Literaturgefluester

2012-03-22

Die Mittleren VI

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:02
Publikum

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Patricia Brooks

Patricia Brooks

Wieder einmal Frauenlesung, Teil VI und die vierte Veranstaltung im Amerlinghaus, mit Patricia Brooks, Elisabeth Chovanec, Eva Jancak, Dine Petrik und Sarah Wipauer, die Lesung, die ich 2006 sozusagen erfunden habe, um mich vorzustellen und meine Biografie zu erschreiben.
Die Mittleren, bezieht sich das jetzt auf das Alter oder auf die Erfolglosigkeit der Autorinnen?, lautete die Frage, die dann immer gleich gestellt wird. Da es aber schon 1998 in der Alten Schmiede eine Frauenlesung gegeben hat, die „Ein Fast Altweibersommer“ geheißen hat, hat sich dieser Titel bei mir eingeprägt.

Elisabeth Chovanec

Elisabeth Chovanec

Eva Jancak

Eva Jancak

2006 war ich auch sechs Jahre jünger und manche werden es vielleicht auch für eine Übertreibung halten, daß ich mich den „Mittleren“ zuzähle. Ich tue es auf zweifache Art und es waren auch sechs schöne Lesungen, die es inzwischen gegeben hat.
Die erste 2006, noch im Literaturhaus mit El Awadalla, Judith Gruber-Rizy, Marlen Schachinger, Mechthild Podzeit-Lütjen und mir, 2007 wollte ich die Veranstaltung zum Grundeinkommen mit Ruth Aspöck, Elfriede Haslehner und mir im Literaturhaus machen und konnte es nicht mehr und 2008 hat die zweite Tranche der Mittleren mit Erika Kronabitter, Anni Bürkl und mir im schönen Vorarlberg stattgefunden, danach seit 2009 regelmäßig im Amerlinghaus.
Eine Veranstaltung, wo ich in der Einleitung auf das weibliche Schreiben hinweise und dann die Frauen vorstelle, die ich im Laufe meines literarischen Lebens kennengelernt habe. Bisher ergab sich das eigentlich von selbst und einige Frauen haben sich auch selbst gemeldet, daß sie bei der Veranstaltung lesen wollen.
So haben das 2009 Christl Greller, Christa Kern, Petra Ganglbauer und Irene Wondratsch getan, 2010 Cornelia Travnicek, Andrea Stift, Susanne Schneider und Ruth Aspöck. 2011 Gabriele Petricek, die einen Mann in die Frauenlesung mitbrachte, Hilde Schmölzer, Ilse Kilic, Margot Koller und Marietta Böning.

Dine Petrik

Dine Petrik

Sarah Wipauer

Sarah Wipauer

Und wieder hat es thematisch gut gepasst. Die 1957 geborene Patricia Brooks mit der ich einmal ein gemeinsames Interview in der Zeitschrift Buchkultur hatte und die einige Bücher in der Edition Selene herausgegeben hat, hat zu lesen begonnen und hatte einen sehr interessanten Text, der, glaube ich „Du mein Matrose“ hieß und von einem schönen Franz, einer Katze, sehr viel Fisch und einem Aufbruch an das Meer handelte. Patricia Brooks hat ja auch ein Hörspiel geschrieben, das voriges Jahr bei den besten Hörspielen war und hat im Amerlinghaus eine „Radio Rosa“ – Reihe und ihre Texte, die sie eigentlich performancen wollte, sind ein bisschen experimentell und sehr poetisch.
Elisabeth Chovanec, die Älteste unter den Lesenden war schon da, als ich mit meiner Büchertasche das Amerlinghaus erreichte und hatte ihre Lyrikbände, ihr Gästebuch und ihre Einladung zur nächsten Ausstellung schon am Büchertisch ausgebreitet.
Sie las dann aus einem ihrer Lyrikbände und hat, glaube ich, auch einen Teil des Publikums mitgebracht. Dann folgte ich mit dem Beginn der „Wiedergeborenen“, habe ein Stück von meiner Theresa gelesen, die auf einer Demonstration den koptischen Christen Albert Taher kennenlernte, der gleich bei ihr einziehen will, sie geht aber zu ihrer Nachbarin Babysitten und ihre Mutter, die aus Salzburg auf Besuch kommen will, ruft auch bei ihr an.
Weiter ging es mit Dine Petrik, die wieder ein Stück aus ihrem Herta Kräftner Buch las. Die Szene um die Vergewaltigung, den Tod der Hebamme und den Wunsch zu Leben, weil man nicht sterben kann, sich aber eigentlich schon tot fühlt, war auch sehr beeindruckend und als letzte folgte Sarah Wipauer, die eine ebenfalls höchst poetische Geschichte um Linienverschiebungen und Leute, die offenbar einen Tourismus daraus machen, präsentierte und dann noch zwei Gedichte las.
Das war es höchstwahrscheinlich, weil ich in meiner resignativen Phase, in der ich mich noch immer befinde, keine große Lust habe, noch einmal eine Veranstaltung zu machen, zu der keiner kommen will und ich im Augenblick auch keine Frauen wüßte, die ich dazu einladen könnte.
Das ist natürlich schade, weil es wieder ein Stückchen Rückzug bedeutet und es eigentlich eine schöne Veranstaltungsreihe war, die mir da eingefallen ist und auch sehr schöne Texte gelesen wurden, wie ich mehrmals hören konnte. Es gab aber auch eine große Konkurrenzveranstaltung, nämlich die Lyrik der März der GAV und dann noch ein Lyrikfestival im Literaturhaus. Ich wollte aber, da schon alles organisiert war, nicht mehr den Veranstaltungstermin ändern, als ich das erfahren habe und bin mir auch nicht sicher, ob sonst mehr GAV-Kollegen gekommen wären.

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