Literaturgefluester

2012-02-02

Kerschbaumer-Essays

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:13

Marie Therese Kerschbaumer hat einen neuen Essayband bei Wieser herausgegeben „Freunde des Orpheus“, der der Alten Schmiede zwar nicht gewidmet ist, es aber eigentlich sollte, denn es handelt sich bei den darin enthaltenen Texten, um viele, die mit ihr Bezug haben, Auftrags und Anlaßarbeiten, aber auch so Geschriebenes, wie Marie Therese Kerschbaumer bei der Präsentation in der Alten Schmiede, Florian Huber, der das Buch vorstellte, erklärte.
Ich habe es ja sicher schon öfter geschrieben, ich habe eine lange und wahrscheinlich ambivalente Beziehung zu der Dichterin, die ich in den späten Siebzigerjahren im „Rotpunkt“ beim Arbeitskreis schreibender Frauen kennenlernte und später in der GAV wiedertreffen sollte.
„Der Schwimmer“ war damals schon erschienen, „Der weibliche Name des Widerstandes“, von dem ich daraufgekommen bin, daß ich das Buch nicht habe, obwohl ich es eigentlich glaubte, aber wahrscheinlich haben wir im Arbeitskreis viel darüber gesprochen. Den Roman „Schwestern“ habe ich mir gekauft.
Und Marie Therese Kerschbaumer ist auch eine, die nicht leicht zu lesen und nicht leicht zu verstehen ist, so ist es mir beispielsweise nicht gelungen, als ich mir 2009 bei der Buchlandung „Die Ausfahrt“, den Band der Trilogie, um das Mädchen Barbarina, der in dem sogenannten Austro-Koffer enthalten ist um einen Euro kaufte, das Buch zu besprechen.
Den Band „Fern“ habe ich auf einer unserer Italienreisen gelesen und Marie Therese Kerschbaumer schon bei sehr vielen Lesungen gehört. So liest sie beispielsweise meistens bei der Lyrik im März, war im Mai bei der Bisinger Veranstaltung in der Alten Schmiede und der Wieser Verlag hat ihr Gesamtwerk herausgebracht. Ich habe sie auch bei der Frauenlesung, die ich, 1991 in St. Pölten machte, eingeladen und hätte sie auch bei der 1998 in der Alten Schmiede gern dabei gehabt. Sie war, glaube ich, mit Gerhard Kofler sehr befreundet und ihm ist auch ein Essay in dem Buch gewidmet.
Florian Huber erklärte in seiner Einleitung einiges über das das Buch, dann las Marie Therese Kerschbaumer zwanzig oder dreißig Minuten aus dem Essay, der dem Buch „Kein Anwalt für Antigone“, des Staranwalts Alfred Noll gewidmet ist, das heißt, sie erklärte eigentlich die „Antigone von Sophokles dabei, tat das sehr engagiert, leidenschaftlich, interpretierend, gab dabei auch einige Erklärungen zu ihrer Sicht der Welt, daß sie sich mehr Solidarität und Verständnis wünsche beispielsweise, erklärte ihren feministischen Standpunkt oder Nicht-Standpunkt und da gibt es auch einen Film bzw. einen Artikel aus dem Archiv.
Ich bin ja eine, die sich ziemlich ausschließlich für die Gegenwartsliteratur interessiert und sich daher mit der Literatur der Antike, den Kreons, Antigones und der Rolle der Seher nicht sehr auskennt, Marie Therese Kerschbaumer zuzuhören ist aber ein Erlebnis und es gab im Anschluß auch eine rege Diskussion, die von Kurt Neumann eingeleitet,vom Publikum weitergeführt wurde und es waren gar nicht so viele Leute, wie erwartet gekommen. Vielleicht lag das am kalten Wetter, Marie Therese Kerschbaumer hat ja einen großen Fankreis und auch schon sehr viele Projekte für die Alte Schmiede gemacht.
So lag auf dem Büchertisch beispielsweise auch der bei Sonderzahl erschienene Band „Apologie/Arkadien“, den ich bei einem der Büchertürme, als es die Literatur im März noch gab, bekommen habe, der das Ergebnis des zehnten Autorinnenlabor in der Alten Schmiede war und beispielsweise Texte von Lisa Fritsch, Barbara Frischmuth, Gert Jonke, Gertrud Leutenegger, lisa Fritsch, Heidi Pataki, Julian Schutting, Maria Elena Blanco, Gerhard Kofler, Sabine Gruber, Ferdinand Schmatz, Alfred Kolleritsch, Bodo Hell und Kurt Neumann enthält und ich kann mich bei den Kerschbaumer-Lesungen, die ich in der Alten Schmiede hörte, an den „Weiblichen Namen des Widerstands“, an die „Neun Canti auf die irdische Liebe“ und an die „Gespräche in Tuskulum“ erinnern, aber wahrscheinlich bin ich bei mehr Lesungen gewesen. „Die Gespräche in Tuskulum“ gab es auch in der Abverkaufskiste der Buchhandlung Morawa, als ich in das letzte Mal in der Alten Schmiede war, um vier Euro, da habe ich es drinnen gelassen und mir ein bißchen etwas anderes nach Hause geschleppt und bin auch diesmal nicht um die Abverkaufskiste vorbeigekommen, aber wieder sehr sparsam gewesen, habe ich mir doch nur die „Unsichtbare Fotografin“ von Elisabeth Reichart gekauft und den Walter Grond, den ich auch einmal in der Alten Schmiede hörte, drinnen gelassen und auch das „Gorilla-buch“ der Awadalla um zwei Euro, das bei Chick-Lit, wo ich es auch gesehen habe, sicher teurer ist. Aber ich habe schon soviele Bücher, kann nicht alle lesen und außerdem, vor zwei Tagen Kurt Palms neues Buch „Die Besucher“ vom Verlag bekommen und „Schlafes Bruder“ im Bücherschrank gefunden und lese höchstwahrscheinlich doch eher das linear Realistische, trotzdem ich zwar kein Fan, aber wahrscheinlich doch eine ziemlich genaue Marie Therese Kerschbaumer-Kennerin bin.

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