Literaturgefluester

2012-02-12

Coverfragen und Schreibgedanken

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:22

Die letzten Tage habe ich fleißig an meinem Manuskript korrigiert. Zuerst Szene für Szene und jetzt gehe ich die hundertzwei Seiten solange durch, bis ich keinen Fehler mehr finde. Das habe ich gestern zum zweiten Mal getan und wieder gedacht, ich werde demnächst damit fertig. Beim nächsten Durchgang waren die Fehler wieder da und erfahrungsgemäß werde ich vermutlich bis März oder April brauchen, umsomehr, da ich auch meine Steuererklärung machen werde müßen, die Frauenlesung vorzubereiten ist und wir nach Leipzig zur Messe fahren. Trotzdem ist mir eingefallen, da mir der Alfred schon das Foto für die „Frau auf der Bank“ zeigte, daß ich auch für die „Wiedergeborene“ ein solches brauche, beziehungsweise, daß ich schon einen Einfall hatte, der plötzlich weg war.
Wenn man schon bald dreißig selbstgemachte Bücher hat, hat man auch schon ebensoviele Coverfotos, beziehungsweise Einfälle, was man für die Buchvorderseite nimmt und das ist bei der Eigenproduktion naturgemäß begrenzt.
Meine Sachen spielen meist in Wien, jetzt auch gern auf Reisen. Also ein Foto das zum Inhalt passt. Da haben wir schon einiges fotografiert. Den Steinhof oder das OWS für „Das Haus“, den Rathausplatz für „Die Viertagebuchfrau“ und jetzt für die „Frau auf der Bank“. Wolken gibt es bei der „Absturzgefahr“. Für ein paar Bücher hat mir die Anna ein paar schöne Collagen gemacht oder mir den Titel mit einer Kinderschrift auf gelbes Papier geschrieben. Jetzt will sie das nicht mehr so gern machen. Bei ein paar Büchern habe ich auch Bücher aufeinandergereiht, die einen Bezug zum Inhalt haben.


Was nehme ich nur für „Die Wiedergeborene“?
Die passende Fotografieridee war weg, wenn ich jemals eine hatte, vielleicht habe ich das auch mit der Bank im Rathauspark für die „Frau auf der Bank“ verwechselt.
Was passt also, die Geschichte spielt in Wien, Salzburg und Prag, ein altes blaues Schulheft und ein paar Fotos aus alten Schachteln kommen auch drin vor. Einen Stadtplan von Prag habe ich mir unlängst vom tschechischen Zentrum mitgenommen, eine Packung Lokum haben wir in der Küche stehen, die uns die Anna aus der Türkei mitbrachte, das spielt auch eine Rolle. Also könnte ich alles durcheinanderwerfen, beziehungsweise mit dem Alfred in die Konditorei Aida auf Kaffee und Kolatschen gehen, denn das machten sowohl der Jan und die Marianne, als auch der Albert und die Theresa und Salzburg, fällt mir gerade ein, könnten wir im April auch fotografieren, wenn ich nicht so schnell bin, daß das Buch bis dahin schon fertig ist.
Den Beschreibungstext, den ich diesmal selber mache, habe ich schon, weil den die Margot Koller Anfang Jänner für die Lesung in Salzburg haben wollte.
Hier ein paar Beispiele für meine ansehliche Indie-Büchersammlung, auf die ich auch sehr stolz bin, auch wenn die Dämpfer, damit ich nicht zu übermütig werde, immer wieder kommen.
So hat mir der Alfred, der jetzt an der „Frau an der Bank“ korrigiert, gesagt, daß ihm der Inhalt mit den drei Frauen, der Psychiatriepatientin, der serbische Psychiaterin und der junge Türkin, die sich emanzipieren will, zu realistisch ist, das hat der streitbare Herr in der Augustin-Schreibwerkstatt auch betont, daß er das nicht hören will, sondern lieber Texte, wie den „Wunderschönen Tintentraum“ und dann hat der Alfred noch gemeint, daß ihm das wunderbare Ende nicht gefällt. Das höre ich manchmal von meinen Texten, daß sie so positiv wären, was mich ein wenig wundert, denn ich sehe das nicht so.
Gut, die Svetlana geht im Laufe des Buches eine Beziehung mit OA Hardenberg ein, aber ist das nicht normal, daß man das im Laufe des Lebens einmal oder öfter macht? Und die Sevim läßt sich scheiden, das ist eigentlich auch nicht so wunderbar, obwohl es für ihre Entwicklung wahrscheinlich günstig ist, ob es ihr aber gelingt, in ihrem Umfeld mit ihren Kindern alleine klarzukommen, ist nicht so sicher und die Selma bleibt auf ihrer Bank, auch wenn sie am Schluß es Buches, als Gag, wirklich den Bürgermeister trifft.

„Es gelingt und gelingt mir nicht und wenn ich mich noch so sehr bemühe!“, habe ich also wieder gedacht und bin ein wenig ratlos gewesen. Bin das noch immer, denn ich will ja realistisch schreiben und ein postives Ende will die Verhaltenstherapeutin auch und ich wehre mich eigentlich dagegen, das als kitschig zu bezeichnen.
Bei „Der Wiedergeborenen“, ist es, glaube ich, auch einfacher. Denn das spielt im bürgerlichen Milieu, die handelnden Personen hanteln sich an der realen Geschichte entlang und dafür gibt es auch literarische Vorbilder, so daß es leichter anzunehmen ist.
Mein literarisches Leben geht auch sonst weiter, so habe ich mit Rudi Lasselsberger jetzt die Lesung am 4. 4. im El Speta fixiert, wofür ich jetzt schon herzlich einlade.
Was ich da lesen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht die Tanzstundenszene aus der „Frau auf der Bank“ und den Beginn der „Wiedergeborenen“, um beide Works on progress vorzustellen?
Und Margit Kröll hat mich zur anderen Buchmesse eingeladen eingeladen, die wieder einen einen Literatur Slam haben wird, wo ich vielleicht lesen kann und einer meiner Leser hat wieder die Geduld verloren, weil ich beim „König von Amerika“, Autobiografie statt Biografie geschrieben habe.
Ja, das Leben ist fehlerhaft und es gibt Schlimmeres, als diese Verwechslung, könnte man meinen. Für manche Leser offenbar nicht, die mich fehlerfrei haben wollen.
Ich werde mich bemühen, den Ansprüchen nachzukommen und wenn das Resultat nur darin besteht, daß ich gelassener mit den Meinungen anderer umgehe, habe ich schon viel gewonnen, habe ich doch am Freitag im Leporello gehört, daß Rotraud Perner bei Residenz ein neues Buch übers „Burn-Out“ herausgegeben hat und darin ihren Klienten rät, ihre Kreativität auszuleben und z.B. ihre Fensterläden rosarot anstreichen, auch wenn das alle anderen scheußlich finden.
Daß das nicht so leicht ist, glaube ich zwar auch und habe, da ich sehr stur und tapfer seit dreieinhalb Jahren meine Kreativität ins Netz stelle, damit Erfahrung, würde es aber unterstreichen und rate zur Geduld. Haben wir in der nächsten Zeit doch vielleicht einige Probleme zu bewältigen, bei der Kreativität helfen kann und deshalb werde ich mich bei meinem nächsten Projekt, von dem ich noch keine Ahnung habe, was und wie es wird, wieder bemühen, ein wenig abgehobener und literarischer zu werden, aber auch akzeptieren, daß ich so schreibe, wie ich es kann und will. Vielleicht darf man auch an einem 12. Februar positiv denken, ich nehme es mir jedenfalls heraus.

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