Literaturgefluester

2012-02-08

Geburtstage

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:20

Am siebenten Februar 1812 wurde Charles Dickens in Landport bei Portsmouth geboren, wie man dieser Tage überall lesen und hören kann. Der große englische Dichter, der Oliver Twist, David Cooperfield und das Weihnachtsmärchen geschrieben hat, das Dagobert Duck seinen Namen gab, darauf bin ich durch die Lektüre von James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ gekommen, Oliver Twist und David Cooperfield habe ich in meinen Kindertagen bekommen und, wie, ich glaube, noch nicht ganz gelesen und auf Charles Dickens zweihundertsten Geburtstag wurde ich durch das Radio aufmerksam, wenn man Ö1 hört, kommt man nicht darum herum und so hat dieser Blogartikel einen anderen Namen bekommen, denn eigentlich wollte ich ihn „Fünfundsechzig“ nennen, dann habe ich die Festeinladung, die ich vor einigen Wochen bekommen habe, genauer angeschaut und da steht, was ich ursprünglich überlesen hatte „Nicht nur Charles Dickens ist an einem 7. Februar geboren, sondern auch ich! Meinen 65 Geburtstag möchte ich mit 65 Freunden und Freundinnen feiern. Ich hoffe, Du bist dabei!“

Soviel waren es dann nicht, die um neunzehn Uhr in das Kaffeerestaurant Frömmel in die Zieglergasse, Ecke Burggasse strömten, das ist die Konditorei an der ich manchmal vorbei gehe, wenn ich von der Ruth Aspöck oder von der Klinik komme und in die ich immer schon einmal hineinschauen wollte. Ruth Aspöcks fünfundsechzigster Geburtstag machte es möglich und eigentlich haben Ruths Geburtstagsfest Tradition, war ich doch schon bei einigen. Der Ersten an den ich mich erinnern kann, war wahrscheinlich der fünfzigste, der im Amerlinghaus gefeiert wurde.

Der siebente Februar hat ja noch eine Eigenschaft. Er liegt öfter in der sogenannten Energiesparwoche und damals, 1992 muß das gewesen sein, war der Alfred mit der Anna in Obergail schifahren und ich bin alleine ins Amerlinghaus marschiert. Dort gab es die Geburtstagslesung zu Ruths Fünfziger, sie ist aufgestanden und hat ihre Lesung unterbrochen, um noch einen Sessel für einen Zuspätkommenden herbeizuschaffen, nachher gab es Salzstangerln und Wein und ich habe mich mit Irene Wondratsch unterhalten, bzw. sie dort kennengelernt.

Daran kann ich mich erinnern und auch, daß ich damals an dem „Tod eines Jurymitglieds“ schrieb. Das ist die Geschichte, wo eine Schriftstellerin tot am Donaukanal aufgefunden wird, sie war in der Jury eines Literaturpreises, wo eine Menge Schriftsteller eingereicht haben und das Inspektorenteam geht zu ihnen hin und läßt sich etwas über das Schriftstellerleben erzählen.

Eine Szene spielt dann auf einen Geburtstagsfest und das Geburtstagskind habe ich Romana Reichel genannt. Das Buch habe ich der Ruth aber nicht zu ihrem Fünfundsechziger mitgenommen, denn ich vermute, sie hat es schon, es ist auch der Text, der in unser „Vierfrauenbuch“ gekommen wäre, das es dann nicht gegeben hat, sondern „Die Absturzgefahr“ beziehungsweise hat sich die Ruth das Buch von den zweien, die ich immer in meiner Handtasche trage, ausgesucht. Ich war aber noch auf anderen Geburtstagsfesten, wenn ich nicht gerade mit zum Schifahren war, denn eine Zeitlang hat die Ruth an ihren Geburtstag ihre Verlagsfeste im Literaturhaus gemacht, da erinnere ich mich an eines, an dem das Buch „Schnaitheim“ vorgestellt und Rhein- oder Moselweine ausgeschenkt wurden und einmal gab es zwar ein Fest, aber kein Buffet, weil das Geld dazu nicht reichte und das letzte Fest hat die Ruth überhaupt eingespart, weil sie nicht für die Leute, die zu geizig sind, ihr ein Buch abzukaufen, Wein und Essen hinstellen wollte.

Nachzulesen ist das alles in ihrem neuen Buch und zum Fünfundsechziger, nachdem die Ruth mit ihrem Verlag schon fünf Jahre in Pension gegangen ist, gab es wieder ein Fest und es gab auch ein Buffet, Schnitzerln, kleine Fleischleibchen, Salate und dann natürlich die guten Kuchen, für die sich der Besuch in der Konditorei Frömmel wahrscheinlich lohnt und zu Beginn gab es Glühwein oder eine warme Rotweinbowle mit Himbeeren und es gab auch einen Büchertisch mit den Resten der Edition die Donau hinunter oder anderen Schmankerln, diesmal zur freien Entnahme oder gegen freie Spenden. Da bin ich nun doch zum Herbert W. Franke-Buch „Wege zur Computerkunst“ und zum Nicolas Guillen gekommen, die anderen Bücher habe ich ja schon, hat mich die Ruth ja 2009 einmal zu einem literarischen Mittagessen eingeladen. Langsam füllte sich der Raum in dem Stehpulte aufgestellt waren und es anfangs keine Sesssel gab mit bekannten Gesichtern, so ist Hilde Schmölzer, Elfriede Haslehner mit ihrem Franz, Ulli Fleischmann-Seliger, Brigitte Schramm, Ingeborg Reisner, Werner Grüner, Ottwald John, Erika Brunngraber und natürlich Ruths Schwester und ihr Sohn Martin gekommen. Es gab eine Ansprache und kein Literaturprogramm, für die gute Laune und die gute Stimmung mußte man selber sorgen, stand auch im Programm, der Hausherr ließ die Ruth aber von der Bezirksrätin Madeleine Reisner und seinem Gast Christian Ide Hintze von der Schule für Dichtung, grüßen, ein paar Gäste brachte die Faschingsstimmung in ihrer Kleidung zum Ausdruck und die Ruth hatte sogar einen Orden angesteckt. Den Kaffee gabs dann in ihrer Wohnung, da waren Ottwald John, Martin und die Schwester mitgekommen und der Schauspieler Ottwald John unterhielt alle mit den Weisheiten des Buddahs, die schon zwei tausend Jahre alt aber immer noch sehr gültig sind und die Ruth wünschte sich das Positive, während die Welt momentan ja von Krisenstimmung und anderen Weltuntergangsgerüchten voll gefüllt ist, trotzdem gab es gute Wünsche für den Siebziger und Fünfundsiebziger und der Kremser Gemeinderat, bei dem die Ruth im Sommer gelesen hat, war auch auf dem Fest, bei ihm habe ich mich für eine Lesung angemeldet, mal sehen ob was daraus wird, auf jeden Fall schließe ich mich den Geburtstagsgratulanten an und wünsche allen Dichtern, die ebenfalls noch Geburtstag haben, alles Gute!

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2 Kommentare »

  1. Hallo, liebe Eva!
    Schön, dass Du diesem Fest so viel Platz in Deinem Blog einräumst und dass einige Fotos von Alfred dabei sind. Es war nett, einige Freunde und Freundinnen wieder zu treffen, denn so viele Gelegenheiten gibt es ja dann doch auch nicht. Und dass KünstlerInnen in meinem Freundeskreis sind, war ja zu erwarten. Ich habe mich über den Ausklang bei Kaffee sehr gefreut und habe dann, als alle weg waren, mit Christine die wundervollen Geschenke ausgepackt – Bücher für die Seele, Obst für den Körper und viel Alkohol für die Stimmung. Aber der wird ja nicht schlecht, wie wir wissen.
    Wir waren alle zufrieden, auch der Wirt und seine Crew.
    Danke fürs Kommen, wir wissen alle nicht, ob es ein nächstes Mal gibt.
    Grüsse
    Ruth

    Kommentar von Ruth — 2012-02-08 @ 23:17 | Antwort

  2. Aber klar gibt es ein nächstes Mal, wie wäre es beispielsweise schon mit dem 21. 3. zur Frauenlesung im Amerlinghaus oder am 4. 4. um 20 Uhr 12 im El Speta bei der Lesung mit Rudi Lasselsberger? Ganz zu schweigen von meinem eigenen literarischen Geburtstagsfest, dem Neunundfünfziger, im November!
    Für mich war es auch ein schönes Fest und eine tolle Gelegenheit das Literaturgeflüster mit einer literarischen Topberichterstattung aufzupäppeln, das gibt es nicht alle Tage und ist ein wenig wie Seitenblicke der Literatur, wie ich meinen Blog ja auch verstehen will!
    Dir noch einmal alles Gute und vielen Dank, daß du mich in diese tolle Konditorei gebracht hast und für den Büchertisch, an dem ich mich wieder reichhaltig bedient habe. Viel Freude beim Lesen und beim Obstessen und die Über-Ich Stimme der Psychologin und Verhaltenstherapeutin muß jetzt natürlich raten, beim Alkohol ein wenig aufzupassen oder Freunde zum Mittrinken einzuladen!

    Kommentar von Eva Jancak — 2012-02-09 @ 09:44 | Antwort


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