Literaturgefluester

2012-03-27

Vladimir Vertlib in der Alten Schmiede

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:08

Auf die Vorstellung von Vladimir Vertlibs neuen Roman „Schimons Schweigen“ Montagabend in der Alten Schmiede, habe ich mich sehr gefreut, denn den 1961 in Leningrad geborenen, der mit seiner Familie 1971 mit einigen Zwischenstationen nach Österreich kam und seit 1981 hier seßhaft ist, kenne ich spätestens seit seinem Roman „Zwischenstationen“ und persönlich habe ich ihn, glaube ich, kennengelernt, als er 2000 einen Würdigungspreis bekommen hat und den mit einer Rede gegen schwarz-blau, das gerade regierte einleitete und aus dem Roman „Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur“ hat er, glaube ich, bei einem Zwischenwelt-Verlagsfest in einer Kirche am Mexikoplatz gelesen. Den Roman habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen und gelesen und bei „Rund um die Burg“ habe ich ihn auch einmal lesen gehört, da hat er eine Geschichte gelesen, wo einer, der in einem Flugzeug zu lang aufs Klo geht, des Terrorismus verdächtigt wird, im Literaturhaus habe ich ihn einmal nach den jüdischen Begräbnisritualen gefragt, die ich ja für meine „Wiener Verhältnisse“ brauchte und als in der Alten Schmiede das Grundbuch „Die Tante Jolesch“ vorgestellt wurde, hat er auch gelesen, bzw. eingeleitet.
Vladimir Vertlib, der viel in Europa herumgekommen ist, in mehreren Ländern lebte und Volkswirtschaft studierte, bevor er Schriftsteller wurde, hat so seine Themen, ich schätze ihn als sehr ernsthaft und gewissenhaft ein. Er ist auch mit einem großen Rucksack in die Alte Schmiede gekommen und „Schimons Schweigen“ scheint, wie „Zwischenstationen“ sehr autobiographisch zu sein oder damit zu spielen. Zumindest hat Cornelius Hell so eingeleitet und die Biografie des Autor, wie oben beschrieben, aus dem Buch gelesen, danach gesagt, daß er den Satz vergessen hat, daß einer ein zusammengefaltetes Papier aus der Brusttasche zog, das dann tat und weiterlas, denn in „Schimons Schweigen“, bei Deuticke erschienen, deshalb bin ich auch neben Martina Schmid und wahrscheinlich der anderen Verlagscrew in der ersten Seitenreihe rechts gesessen, vor Claudia Erdheim und Helene Hofmann und einer Schulklasse, geht ein österreichischer Autor russisch jüdischer Herkunft nach Israel auf Lesereise, liest dort aus einem gleichnamigen Roman und in den Stellen, die gelesen wurden, geht es sehr deutlich und sehr realistisch zu. Der Humor und die Dialoge wurden gelobt und beides ist sehr direkt ausgefallen. Die Praktikantin aus Kärnten warnt vor den scharfen Worten des Moderators, der im Rollstuhl fährt, eine der Veranstalterinnen kommt zu spät, ein paar alte Damen blättern in dem Buch des Autors und der Moderator will von ihm wissen ob er noch normal ist oder nicht? Eine sehr direkte Lesungseinleitung, dann kam ein Stück aus der Vergangenheit, nämlich aus dem Jahr 1985, wo der Autor noch Volkswirtschaft studierte bzw. eine Studienberatung betrieb, sich dafür einen Stempel besorgte am Flohmarkt und einer jungen Studentin, die frisch von der Knödelakademie auf die Uni kommt, eine Vorlesung bei Prof van der Bellen empfiehlt, wahrscheinlich auch sehr autobiografisch und der Schimon ist ein Freund des verstorbenen Vaters, der dreißig Jahre nicht mehr mit ihm gesprochen hat.
„Wenn Sie den Grund dafür wissen wollen, müßen Sie das Buch kaufen!“, wurde gesagt, der Autor fährt mit seiner Frau aber auf Lesereise nach Tel Aviv und dann mit einer Cousine seiner Mutter bzw. deren Tochter, in den Vorort, in dem er kurz als Kind gelebt hat und zur Schule gegangen ist.
In der Diskussion wurde auch das Thema Autobiografie besprochen und vielen Sätze, die glaube ich, auch in dem Buch stehen, wie, mit der Fiktion ist man nackter als wenn man nicht erfindet und die Vermischung von Dichtung und Wahrheit wurde wieder mal erwähnt. Ich sage ja immer, es ist alles autobiografisch und alles gleichzeitig nicht und wurde deshalb auch schon angegriffen.
In Vladimir Vertlibs Romanen scheint sehr viel durcheinandergemischt zu sein und die Diskussion war auch sehr angeregt mit vielen Fragen aus dem Publikum.
Julya Rabinowitsch habe ich noch gesehen und wenn ich mich nicht irre, war es Mieze Medusa, die viele Fragen stellte und auch wissen wollte, wie gut der Autor Hebräisch spricht?
Ein interessantes Buch und eine interessante Neuerscheinung, die man lesen sollte, aber meine Leseliste ist ja schon sehr lang und so werde ich mich wahrscheinlich mit dem Hineinschnuppern begnügen, wenn das Buch nicht vielleicht doch einmal zu mir kommen sollte…

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