Literaturgefluester

2012-03-30

Schreibe ich Deutsch, tröste ich die Falschen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:06

Ein Symposium zum fünfundsiebzigsten Geburtstag von Elazar Benyoetz, der 2010 den Theodor Kramer Preis bekommen hat, in der Gesellschaft für Literatur. Um fünfzehn Uhr dreißig hat es angefangen und als ich den zweiten Stock gekommen bin, standen die älteren Herren schon im Vorraum, um ihre Vorträge zu besprechen. Waltraud Seidlhofer und Gregor M. Lepka saßen im Vortragssaal und begrüßten mich sehr freundlich und das Buffet, das es später geben sollte, wurde auch schon vorbereitet. Vorläufig stürzte ich mich wieder auf den Büchertisch, um nachzusehen, was ich am Dienstag übersehen habe. Den Erzählband von Nicole Makarewicz vielleicht, die ich bei der Texthobellesung vor einem Jahr im Cafe Anno kennenlernte, aber auch ein in der Editon in der Provinz erschienener Roman von Hermann Gail.
Das Kennzeichen der Bücher auf dem Büchertisch war überhaupt die kleineren bin Kleinstverlage, von denen ich ja irgendwie bezweifle, ob sie wirklich besser, als mein Selbstgemachtes sind.
Auf jeden Fall irgendwie unverkäuflich und ob ich zum Lesen kommen, wird sich weisen, momentan sitze ich ja über unverlangt Zugesandten oder Angebotenen und bin da ein bißchen unter Druck, weil ich ja meine Leseliste nicht sprengen will.
Der Vortragsraum in der Gesellschaft für Literatur begann sich aber zu füllen, eine Dame machte einen wichtigen Eindruck und wies den Festgästen ihre reservierten Plätze zu und Marianne Gruber sollte später „Gnädige Frau“ zu der Begleitung des Dichters sagen. Ansonsten Bernhard Fetz, Franz Josef Czernin, Daniela Striegl, alles was Rang und Namen hat im Literaturbetrieb und in der ersten Reihe sitzt, neben mich setzte sich ein ehemaliger PEN-Präsident namens Fischer mit einem gestreiften Sacco und hinter mir waren einige ältere Herren, die auch einen sehr wichtigen Eindruck machten.
Elizar Benyeutz oder Paul Koppel ist 1938 mit seinen Eltern aus Wiener Neustadt nach Israel emigriert, Rabiner geworden und hat, wie er später sagte oder schon in Krems erwähnte, 1960 die deutsche Sprache wieder für sich erobert und in dieser zu schreiben begonnen. Er schreibt Aphorismen und die drei Festvorträge, ein vierter ist ausgefallen, hatten alle einen religiösen Bezug.
Werner Helmich aus Graz hat „Mit der Wahrheitsarbeit – ein Tauchvorgang in die Poetik von Elizar Benyoetz“ begonnen, dann kam ein Prof. Langer vom jüdischen Institut mit „Das Werk von Elizar Benyoetz im Licht von Midrasch und Talmud“ und ein christlicher Theologe Josef Wohlmuth „Rede und Gesang – Elazar Benyoetz als poetischer Interpret der Tora“ folgte. Dann gab es eine Danksagung des Dichters, in dem er einiges aus seinem Leben erzählte. Marianne Gruber, die gekonnt moderierte, dankte und auch ein paar Aphorismen folgen ließ.
Dann gab es ein Buffet, dieses Mal ein wirklich gutes, mit jeder Sorte Brötchen „Ist das koscher?“, fragte mich eine Frau. Ich hätte eher auf vegetarisch getippt. Nämlich getrocknete Tomaten und Gurkenscheiben, aber auch Käse und Schinken und dann noch sehr viel Süßes, Himbeerschnitten, Apfelkuchen etc und das alles war nur der Vorgeschmack. Denn um neunzehn Uhr folgte ein Archivgespräch in der österreichischen Nationalbibliothek, mit einleitenden Worten von Johanna Rachinger und Berhard Fetz, einer Lesung von Elizar Benyoetz und einem Gespräch zwischen Daniela Striegl mit Franz Josef Czernin und Werner Helmich. Klavierbegleitung von Paul Gulda.
Das wird jetzt wahrscheinlich beendet sein und es wurde auch wieder Wein und Gebäck serviert, aber ich habe seit einiger Zeit ja eine fixe neunzehn Uhr Stunde und übersehen, daß es auch das Supervisionstreffen gab und in der Alten Schmiede hat Karl Markus Gauss sein neues Buch „Ruhm am Nachmittag“ vorgestellt.

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