Literaturgefluester

2012-02-07

Träume und neue Texte

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:59

In der Alten Schmiede gab es wieder einmal Textvorstellungen um zwanzig Uhr und davor, zwei Stunden früher, war eine Stunde der literarischen Erleuchtung mit Manfred Chobot und Dieter Bandhauer vom Sonderzahlverlag angesagt. In der Stunde der literarischen Erleuchtung mit den Locker-Gedichten bin ich vor kurzem erst gewesen und dann eine Stunde in der Stadt spazierengegangen, bevor es mit dem Kratochvil-Roman weiterging. So habe ich diesmal auch gezögert, ob ich schon so früh in die Alte Schmiede gehen soll, es dann aber doch getan. Ist Manfred Chobot ja ein rühriger GAV-KOllege, den ich immer wieder sehe, einmal war ich auch in seiner Galerie bei einer Vernisage und das erste Mal habe ich in den frühen Siebzigern, als ich gerade zu studieren anfing, noch in der Wattgasse wohnte, in einer der AZ-Beilagen einen Text von ihm gefunden, den ich mir sehr lange aufgehoben habe und der sicher auch heute noch irgendwo liegt. Diesmal ging es in der Stunde der Erleuchtung um das Träumen und ein „Die Wunderwelt in der ich schwebte“, genanntes Buch, das Dieter Bandhauer und Manfred Chobot herausgegeben haben, denn beide sind, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erwähnte, Träumesammler und er erwähnte noch, daß sich Schriftsteller sehr häufig für ihre Träume interessieren. No na, das ist ja der Weg ins Unbewußte und der Zugang zur Phantasie und ich kann mich auch erinnern, daß ich vor vielen vielen Jahren, da wohnte ich wahrscheinlich in der Otto Bauergasse bei einer Liesl Ujvary Veranstaltung in der Alten Schmiede gewesen bin, wo es auch um ihre Träume ging, die sie, mit einem Stift und einem Zettel neben ihrem Bett, aufgeschrieben hat. Das versuche ich gelegentlich auch und Antonio Fian hat das glaube ich vor 2009 getan, aber jetzt ging es nicht so sehr um die eigenen Träume, sondern überhaupt um Träume in der Literatur und so ist der Titel des Buches auch die letzte Zeile eines Robert Walser Gedichtes.
Damit eröffnete Dieter Bandhauer die Lesung und Manfred Chobot erzählte, daß er gedacht hätte, in drei vier Monate ist das Buch fertig, weil er die Texte schon gesammelt hätte, dann hat die Arbeit aber zwei Jahre gedauert, denn man muß ja erst die Rechte einholen und einen roten Faden braucht man auch. So sortieren die zwei die Träume in drei Gruppen, Originalträume, die auf die sich die Schriftsteller bezogen und dann noch Texte darüber und Dieter Bandhauer bemühte auch die „Traumdeutung“ und Sigmund Freuds Traumkategorien, damit kamen sie aber auch nicht weiter, so suchten sie zu jeden Traum zwei Worte und machten daraus einen Geschichtenreigen Brücke Donau – Donau Orient zum Beispiel und dann gab es zuerst einen Traum von Margit Kreidl und dann einen von Peter Rosegger, der älterste Autor war Jean Paul, die jüngste Angelika Reitzer und alle literarischen Genres, wie Lyrik, Tagebuch, Romanausschnitt oder sogar dramatische Texte, wie der berühmte Traum aus dem „Lumpazivagabundus“ gab es auch. Es war nicht ganz billig alle Rechte einzuholen und alle gaben sie auch nicht her, so wollte Milan Kundera beispielsweise nicht in einer Anthologie erscheinen. Es gibt aber auch eine graphische Gestaltung und ein handgeklebtes Titelbild. Von Christian Futscher, den ich erst vorige Woche hörte, gab es, glaube ich, einen Kastrationstraum und Andreas Okopenko hat auch einige Träume beigesteuert. Das ganze dauerte auch wirklich eine Stunde, dann sah ich den Dr. Moll, der mir eine TCM-Kaffeprobe schenkte und mich zur Geschichte des Clubs der logischen Denker befragen will, fragte Kurt Neumann und einen der Stammleser, ob sie den neuen Kurt Palm schon gelesen hätte, weil ich ja gerne wissen will, wie andere das Buch empfinden und schaute am Büchertisch schon in die Textvorstellungsbücher hinein und da Friedrich Hahn, der sie moderierte, schon gekommen war, war es auch kein Problem die Stunde in der Zeitschriftengallerie zu bleiben. Ich unterhielt mich mit Herrn Blaha und Friedrich Hahn entschuldigte dann Stefan Aberman, der aus seiner „Hundestaffel“ lesen hätte sollen, aber den habe ich schon bei den Lockstoffen gehört und das Thema lautete „Männer über Männer“, sehr interessant, wenn vielleich auch nicht besonders originell und der Rudi Lasselsberger hat einmal auch in von Reinhard Wegerth moderierten Textvorstellungen gelesen, die „Männer in Schwierigkeiten“ geheißen haben. Es begann Constantin Göttfert, den ich schon einmal bei den Textvorstellungen hörte, damals hat er mich sehr an Thomas Bernhard erinnert, diesmal las er aus seinem neuen Roman „Satus Katze“ und der wurde schon bei Ex Libris vorgestellt. Der Roman spielt in Finnland und handelt von einem finnischen Dichter namens Satus, er hat aber auch einen Handlungsstrang in Wien. Denn da trifft ein namenloser Ich-Erzähler eine Schauspielerin namens Nina in einem Cafe und die spielt eine Rolle in einem Satus-Stück und der Schriftsteller fährt nach Finnland zu einem Stipendium. Constantin Göttfert, der in Leipzig studierte, las ein Stück von den weiten Finnlands und aus der Kindheit des Dichters, seiner Beziehung zu seinem Bruder, seinem Vater und seiner Mutter, die diesen mit seinem Onkel betrog. Daran schloß sich ziemlich nahtlos, das bei Hoffmann und Campe erschiene Buch „Wilde Jagd“ des in Salzburg lebenden Christian Lorenz Müller an, das Buch ist ein Antiheimatroman und spielt auf einem Bergbauernhof in Bayern, es gibt auch zwei Brüder und einen Handlungsstrang, der von ihrer Kindheit handelt. Das Stück das der Autor las, handelte von einer Traktorfahrt eines Onkels mit seinem Neffen, Baumfällen und dem Unfall des Neffens, der dabei offenbar ums Leben kommt. Das dritte Buch hieß „Christbaumcrash“ von Andreas Tiefenbacher, der Name erschien mir bekannt, es gibt auch schon zwei andere Romane, die bei Styria erschienen ist. Dieses ist bei Kitab erschienen, handelt von einem Magistratsbeamten, der ein Menschenhasser ist, eine Sozialphobie oder eine Midlifekrisis hat und daher, weil er über den Christkindlmarkt auf seinen Arbeitsblatz ins Rathaus gehen muß, auf den Chrstbaum mit einer Kreissäge losgeht, wieder eine Verbindung zum vorangegangenen Buch, in der Psychiatrie im Gitterbett landet und dort seinen Endlosmonolog über Gott, die Welt und das Leben beginnt. Das erste Wort ist „ja“, das letzte „nein“ und Andreas Tiefenbacher erzählte, daß er schon einen Roman mit diesen Helden hat und noch einige weitere plant, von denen noch nicht alle erschienen ist. Und das Cover für „Die Frau auf der Bank“, hat mir der Alfred auch schon gebastelt, das wird genauso, wie das Tiefenbach-Buch, ein Bild vom Rathausplatz zieren.

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