Literaturgefluester

2012-02-17

Der Tod wirft lange Schatten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:21

„Der Tod wirft lange Schatten“, ein Buch aus dem offenen Bücherschrank von Veit Heinichen, 1957, in Deutschland geboren, in Triest lebend, wo auch seine berühmten Krimis spielen, geht weit in die Vergangenheit zurück.
Ich habe mir einmal einen von Alfred zu Weihnachten gewünscht, dann den falschen bekommen, nämlich „Die Toten vom Karst“, ich glaube, ich wollte, den mit den Schönheitsoperationen und habe mir auch da ein bißchen schwer beim Lesen getan.
Im vorigen Jahr ist der neunte Krimi „Keine Frage des Geschmacks“, der von diesem berühmten Kaffee handelt, erschienen, da habe ich mich zwar bei einem Gewinnspiel beteiligt, aber nichts gewonnen, so ist der vierte Krimi, das zweite Heinichen Buch, das ich gelesen habe und es beginnt langsam und bedächtig, hat viele Handlungsstränge, einen etwas ungewöhnlichen Ton und man kennt sich nicht recht aus.
Zuerst wird von einem jungen Mann und einer jungen Frau erzählt, die einen Ausflug machen, in einer Trattoria essen, dann bekommt man heraus, daß es um eine junge Australierin geht, deren Vorfahren aus dem armen Triest auswanderten, jetzt ist eine Tante gestorben und Mia hat ein Haus und ein Lager voller Waffen aus dem zweiten Weltkrieg geerbt.
Es gibt auch einen Kriminalkommisar, nämlich Proteo Lauretti, der nicht ganz sympathisch ist, zumindest kann er seinen Assistenten nicht leiden und beschimpft auch seine Sekretärin, die nackt baden geht und gerne kurze Röckchen trägt. Seine Tochter wurde beim Sex im Auto erwischt, was in Triest offenbar verboten ist, so solls der Papa richten und der Sohn ist ein begnadeter Koch, aber auch ein militanter Tierschützer mit verbotene Aktionen und solche gibt es genug in dem Buch, die nicht alle zusammenhängen.
Mia hat jedenfalls bald zwei Verehrer, den Sohn der Nachbarin und einen zwielichtigen Notariatsgehilfen und es wird wieder ein Toter im Karst gefunden, der an einem Ohrring erstickte und außerdem ein Damenslip. War es Mia oder nicht?
Der Kommissar ist aber auch mit anderen beschäftigt, so mit zwei alten Fällen aus den Siebzigerjahren, denn der, dem das Waffenlager einmal gehörte, wurde ermordet. Alte Akten werden gewälzt, die bis in den Krieg zurückgehen, so daß man auch viel über die Geschichte erfährt, der Kommissar geht aber auch am Meer, wo seltsame Boote fahren, für die sich der Geheimdienst interessiert, tauchen und dann gibt es noch einen alten Gerichtsmediziner, der mit einem Hund in den Restaurants sitzt und dort die taubstumme Russin Irina kennenlernt, die von der Bettlermaffia schikaniert wird und ihm Schlüßelanhänger oder Stofftiere verkaufen soll.
Sie hat aber eine Mappe alter Dokument und einen Gepäckaufbewahrungsschein zu einem Koffer voller Geld gefunden. So gerät der alte Mediziner in die Sache, der auch ein schlechtes Benehmen hat, seine Memoiren schreibt und sich um die kleine Irina kümmert und am Schluß wird es richtig spannend, da bekommt der Kommissar eine neue Assistentin, die gut turnen kann, Mia versucht nach Australien zu entwischen, während Irina von einer Branka entführt wird, die auch noch eine Rolle spielt und Geldkoffer wiederhaben will, Irina und Dr. Galvano landen im Spital und der Dr. bietet dem Commissario, den er doch gar nicht leiden konnte, das Du-Wort an.
Dazwischen gibt es noch einige spannende Szenen und brillante Milieuschilderungen, so zum Beispiel die, wo Sohn Marco seiner Schwester und ihrem Freund Santo, den er auch nicht leiden kann, erklärt, was man alles aus Fischen machen kann, Mittelmeer-Sushi und Tempura z.B, während die sie nur gegrillt essen wollen und die Party am Abend, wo sich Dr. Galvan mit einer alten Griechin streitet, die sich dann noch als engagierte Tierschützerin entpuppt oder die wo sowohl der die Taubstummenmaffia, die Glatzen, als auch die Polizei und Branca, den Gerichtsmediziner bewachen und voneinander erzählen.
Spannend, spannend, ein bißchen was von Triest und seiner Geschichte zu erfahren, einmal vor vielen Jahren, waren wir mit einer sehr kleinen Anna zu einem Osterwochenende dort und Veit Heinichen habe ich wieder erfahren, hat einen etwas rauhen Ton und sehr viele Handlungsstränge, die sich mit sehr vielen Zufällen kunstvoll ineinander vermengen.

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