrscheinlich, die der „Feiertagsidylle“, wo Mutter zuerst in Weißglut gerät, weil die Kinder den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen und eine DVD nach der anderen hineinhauen, nichts hören und nicht reagieren und Papa vor dem Computer sitzt, die Freundin weiß dann Rat, wie man die Familie in die Küche bringt und so setzt sich Mama mit einem Donna Leon Krimi und anderen Weihnachtsbüchern auf das Sofa und läßt den Papa Pizza auftauen.
„Heiliger Abend beim Heurigen“ ist auch ganz lustig und Bauernregeln gibts natürlich auch „Schneits am dreißigsten November ists am nächsten Tag Dezember“ oder „Bleibt im Schnee der Krampus stecken, soll man schaufeln an der Eckn“.
Der „Parkplatzwächter“ bekommt zu Weihnachten von allen Leuten der Firma eine Flasche Wein geschenkt, obwohl er Antialkoholiker ist. Am Ende hat er dreißig Flaschen in seinem Häuschen stehen und die Mitarbeiter munkeln über ihn, daß der ein Säufer ist. So kanns kommen beim schönsten Fest des Jahres, wo alle in Stress und Hektik sind und glauben etwas machen zu müssen, was sie nicht wirklich wollen.
Die Geschichte, wo sich das kleine Kind unterm Sofa versteckt um endlich das Christkind zu sehen, passt da vielleicht gar nicht in soviel Satire und beim „Lehrgang für Nikoläuse“ meldet sich ein echter an und der fliegt natürlich aus dem Lehrgang hinaus, weil er so altmodisch ist, mit dem Krampus aufzutauchen und die Kinder Gedichte aufsagen zu lassen. Beim „Malenden Onkel“ wird es fast genauso böse, wie bei der „Strickliesl“, der erste verschenkt seine Bilder auch nicht nur zu Weihnachten und die Liesl strickt für alle Socken und am Ende ihres Lebens, steckt sie ihr Vermögen in einen häßlich blau-weißen Strumpf, den die Familie natürlich gleich in den Altkleidercontainer wirft, ohne vorher das Testament zu lesen.
Dazu gibts Illustrationen, die nicht näher ausgewiesen werden und ein schönes Umschlagbild mit einem strahlenden Engerl im weißen Federkleidchen. Ja, richtig, wo kommt jetzt der Titel her? Peter Meissner hat auch eine homepage, wo man auf seinen Auftrittskalender kommt, das heißt man kann ihn buchen und wenn man da nachschaut, sieht man, daß er schon viele Bücher geschrieben und viele Platten aufgenommen hat. Es gibt auch einen Fortsetzungsband „Auch Engel lachen gerne weiter“, wenn man schon alle Geschichten durchhat.
Ich bin ja selten auf Weihnachtsfeiern, wo Weihnachtsgeschichten aus Büchern vorgetragen werden, die nicht die eigenen sind, höchstens zu Adventlesungen, war aber früher mit meinen Texten beim Club der logischen Denker eigeladen, da gab es vorher eine Rede vom Herrn Lembacher, der immer von einem Clubmitglied erzählte, daß Tränen in den Augen hatte, weil es nicht mehr zur Wehnachtsfeier kommen konnte. Das hat mich das erste Mal sehr beeindruckt, als er das nächste Jahr zur gleichen Rede den Namen austauschte, empfand ich das eher als negativ und habe das auch in meinem „Adventkalender“ so übernommen, der eine Weihnachtsrettungsgeschichte nach amerikanischer Manier ist, der ursprünglich aus vierundzwanzig Texten für jeden Tag einen entstanden ist, enthalten im „Best of- Eva Jancak-Geschichtenbuch“, da habe ich noch ein paar, könnte es also auch für eine Weihnachtslesung anbieten, bzw. glaube ich, habe ich das damals bei dieser Schreibwerkstattweihnachtsfeier gelesen und darin gibt es auch ein Gedicht, das in der Schreibwerkstatt entstanden ist, daß ich 2009 ins Literaturgeflüster gestellt habe.
Und hier noch ein Weihnachtsbuch.

2011-12-19

Fallen auflösen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 10:45

Ich halte noch immer bei siebzehn Seiten, habe die Seite siebzehn aber bis zweieinhalb Zeilen hinuntergestrichen, als ich am Samstag, bei Kerzenschein vor dem neuen Bücherregal, den Wassili Scharkawili zu einem Albert Taher, koptischen Christen, aus Kairo machte, denn über die arabische Revolution etwas zu schreiben, ist sicher aktueller, als über einen Asylwerber aus Georgien. Vorher war ich beim Lidl einkaufen, bin da natürlich bei „Wortschatz“ vorbei, über den Zwillingsleiden schon wieder berichtet hat. Die herausgefallene Tür ist ihr entgangen, aber die wurde jetzt mit einer extra Sicherung befestigt und den Christbaumverkauf daneben gibt es auch. Man kann die Tür jetzt nicht mehr ganz aufmachen, schreibt Evi, soweit geht es aber, daß ich einen Fund machte, der mir bei meiner Recherchearbeit vielleicht ein wenig helfen kann. Gab es da ja ein Buch aus der Reihe Prague Noir „The Weeping Woman on the Streets of Prague“ und die Marianne reist ja dorthin, weil Jan da in der Karls-Universität ein Ehrendoktorat verliehen bekommt und ich habe in meinen letzten Bericht beklagt, daß das vielleicht etwas schwierig wird, denn ich war, glaube ich, das letzte Mal 1988 in Prag.
Beim Lidl gab es dann auch gleich etwas zu beobachten, nämlich eine eine ältere Frau mit Kopftuch mit vollen Einkaufswagen und etwa zehn Euro zuwenig im Börsel. Die Kassiererin schimpfte, der Securityguard stellte sich schweigend daneben, die Frau verstand nicht und die Verkäuferin schrie unentwegt, „Noch, noch, das gibts doch nicht!“, bis sie dann selber in den Einkaufswagen griff und ein paar Reispackerln hinausbeförderte. Jetzt könnte der Albert Taher bei einer Tante oder Frau wohnen, die keine koptysche Christin ist, nicht lesen und nicht Deutsch kann und mit einem vollen Supermarkt naturgemäß überfordert.
„Dann soll gehen heim, wenn nicht kann Deutsch!“, sagte noch die Kassiererin mit wahrscheinlich ungarischen Akzent. Ich bin das mit meinen Karotten, Parika, Milch und Joghurtbechern auch und dann am Nachmittag an meinem Schreibplatz im Wohnzimmer gesessen. Da habe ich mir zuerst die „Mimi“ durchgelesen, die JuSophie ja so gar nicht gefallen hat und habe ihre Kritikpunkte eigentlich nicht nachvollziehen können, so trivial finde ich es nicht und die Personenführung ist auch dichter, als vielleicht bei „Zwillingswelten“.
Selber kann man das vielleicht nicht so beurteilen natürlich, das weiß ich schon, daß meine Deutschlehrerin in der Straßergasse, die Frau Prof. Friedl, der ich noch immer sehr danke, von den Schularbeiten am begeistertsten war, wo mir der Schlußsatz fehlte und ich dachte „Ein nicht genügend wird es schon nicht werden!“, während es bei denen, die ich sehr gut fand, vielleicht ein befriedigend wurde. Und so ging es mir auch mit meinen Texten, da gibt es einige, wie zum Beispiel „Den Wiederstand beim Zwiebelschneiden“, wo ich mir „Null acht fünfzehn!“, dachte und dann wurde es weitergereicht und weitergereicht und alle waren begeistert, während zu anderen Texten die Reaktionen fehlen. Wie ich ja überhaupt ein bißchen den Eindruck habe, daß die meisten meiner Texte vielleicht nicht so bemerkt werden. Ich kann es nicht verändern oder nur bedingt, in dem ich im Literaturgeflüster über den Schreibprozeß schreibe und das ist zwar riskant, weil man damit Leser anziehen kann, die „Kaum zu glauben, was für Unsinn Sie schreiben, Sie wissen gar nicht, wieviel Schaden Sie damit anrichten!“, kommentieren. Aber das war nur einmal so und hilft ansonsten Klarheit zu finden, denn im Augenblick bin ich noch etwas verwirrt und natürlich, wieder viel zu schnell in die neue Idee hineingesprungen. Die war ja, drei Frauen zu verschiedenen Zeitpunkten in einer Wohnung, interessant und wusch an der Wand, denn wenn ich da von einer Großmutter schreibe, die zuerst eine jüdische Freundin versteckt, dann die, die im Ungarnaufstand aus Budapest flüchtete und die Tochter lernte mit Achtzehn auf der Uni den Dissidenten Jan kennen und die Therese den Vladi, Wassili oder Albert Taher aus Kairo, dann kann das vielleicht interessant sein und auch schon hundertmal beschrieben, aber nun müßte ich, wenn ich es trotzdem noch einmal versuchen will, zum Ausdenken und zum Recherchieren anfangen. Dann schreibe ich los mit der ersten Szene, die Theresa stößt, von der Uni kommend auf eine Demo, trifft dort den bewußten Flüchtling, der inzwischen dreimal seinen Namen geändert hat und dann habe ich beim Schreiben das „Show not tell!“ vergessen und erwähne die Oma mit ihren Freundinnen, die Mutter mit den Jan mehrmals, nehm mir so die Spannung weg und auf Seite siebzehn sitzt die Theresa nach dem Babysitten mit dem gefundenen Tagebuch da und ich tue dasselbe mit den Gedanken „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“
Daß ich da korrigieren sollte, weiß ich schon und habe das am Samstag auch getan. Aber vorher wollte ich noch eine Pause machen und mir die Werwolf-Weihnachtsgeschichte, die es bei literaturcafe.de zum downloaden gibt, anhören. Die, die sich jetzt wundern, ja, das lese oder höre ich sonst eher nicht, aber die Geschichte ist sehr interessant, weil eigentlich ganz einfach gestrickt und dann jongliert sie, wie selbstverständlich mit unrealistischen Tatsachen, nämlich, daß sich ein Mensch in einem Werwolf verwandelt und das noch mit Hilfe von autogenen Training tut.
Dazwischen kamen der Alfred und die Anna vom Almweg zurück, wo sie Äste, die sie abschneiden mußten, wegräumten und ich habe zu der Werwolf-Geschichte korrigiert, soll man nicht, denn da ist die Aufmerksamkeit dann nicht zur Gänze da, aber das Schuldgefühl „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“, so daß ich am Ende eine halbe Seite weniger Text, aber noch keine richtigen Idee fürs Weiterschreiben hatte und als ich dann mit Thomas Wollingers „Archäologin“ in die Badewanne stieg, fand ich auch noch so ziemlich mein ganzes Szenario, den 1956 über die Grenze gekommenen Slowaken, die NS-Zeit, die ja ein Dauerbrenner für viele Romane ist und der Gedanke „Das brauche ich nicht auch noch nochmals schreiben!“, war wieder da. Zwar auch eine Lösung, wie ich die Rosa-Szenen integrieren könnte, indem ich einfach Jahreszahlen vor die Szenen schreibe. Ich weiß aber noch nicht so genau, ob ich das will, denn mir fehlt der Stoff. Obwohl ich ja eigentlich eine Fülle von Ideen habe, aber alles nicht neu und zu wenig konkret. Am Sonntag dachte ich dann, als ich von Vaclav Havels Tod hörte, daß das Marianne und Jan erfahren könnten, während sie an der Moldau spazieren gehen. Die Türkin aus dem Lidl wird zu Alberts Tante und wenn ich das Ganze noch einmal ohne Hintergrundtext durchgehe und die Fallen herausnehmen, die mich am Einsteigen in die Handlung hindern, komme ich vielleicht weiter, Szene für Szene. Am besten lasse ich mich in den Schreibprozess ein und versuche all die Gedanken „Das ist wieder nicht gut genug! Das wird sicher wieder nichts!“, möglichst weg, sondern denke „Du kannst schreiben, denn das hast du das ja schon sehr viel getan und einen Roman schreibt man nicht einer Woche, nimm dir da ein Beispiel an Thomas Wollinger!“, der, was mich sehr freut, inzwischen seinen zweiten Roman beendet hat und in seinen Blog von den Plänen zu seinem nächsten schreibt und das finde ich sehr schön, daß er da offen von den Fallstricken und Hindernissen berichtet, weil man da viel lernen kann und sieht, daß es nicht nur mir so geht.

2011-12-18

Die Archäologin

Filed under: Uncategorized — jancak @ 15:17

Hurra, hurra, das letzte Buch auf meiner Hundertbücherliste, obwohl es dort auf sechsundachtigster Stelle steht, aber darunter stehen dann die Harland-Bücher, ein paar Rezensionsexemplare, die ich vorgezogen habe, das was ich für „Die Frau auf der Bank“ gelesen habe und noch ein paar Urlaubsbücher. So habe ich mich ein bißchen hinaufgelesen, bzw. ab dem Sommer hinunter, denn da habe ich ja, ab dem Henning Mankell, die Bücher stehengelassen und bin in die Sommerfrische gegangen.
Thomas Wollingers „Die Archäologin“ ist aber ein wichtiges Buch, den es hat eine ganz besondere Lesegeschichte. Leselustfrust hat es am 27. Juli 2009 besprochen, zu dieser Zeit habe ich ihren Blog über Anni Bürkls „Schwarztee“ gefunden und mich hineingelesen, auf den Namen Wollinger bin ich aber, glaube ich, erst später aufmerksam geworden. Anni Bürkl hat ihn einmal zitiert und auf seinen Blog hingewiesen und dann war ich einmal in der Alten Schmiede, wo es etwas über die Schreibwerkstatt Langschlag zu hören und ab da bin auf seinen Blog „Schreiben“ gestoßen, den ich inzwischen regelmäßig lese.
Da bin ich, glaube ich, dazugekommen, wie er etwas über die Arbeit an seinen zweiten Roman und etwas von einer herzkranken Angelika schrieb und fragte, ob die eine posttraumatische Belastungsstörung haben soll?
Inzwischen schreibt er immer noch daran in vielen Fassungen und soweit ich es verstanden habe, geht es darin, auch um verschiedene Zeiten und verschiedene Ebenen und so ist das auch bei der „Archäologin“.
Irgendwie war ich mir da ja nicht sicher, ob das ein Krimi ist. Es ist keiner, wenn man Thomas Wollingers Portrait auch auf einer Krimischreiberseite finden kann und ich habe das Buch, glaube ich, im März oder April im offenen Bücherschrank am Brunnenmarkt gefunden, brav gewartet, bis es zum Lesen an die Reihe kam und mich darauf gefreut.
Jetzt habe ich es in zwei Tagen gelesen und kann Thomas Wollinger, der mir einmal mailte, daß er meinen Schreibstil sehr ungewöhnlich findet, das auch als Lob und Kompliment zurückgeben. Denn, ich glaube, das ist seiner auch. Schon einmal seine Art sich solange und beharrlich mit einem Text auseinanderzusetzten ist das. Jetzt weiß ich zwar nicht, wie lange er an „Der Archäologin“ geschrieben hat, die 2004 bei btb erschienen ist, ich nehme aber einmal an, auch sehr lang und sehr gründlich. Dann ist es auch die Form, denn es ist wahrscheinlich eine Genreüberschreitung oder auch ein Thomas Wollinger Genre und noch etwas finde ich sehr interessant, nämlich, daß ein Buch, das am Buchrücken mit „Höchstspannung von einem deutschsprachingen Autor“ beworben wird, Julian Schutting gewidmet ist, „der mir das Schreiben beigebracht hat“.
Also kann man von einem der größten Sprachartisten, den die österreichische Gegenwartsliteratur aufzubieten hat, das Schreiben eines Thrillers lernen. Aber es ist ja keiner, wenn es auch mit einem Leichenfund beginnt und in einem Zeitraum von rund tausend Jahren spielt, viel Psychologie und Zeitgeschichte aufzubieten hat, ein bißchen ins Übersinnliche abgleitet, das sich aber zumindest für mich, durchaus real deuten läßt und natürlich auch nicht am zweiten Weltkrieg, an den Nazigräuel und an den Flüchtlingen, die vom Osten „Der Feind kommt immer von dort!“, schreibt Thomas Wollinger oder einer seiner Negativhelden, über die Grenze dringen und dann mit einem Spaten erschlagen und eingegraben werden, vorbei geht. Das Buch spielt in Kirchwald an der March, dicht an der tschoslowakischen Grenze, ja, denn es beginnt 1981 und endet sechs Jahre später und dorthin fährt am Beginn die Archäologin Erika, weil es dort, möglicherweise (authentische) Grabungen gibt und sie sich damit habilitieren will. Erika stammt auch von dort, hat hier ihre Kindheit verbracht und sich mit ihren „Vater“ zerstritten, der wollte, daß das Mädel einmal den Hof übernimmt, während sie nach Wien und dort studieren wollte. Das hat Erika auch geschafft. Jetzt ist sie Frau Doktor und will mit ihren Ausgrabungen auch Frau Professor werden. Die Umstände, die sie hat, sind aber nicht sehr gut. Denn nur ein paar zweitsemestrige Studenten, die noch nicht viel Ahnung vom Graben haben und Kaiser Franz oder Professor Grohmann, der Institutsvorstand macht es ihr auch nicht gerade leicht, so daß es immer zu Druck und Spannungen kommt, die Erika veranlassen, sich mit dem Messer in den Schenkel zu schlitzen und essen, ja essen, tut sie auch nur einmal am Tag, weil ihr das Alexander Sehmann, doch ein eifriger Student so rät. Aber Erika ist beharrlich und hat in ihrer Sozialisation gelernt mit Ausdauer zum Erfolg zu kommen. So ist sie den Hendln im elterlichen Hof, die sie einfangen sollte, so lange geduldig nachgegangen, bis die ihre Kranft verloren haben und sich von selber in den Stall zurücktrugen ließen. Und so kommt es auch zu einem abenteuerlichen Leichenfund, eine ganze prähistorische Familie wird ausgebraben und mit Hilfe eines etwas anrüchigen Geschichtsprofessors, kann das Kaiser Franz, wie er es vielleicht wollte, nicht vertuschen, so kommt die Wissenschaftsminierin Hertha Firnberg zu Besuch und die sechs Leichen in Naturhistorische Museum.
Danach geht ein bißchen weiter in die Geschichte zurück, nämlich ins Jahr 1945, kurz vor dem Ende der Tragödie, was aber noch nicht alle begriffen haben, so ist der junge Franz Grohmann, ein Musterschüler der nationalsozialistischen Erziehungsanstalt NAPOLA von dort ausgerückt, um in Kirchwald seinen älteren Bruder, einen SS-Mann zu suchen, der auch beim Aufstand im Warschauer Ghetto tätig war. Den trifft er abr nicht, nur einen sterbenden Kameraden und eine alte Frau, die erzählt, daß sie alle ihre Söhne im Krieg verloren hat und die Weinbauern, weigern sich auch, den jungen Soldaten in ihren Keller zu verstecken.
1982 wird weiter gegraben, Kaiser Franz macht das Erika aber schwer und auch die Bevölkerung will ein neues Totenhaus und einem Parkplatz vor der Kirche bauen, genau dort, wo einmal das Fürstenhaus lag und sich die Tragödie der sechs Toten abspielte, denn Erika, höchst sensibel, hat inzwischen so ihre Vorstellungen, was damals wohl passierte und sie indentifiziert sich auch mit der etwa fünfundvierzigjährigen Frauenleiche und ihrem sechzehn Jahre jüngeren Gatten, von dem sie vier Kinder hatte. Erika ist fünfunddreißig und Alexander ebenfalls viel jünger und ein Kind will sie eigentlich auch. Trifft sie doch ihre ehemalige Schulfreundin Maria wieder, die inzwischen drei Kinder hat und ständig Apfelstrudel macht und auch ihren Vater, der seine alte, ebenfalls dauerbackende Haushälterin, heiratet, während Erikas Mutter schon viel früher gestorben ist und wahrscheinlich im Jahr 1945 sowohl von einem Russen vergewaltigt wurde, als auch Kaiser Franz im Weinkeller versteckte, jedenfalls taucht eine alte Frau bei dem Professor auf und erzählt ihm, das sie einmal sein Kind abtreiben sollte. So verschwindet Kaiser Franz und läßt Erika weitergraben und die taucht immer weiter in die Vergangenheit ein, so daß wir zu Szenen aus 1004 vor Christi kommen, wo die Geschichte der Fürstenfamilie, die ihren Wall nicht verteidigen konnte, erzählt wird und Erika sich manchmal in der Identität, der Arlaka genannten Fürstin verliert. Deren jüngerer Ehemann heißt Keichlos und so wird auch der Sohn genannt, den Erika schließlich von Alexander kommt und mit dem sie im letzten Kapitel, 1987, zur Familienfeier ins Weinviertel fährt. Und dazwischen passiert noch viel viel mehr, womit man wahrscheinlich einige Romane füllen könnte. Die Studierbedingungen der Siebzigerjahre werden erzählt, der sexuelle Mibrauch des Herrn Pfarrers, der Erika immer „Sein liebes Kind“ nannte, wird angedeutet, die ewiggestrigen Naziprofessoren, die ihre Burschenschaften hatten und 1980 genau darauf schauten, daß eine Frau so leicht nicht Karriere machte, aber auch die Slowaken, die nach 1945 ihren Grund verloren hatten und mit der Schaufel erschlagen wurden, wenn sie es doch einmal über die Grenze schafften u.u.u.
Am Kirchwalderboden lagern eine Menge Leichen und Thomas Wollinger hat seine Archäogogin ein paar ausgraben lassen. Damit einen spannenden Roman geschaffen, der eigentlich ganz langsam und bedächtig beginnt und in seinem wunderbaren Blog auch ein paar Videos von der Gegend hineingestellt, in dem der Roman spielt und wo er auch geschrieben wurde. Ich, die ich ja sehr eifrig, auf Thomas Wollingers Blog kommentiere und hoffe, ihn damit nicht zu nerven, habe ja schon oft geschrieben, daß ich mir mehr Thomas Wollinger Romane wünsche und auch rate, vielleicht nicht ganz so gründlich zu überarbeiten, dafür aber jedes zweite oder dritte Jahr ein Buch erscheinen zu lassen. Aber ich weiß schon, ich bin viel zu schnell und das ist auch nicht gut.
Also nehme ich mir für meinen Roman mit, daß ich die verschiedenen Zeitebenen auch mit Kapitel, die Jahreszahlen als Überschriften tragen, beginnen lassen könnte und, daß ich meine Theresa eigentlich auch in keine surrealistischen Erlebnisse abgleiten lassen will, aber die sind auch bei Thomas Wollinger nur angedeutet, denn wenn man nichts ißt, sehr viel arbeitet und sich sehr mit einer Sache beschäftigt, kann es schon sein, weil ja der Wunsch der Vater des Gedankens ist, daß man plötzlich auch im zwanzigsten Jahrhundert Gestalten mit Speeren und Fellen vor sich sieht und die alte Schamanin, die in der alten Frau Schmid noch immer leben könnte und am Ende „Weißt du, Erika, das ist schon sehr, sehr lange her!“, sagt, könnte ja ein Zufall sein, auch wenn die Rezensenten begierig darauf aufspringen.
Und ganz so schnell, wie man glaubt, bin ich auch nicht, denn hätte ich das Buch schon gestern ausgelesen und besprochen, hätte ich Thomas Wollinger, der am 17. Dezember 1968 in Wien geboren wurde, zum Geburtstag gratulieren können, so hole ich das einen Tag später nach.
Thomas Wollinger hat außer seinem wunderbaren Blog, in dem er täglich einen Schreibtip gibt, ein Video hineinstellt oder etwas über seine Schreibarbeit erzählt, auch eine Schreibwerkstatt und diese machte im Frühjahr eine Lesung im Cafe Anno, wo ich auch den Autor kennenlernte, seine eigene Lesung im Rahmen der Schreibgruppe GRAUKO, die er gegründet hat, vor einigen Wochen, habe ich leider versäumt. Meine Kritikerin JuSophie habe ich, glaube ich, auch über seinen Blog kennengelernt und Margit Heumann bei der Texthobel-Lesung.

2011-12-17

Work in progess

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:00

Weiter geht es mit einem Werkstattbericht, denn da lassen sich wieder einmal die „bipolaren Depressionstendenzen“, bzw. die Ungeduld und das Losspringen und dann nicht Weiterwissen merken. Eine knappe Woche schreibe ich nun schon daran, beziehungsweise plane ich ein bißchen länger an einem Text, zu dem mir die Idee gekommen ist, als in in einem Blog von einer Philosophiestudentin gelesen hat, die in verschiedene Zustände und Welten abtaucht. Da habe ich mir gedacht, das könnte ich auch versuchen und dann ist mir eine Großmutter, Mutter und Tochter eingefallen, die zu verschiedenen Zeiten in einer Wohnung leben und das Gleiche oder Ähnliches erleben. Dann kam es auch zu dem Arbeitstitel „Die Wiedergeborene“ und die Biografien einer Rosa 1915-2000, einer 1950 geborenen Marianne und der Philosophiestudentin Theresa, die eine Dissertation über Wittgenstein schreibt, waren bald erstellt.
Vorige Woche bin ich dann eher überraschend mit „Der Frau auf der Bank“ fertig geworden, habe ein Krimiwoprkshopbüchlein gelesen, wieder mal geschrieben, daß ich mir diesmal wirklich viel Zeit lassen will und von dort auch die Idee mitgenommen, vielleicht diesmal wirklich die Szenen vorher konzipieren und Spannungsbögen einzubauen, denn es kann schon sein, daß es mir an diesen mangelt, das meine Personen nur anskizziert sind und ich zu schnell fertig werde.
Ich habe mir am Samstag also die „Schneeflockenmethode“ hervorgeholt, bin aber schon auf Stufe zwei steckengeblieben, denn wirklich sagen, wovon das Ganze handelt, außer, daß es um eine Großmutter, Mutter und Tochter geht, die erste in world war II eine jüdische Freundin versteckt und 1956 eine ungarische bei sich wohnen ließ, die Mutter 1968 Jan aus Prag kennenlernte und die Tochter, das mit einem Vladi oder Wassili aus Georgien tut und die noch Aufzeichnungen ihrer Großmutter findet und mit der Mutter streitet, konnte ich nicht sagen. Doch, die Figur einer Nachbarin, die ihrer Kinder zuliebe ihre Gesangskarriere aufgab, diese aber nachholen will, hatte ich auch.
Ich habe es also gelassen und stattdessen Charakterbögen ausgefüllt und je ein Heftchen für die Rosa, die Marianne und die Theresa angelegt und am Sonntag mit der ersten Szene, die schon hatte, zu schreiben begonnen. Die wurde dann ein bißchen anders, denn Theresa hätte eigentlich ja Vladi in ihre Wohnung mitnehmen sollen, es kam aber nur zu einem kurzen Kennenlernen auf einer Demo und der Vladi wurde in Wassili Sarkaschwili umbenannt, weil das besser klingt.
Es kommt dann die Nachbarin und bittet auf die Kinder aufzupassen, während sie in die Oper geht, die Mutter kündigt ihren Besuch an und will auch zum Vater, der wieder in Prag lebt, fahren und Theresa findet alte Fotos und ein Tagebuch der Großmama.
Das ist schon ein Vorgriff auf alles, was ich bisher geschrieben habe. Denn es ging dann wieder sehr flott und schnell dahin. Bei den ersten acht Seiten am Sonntag habe ich noch sehr gestöhnt und auch einiges verändert. Inzwischen sind aber siebzehn Seiten, achttausendfünfundertfünf Worte und fünf Szenen entstanden.
Jetzt sollte Rosa anhand ihres Tagebuches eingeführt werden und ich stocke wieder und habe eigentlich keinen Handlungsfaden, weiß nicht recht, wie ich die Rosa integriere und ob ich das überhaupt soll? Und wenn die Marianne nach Prag fährt, schwimme ich auch ein bißchen, denn ich war schon lange nicht dort und sollte vielleicht mehr rechercieren als nur ein bißchen im Internet die Stadtpläne durchsehen.
Also wieder zurück zum Start und doch versuchen zu einem Spannungsbogen und einer Handlung zu kommen, damit ich mich nicht wieder nach achtzig neunzig Seiten totschreibe und die Figuren an der Oberfläche bleiben. Das sind meine Schwächen, ich weiß, ein bißchen kann ich mein Schreiben schon selbst beurteilen und habe in den Kritiken nachgelesen, daß ich vielleicht zuviel Stoff in meine Geschichten packe und damit nicht weiterkomme. Können Rosas Freundinnen heute noch wirklich interessieren oder sollte ich mich nicht vielleicht primär auf die Theresa und ihre Mutter konzentrieren, die kann vielleicht nach Prag fahren und dort etwas erleben und Theresa ist vielleicht bei einem koptischen Christen, der vor drei Monaten vor den Unruhen in Kairo nach Wien geflüchtet ist, besser aufgehoben und kann sich langsam in eine Beziehung einlassen und sich dabei auch ein bißchen an ihre Großmutter erinnern, aber wiedergeboren wird sie nicht wirklich und bleibt vielleicht besser in der Gegenwart?
Viele Fragen, die sich natürlich in einer Woche nicht beantworten lassen, denn ich will ja diesmal wirklich ein wenig dichter werden, habe ich ja schon genügend Mutter- Töchter-Großmutter-Geschichten. So hat ja „Novembernebel“ 2007 geschrieben ein ähnliches Ausgangszenario, bzw. „Absturzgefahr“ vor einem Jahr geschrieben und weil ich auch immer gern vor dem Schreiben meine Bücher wiederlese, habe ich mir auch „Das Haus“, „Zwillingswelten“ und die „Mimi“ geholt, in letzterer lese ich gerade. „Novembernebel“ und „Wilder Rosenwuchs“, könnte ich mir auch vornehmen und mit dem Notizbuch ein bißchen spazieren gehen oder fahren, um auf Ideen zu kommen.
Also die siebzehn Seiten überarbeiten, aus dem Wassili, einen Albert machen, dann ein bißchen über Prag, Kairo und Wittgenstein recherchieren und vielleicht auch Louise Doughtys „Ein Roman in einem Jahr“ nochmals lesen. Mit der Ungeduld und der Nervösität, die mich zum Schreiben bringt, auch wenn ich noch nicht so wirklich über das was und wie, Bescheid weiß, sollte ich mich auch beschäftigen. Das heißt, immer wieder zurück an den Start und neu anfangen, bis es passt, das könnte ich ein bißchen üben, weil ich da vielleicht noch hänge.
Mal sehen, wie es geht und wie weit ich damit komme. Ein bißchen auf das Neue schauen und versuchen von den Klischees abzukommen, ansonsten, das will ich auch erwähnen, bin ich mit den siebzehn Seiten eigentlich zufrieden, sie ergeben zumindestens ein gutes Ausgangsmaterial.
Sonst ist wieder ein Buch bzw. Büchlein zu mir gekommen. Hat Anna Jeller offenbar für ihre treuen Kunden, wie der Alfred einer ist, kauft er dort doch nicht nur für mich Bücher ein „Grenzgehen – Drei Reden“ von Arno Geiger als Geschenk bekommen und das ist sicher interessant da hineinzuschauen, habe ich Arno Geiger ja 1996 in Klagenfurt erlebt, als er ganz am Angang seiner Karriere war. Die drei Reden beziehen sich auf den Literaturpreis der Konrad Adenauer Stiftung und den Friedrich Hölderlin-Preis, die er 2011 bekommen hat, den Friedrich Hölderlin Förderungspreis hat er schon 2005 bekommen.
Und bezüglich Advent kann ich auf die „Gedanken für den Tag“ von dieser Woche verweisen und diese sehr empfehlen. Erzählt da doch Paulus Hochgatterer unter dem Titel „Und irgendwann zünd ich den Kranz an“, von dem zwölfjährigen Kevin, der wegen seines Namens, wie sein Deutschlehrer sagt, ein Risikofaktor ist und der klaut sich da von Tag zu Tag Kerzen für den Adventkranz zusammen, den es in seiner Familie nicht gibt.

2011-12-16

Zusammen ist man weniger allein

Filed under: Uncategorized — jancak @ 13:59

„Philibert ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht, gerät er in Stottern. Camille, magersüchtig und künstlerisch begabt, arbeitet in einer Putzkolonne, und Franck schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen, Motorräder und seine Großmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat. Vier grundverschiedene Menschen in einer verrückten Pariser Wohngemeinschaft, die sich lieben, streiten und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen“, steht auf der Rückseite von Anna Gavaldas 2005 erschienenen Roman „Zusammen ist man weniger allein“, die Pariser Wohngemeinschaft wird aber in dem fünfundhundertfünfzig Seiten dicken Buch erst allmählich aufgebaut und besteht eigentlich erst im vierten Teil.
Zuerst lernen wir die Großmutter Paulette kennen, die ihre Stürze und die darauffolgenden blauen Flecke vor ihrem Enkel zu verbergen sucht und dann nicht mit ihrer Freundin Yvonne, den verabredeten Supermarktbesuch machen kann und Camillie wird von ihrer Putzfirma offenbar zu einer Gesundenuntersuchung geschickt und muß den untersuchenden Arzt becircen, damit er sie trotz Untergewicht arbeitsfähig schreibt, Camille putzt, wie beschrieben in einem Unternehmen, wo sie die einzige Weiße ist, hat mit ihrer Brigadeleiterin Schwierigkeiten und mit den Herrn in den oberen Etagen, die ihre Büros versaut hinterlassen, so daß sie ihnen ein Brieflein mit einer Zeichnung „Sehr geehrter Herr, Sie sind Schwein!“, hinterlegt, denn Camillie ist eigentlich eine Künstlerin und zeichnet unentwegt. Sie hat auch eine schwierige Mutter, die sie offensichtlich in die Magersucht trieb und dann war auch etwas, daß sie veranlaßt hat, eine Karriere abzubrechen, zu putzen und in einem kalten, ehemaligen Dienstmädchenzimmer auf einer Matratze zu schlafen. Das befindet sich im Hinterhof eines herrschaftlichen Hauses, wo in einer dreihundertquadratmeter Wohnung der stotternde Philibert, aus einer veramten Aristrokratenfamilie mit unzähligen Bildern und Wertgegenständen haust, der die Geschichte in und auswendidg kennt, mit Napoleon sozusagen auf du und du ist, aber vor einem Museum Postkarten verkauft und außerdem eines der Zimmer an Paulettes Enkel vermietete, der dort in seiner Mittagspause schlafen will.
Es ist einiges ein bißchen unlogisch und widersprüchlich in dem Buch, die Handlung wird aber spannend aufgebaut. Es gibt eine Menge Dialoge und packende Szenen, die beispielsweise Camilles Magersucht erklären. Die lernt in dem Haus Philibert kennen und läßt sich eine Glatze scheren, weil sie zu schwach ist, die schäbige Dusche ihres schäbigen Quartiers zu benützenn, in diesem Zustand findet sie Philibert und schleppt sie hinunter in eines der Zimmer seiner großen Wohnung und Franck kocht ein besonderes Süppchen für sie.
Mit unlogisch meine ich beispielsweise, daß Franck, der sich Camille vorsichtig annähert, ihr ihre Intellektualität vorwirft, si ist aber eine Künstlerin, gibt es hier zwischen dem Französischen und dem Deutschen einen Verständnisunterschied, dann fragt aber immer sie ihn nach Dingen, die sie nicht versteht, z.B. was ist ein „mise en place?“. Das könnte vielleicht ein österreichisches Unterschichtkind einen Intellektuellen fragen, weil das ja ein französischer Ausdruck ist.
Franck sorgt sich jedenfalls um Camille und nimmt sie auch zu Sylvester in sein Restaurant zum Aushelfen mit. Dort spritzt sie dann so schöne Gänse auf die Teller, daß Chef und Gäste voll begeistert sind. Mit Paulette, die Frack regelmäßig auf seinem schnellen Motorrad besucht, sie wohnt nicht in Paris, geht es inzwischen bergab, sie läßt Dinge anbrennen und muß in ein Altersheim, ist todunglücklich dort, aber ein besseres kann Franck sich nicht leisten. Philibert verbringt die Weihnachtsferien bei seinen adeligen Eltern und tritt dann in eine Schauspielgruppe ein, die sein Stottern schlagartig zum Verschwinden bringt und Camillie, die ihren schweinischen Herrn umerzogen hat, quartiert einen Drogensüchtigen in ihr ehemaliges Untermietkammerl ein, streitet sich mit Franck, bekommt von seiner Oma Schals mit Löchern geschenkt und fährt einmal mit, als er sie besuchen will. Das bringt sie auf die rettende Idee, Franck und Philibert vorzuschlagen, Paulette in die Wohngemeinschaft aufzunehmen. Sie wird ihre Pflegerin, setzt sie in einen Rollstuhl und fährt sie damit sowohl zum Friseur als auch durch die Museen. Philibert brilliert in einer Theateraufführung und heiratet gleich die junge Dame, die ihn dorthin brachte, was bedeutet, das die Wohngemeinschaft nur noch aus drei Personen besteht bzw. auch nicht mehr, denn den Sommer verbringt Camille mit Paulette in deren Haus und pflegt den Garten. Es geht noch weiter den Berg hinab, Paulette stirbt und vererbt Camille den Garten, so daß die nun Franck bearbeitet muß, nicht nach London, sondern aufs Land zu gehen und dort ein Feinschmeckerlokal aufzumachen.
„Dieser Roman ist wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“ nur noch schöner“, schwärmt Frederic Beigbeder und die Zeitschrift Brigitte meint „Anna Gavalda erzählt so klug, burschikos und witzig, daß die fünfundertfünfzig Seiten viel zu schnell ausgelesen sind und man noch lange nicht von diesem Buch lassen möchte“.
Das habe ich nur teilweise so empfunden, denn wie beschrieben teilweise war es dicht durchkompniert, witzig und sozialkritisch, dann habe ich es wieder unlogisch und widersprüchig empfunden und würde meinen, daß es gekürzt oder überarbeitet gehört, so die Szenen etwa, in denen sich Camille mit der Altenpflege überfordert fühlt und nicht, weiß ob es jetzt gut ist, ob sie Paulette in einen Rollstuhl setzt oder nicht?
Interessant war es aber etwas vom Pariser Leben zu erfahren und extreme Typen und psychosoziale Extremzustände faszinieren mich sowieso.
Anna Gavalda wurde 1970 geboren, auf dem Land aufgewachsen, hat in Paris Literatur studiert und als Französischlehrerin gearbeitet.

2011-12-15

Kurt Neumanns Zweitschriften

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:37

Geballte literarische Prominenz in der Gesellschaft für Literatur: Friederike Mayröcker, Herbert J. Wimmer, Friedrich Achleitner, Peter Rosei, Heinz R. Ungar, Brigitta Falkner, Christine Huber, Ruth Aspöck, Elisabeth Reichert, Wolfgang Helmhart u.u.u.
Kurt Neumann stellte sein neues, bei Sonderzahl erschienes Buch „Zweitschriften“ – Texte, Reden, Aufsätze, Rezensionen, Interviews, vor, in dem ich schon vor einer Woche geblättert habe. Manfred Müller moderierte und führte gleich am Anfang ein Interview, beziehungsweise stellte er Fragen zur Entstehung des Buchs und zu Kurt Neumanns Medizinstudium, hat er das ja abgeschlossen, aber schon vorher in Gmunden Veranstaltungen moderiert, ab 1977 kam die Leitung des literarischen Programms der Alten Schmiede und daneben lange Jahre das eigene Schreiben: Gedichte, einige Bücher und dann die Frage zum Titel des Buchs?
Die Primärtexte beginnen zu fehlen, erläuterte Kurt Neumann, weil keine Zeit dafür seit einigen Jahren, dafür viele Lesungseinleitungen, Laudatios, Gebrauchsliteratur, wie e-mails etc. Die Auswahl der Texte, die fast alle Auftragsarbeiten sind, hat er selbst getroffen und irgendwann auch die Entscheidung sich außerhalb der Alten Schmiede öffentlich zu äußern.
Dann gab es drei Texte, die für mich erstaunlich waren, nämlich erstens eine Rede zur Gründung einer literarischen Akademie im Forum Stadtpark, die überhaupt nicht das enthielt, was man sich von einer solchen erwartet, nämlich „Literatur ist wichtig!“, so würde ich es höchstwahrscheinlich formulieren, sondern eine Reihe von Zitaten von Julien Green, über Waldmüller zu Milena Jesenka und deren Brief aus dem Jahr 1938, daß wir alle so tun als ob, während wir am Abgrund tanzen, geht wahrlich unter die Haut. Ich habe in dem Buch von Annemarie Selinko vor kurzem etwas Ähnliches gefunden, was das mit der Gründung einer literarischen Akademie zu tun hat, scheint auf dem ersten Blick nicht ganz klar, auf dem zweiten fällt die starke Ironie, Spott und Sarkasmus auf und das fand sich auch beim zweiten Text, den Kurt Neumann, wie er anmerkte, 1998 anläßlich der österreichischen EU-Präsidentschaft für ein sogenanntes Jubelbuch des damaligen Redisdenzverlages geschrieben hat und er Jochen Jung noch immer danke, daß er den Text genommen hat. Es gibt darin auch eine Menge von Zitaten, die, wie Kurt Neumann später erklärte, unter anderen aus Kafkas „Prozeß“ stammen. Er klopfte dazu immer mit den Fingern, um sie erkenntlich zu machen und dann ging es los mit der geballten EU-Kritik, die einer, da wir ja mit der Eu offenbar gerade einem Abgrund entgegenschleudern, nur zum Schaudern bringt. Die Ironie des dritten Textes war dann etwas leiser und mehr Literaturbezogener.
Ein Streitgespräch zwischen K und N, ob die Alten oder die Jungen recht haben und was besser ist, um zur Literatur hinüberzugehen und die Frage zu klären, was ein erfolloser Schriftsteller ist, beziehungsweise die junge Anpassungsliteratur anzuprangern die Konsumententauglich zu sein hat und Krimis, wie vom Fließband schreibt und die Poetry Slam Kultur entwickelte, die, wie Kurt Neumann meinte von den Stehgreifreden und der Fastnachttradition kommt.
Danach gab es ein langes Gespräch mit vielen Fragen von Manfred Müller, über den Poetry Slam wurde auch diskutiert, wobei Wolfgang Helmhart auf den amerikanischen Einfluß hinwies und ich denke ja auch immer, daß der Poetry Slam zum Teil sehr politisch ist, wenn er auch Publikumswirksam ist und mit dem Konkurrenzcharakter spielt.
Die politisch ironisch distanzierten Kurt Neumann-Texte, der sehr intellektuell zu sein scheint, waren sehr beeindruckend und es wird spannend sein, ob er in der Pension in die Sprache und in die Primärliteratur zurückfindet? Nachher bin ich ein Stück mit Ruth Aspöck zurückgegangen, die inzwischen ihre Grillparzer-Reisen in Stuttgart abgeschlossen hat, jetzt das Buch schreiben wird und ihre „Langweilige Blindschleiche“ im Jänner in der Alten Schmiede vorstellt.
Zu Kurt Neumann ist noch anzumerken, daß er 1950 geboren wurde und etwas zu verlinken gibt es auch.

2011-12-14

xxxxxxxx-small

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:42
Freibord und Herbstpresse

Freibord und Herbstpresse

Fritz Widhalm

Fritz Widhalm

Nach dem Adventrundgang folgt die fröhliche Kleinverlagsschow im Amerlinghaus, bzw. mein Bericht davon, denn xxxxxxxxx-small hat schon am Montag begonnen und da war ich auch kurz im Amerlinghaus bzw. dort am Klo, hörte es aus der Galerie klatschen, sah Fritz Widhalm am Lesungstisch, der eigentlich erst am Dienstag im Programm stand, am Montag hätte Günter Vallaster mit Nikolaus Scheibner, Ilse Kilic und Gerhard Jaschke lesen sollen, sie haben aber getauscht. Die Bücherschau der glorreichen sieben, hat um ein x zugenommen. Aber Ralph Klever war schon im Vorjahr da und hat glaube ich schon vor Jahren, als er noch bei Ritter war, Punsch ausgeschenkt. Jetzt stellte er mit dem fröhlichen wohnzimmer, der edition ch, der edition exil, der edition farnblüte, der edition zzoo, freibord und der herbstpresse, die es irgendwie noch immer zu geben scheint, seine Bücher aus und da gibt es ja einige Gustostücke, so erscheinen ja Robert Prossers Bücher dort und Daniel Wissers „Stadby“, der hat auch ein Ritter-Buch und daraus habe ich ihn vor Jahren einmal im Amerlinghaus bei einer Ilse Kilic Veranstaltung lesen gehört.

Eva Jancak, Christian Katt

Eva Jancak, Christian Katt

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Zuerst war es ziemlich leer in der Amerlinghaus-Galerie, dann füllte sich der Saal allmählich mit den Fans der konkreten Literatur, Fritz Widhalm führte wieder durchs Programm und Günter Vallaster präsentierte, den in der edition ch erschienenen Sammelband „Paragramme“ und las das Vorwort und seinen Text daraus. Paragramme entstehen, wenn in einem Text etwas verändert wird, erklärte mir Günter Vallaster und in der Anthologie ist auch das who is who der experimentellen Szene enthalten, also Armin Baumgartner, Marietta Böning, Petra Ganglbauer, Thomas Havlik, Wolgang Helmhart, Regina Hilber, Christine Huber, Gerhard Jaschke, Christian Katt, Ilse Kilic, Magdalena Knapp-Menzel, Manuela Kurt, Sophie Reyer, Gerhard Rühm, Birgit Schwaner, Lisa Spalt, Günter Vallaster, Fritz Widhalm, Daniel Wisser und Irene Wondratsch enthalten, um nur die, die ich kenne, aufzuzählen.
Christian Katts edition farnblüte ist auch interessant, denn der Titel bezieht sich, glaube ich, auf ein Gedicht des 2001 verstorbenen Christian Loidls und besteht nur aus Loidl Büchern, die zum Teil aus der Edition Selene übernommen und umbenannt wurden.
„Pupille“ habe ich mir einmal um einen Euro oder um zehn Schilling, beim damals noch existierenden Amadeus in der unteren Mariahilferstraße gekauft. Jetzt las Christian Katt das Gedicht „Kopf“ von Christian Loidl und wies auf ein Projekt der Schule für Dichtung hin, wo man aus diesem Gedicht offenbar auch ein Paragramm machen, bzw. es weiterdichten kann.

Wolfgang Bleier

Wolfgang Bleier

Babl Raketa & Andreas Leikauf

Babl Raketa & Andreas Leikauf

Dann kamen noch Christian Katt Gedichte, der meinte, im letzten Jahr gerügt worden zu sein, weil er nichts Eigenes gelesen hätte und vom Klever-Verlag stellte Wolfgang Bleier seinen Band „Die Arbeitskräfte“ vor, wo, wie Emily Walton im Katalog schreibt „Die täglichen Phänomene der Arbeitswelt literarisch aufgearbeitet werden und starke neue Wortkreationen, das Leseerlebnis intensivieren.“
Diesen Autor kannte ich bisher nicht, wohl aber Andy Leikauf aus früheren xx-smalls, da er die Musikbegleitung zu Werner Herbsts Texten machte. Diesmal brachte er zweimal Werner Herbst und anderes mit Babl Raketa, die ein Baby bei sich hatte, das mit einem anderen kleinen Kind während der Veranstaltung schlief und sich von der Musik nicht irritieren ließ. Nachher gabs Gespräche und die Büchertische und so habe ich jetzt auch noch den Comic übers Älterwerden von Ilse Kilic und Fritz Widhalm „Du siehst ja richtig gut aus“.
Am Mittwoch geht es um zwanzig Uhr weiter mit der Edition Exil und da werden, glaube ich Susanne Gregor, Grzegorz Kielawski und Sina Tahayori lesen.
Und hier ein Blick in xx-small von 2008, 2009 und 2010

2011-12-13

Alles Gute – ein Umgang

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06

Wieder einmal Adventwandern durch den siebenten Bezirk, ein liebgewordener Rundgang, den ich nun schon seit einiger Zeit regelmäßig einplane, die Alternative zum Punschtrinken und Weihnachtshorror, wie Bezirksvorsteher Blimlinger, der in der Hauptbücherei eröffnete, launig anmerkte, da denke ich zwar erstens Weihnachtshorror muß nicht sein und zweitens sind die Einkaufsparadiese Mariahilferstraße und Spittelberg auch im siebenten Bezirk, die erstere wenigstens zum Teil und Punsch gibt es bei dem kulturellen Rundgang auch zu trinken. Diesmal hat es wieder in der Hauptbücherei begonnen, was mir irgendwie auch sympathischer ist. Da gab es erstens vorher die Ausstellung der schönsten Bücher zu bewundern, meine Kurzzeitkritikerin JuSophie hat mich einmal darauf aufmerksam gemacht, daß man da einreichen kann, ich habs mit der Mimi, was ja auch ein schönes Buch ist, nicht getan und so nur die Resultate bewundert. Das Buch „Seitenweise“ war darunter und viele andere, wie zum Beispiel der Ernst-Jandl-Katalog von der Ausstellung vom letzten Jahr. Dann ging es schon los und zwar mit der bewährten Musikgruppe Trio Catapult mit Georg Graf, Joe Pinkl und Peter Rosmanith, die gleich mit einer „Schneesand“ genannten Performance begannen. Helge Hinteregger moderierte wieder, das heißt er schrie „Fürchtet euch nicht, es geht zur Kultur!“, zumindest anfangs durch das Megofon und Silvia Bartl, die das Ganze wieder organisierte, sagte mir, daß sie jetzt für eine medizinische Organisation Veranstaltungen organisert und den literarischen Rundgang das letzte Mal macht, Mal sehen wie es weitergeht, wäre schade, wenn es sich das auch verändert, aber erst einmal ging es wie gewohnt vorstatten.
Zur Wiederholung für die die es noch nicht wissen. Da geht man von fünf bis zehn die kulturellen Veranstaltungsorte des siebenten Bezirkes ab, es gibt ein halbstündiges Kulturprogramm und im Anschluß Kekse, was zum Trinken, gelegentlich auch Würstl oder Semmeln mit Aufstrich. Der Rundgang wird auch immer beliebter, das heißt es nehmen von Jahr zu Jahr immer mehr Leute daran teil. So gab es auch eine Menge Gespräche, aber viele der Leute habe ich nicht gekannt und denke sie gehören nicht zum üblichen Literaturpublikum. Es ging weiter zum Theater Spielraum in der Kaiserstraße, da gab es diesmal ein Puppenspiel mit dem Knopfmacher und der Stille. Die Stille war überhaupt ein Thema das noch öfter kommen sollte. Das nächste war aber eine Galerie in der Westbahnstraße und die zeigte Bilder von Helmut Swoboda „Das Große hinter dem Sichtbaren“, das heißt auf dem ersten Blick scheint es, es wären graue Farbflächen, sie tragen aber Titel, wie Dachstein oder Gosausee und wurden zum Teil dort auch skizziert.
Im Literaturhaus gab es einen Bekannten, nämlich Bernhard Strobel mit einer Weihnachtsgeschichte aus „Nichts nichts“, die sehr beeindruckend war, auch wenn sie nicht ganz gelesen wurde. Ein alter Mann, depressiv und grantig, kauft sich einen Christbaum, läßt ihn aber stehen, weil er ihn nicht mehr tragen kann, dann blickt er ein bißchen durch die Fenster zu den Weihnachtsfeiern der anderen Hausbewohner und beobachtet ihren Streit, er will an einer Tankstelle was trinken, rutscht aus, prellt sich die Schulter und trifft in der Ambulanz einen Schulkollegen und ehemaligen Zahnarzt, scharf beobachtet, das Elend der Welt von einem sehr jungen Mann. In der Medienwerkstatt ging es wieder um die Stille. Es wurde dabei ein Portrait des Filmemachers Michael Pilz gezeigt, den ich einmal in St. Pölten kennenlernte und der auch den Marianne Fritz Film gedreht hat. Im 7Stern, dem Lokal der KPÖ sangen die rostigen Edelweiß Weihnachtsjodler, was mich ein wenig wunderte, aber interessant war. In der Fleischerei erinnerte Eva Brenner an Peter Kreisky, der immer dort war und erzählte, daß sie den Spielort aufeben muß, weil die Subventionen sehr gestrichen wurden, ich glaube, sie hat schon im letzten Jahr soetwas angedeutet. Es gab dann ein paar Szenen aus dem Jelinek Stück „Die Kontrakte des Kaufmanns“, dann ging es weiter zu einem neuen Ort, nämlich einer Freilichttheateraufführung vor der St. Ulrichs-Kirche. Mica war wieder bekannt, da gab es dann die Würstl und ein Musikprogramm, von dem ich nicht sehr viel mitbekommen habe, weil ich ganz hinten gestanden bin, dafür war aber der Punsch sehr süß und gut. Und am Schluß gab es wieder zwei Stationen im Museumsquartier, nämlich eine Ausstellung über den australischen Architekten Glenn Murcutt im Architekturzentrum und dann noch eine Performance im Tanzquartier.
Dazwischen kam ich natürlich bei den Bücherschränken vorbei und da gab es in der Westbahnstraße ein ganz besonderes Schmankerl, nämlich Agnes Suppers „Die Familie Pfäffling“ aus dem Jahr 1943. „Kriegsweihnacht 1944 von deiner Großmutter“ hat jemand hineingeschrieben und Agnes Supper ist, glaube ich, auch die Großmutter von Hilde Langthaler und Mutter von Theodor Supper, dessen „Kettenreaktion Kontra“ ich gelesen und nicht verstanden habe. Und da noch „Eine deutsche Wintergeschichte“ als Untertitel steht, werde ich mich bemühen, das Buch, das 1906 geschrieben wurde, als zweites Weihnachtsbuch noch heuer zu lesen und im Wortschatz am Margaretenplatz lag das „Glasperlenspiel“, das wollte ich aber nicht durch den ganzen siebenten Bezirk schleppen, als ich am Heimweg dann doch danach schauen wollte, fiel mir gleich die Tür entgegen.
Und zum eigenen Schreiben ist zu sagen, daß ich „Die Wiedergeborenen“ schon begonnen habe. Die erste Szene, acht Seiten sind geschrieben. Jetzt wird es zu Marianne nach Salzburg gehen und die Stimme der Großmutter Rosa kommt aus einem Tagebuch, das Theresa im Kabinett findet.
Und hier das Archiv 2008, 2009, 2010

2011-12-12

Neubeginn

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:02

Am Donnerstag bin ich für mich ganz überraschend mit dem Korrigieren fertiggeworden. Nein, das Buch gibt es noch nicht zu lesen, das Manuskript kommt jetzt zum Alfred, der ein solches daraus macht. Die Bank im Rathauspark ließe sich jetzt vielleicht fotografieren. Alfred meint aber, daß das in Zeiten des Christkindlmarkts keine so gute Idee ist, denn „Die Frau auf der Bank“ spielt ja im Oktober, wenn wir aber zuwarten, kommt vielleicht der Schnee, dann passt es auch nicht und im März oder so könnte das Buch schon fertig sein…
Auf jeden Fall gibt es aber schon Gedanken für die nächste Arbeit, die sind hier ja schon ein paar Mal aufgeschrieben, auch wenn sie inzwischen noch nicht viel konkreter wurden.
Am Donnerstag war jedenfalls ein Feiertag und ich ein bißchen verkühlt, da habe ich das „Mörderische Wochenende“ vorgezogen und war ganz überrascht von dem Buch bzw. erstaunt zu erfahren, wie konkret ein Wochenendkrimiworkshop sein kann, daß da in der Gruppe halbe oder sogar ganze Romane angedacht, bzw ausgeschrieben werden können.
Ich bin ja nicht so sehr ein Krimischreibetyp, aber die Idee des vorher Auskonzipierens, hat für eine Vielschreiberin schon etwas an sich, denn es könnte ja sein, daß es mir an der Handlung fehlt und das so bleibt, wenn ich mit der ersten vagen Idee gleich fröhlich losstolpere und wenn dann die Ideen ausbleiben, mich um das Recherchieren, Tieferwerden, die harte Arbeit eben, die den Roman erst zu einem solchen macht, herumdrücke. Meine Kritiker deuten manchmal so etwas an. Also wäre es eine schöne Idee zu versuchen, aus dem vorhandenen Einfall ein Romangerüst zu machen und zu schauen, wie weit ich damit komme, ich muß mich ja nicht daran halten, vielleicht hilft es aber.
Für den Freitag hatte ich eine Einladung der Regina Alfery, einer lieben Psychologenkollegin, die in einem Geriatriezentrum arbeitet, malt und in letzter Zeit auch komponiert, die mich immer zu ihren Ausstellungen einlädt und jetzt auch in ein Konzert in die Alte Schmiede, denn die hat ein sehr tolles Musikprogramm, das ich mir vorsichtshalber nie sehr genau anschaue, denn es gibt ja schon genügend Literaturveranstaltungen. Am Freitag hat es aber gepasst, wieder einmal in einem anderen Rahmen in der Alten Schmiede aufzutauchen, ich habe außer der Regina niemanden gekannt, obwohl mir Ruth Aspöck einmal sagte, daß sie gerne dort hingeht, weil es die tollsten Konzerte zu freien Eintritt gibt.
Auf den Weg in die Alte Schmiede nehme ich mir meistens die Gratiszeitungen, falls es die am Karlsplatz noch gibt, mit und in einer solchen stand im Horoskop auch richtig „Ich soll mich an meine neue Arbeiten machen, aber aufpassen, denn die anderen können es vielleicht besser als ich!“
Wusch, stimmt vielleicht, wenn man es auf der Erfolgsseite betrachtet, aber nicht unterkriegen lassen, denn solche Ideen hindern nur, wie die Psychologin weiß, dann kam ich nach Hause und hatte einen Kommentar des lieben Rudis, der mich mahnte, daß ich bei dem Artikel über sein neues Buch schon wieder einen Buchstaben vergessen habe. Das passiert mir manchmal bei seinem Namen, da habe ich diesmal zwar aufgepasst. Daß ich aber vielleicht nicht so schludderig schnell sein sollte, ist schon klar und ich nehme es mit in die neue Bucharbeit.
Der Samstag begann mit dem Zuendelesen eines Buches in der Badewanne, das auch zum Thema passt. Denn Wolfgang Herrndorf ist Mitglied der Zentralen Intelligenz Agentur und das sind ja die, die ihre Bücher genau nach dem Publikumsgeschmack konzipieren und beim Bachmannpreis gewinnen.
Apropos Bücher, da brauche ich mir bezüglich meiner Lesungslisten keine Sorgen machen, denn auf der Hunderbücherliste fehlen nur mehr die Anna Gavalda und der Thomas Wollinger und der Badezimmerstoß ist entsprechend zusammengeschrumpft. Also war ich auch da vorsorgend und habe von den sechzig Stück, die ich im nächsten Jahr lesen will, die, die sich in Wien befinden, ins Badezimmer geschleppt und da jetzt wieder zwei hohe Stöße. Es sind schöne neue oder auch ältere Bücher, die sich da angesammelt haben und weil ich so schnell bin, wird sich wahrscheinlich der Gedichtband, den ich kürzlich bei Fix-Poetry gewonnen habe, auch noch in diesem Jahr ausgehen. Ich will mich ja auch ein bißchen mit Gedichten beschäftigen und da ist das wöchentliche Gewinnspiel von Fix Poetry, an dem ich regelmäßig teilnehme, ein wahrer Segen. Vier oder fünf Bücher habe ich in diesem Jahr gewonnen und nur den „Beyoglu Blues“ gelesen. Die anderen stehen noch auf meiner Liste, ein ganz dickes Buch ist auch dabei. Danach hat sich das Schreibvorbereitungsritual vor dem Beginn eines neuen Textes zum Friseur zu gehen, fast von selbst ergeben. Ein eher ruhiger Spaziergang durch den Weihnachtssamstag am offenen Bücherschrank Margaretens, in dem es diesmal Melitta Brezniks Erzählband „Figuren“ ein Buch, das genauso, wie das der Manuela Kurt heißt, aber sicher einen anderen Inhalt hat, gab, vorbei. Evi von Zwillingsleiden, die inzwischen in den fünften Bezirk gezogen ist, hat den offenen Bücherschrank entdeckt, beschreibt bzw. fotografiert regelmäßig seinen Inhalt und stellt die Fotos in ihren Blog.
Beim Friseur auf der Reinprechtsdorferstraße trugen die Friseurinnen Weihnachtsmützen und als ich zurückkam geriet ich vor den brennenden Kerzen des Adventkranzes gleich in die erste Krise. Die Mappe mit den Kritiken, die ich mir regelmäßig vor dem Neubeginn heraushole, um nachzusehen, wo ich aufpassen muß, hatte ich mir schon am Freitag durchgelesen und auch einen Teil meiner Schreibberichte im Literaturgeflüster. Da finde ich die möglichen Schwachstellen genau aufgelistet. Jetzt war die Idee ein Konzept aufzustellen und dazu eignet sich die „Schneeflockenmethode“, die es bei schriftsteller-werden.de zu finden gibt, sehr gut. Nur habe ich leider die entsprechenden Mappen nicht gefunden. Die Mappe mit dem Louise Doughty Buch war dagegen leichter zu finden und die Nervosität, der Druck und der Gedanke „Du kannst es nicht“ war schon wieder da. Als ich dann in mein grünes Buch geschaut habe, wo die Ideen der letzten drei Bücher aufnotiert sind, war ich gleich wieder blockiert und habe mir gedacht, mit der Idee einer Philosophiestudentin, die im Kabinett ein paar Schachteln alter Fotos findet, kannst du keinen Roman schreiben und wie ist das jetzt mit der Mutter und der Großmutter?
Es sind drei Romane bzw. drei voneinander unabhängige Geschichten und meine Kunst, das im Laufe der Zeit so miteinander zu verweben, das etwas Neues daraus wird.
Wie, das weiß ich noch nicht genau, denn ich habe mir die „Schneeflockenmethode“ zwar wieder durchgelesen, bin aber schon bei dem ersten Satz, wo man sich den Inhalt aufschreiben soll, steckengeblieben. Zwar weiß ich jetzt, daß Katharina über Wittgenstein dissertieren könnte und, daß der Vladi aus Tiflis ein Geiger sein könnte, ist mir während des Konzertes in der Alten Schmiede auch eingefallen. Daß die erste Szene, die ist, wo Vladi einzieht und Katharina die Schachtel in die Küche stellt, wußte ich schon. So weit ganz klar und noch nicht geschrieben. Danach muß ich wahrscheinlich drei Romane planen und kann dafür im Sinne der Schneeflockenmethode ein Konzept erstellen, wenn ich das schaffe und will. Die Marianne, 1950 geboren, wohnt inzwischen in Salzburg, 1950 muß sein, denn sie hat ja 1968 als Studentin Jan aus Prag kennengelernt, als der nach Wien flüchten mußte, 1982 oder 1983 hat sie Katharina geboren, Jan ist wahrscheinlich nicht der Vater. Mutter Großmutter und Tochter haben zusammen in derselben Wohnung gewohnt, Rosa ist 2000 gestorben, da ist Marianne, die Journalistin ist, nach Salzburg umgezogen, wo sie mit Jan, der inzwischen vielleicht wieder in Prag lebt, eine Fernbeziehung haben kann. Da passt das Geburtsdatum 1982 besser zur Katharina, denn die bleibt alleine in der Wohnung und beginnt Philosophie zu studieren und Rosa hat 1938 oder 1942 ihre jüdische Freundin Hannah ein paar Jahre einquartiert und 1956 ist Esther, eine andere Freundin aus Budapest gekommen und hat eine Weile bei Rosa und ihrer kleinen Tochter gelebt. Daraus lassen sich schon drei Geschichten machen, einen Konflikt zwischen Mutter und Tocher könnte es jeweils auch geben und wie sich das mit den in die verschiedenen Zeiten schwenken und den Wiedergeburten vereinen läßt, weiß ich nicht und ist die große Kunst, in die es in den Weihnachtsferien, bzw. im nächsten Jahr gehen könnte.
Gutes Gelingen wünsche ich mir. In der Kronenzeitag habe ich gelesen, daß Robert Menasse einen großen Roman über die EU und Brüsssel schreibt und Thomas Tranströmers Gedichte, der ja am Samstag den Nobelpreis in Stockholm bekommen hat, waren in Ö1 auch zu hören.

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