Literaturgefluester

2012-04-30

Das neue Buch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 20:15

Hurrah, hurrah, es ist schon da das neue Buch! Das achte seit ich diesen Blog betreibe, das sechsundzwanzigste Selbstgemachte. Selfpublishing, heißt das ja heutzutage viel positiver, als es der diskriminierende „Eigenverlag“ war und es ist ein schönes Buch, „Die Frau auf Bank oder dreimal „S“, die Geschichte von den drei Frauen, deren Namen alle mit einem „S“ beginnen und die am selben Tag Geburtstag haben.
Ein realistischer Text, der Alltagsleben schildert und wo die Katastrophen nicht im Mord und Totschlag passieren, sondern so, wie wir sie alle kennen und das vom Alfred beanstandete positive Ende, ist meiner Meinung nach gar nicht so wunderbar, sondern so, wie es das Leben spielt. Und da heiratet man ja einmal und läßt sich wieder scheiden und alles hat auch einen realen Hintergrund.
Vielleicht ist eine Journalistin an mir verloren gegangen, denke ich mir manchmal.
Es ist also da, das schöne Buch, das keine Bank am Cover hat, denn die waren weggestellt, als wir im Jänner auf den Rathausplatz zum Fotografieren waren. Dafür sieht man ein paar schöne dunkle Bäume, ein Stück Himmel und den Turm des Wiener Rathauses, passt vielleicht auch ganz gut zum Text.
Nicht ganz pünktlich, sondern einen Tag zu spät, um es noch nach Salzburg mitzunehmen ist es gekommen, aber daran war meine Schlampigkeit bzw. meine leichte legasthene Ader Schuld, hätte ich doch das „i“ zuviel am Umschlag fast übersehen.
Jetzt ist es aber da, ob ganz fehlerlos werden meine Leser sehen und da rufe ich gleich zum Lesen auf. Wer es haben will, bitte melden! Auf meiner Homepage kann man es bestellen! Ich verkaufe es zum leicht aufgerundeten Selbstkostenpreis, weil ich am Schreiben nicht wirklich verdienen will, tausche es auch gerne und wer mir eine halbwegs objektive Rezension schreiben will, soll sich bitte melden!
Ein bißchen hineinlesen kann man sich auch oder konnte das schon länger. Beschreibe ich ja meine Schreibprozesse genau in den Literaturgeflüsterartikeln, das Hangen und das Bangen, die Manie und die Depression und dieser Schreibprozeß war auch sehr interessant. Habe ich ja vor nicht ganz einem Jahr damit angefangen. Hatte die Idee mit den Namen und den Frauen und bin dann gleich einmal ins Writersstudio zum Schreibcafe mit Yoga gegangen und war dort, als ich eine ganze Stunde an meinem Text schreiben sollte und mein kleines grünes Büchlein mit den Notizen nicht mithatte, ein bißchen überfahren, habe dann aber tapfer das Konzept entworfen. Dann kam der Sommer und der eigentliche Schreibbeginn in Harland, wo ich ja sehr viel geschrieben habe und auch zum Denken und zum Reflektieren ein paarmal mit dem Rad nach Wilhelmsburg gefahren bin. Dann kam die Reise nach Polen. Das Manuskript reiste mit, die drei Frauenschicksale blieben aber ziemlich unbeachtet und fanden ihre Renaissance erst wieder im August am Rathausplatz beim Warten auf den Film, was ja zum Buch und Thema passt und als ich schon am Korrigieren war, kam eine Einladung in die Schreibfabrik, wo man sich Feedback holen konnte und das tat ich dann gleich bei der Szene, die man hier und auf meiner Homepage Probelesen bzw. auch per Video anhören kann. Der Foxtrott war in der ursprünglichen Fassung noch ein Tango, das habe ich auf Grund der Rückmeldungen geändert, obs wirklich passend war, weiß ich noch immer nicht, habe aber auf meinem Geburtstagsfest das erste Mal aus dem Manuskript gelesen, wieder die „Tanzstundenszene“, die ja sehr stimmig ist und die habe ich auch bei der Lesung im El Speta präsentiert, von da stammt das Video. Es gab also schon zwei Lesungen aus dem Buch, daher ist keine Buchpräsentation geplant, weil ich nicht wüßte, wo ich damit hingehen soll und auch nicht wieder vor leeren Sesseln lesen will. Wer aber etwas weiß und mich dazu einladen will, ist herzlich willkommen.
Sarah Wipauer, die ich ja auch sozusagen während oder vor dem Schreiben kennenlernte, hat mir einen schönen Text geschrieben, den man auch hier finden kann und jetzt werde ich wieder meine kleine Aussendung machen.
Die Nationalbibliothek fordert ja ihr Pflichtexemplar und schreibt es dann in die Kataloge und wenn der deutschen Bibliothek in Leipzig das österreichische Auslandsporto nicht zu teuer ist, fordert sie das Buch an. An das Literaturhaus werde ich ein Buch schicken, an die Alte Schmiede und an die Literaturabteilung von Ö1, vielleicht bekomme ich wieder einen Termin für die Textvorstellungen oder kann es im Radio Montagabend bei der „Neuen Literatur aus Österreich“ präsentieren.
Wäre schön und war auch schon bei anderen Büchern so und da das Selfpublishing im Augenblick immer moderner wird und es immer mehr Autoren so machen, tue ich mir auch ein bißchen leichter damit, nur bei Wikipedia würde ich es ja gerne eintragen, aber vielleicht trägt der, der mich hinausgestrichen hat, alles wieder nach. Auf meiner Homepage stehen alle meine Bücher und ich denke, es kommt auf den Inhalt und nicht auf die ISBN Nummer an, die ich mir auch kaufen könnte, wenn ich das wollte. Also schönes Lesen, wer das will und wer meine Jammerartikeln der letzten Wochen gelesen hat und wissen will, wie es damit weitergeht, ein bißchen klarer bin ich durch die Krise hervorgegangen, glaube ich.
Da haben zwar auch die zwei sehr schönen Lesungen, die ich vor kurzem hatte und bei denen ich nur einmal aus der „Frau aus der Bank“, sonst den Beginn des nächsten noch nicht druckfertigen Buchs, gelesen habe, Schuld daran und wahrscheinlich auch die vielen Blogartikel der sogenannten Gebrauchsautoren, die jetzt auch ihre Bücher selbermachen, weil sie daran mehr zu verdienen glauben und keine Knelbelverträge der Verlage mehr wollen. Ich denke mir, es ist, wie es ist, ich würde auch gerne bei Suhrkamp oder S. Fischer publizieren, geht aber nicht. Trotzdem nehme ich das Schreiben ernst, tue es sehr lang und sehr intensiv und so gut wie ich kann und muß halt akzeptieren, daß das niemanden aufzufallen scheint.
Die Möglichkeit des Selbermachens und des Bloggens ist aber eine feine Sache. Durch meinen Brotberuf bin ich auf das unbedingt Verdienen müßen auch nicht so angewiesen und kann es lockerer sehen, wenn sich niemand für meine Bücher interessiert. Es muß mich keiner lesen! Ich will aber schreiben und das tue ich auch sehr intensiv und da sind die neuen Möglichkeiten schon ein wahrer Segen! Also werde ich „Die Frau auf der Bank“, statt der „Absturzgefahr“ in Zukunft in meiner Handtasche mit mir herumtragen und wer es anschauen will, dem zeige ich es gerne, ansonsten wartet ja „Die Wiedergeborene“, von der es auch schon ein schönes Video gibt und aus der ich schon dreimal gelesen habe, auf das Fertigwerden und die „Paula Nebel“ mein übernächster Kurzroman auf das Korrigieren und das gar nicht so schlecht ist, wie ich schon dachte, habe ich inzwischen festgestellt. Die nächste Lesung wird übrigens am 16. Juni um 20 Uhr vor dem offenen Bücherschrank in der Grundsteingasse sein und da lese ich aus einem Oldie, dem hier heiß diskutierten „Mimis Bücher“, weil da ja der Kasten in der Zieglergasse, eine gewisse fiktive Rolle spielt,ich das Buch, als ich damals eine Aussendung machte, an Frank Gassner schickte und auf diese Art und Weise mit ihm in Kontakt gekommen bin.

2012-04-29

Salzburg-Lesung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 12:44

Margot Koller, Eva Jancak

Margot Koller, Eva Jancak

Das mit der Lesereise war natürlich stark übertrieben, obwohl ich im Laufe meines Schreiberinnenlebens schon einige schöne Lesungen und Literaturveranstaltungen außerhalb des Kernraum Wien bzw. St. Pölten hatte. So hat der Tag der Freiheit des Wortes von Gösta Maier organisiert in den Neunzigerjahren einmal in Klagenfurt und einmal in Villach stattgefunden. 2007 gab es die von Ruth Aspöck organisierte Dichterradkarawane von Wien nach Bamberg, wo ich ein Stück mitfuhr und in Vilshofen las. Die IG Autoren haben mich in den Neunzigerjahren zu einer Lesung in eine Innsbrucker Buchhandlung eingeladen und nach Klagenfurt wurde ich 1989 zum Preis der Arbeit, den es damals dort gab, auch eingeladen. In Salzburg war ich einmal bei dem von Christine Heidegger veranstalteten Symposium „Sichten und Vernichten“ zur Bücherverbrennung in Salzburg und dann gabs einmal eine Vollversammlung in Mondsee. Die „Mittleren II“ mußten in der Villa Falkenhorst bei Feldkirch in Vorarlberg stattfinden und 2005 hast mich Erika Kronabitter zu einer Text und Kritikwerkstatt auf die Silvretta eingeladen, da gab es auch eine sehr schöne Lesung in einer sehr gefüllten Galerie bei Bregenz.

Eva Jancak

Eva Jancak

Wolfgang Kauer

Wolfgang Kauer

Und weil die Mittleren II ja in Voralberg mit Erika Kronabitter, Anni Bürkl und mir stattfanden haben, habe ich gedacht, das wäre eine gute Idee sowas vielleicht auch in Graz, Salzburg etc zu machen und habe vor ca zwei Jahren Margot Koller darauf angesprochen. Daraus wurde am Donnerstag eine von Wolfgang Kauer eingereichte Veranstaltung, bei der ursprünglich auch Walter Baco lesen hätte sollen. Aber der hat der GAV schon zuviel gelesen, so daß außer Margot Koller, Wolfgang Kauer und mir noch Josef K. Uhl gelesen hat und den habe ich ja erst vor kurzem bei einem Dichtfest in Wien gehört. Und weil die Veranstaltung Donnerstagabend stattfand und Margot Koller mich bei sich unterbrachte, haben wir gleich das Wochenende drangehängt, so daß es doch eine Lesereise wurde oder auch eine Art Literaturtourismus, der noch dazu bei besonders guten Wetter stattfand.
So sind sind Alfred und ich Donnerstag früh mit einem Zwischenstop in St. Pölten losgefahren und haben die erste Rast in der Autobahngaststätte Mondsee mit Blick auf den See gemacht, was von dem guten Spargel abgesehen, schon einmal literarisch sehr intensiv war. Sind wir doch vor oder hinter einem älteren Paar gesessen und der Mann im Trachtenjanker bestellte in unverkennbar oberösterreichischer Mundart zwei Espressi „i“ nicht „o“, wie wir das tuen würden, beim Kellner, worauf sich der erkundigte, ob der Kaffee italienisch mit der Marke Illy oder nach Wiener Art mit Meinl Kaffee gewünscht wurde und der Herr ergänzte etwas von einem „Kaffee Deutsch“, den es in Bozen gäbe, worunter wahrscheinlich der berühmte Blümchenkaffee mit Blick auf das Tassenmuster gemeint ist.

Margot Koller

Margot Koller

Josef K. Uhl

Josef K. Uhl

Dann waren wir schon in Salzburg und Margot Kollers Reihenhaus war auch bald gefunden. Mit dem Bus sind wir mit unseren Büchertaschen in die Stadt gefahren, noch ein bißchen herumspaziert und uns um halb sechs mit den anderen vor einem Lokal in der Nähe des Afroasiatischen Institutes getroffen, wo die Veranstaltung stattfand.
Bei der letzten GV der IG Autoren habe ich versucht ein bißchen Werbung für die Veranstaltung zu machen und alle Salzburger Kollegen darauf aufmerksam gemacht, worauf die mich nach einem bestimmten Cafe fragten und meinten, die Veranstaltung würde dort stattfindens, weil Wolfgang Kauer dort offenbar mit der „Freitagslektüre“ Veranstaltungen macht.
Aber das Thema unserer Veranstaltung war ja „Abgeschoben“ und da passt das Afroasiatische Institut natürlich besser und die Veranstaltung war auch liebevoll organisiert und geplant.
Begonnen hat es schon um sechs mit einer Vorveranstaltung da hat ein junger Mann aus Kamerun vom Leben dort, der Politik, der Geschichte, dem Tourismus, den Königen und den Präsidenten erzählt und auf Nachfrage auch ein bißchen, warum er nach Österreich gekommen ist und wie es ihm hier so geht.

Installation

Installation

Gudrun Hagen / Verein “ekando kumer”,

Gudrun Hagen / Verein “ekando kumer”,

Dann folgte eine kleine Pause, es gab einen Besucherwechsel, ein paar sind auch geblieben und Wolfgang Kauer, bzw. Margot Koller leiteten die Veranstaltung ein.
Wolfgang Kauer ist, glaube ich, zwei Jahre Mitglied der GAV und sonst Gymnasiallehrer in Salzburg. Margot Koller kenne ich viel länger und habe mit ihr schon einige Veranstaltungen gehabt. Die erste war die gemeinsame Arbeit an der sogenannten Selbstmordanthologie „Kälte frißt mich auf“, zu der es, glaube ich, noch in den Achtzigerjahren nach dem Selbstmord eines GAV-Mitglieds kam. Dann habe ich sie zu „Selbstgemacht“ eingeladen, das noch im Literaturhaus stattfinden durfte und wo es um das selbstgemachte Publizieren ging. Bei den „Mittleren V“ hat Margot Koller auch gelesen. Josef K. Uhl, den Kärntner Kollegen, kenne ich auch schon länger. Hat er ja einmal auch einen meiner Text in seiner Zeitschrift „Unke“ gebracht. Ich sehe ihn öfter bei den Generalversammlungen und war, wie schon erwähnt, bei seiner Lesung vor zwei Wochen in Wien.
Ich habe mit dem Lesen begonnen und da war ich anfangs, obwohl ich ja, glaube ich, selbst das Thema vorschlug, ein bißchen ratlos, was ich lesen soll?

Buchhandlung Höllrigl

Buchhandlung Höllrigl

Stieglkeller

Stieglkeller

Dann hat der Beginn der „Wiedergeborenen“, die „Wiedergeburt“ stand fälschlich im Programm sehr gut gepasst. Da geht es zwar nicht um die aktuelle Asyldebatte, aber um die Vertreibungen und Flüchtlingsströme des gesamten letzten Jahrhunderts. Margot Koller hat gleich mit „Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür“ weitergemacht und das war eine Textcollage aus einem aktuellen Erlebnis, eine Frau wird während einer Kur von einer Bosnierin angesprochen, die von ihr vierzig Euro haben will, damit sie in ihre Heimat zurückfahren kann und Auszügen aus einem Brief von SOS-Mitmensch und dem Dokumentarroman „Verfahren“ von Ludwig Laher. Wolfgang Kauer las einen Ausschnitt aus dem Buch „Der Code der Schnabelkanne“ und nicht aus dem, das im Programm angekündigt war. Um die Vertreibungen nach dem zweiten Weltkrieg ist es dabei aber trotzdem gegangen. Josef K. Uhl endete mit politischen Gedichten und einigen aus seinem neuen Buch Rock`ǹ Roll des Herzens“, die, was ich mir anfangs gar nicht vorstellen konnten, wunderbar zum Thema passten.

Augustiner Bräustübl

Augustiner Bräustübl

Die Frösche

Die Frösche

Dann gab es noch eine Diskussion mit einer Frau vom Verein „ekando kumer“, der sich um „Schülerpatenschaften in Afrika kümmert und am Schluß mußte man durch ein Natz, das eine bildende Künstlerin inzwischen am Eingang gespannt hat, damit man sich ein bißchen konkreter vorstellen konnte, was Flucht und Abschieben für den Betroffenen bedeutet.
Eine sehr interessante Veranstaltung in einem neuen Rahmen, obwohl ich in Salzburg ja schon einige Male war. Das erste Mal im selbgemachten Dirndl mit der Frau Fachlehrer Linser in der vierten Hauptschulklasse. Dann war ich als Studentin in einem Sommer eine Woche oder zehn Tage mit Monika Jensen dort, habe bei einer ihrer Freundinnen gewohnt, war bei einer Festspielveranstaltung wo Gidon Kremer spielte und ich den Kritiker Klaus Khittl traf. Zurück sind wir wieder autogestoppt, der Herr, der uns mitgenommen hat, war Helmut Zenker und erzählte und, nachdem ich ihn erkannte, daß Lukas Resetarits der neue Kottan sein wird.
Einmal war ich mit dem Alfred dort und dreimal im Rahmen der GAV, einmal beim kulturpolitischen Arbeitskreis, der von Ludwig Laher organisiert wurde, einmal bei einer GV im Literaturhaus und das letzte Mal bei dem schon erwähnten Symposium mit Kathrin Röggla,Thomas Rothschild, Elisabeth Reichart, Ludwig Laher etc.
Das war in den Neunzigerjahren. Seither hat sich Salzburg wohl ein bißchen verändert und so bin ich am Freitag zuerst mit dem Alfred allein, später auch mit Margot Koller in der Stadt herumgelaufen, haben in der Buchhandlung Höllrigl, dem angeblich ältesten Buchgeschäft Österreichs, nicht nur die Geschenkanthologie zum Welttag des Buches, sondern auch Cornelia Travniceks „Chucks“, Anni Bürkls „Narrentanz“, Carla Federicos bzw. Julia Kröhns „Feuerland“-Buch und vieles mehr gesehen.
Dann haben wir in einem schönen Gastgarten Mittag gegessen und sind nach einem Besuch im Mirabellgarten, ein bißchen auf den Mönchsberg marchiert, wo auch das Stefan Zweig Center untergebracht ist und ganz neu, ein Literaturarchiv. Aber das wurde schon eine Woche früher eröffnet. Eine Alfredo Bauer Lesung im Literaturhaus haben wir auf diese Art und Weise auch versäumt. Dann ging es noch einmal in einen Biergarten. Diesmal in einen ganz großen, wo sich die Nichtbiertrinker mit Kracherln begnügen müssen und am Schluß sind wir bei der langen Nacht der Forschung herumgehoppelt und haben im Mozarteum ein bißchen was übers Hammerklavier und im neuen Haus, wo wir schon am Nachmittag auf der Dachterrasse, die Festung Hohensalzburg bewundert haben, ein bißchen was über das Leben der Studenten und Dozenten gehört und am Samstag gab es einen Ausflug in die Gegend. Eine Seenrunde um den Wallner- und den Mattsee, wo wir wunderschöne Frösche fotografierten. In der Teufelsklamm sind wir auch herummarschiert und jetzt wieder zurückgefahren, wo sowohl das literarische als auch das nicht literarische Alltagsleben weitergeht und ich mein neues Buch suchen werde müßen, das entweder schon gekommen ist oder noch kommen wird.

2012-04-26

Junge Slowenen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:08

Bezüglich der osteuropäischen und der Balkanliteratur kenne ich mich ganz gut aus, wird die bei den Buchmessen ja meistens sehr promotet, es gibt Broschüren mit Textproben und der Wieser-Verlag, der gerade eingegangen ist, hatte da seine Reihen, die auf der Buch-Wien präsentiert und von der Bank Austria gefördert wurden und einmal habe ich ja eine ganze Kiste solcher Bücher gewonnen, wo beispielsweise eines mit Texten von Marusa Krese war und mir auch sonst immer wieder ein paar geholt.
Walter Famler stellte sie sie in der Literatur im Herbst vor und ich bin ja auch am Nationalfeiertag mit dem Literaturschiff von Bratislava nach Wien gefahren und am Mittwoch gab die junge slowenische Literatur im Literaturhaus. Katja Gasser, die sich als Kärtner Slowenin vorstellt, sollte zwei Autoren und zwei Autoren präsentieren, alle zwischen 1988 und 1980 geboren, einer Nejc Gazvoda, war aber verhindert, weil er gerade einen Film dreht, so las die Übersetzerin Metka Wokounig, ebenfalls eine Kärtner Slowenin, seinen Text „Der Schatten“ vor und interessant, die Texte sind allesamt noch nicht übersetzt, so lagen am Büchertisch die Bücher in slowenischer Sprache und eine Broschüre in Deutsch und Englisch, die Natasa Kramberger vorstellte,auf.
Barbara Zwiefelhofer leitete ein und wies darauf hin, daß es in Wien ein slowenisches Kulturinformationszentrum gibt, das die Autoren offenbar ausgesucht und eingeladen hat, dann nannte sie die Namen und die jungen Leute stürmten auf das Podium, aber das war nur die Einleitung, die Podiumsdiskussion fand erst später statt. Zuerst wurde einzeln gelesen und da hat Natasa Kramberger begonnen, die 1983 in Maribor geboren wurde und jetzt in Berlin lebt. Sie las Slowenisch aus ihrem Versroman „Kaki vojaki“ in dem es um einen Baum und drei Tiersoldaten geht, die ihn umkämpfen. Sie hat noch einen anderen Roman geschrieben „Himmel im Brombeerstrauch“ der in der Broschüre erwähnt wird und an der Wand wurde der Text zum Mitlesen projeziert, das wurde schon beim Short Cut Festival im November so gemacht, was ich aber mühsam finde, weil ich mich, wenn gleichzeitig gelesen wird, auf den Text nicht gut konzentrieren kann. Es gab aber nachher die Ausdrucke davon, so daß man nachlesen kann. Der zweite Autor war, wie schon erwähnt nicht da, die junge Übersetzerin las seinen Text „Der Schatten vor“ und dann kam die Jüngste in der Runde, die 1988 in Ljubljana geborene Katja Perat, die vergleichende Literaturwissenschaft studierte und als eine der begabtesten Nachwuchslyrikerinnen gilt, sie las dann auch Gedichte vor, in einem wurde Friedrich Engels erwähnt und leitete ihre Lesung auf Englisch mit den Worten ein, daß es lustig ist, eine Einleitung über sich zu hören und kein Wort zu verstehen.
Der vierte Autor war Goran Vojnovic, 1980 in Ljubljana geboren, Katja Gasser erwähnte noch in der Einleitung, daß er bosnische Eltern hätte, fühlt er sich jetzt als Migrant?
Er hat einen Roman mit dem Titel „Jugoslawien, mein Land“, geschrieben, mit dem er 2011 Dragar Jancar ausgestochen hat, wie Katja Gasser erwähnte. Bei der Geschichte, wo es um den Krieg und die Vergangenheit Ex-Jugoslawiens geht, haben die Leute sehr gelacht und Katja Gasser eröffnete die Diskussion auch mit der Frage, ob es eine Jugoslawien Nostalgie gibt?
Aber dazu waren die Autoren viel zu jung, haben sie den Krieg ja als Kinder miterlebt und das Tito Jugoslawien oder das des Slobodan Milosevic ist lang vorbei, jetzt ist Europa angesagt und da wurde dann diskutiert, ob man sich in Slowenien als Europäer fühlen kann und es eine Balkanliteratur gibt. Es war dann noch ein Experte auf dem Podium, nämlich der offenbar in Wien lebende, 1981 in Ljubljana geborene Aleksander Studen-Kirchner, den Katja Gasser als Experte für die slowenische Literatur vorstellte und ich habe mir die ganze Zeit gedacht, daß ich den Namen Natasa Kramberger kenne, dann ist mir eingefallen, daß sie vielleicht auf dem Literaturschiff gewesen sein könnte.
Sie war das auch oder hätte es sein sollen, ist aber schon in Novi Sad ausgestiegen, aber höchstwahrscheinlich auf dem Programm gestanden, vielleicht habe ich auch ihre Texte gefunden und mitgenommen.
Ein spannender Abend mit spannender Literatur, gibt es ja nicht nur in Österreich Autoren unter Dreißig und allgemeines Bedauern, wann die Texte auf Deutsch erscheinen werden. Zumindestens den Jugoslawienroman würde ich gern lesen.
„Gern!“, antwortete Metka Wukounig auch auf Barbara Zwiefelhofers Frage.
„Wenn ichs bezahlt bekomme, sofort!“
Nachher gabs wieder was zu trinken und ich beobachtete erstaunt, daß die Bücher fast alle verschwunden waren, die letzten kauften gerade zwei Damen, die sich lange mit der Bibiane, die sich als burgenländische Kroatin outete, unterhielten und als Katja Gasser kam und etwas kaufen wollte, haben sie ihr die Bücher gegeben. Natasa Krambergers Versroman, die sich sehr nett mit mir unterhalten hat, war aber noch dort.
Ein interessanter Abend also und jetzt gehts auch auf Lesereise.

2012-04-25

Gibts den Autor noch im Netz?

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:04

So lautet die Frage, die momentan nicht nur Gerhard Ruiss von den IG Autoren beschäftigt, von den Fantasien Andreas Eschbachs wie es wäre, wenn das Urheberrecht verschwunden oder nur noch auf fünf Jahre beschränkt ist, wie es in Deutschland offenbar die Piraten wollen, habe ich ja schon berichtet. Für mich eine Horrorvorstellung, den Neoliberalisms diesbezüglich auszuweiten, daß man sich für einen Lesekreis bewerben muß und der Autor nimmt dann nur die tausend besten, die ihm zu Gesicht stehen oder das meiste zahlen. Verständlich, daß sich ein Autor sowas wünscht und weit ab von der Realität der offenen Bücherschränke und der Aktion zum Welttag des Buches wo an die Million Bücher einfach so verschenkt werden. Trotzdem bewet die Urheberdebatte die Gemüter und die GAV bzw. der republikanische Club lud zur Urheberdisskussionen ein. Nicht das erste Mal, vor drei Jahren während des Bachmannpreises, bin ich ja schon einmal bei einer diesbezüglichen Veranstaltung gewesen und Gerhard Ruiss, der vor einigen Tagen übrigens Professor wurde, ist diesbezüglich überhaupt besonders aktiv. So hat er zu einer Unterschriftenaktion „Her mit der Festnetzabgabe“ aufgerufen, die Aktion „Kunst hat Recht“ gestartet und die Diskussion „Gibt es im Netz noch den Autor und die Autorin?“ mit Sandra Csillag von der Literara mechana, Gerhard Ruiss, Jörg Piringer und Hans G. Zeger klingt auch interessant.
Am Dienstag um 19. 30 hatte ich mir in meinem Kalender eingetragen, aber auf den ausgedruckten Einladungen stand Beginn 19 Uhr und als dann noch die GAV eine Erinnerung schickte, bin ich nach einem praxisintensiven Tag losgestartet, dann lange neben Ruth Aspöck gesessen und habe mich mindestens eine halbe Stunde mit ihr unterhalten, wie der Poetry Slam in Krems war, an dem sie am vorigen Freitag teilgenammen hat.
Für alle, die es wissen wollen, Andi Pianka hat gewonnen und Tschif Windisch hat ihn moderiert, es gibt also einen regen Poetry Slam Tourismus, den dann immer dieselben, nämlich die Profis gewinnen und die andere bleiben über. Aber diesmal ging es um die Urheberdiskussion. Es war schon halb halb acht vorbei, als Doron Rabinovich die Veranstaltung ankündigte. Dann gab es eine rege Diskussion, die sehr widersprüchlich war, denn die Geschäftsführerin der Literamechana ist natürlich für den Urheberschutz und beklagte auch, daß ihr Fond, der den Autoren mit Pensionen und Sozialhilfe zur Verfügung steht, also ihnen beispielsweise das Begräbnis zahlt, kein Geld mehr hat, da inzwischen niemand mehr kopiert, also muß die Festnetzabgabe her und Gerhard Ruiss brachte wieder seine diesbezüglichen Beispiele. Er ist da ja sehr wortgewaltig und hat auch einen Kampf mit Google Books geführt, während der Medienkünstler Jörg Piringer und Hans G. Zeger es wieder ganz anders sahen. Es gab also eine rege Diskussion und Gespräche bei Wein und Knabbereien, die sehr interessant waren.
Ilse Kilic und Fritz Widhalm waren da und ich bin ins Gespräch mit einem Mann gekommen, dem ich meine Bücher zeigte, der mir auf meine Nachfrage, ob er auch schreiben würde, sagte, daß er der Lebensgefährte von Marianne Fritz gewesen ist.
„Kennen Sie die?“, hat er mich gefragt und mir wahrscheinlich nicht geglaubt, daß ich sie sehr wohl kenne, bzw. mich ein bißchen mit ihr und ihrer Literatur beschäftigt habe, anschließend habe ich mich lange mit Sibylle Summer vom Rebublikanischen Club, die eine sehr liebe freundliche Frau ist und mit Gerhard Ruiss unterhalten, der sich immer noch mit meinen bei Wikipedia herausgestrichenen Büchern beschäftigt und den dafür Zuständigen nicht finden kann und bin etwas verwirrt nach Hause gegangen. Denn das Urhebergesetz hat viele Seiten, vor allem für eine, die außerhalb des Literaturbetriebs steht, aber manchmal zu den sehr schönen Veranstaltungen des republikanischen Clubs geht. So kann ich mich beispielsweise an das Fest vor zwei Jahren erinnern, bei dem an das das berühmte Waldheim-Pferd von Alfred Hridlicka erinnert wurde. Am nächsten Tag habe ich dann erfahren, daß er gestorben ist.

2012-04-24

Über Hilde Spiel

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:25

Über Hilde Spiel, die im letzten Oktober ihren hundertsten Geburtstag gefeiert hätte, habe ich schon geschrieben und gelesen, habe ich mir ja bei der Buch-Wien von Gerlinde Tamerl, das von Ingrid Schramm und Michael Hansel herausgegebene Buch „Hilde Spiel und der literarische Salon“ geben lassen und bin, im Jänner oder Februar, wird es wahrscheinlich gewesen sein in Harland in der Badewanne gelegen und habe mir den ersten 1989 erschienenen Memoiren Band „Die hellen und die dunklen Zeiten“, den ich, was ich offenbar vergessen hatte, von meiner lieben alten Freundin Hansi Berger geschenkt bekommen habe (zum Glück gibts die Geburtstagswidmungen) geblättert, hatte keine Ahnung, ob ich das Buch gelesen oder nach dem Bekommen auch nur durchgeblättert, wird wohl so gewesen sein, und habe es, was auch sehr interessant ist, nicht so dicht, wie das Schramm und Hansel Buch gefunden, aber wahrscheinlich war das durch die Flüchtigkeit meines Lesens begründet und als im vorigen Mai oder Juni, die „Buchlandung“ eine Totalräumung ihrer wahrscheinlich unverkäuflichen Bestände machte und die Ein-Euro-Kisten besonders füllte, bzw. ganze Regalreihen damit bestellte, habe ich Marcel Reich-Ranickis „Über Hilde Spiel“ gefunden und den 1920 in Wloclawek geborenen kenne ich auch.
Wer kennt den nicht?, werden jetzt meine Kritiker schreien, natürlich jeder kennt den Wortgewaltigen, Energischen, der mit lauter Stimme und erhobenen Zeigefinger über die Bücher und die Autoren fährt, schon mal was wörtlich oder auch nur übertragen zerreißt und dann noch offenbar soviel Humor besitzt, daß er für das Telefonbuch Werbung macht und wenn er ins Fernsehen eingeladen wird, um einen Preis zu bekommen, beschimpft er es genauso lautstark öffentlich, was zur Folge hatte, daß Elke Heidenreich ihre Büchersendung „Lesen“ ins Internet verlegte und jetzt nicht mehr macht.
Nun ja, das weiß ich nicht so genau, bin ich ja keine deutsche und auch keine österreichische Ferseheherin und gebe nur das Mitbekommene mit. Daß Marcel Reich-Ranicki von Ernst Willner und Humbert Fink für den Ingeborg Bachmann Preis gewonnen wurde und dort in den ersten Jahren Juror war, Hans Weigel war, glaube ich, auch dabei, weiß ich auch und als Brigitte Guttenbrunner dort gelesen hat, erzählte sie, daß er „Ist das eine Emanze?“ über sie gesagt haben soll.
Seine Biografie „Mein Leben“ habe ich mir vom Alfred zum Geburtstag schenken lassen und war hoch beeindruckt, anderen hat das Buch, soviel ich weiß, nicht so gut gefallen und haben zum Lesen aufgehört, ich kann sein autoritäres Gehabe dadurch aber besser verstehen und habe mir schon viel früher, als ich das noch tat, Bücher von ihm gekauft, bzw. den „Der doppelten Boden“, denn der Band „Unser Grass“ war in einem der Büchertürme, als es die Literatur im März noch gab und dieser, der Nobelpreisträger, ist ja auch ein sehr wortgewaltiger energischer Herr und hat gerade erst die Literaturwelt und den Staat Israel so erregt, daß man ihm den Nobelpreis aberkennen wollte.
Ich bin, glaube ich, nicht so wortgewaltig, aber sehr an Literatur interessiert und so habe ich mir das dtv-Bändchen in die Badewanne mitgenommen, daß sieben, wahrscheinlich schon früher publizierte Aufsätze und dann eine sehr ausführliche Biografie und Publikationslisten beider Autoren enthält.
„Wer hat Angst vor Hilde Spie?“, heißt so wortgwaltig der erste Text und schildert, daß Hilde Spiel Reich-Ranicky zusammenputze, als er mit ihr 1962 in Berlin auftrat und Arthur Schnitzler einen unterhaltsamen Autor nannte, was Hilde Spiel als Skandal empfand.
Nun bin ich ja, wie meine Leser wissen, eigentlich eine Psychologin und keine Literaturwissenschaftlerlin. Das Theater unterhaltsam ist, weiß ich auch, von „Professor Bernhardi“ würde ich das nicht unbedingt behaupten und beim „Reigen“ und bei „Liebelei“ kann einer auch das Gruseln kommen, ob der Hintergründigkeit oder der Art und Weise, wie die „lieben Mädeln“ da behandelt werden. Aber Österreich ist Österreich und hat seine literarischen Unterhalter. Heimito von Doderer ist auch einer, mit dessen „Dämonen“ und einer meiner ersten Lieben, ich 1977, einen höchst beeindruckenden Sommer im Wiener Stadtpark verbrachte. Daß da auch ein bißchen Nazivergangenheit verpackt ist, habe ich erst später begriffen und steht auch in dem Buch, aber in einem anderen Kapitel.
„Wem sagen Sie das?“ heißt der zweite Text und da geht es um „Lisas Zimmer“, ursprünglich in Englisch geschrieben und 1961 in London erschienen, ein Buch über „Emigranten, zumal Intellektuelle, über symptomatische Schicksale im zweiten Viertel unseres Jahtrhunderts?“
Hilde Spiel wird von Reich Ranicki in dem Buch sowohl gelobt als getadelt, der alte Grandseigneur, der wahrscheinlich gar nicht anders kann, breitet genüßlich seine Theorien über sie aus, nennt sie eine begnadete Essayist und schwache Romanschreiberin, weiß wieder alles sehr genau und wahrscheinlich sehr viel besser als die alte, 1990 verstorbene, Dame selbst.
Vor allem aber gibt es in dem Buch sehr viele Bilder. Einige davon kenne ich schon, sind sie ja auch in dem Schramm-Buch enthalten, ob in den „Hellen und finsteren Zeiten“ Fotos sind, weiß ich jetzt nicht, habe ich das Buch ja in Harland, denke aber schon und Ingrid Schramm, die ja in der österreichischen Nationalbibliothek tätig ist, wird auf der letzten Seite auch besonders für die Bildrecherche gedankt.
Im September 1990 wurde „Welche Welt ist meine Welt“, der zweite Memoirenband, im Palais Pallavicini vorgestellt. Marcel Reich Ranicki war dabei und hat wahrscheinlich die Laudatio gehalten, Andre Heller hat gelesen, davon gibt es viele Fotos, die die alte Dame mit Würdenträgern aber auch ihr Buch in der Hand haltend, zeigen.
Ich war nicht dabei, habe ich mich damals, trotz Hansis Geburtstagsgeschenk, wahrscheinlich doch nicht so viel für Hilde Spiel interessiert, sondern an den „Hierarchien“ und auch meinen „Stotterer-Buch“ gearbeitet, finde es aber sehr interessant und würde mir, meine Leser wissen es wahrscheinlich, sehr wünschen, die frühen Romane, die Hilde Spiel sehr jung geschrieben und dafür auch Preise bekommen hat, „Kati auf der Brücke“, „Verwirrung am Wolfgangssee“, aber auch „Lisas Zimmer“ und alles andere, im offenen Bücherschrank zu finden und schaue auch immer sehr genau, um nichts zu übersehen.
Bei den biographischen Notizen habe ich übrigens etwas interessantes entdeckt, nämlich daß Hilde Spiel, die mit Milo Do, Begründerin und auch erste Präsidentin der IG Autoren war und dem PEN angehörte, 1980 zum Mitglied der Grazer Autorenversammlung gewählt wurde.
Was die Pendantin in mir natürlich wachrüttelt, wie kann das sein? Gibt es da doch diesen Aufnahmeparagraphen, aber vielleicht war das eine Ausnahme und, daß schon Leute aus dem PEN ausgetreten sind, die eigentlich nicht drinnen sein hätten dürfen, habe ich auch schon in der Zeitung gelesen und einmal, wenn ich mich recht erinner, dem Herrn Menasse einen diesbezüglichen Brief geschrieben.

2012-04-23

Freibord – Jahrgang 35 und 36

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:39

„Aller guten Dinge sind 3 und dopptelt hält besser“, steht im Programm der Alten Schmiede und als ich dorthinkomme, sehe ich bekannten Gesichter. Christine Huber, Herbert J. Wimmer, Marie Therese Kerschbaumer, Elisabeth Wäger stehen vor der Tür. Fritz Widhalm, Ilse Kilic, Ingrid Wald, Angelika Kaufmann, Sylvia Treudl, Nils Jensen treffe ich drinnen, Rudi Lasselsberger sitzt in den hinteren Reihen, wird doch die Gerhard Jaschkes „Freibord“ vorgestellt, das er gemeinsam mit Hermann Schürrer gegründet hat und die jetzt in den sechs oder siebenunddreißigsten Jahrgang geht. Beim Fünfunddreißigjahresfest war ich dabei und inzwischen habe ich eine dritte Freibord Publikation, ist ja mein Nachruf auf Helmut Eisendle, auch ein Literaturgeflüsterkurztext, den ich für den Osterspaziergang des Wiener Lesetheaters vor zwei Jahren geschrieben habe, dort erschienen. Gerhard Jaschke nahm Platz am Podium, Kurt Neumann begrüßte, nannte das „Freibord“ eine fulminante Publikation, dann ergriff Gerhard Jaschke das Wort und hielt einen Vortrag über die Heftgeschichte, schimpfte auf die Post und ihre hohen Portkosten, wenn man eine Einladung zu einer Ausstellung unterfrankiert, schickt sie zurück und die Eröffnung ist vorbei und gab auch die Daten zu allen Ausstellungen an, die mit dem „Freibord“ in irgendeiner Art und Weise im Zusammenhang stehen bekannt. Am 7.7. wird die Sommerausstellung in Unterretzbach eröffnet, in der es auch ein Portrait von Elfriede Gerstl zu sehen geben wird. Dann zeigte er ein alten „Freibord“ her, in dem Elisabeth Wäger-Häusle, Gerhard Kofler etc zu sehen waren, zitierte einige Erwähnungen in Zeitungen und eine Anfrage nach einem Artikel den es gar nicht gab, weil es offenbar eine Verwechslung mit der Zeitschrift „Freibeuter“ war und zitierte die Lesungen und die Feste, die es gegeben hat.
Namensverhunzungen wurden auch noch erwähnt, aber das tat schon der erste Leser, Peter Matejka, der offenbar immer falsch ausgesprochen wird und der hatte zwei Texte, einen alten und einen neuen. Der Alte ging über eine Katzengeschichtensammlung, die sich ein pensionierter Volksschuldirektor von seinen ehemaligen Schülern schreiben ließ und dafür Ildefonso an sie verteilte und die letzte bezog sich offenbar auf die Schiffskatastrophe, die es im Jänner gegeben hat. Das „Alptraumschiff“ und die Passagiere beschwerten sich darüber, daß sie ihre untergegangen Reiseandenken nicht ersetzt bekamen. Die nächste Leserin war Elisabeth Wäger, die einmal Wäger-Häusle geheißen hat und drei Seiten aus einem Roman las. Dann folgte Ronald Pohl, der Standard Kritiker, der im gleichen Jahr wie ich in die GAV aufgenommen wurde und der schöne Gedichte hatte.
Sylvia Treudl, die Leiterin des niederösterreichischen Literaturhauses in Krems, hatte zwei Texte in denen sie sich an ihre Großväter erinnerte und Portraits war offenbar auch ein Thema, das Gerhard Jascke vorgegeben hat, an das sich aber nicht alle der sechs Leser hielten.
Herbert J. Wimmer hatte eigene Gedichte und hat auch vor einer Woche, als ich mit Alfred und Anna essen war, die von Elfriede Gerstl vorgestellt. Ilse Kilic, die letzte Leserin las ebenfalls Gedichte vor, vier im „Freibord“ erschienene und eines, das sie nach oder für Gerhard Jaschke gedichtet bzw. ihm gewidmet hat.
Im Anschluß verwies Gerhard Jaschke auf den Büchertisch und darauf, daß man alle Nummern zu einem Sonderpreis von fünf Euro kaufen konnte, vorher hat er noch den Welttag des Buches und alle, die an diesen Tag Geburtstag haben erwähnt, so daß ich, die ich mich ja schon gestern und vorgestern daraufbezogen habe und heute auch eifrig einigen Bloggern Kommentare hinterließ, bzw. mich an ihren Gewinnspielen beteiligte, auf mein Welttag des BuchsArchiv verweisen und zur Feier des Tages habe ich mir noch zehn tolle ungelesene Bücher aus den Weiten meiner Regale herausgesucht, mit der eine neue Bücherliste beginnen will.

2012-04-22

Neue Wege oder Standortklärung

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:00

Eigentlich wollte ich heute Marcel Reich-Ranickys „Über Hilde Spiel“ zu Ende lesen und besprechen, dann wollte der Alfred erst morgen nach Wien fahren. Aber ich habe ohnehin was zu flüstern, hat sich seit dem letzten Blogeintrag ja einiges ergeben, denn da habe ich geschrieben, daß ich ein „Literaturgeflüster-Texte – Buch“ machen könnte und das eigentlich nicht wirklich vorgehabt. Als wir dann nach Harland fuhren, habe ich gedacht, daß das die Idee sein könnte, aus dem Ausgeschriebensein herauszukommen und Abstand zu gewinnen. Da muß ich mich wahrscheinlich ein wenig austricksen, weil es sonst mit den kurzen Texten und den Fingerübungen vielleicht nicht klappt, bis der Kopf wieder frei ist für etwas Längeres. Aber so könnte es gehen habe ich gedacht. Erst die „Wiedergeborene“ fertig machen, was noch dauern wird, da der Alfred im Mai mit dem Karli nach Australien fährt und den Text, glaube ich, noch nicht sehr durchgesehen hat. Dazwischen korrigiere ich die „Paula Nebel“ und die wird, das ist mir jetzt ziemlich klar, ein kürzerer Text. Vorläufig habe ich, ich habe es jetzt noch einmal durchgesehen, zweiundfünfzig Seiten und 23.569 Worte, ein halber Nanowrimo, aber ich finde ihn inzwischen eigentlich doch nicht so schlecht. Es sitzen vielleicht noch nicht alle Szenen, bei einer bin ich mir nicht sicher, ob ich sie drinnen lassen soll und es ist vielleicht auch nicht die neue fetzige Erkenntnis über das Leben einer neunzigjährigen Frau. Ich werde es aber nicht wegschmeißen, sondern fertigmachen und höchstwahrscheinlich als eigenständigen Text herausgeben. Das wird dann halt ein kurzes Buch und dann wird es das „Literaturgeflüster – Texte- Buch“ geben und da werde ich die Texte, wie den „Wunderschönen Tintentraum“, die Reisetexte, die beiden „Paula Nebel“Goodies und was ich sonst noch habe, zusammensammeln. Ein paar Impressionen, die das Literaturgeflüster erklären können auch dazu kommen und dann werde ich noch einen eigenen Text bzw. Vorwort dazu schreiben und wenn ich nicht genügend Texte habe, schreibe ich sie. Eine gute Arbeit zum Kopf auslüften denke ich und weil dann ja auch der Sommer kommt, wo wir wahrscheinlich in die baltischen Staaten fahren, komme ich, bis ich damit fertig bin, wahrscheinlich in den nächsten „Nanowrimo“ hinein und den könnte ich, habe ich gedacht, einmal ganz wörtlich und im Sinne des Erfinders nehme. Denn der hat damit ja die Schreibblockaden lösen wollen, in dem er vom Plotten abrät, rät, nicht zu korrigieren, sondern daraufloszuschreiben, bis man 50. 000 Worte hat. Daran habe ich mich 2009 nicht ganz gehalten. Jetzt könnte ich das tun, einfach Material sammeln, bis der November, der wahrscheinlich durch die Buch-Wien, das Geburtstagsfest und andere Veranstaltungen ohnehin wieder hektisch werden wird, um ist und dann schauen, ob der Kopf auf diese Art und Weise frei geworden ist. Denn es stimmt schon, was ich jetzt öfter geschrieben habe. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel geschrieben, habe natürlich meine Grenzen und schummelte mich sicher auch ein bißchen darum herum. So, daß vieles vielleicht nur angeschrieben ist, mich aber vielleicht gehindert hat, die Geschichte der alten Frau lang zu schreiben. Denn, daß sie ihre Bücher ausliest, wollte ich schon nicht wieder schreiben und auch nicht, daß sie wegen ihrer Depression das Haus nicht verläßt. Das habe ich schon alles geschrieben, von achtzigjährigen und hundertjährigen Frauen, ihren Töchtern und Enkelkindern. So ist ein fünfzig Seiten Text herausgekommen, der die letzten Tage einer alten Frau schildert, die in diesen eine hektische Betriebsamkeit entwickelt, in ihr Leben eher kurz zurückschaut, die Regina, den Herrn Hans und den Enkel Rainer habe ich nicht wirklich einbezogen, die Sofia nur angedeutet.
Judith Gruber-Rizy, die mir ja ein aufmunterndes Mail geschrieben hat, hat gemeint, die Person einer alten Frau ist vielleicht zu wenig für einen ganzen Roman und sich erinnert, daß ich im Wiener Stadtroman viele Figuren und viele Handlungsstränge hätte. Stimmt, das ist mir beim Wiederlesen vor einem Jahr auch aufgefallen, daß das sehr stimmig geworden ist. Ging aber jetzt nicht mehr wieder. Ich vermute, daß ich zu ausgeschrieben bin. Aber es stimmt schon, wer sagt, daß es unbedingt immer der lange Roman sein muß? In der Kürze liegt die Würze, heißt es doch, das lesen die Leser wahrscheinlich auch lieber und da ich meine Bücher ohnehin selber mache, ist die Länge auch egal und ich bin auf keine Verlagsvorgaben angewiesen. So weit so what und ich glaube, ich habe die Krise umschifft, meinen Weg wieder gefunden und denke, eine Standortbestimmung war auch sehr gut.
Das muß man wohl hin und wieder tun und mein Problem ist ja, daß ich mich mit meinen dreißig selbstgemachten Büchern ein wenig komisch fühlte, weil ich immer dachte, du hast keinen richtigen Verlag. Den suche ich inzwischen zwar nicht mehr wirklich, konnte aber immer hören, den brauchst du, denn nur so bist du gut, bekommst Lesungen, Preise, Stipendien etc.
Das habe ich zwar nie wirklich so ganz verstanden, hat mich aber sehr geprägt und ich bin auch angestanden. Während sich da jetzt vielleicht ein bißchen was zu ändern scheint. Gibt es ja inzwischen schon andere Autoren, die das „Selfpublishing“ recht selbstbewußt betreiben. Die beziehen sich zwar hauptsächlich auf E-Bücher, was ich, weil ich ja nicht so wirklich technisch bin und durch meinen Brotberuf und meinem Lebensstil auch nicht so aufs Verdienen erpicht bin, eigentlich nicht will. Ich will nur weiter schreiben und mich dabei nicht mehr so daneben fühlen. Um nicht falsch verstanden zu werden, wenn sich Rowohlt, Fischer, etc bei mir melden, würde ich natürlich….
Geht aber bei mir nicht, irgendwie scheint mir das nicht zu gelingen und es geht ja auch mit dem Selbermachen, habe ich da auch schon sehr viel.
So what, kein Glücksgefühl und keine Euphorie, aber mehr annehmen, daß es so ist, wie es ist und ich es offensichtlich nicht verändern kann.
Seit ich das Literaturgeflüster habe, habe ich auch einen Weg in die Öffentlichkeit. Ich habe da schon ein riesiges Archiv von Artikeln und Geschichten und das Reflektieren meines Schreibens hilft mir eigentlich auch sehr. Und so gehe ich meinen Weg, schreibe wie ich es kann und das, was ich sicher gelernt habe, ist mit Kritik umzugehen. Da hat mich früher das allzu Harsche oft umgehaut und ich habe nicht gewußt, was ich antworten soll?
Jetzt sage ich, ich schreibe, wie ich es kann, bemühe mich weiterzukommen, akzeptiere aber auch, daß es ist, wie es ist!
Da bin ich schon beim zweiten Teil des heutigen Artikels, ist ja morgen wieder Welttag des Buches und das ist jetzt schon zu merken, habe ich mir ja gestern, die Geschenkantoholgie des österreichichen Buchhandels beim Schubert, die von Mercedes Escherer und Gerald Schantin herausgegeben wurde „Erlesenes Europa“ mit fünfzehn Texte, die teilweise Buchkapiteln sind, geholt und bin dann, weil ich beim Korrigieren etwas herumsurfte, daraufgekommen, in Deutschland gibt es eine tolle Aktion. „Lesefreunde“ nennt sich die und da konnten sich 33.333 Personen bewerben und unter fünfundzwanzig Büchern, worunter auch ganz Tolle und ganz Neue sind, eines auswählen, sich in ihrer Lieblingsbuchhandlung, eine Kiste mit dreißig Stück abholen und die ab sechzehnten April verteilen. Eine Million Bücher werden da in Deutschland freigesetzt und das Literaturcafe berichtete darüber und beklagte, daß sie die Bücher nicht an den Mann brachten, weil die Leute wegschauten oder dachten, da würde jetzt der Koran verteilt oder man würde sonst was von ihnen wollen. Was mich ein wenig wunderte, denn wenn mir am Welttag des Buches, jemand ein Buch entgegenstreckt, nehme ich es. Andererseits denke ich, ist diese Aktion ja neu und auf der Mariahilferstraße laufen auch manchmal Leute mit einem Korb herum, geben dir was und wollen dann Geld dafür.
Die Bücherschenker waren mit ihren dreißig Büchern wahrscheinlich nicht so als solche zu erkennen, auch wenn es auf dem Buch draufsteht, was das für eine Aktion ist und, daß nicht alle Leute gerne und viel lesen ist auch ganz klar und nicht alle wollen alles. Sechzehnjährige vielleicht nicht den Peter Stamm, die Stephenie Meyer hätten sie aber ihren Freundinnen mitbringen können und man kann das Ganze sicher auch kritisch sehen. Denn wer soll die Bücher dann noch kaufen, wenn man sie umsonst bekommt? Ich glaube ja ohnehin, daß Bücher unverkäuflich sind. Die Initioren behaupten aber nein und meinen die Länder, wo es schon so was gibt, hätten die Erfahrung gemacht, daß sich das Buch dann mehr verkauft, was vielleicht bei fünfundzwanzig verschiedenen Büchern zutrifft. Ich bekomme eines und kaufe mir dann auch was von den vierundzwanzig anderen, während ich mir denke, daß die Bücher die für die „Eine Stadt – ein Buch- Aktion“ ausgewählt werden, in Wien unverkäuflich sind und die liegen auch in den Bücherschränken immer wieder auf.
Eine spannende Idee, trotzdem, die ein bißchen neidisch machen könnte. Aber vielleicht kommt das auch einmal nach Österreich. Mich würde es freuen, obwohl ich ja an keinen Büchermangel leide und jetzt habe ich vielleicht meinen Weg und neues Selbstvertrauen gefunden, werde weiter an der Paula Nebel korrigieren und sie vielleicht zu einem spannenden sozialkritischen Text über das Sterben einer alten Frau zu machen, der interessant und schnell zu lesen ist.

2012-04-21

Vorwärts

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:07

Wie gehts weiter mit der Krisenstimmung, werden meine Leser vielleicht fragen? Es geht natürlich, bleibt mir ja nicht viel anderes über, habe ich doch keine große Wahl an Alternativen und ein paar ganz kleine Bröckchen sind inzwischen auch gekommen.
So hat mir Judith Gruber-Rizy am Montag oder Dienstag Feedback gegeben, was mich sehr freute, denn ich habe mich schon ein bißchen gewundert, wieviel man schreiben kann, ohne eine Reaktion zu bekommen.
Das ist wahrscheinlich meine Psychologenseele, die denkt, na, ich würde schon längst „Kopf hoch und natürlich weitermachen!“, schreiben. Aber meine Leser müssen das natürlich nicht und außerdem ist mir ohnehin nicht ganz klar, wieviele von meinen Lesern Deutsch verstehen und wirklich einen Literaturblog suchen?
Judith Gruber-Rizy hat mir aber Interessantes gemailt. Ewas an das ich auch schon dachte, da mich ja der ständige Mißerfolg ungeduldig und hektisch macht und keine Reaktion von „Wow, das ist der große Roman, da werde ich gleich…!“, sondern höchstens nur „Schon wieder ein Fehler, ich bin empört!“, kommt. Da hilft nur Selbstvertrauen. Es ist zwar ein bißchen schwierig, sich solches einzureden, wenn man das Gefühl hat, man hüpft auf der Stelle, aber Judith Gruber-Rizy meinte, es wäre der eigene unverwechselbare Weg!
Sehr befreiend, auch wenn ich weiß, daß ich mich nicht zusehr darauf verlassen sollte. Denn auf die Bestsellerliste bei Thalia, wie es gerade Emiliy Walton mit ihrem Erstroman passierte, komme ich dadurch nicht.
Aber es ist so wie es ist, nämlich neununddreißig Jahre schreiben, fast dreißig selbstgemachte Bücher, fast vier Jahre Literaturgeflüster etc.
Das ist schon was, auch wenn es keiner bemerkt und manchmal passiert es mir ja auch, daß mich jemand, den ich von einem Seminar, einer Supervisionsgruppe etc, kenne, mich auf mein Schreiben anspricht und ein Buch von mir haben will.
Bei den literarischen Kollegen passiert mir das nicht so oft, die schauen eher weg, aber da gibt es ja die Konkurrenz, wie beispielsweise eine Ausschreibung, wo sich hunderte bewerben, aber leider „nur einer gewinnen kann!“
Stimmt auch nicht ganz, gibt mir Christl Greller ja gelegentlich Artikel, Stephan Eibel Erzberg schickt Gedichte und der Rudi Lasselsberger hat mir ja vor kurzem auch erst eine sehr schöne Lesung organisiert. Andrea Stift, Ruth Aspöck, Margot Koller, Sara Wipauer und vielleicht noch einige andere, man muß nur das Literaturgeflüster durchsehen.
Wenn man aber so lange ohne oder nur mit negativen Feedback vor sich hinschreibt, wird man frustriert. Fühlt sich ausgeschrieben, denkt „Wozu das Ganze?“ und beginnt, wie es mir derzeit ein wenig zu passieren scheint, hektisch vor sich zu hinzurotieren.
Sehr viele Leute, die in zehn Jahren dreißig Bücher schaffen, gibt es aber wahrscheinlich nicht. Das ist schon etwas Besonderes. Da, daß aber außer mir niemand zu interessieren scheint, geniere ich mich inzwischen sogar ein bißchen für meine Schnelligkeit!
Aber Blödsinn, jede so schnell, wie sie kann und das soll mir erstmal einer nachschreiben! Obwohl es stimmt, daß ich wahrscheinlich auch wegen dem mangelnden Feedbacks, ein wenig ausgeschrieben bin und so füge ich gleich hinzu, ich bin mit der Paula Nebel, seit meinem letzten Jammerbericht, nicht wirklich weitergekommen.
Das ist wohl das Liegenlassen, das die Schreibratgeber immer raten. Ich nahm es mir aber am Wochenende nach Harland mit und vermute fast, daß ich beim Korrigieren glätten werde und es sonst so bleibt, wie es ist und dann in einem halben Jahr oder Jahr, als Kurzroman, sowas habe ich vor kurzem im Bücherschrank gefunden, erscheint oder etwas später mit einem zweiten kürzeren Text. Ich könnte auch alle vorhandenen Kurzgeschichten zusammensammeln und ein „Best of III“ daraus machen und diesbezüglich wäre eine Idee, die Kurztexte, die es im Literaturgeflüster gibt und da habe ich ja inzwischen einige, vielleicht dazu zu nehmen oder ein eigenes „Literaturgeflüster-Texte“ – Buch zu machen.
Bisher habe ich bei diesbezüglichen Ideen ja immer abgewinkt. Das Literaturgeflüster gibt es im Netz. Wozu soll ich ein Digitalbuch daraus machen? Aber im Zeitalter der E-Books machen das immer mehr Blogger so und mir wirklich einmal eine Literaturgeflüster-Kurztextsammlung zu leisten, wäre vielleicht empfehlenswert. Man findet die Texte dann auch leichter.
Da passt dazu, das Dummie von der „Frau auf der Bank“ ist gestern gekommen. Ich habs durchgesehen, es war fehlerlos. Als ich es aber wegräumen wollte, habe ich auf den Umschlag geschaut und da steht „dreimail „S“ und vorher sicher hundertmal angeschaut!!!
Zum Glück habe ich mir diesmal wieder ein Dummie schicken lassen. Denn am Umschlag besteht schon die Gefahr, daß das jemand merken könnte und meine Leser sind ja sehr genau und verzeihen keine Fehler.
Um aber von den Erfolgerln der letzten Woche zu berichten. Da schickte am Montag Margot Koller die letzten Informationen zur Lesung nächste Woche in Salzburg und als ich schon dachte, daß ich, wenn die vorüber ist, einen leeren „Lesungskasten“ haben werde und nur hoffen kann, daß es die „Poet-Night“ und das „Volksstimmefest“ wieder geben wird, erreichten mich zwei Einladungen zu Lesungen und zwar will da einer im November im Schloßquadrat, die Margaretner Autoren zusammensammeln und daß Frank Gassner im Juni eine Lesereihe am Brunnenmarkt plant, habe ich schon länger mitbekommen.
Sehr fein also! Steter Tropfen höhlt den Stein und da läßt es sich auch viel leichter selbstbewußt zu sein, bzw. mit seinen Schwächen lockerer umgehen.
Dann habe ich auch noch eine kleine Kommentardiskussion mit einem bayrischen Autor geführt, der sich überlegte, ob er beim Otto-Stoessel-Preis“ mitmachen will. Er scheint sich dagegen entschieden zu haben, während ich ja zum Hinschicken raten würde. Hat aber wahrscheinlich recht sich seine Chancen vorher auszurechnen, während ich, als ich das noch tat, das ja ziemlich wahllos praktizierte.
Was gibt es sonst an Literaturgeflüstereien? So hörte ich vor einigen Tagen im Morgenjournal, daß es dieses Jahr keine Fiction beim Pulitzer Preis geben wird, weil es die drei Finalisten nicht in die Endrunde schafften. Da denke ich mir auch „Ziemlich borniert!“
Aber die Kritiker sind halt anspruchsvoll. Vielleicht fehlt auch das Geld und bezüglich der Urheberdiskussion hat Anni Bürkl auf einen Text von Andreas Eschbach aufmerksam gemacht. Der malt sich zu diesem Thema, eine Horrorvision aus, die an Bradburys „Fahrenheit 451“ erinnert.
In Zeiten, wo das Urheberrecht siegte, gibt es keine Bücher und keine Bibliotheken mehr, sondern nur Buchkreise, in die man sich für teures Geld einkaufen kann. Man muß unterschreiben niemanden von dem Buch zu erzählen, weil man sonst ein Vermögen Strafe zahlen muß. Dann geht man durch die Sicherheitsschleusen, wird wahrscheinlich nach Handies abgesucht. Dann gibts Sekt und der Autor liest den ausgewählten tausend Personen, die sich darum bewarben, vor.
Da gab es dann eine rege Diskussion und Andreas Eschbach, von dem ich im Sommer eine Kurzgeschichte gelesen habe, meinte, daß er darüber schreiben wollte, wie es ist, sich seine Leser auszusuchen. Eine Vorstellung, die mir micht gefällt. Die Tausend, die das meiste dafür bieten, werden ausgesucht! Bei den Leserunden bei Lovely books gibt es das auch schon. Da bekommt man das Buch aber umsonst, darf darüber reden und muß durch keine Sicherheitssperre. Eine Horrorvision, die mich an die Büchermenschen von Bradbury erinnerte. Aber für mich ein ungewohntes Bild, stehe ich ja öfter vor vollen Bücherschränken, in denen es auch schon ein Buch von Andreas Eschbach gab. Das Papierbuch wird entsorgt und im Internet bieten die Autoren ihre E-Books teilweise gratis an. Am Dienstag gibts im republikanischen Club eine Urheberdiskussion und Welttag des Buches, das mit dem Shakespeare und dem Cervantes, ist am Montag auch. Der Hauptverband hat seine Autoren schon Rosen verteilen lassen und fünfzehn Geschichten zum „Erlesenen Europa“ im schönen blauen Bändchen mit gelben Sternen gibt es auch.

2012-04-20

Bewohnte Frau

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:24

„Bewohnte Frau“ von Gioconda Belli, 1988 geschrieben, ist ein Buch über den lateinamerikanischen Freiheitskampf, spielt in der fiktiven Stadt Faguas, die für Managua stehen dürfte und ist im Sinne des magischen Realismus geschrieben. Darauf spielt der Titel auch an. Die Heldin ist Lavinia, eine junge Architektin aus guter Familie mit aristokratischen Wurzeln, die in Europa studierte und nun in ihre Heimat zurückgekommen ist, um in einem Architekturbüro Schulen, Einkaufszentren, Kindergärten für das bessere Leben zu bauen. Sie wohnt in einem Haus, das ihr ihre Tante, die sie zu einem starken Menschen und zu einer Feministin erzogen hat, vererbte und freut sich an dem Orangenbaum, der vor ihrem Fenster steht.
In diesem wohnt aber ganz magisch, der Geist eines indigenen Mädchens, das in vorigen Jahrhunderten gegen die spanischen Eindringlinge kämpfte. Als Lavinia vom Saft der Orangen trinkt, springt der Kampfgeist auf sie über.
Aber davon erst später. Erst fährt Lavinia mit dem Taxi in das Architekturbüro und als der Lenker das Radio aufgedreht hat, wo ein Militärarzt von den Folterungen in den Militärgefängnissen berichtet, will sie davon nichts hören.
Im Büro lernt sie Felipe kennen und fängt mit ihm ein Verhältnis an. Er ist aber unverläßig und sagt ihr nicht, wohin er geht, wenn er verschwindet, schickt sie aber auf eine Baustelle, wo ein Einkaufszentrum gebaut werden soll, damit sie sieht, daß das nur geht, in dem die Slumbewohner vertrieben werden.
Lavinia, die zwar ihren konservativen Eltern ein wenig entfremdet ist, führt trotz einiger fortschrittlicher Ideen, ein angepasstes Leben, läßt sich von ihrer Haushaltshilfe Lucretica, die aus den Slumvierteln kommt, verwöhnen und frühstückt Samstag mit ihrer Freundin Sara, die gleich ihr aus den besten Kreisen kommt, aber geheiratet hat und jetzt versucht, als Hausfrau ihren Adrian zu verwöhnen.
Da bringt Felipe Levinia einen verletzten Companero ins Haus und sie erfährt, daß er der Freiheitsbewegung angehört, lernt auch die Krankenschwester Flor kennen, schließt sich der Bewegung an und wundert sich nur darüber, daß sie, statt zu revolutieren, aufgefordert wird, ihr früheres Leben wieder aufzunehmen. So den Ball des Clubs zu besuchen, zu dem nur die Aristokraten und nicht einmal die neureichen Generäle, die das Land beherrschen und die Companeros foltern, Zutritt haben.
Es kommt aber noch besser. Lavinia soll die Pläne für das Haus eines der Generäle zeichnen. Sie lehnt ab, die Bewegung verlangt es aber von ihr, weil nur so die Informationen kommen. Sie wird auch in ein militärisches Ausbildungslager geschickt, darf aber nicht zum Begräbnis des Arztes gehen, von dem man am Anfang hörte, der inzwischen von den Generälen ermordet wurde, sondern muß der Frau des Generals und deren Schwester schön tun. Muß auch mit dem General Kontakt aufnehmen, der sich inzwischen eine Waffenkammer in sein Haus einbauen läßt, die entnimmt sie aus den Plänen des Hearst-Castle, denn die Neureichen ahmen die Amerikaner nach und importieren auch deren kitschige Möbel und Stoffe, statt heimische Produkte zu verwenden.
Die Bewegung plant zu Weihnachten den großen Anschlag, nämlich in das Haus des Generals einzudringen. Felipe soll dabei sein, wird aber vorher von einem Taxifahrer erschoßen, so übernimmt Lavina seinen Auftrag, tötet den General und kommt dabei selbst ums Leben.
„Ein Buch zum Verschlingen in einer Nacht“, steht am Umschlag. Ich habe ein bißchen länger zum Lesen gebraucht und mir ist es dabei auch ambivalent gegangen.
Das Thema ist ja wichtig und es gibt auch wunderschöne Milieuschilderungen, wo Lavinia zum Beispiel, auf die Baustelle kommt und mit den Slumbewohnern spricht oder die, wo Lucretia eines Tages nicht zum Putzen erscheint und als Levinia sie in ihrem Slum besucht, wo die kleine Nichte, die Tortillas, die ihre Mutter macht, nachts auf den Straßen verkaufen muß, liegt die fast verblutet im Bett, weil bei ihr eine Abtreibung verpfuscht wurde, haben mich sehr angesprochen. Noch eine packende Szene fällt mir ein, Lavinia trifft sich mit Flor in einem Park, dort spielen ärmliche Kinder auf den Rutschen, daneben liegen die Tabletts mit den Süßigkeiten, die sie später den Mittelschichtkindern verkaufen werden, wenn die mit ihren Gouvernanten auf den Spielplatz kommen.
Sehr packend auch etwas vom Untergrundkampf zu erfahren, der sicher authentisch ist, hat sich die 1948 in Managua geborene und ebenfalls im Ausland studiert habende, Gioconda Belli, eine der wichtigsten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur, neben Ernesto Cardenal, wie im Buch steht, ab 1970 am Widerstand der sandinistischen Befreiungsfront beteiligt.
Einiges erscheint mir fremd, so zum Beispiel, daß Lavinia alleine, also ohne ihren Freund Felipe, auf den Ball geht und dann habe ich auch mit dem Töten für die Freiheit meine Probleme. Wird aber auch in spannenden Bildern festgemacht. Der General hat nämlich einen Sohn, der ein wenig anders zu sein scheint, zum Leidwesen seines Foltervater, liebt er Vögel mehr als Flugzeuge und der erkennt Lavinia, als sie maskiert in die Villa eindringt und zeigt ihr mit den Augen auch die Kammer, wo sich der Vater versteckt, als sie hineingeht, schreit er aber auf.
Ein wenig zu lang scheint mir die spannende Handlung auch zu sein, wo kein Detail ausgelassen wird und auch etwas widersprüchig. So versucht der General Lavinia zu verführen und Lavinia muß auch Adrian, dem Mann Saras, für die Partei rekrutieren, ansonsten soll aber niemand in der Bewegung wissen, was der andere macht, damit er sich in der Folter nicht verraten kann, was Lavinias und Felipes Beziehung sicher schadet. Lavinia leidet aber auch unter den lateinamerikanischen Machos und darf zwar die Pläne für die Generalvilla zeichnen, aber nicht die Baustelle beaufsichtigen, weil das die Bauarbeiter nicht akzeptieren würden.
Spannend auch nachzudenken, wie man sich selber verhalten und ob man in einer Diktatur für die Freiheit töten und andere bespitzeln würde oder es genügt, wenn man versucht ein guter Mensch zu sein und niemanden auszubeuten.
Ich habs im Bücherschrank gefunden und den Namen Gioconda Belli habe ich das erste Mal, glaube ich, in dem Nicaragua Buch von Erika Danneberg gelesen, die ja einige Zeit dort war, um ihren Freiheitskampf zu machen und habe inzwischen noch den Gedichtband „Feuerlinie“, bekommen, den ich im nächsten Jahr lesen will.

2012-04-19

Vergangenes Morden

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:09

Der Krimi ist ja, höre ich immer, eine Literaturgattung, die die Leute lesen und die Autoren demnach auch sehr gerne schreiben, weil man da man einen Verlag und auch seine Leser findet, man kann ein bißchen sozialkritisch sein und angeblich haben wir ja alle eine dunkle Seele in uns, die morden würde, wenn sie könnte….
So gibt es den Regionalkrimi und in letzter Zeit vermehrt den historischen Kriminalroman, auf den ich vor kurzem gestoßen bin. Eigentlich durch Andreas Pittler oder dem Buch, das ich bei Klaudia Zotzmanns Gewinnspiel zu Weihnachten 2010 gewonnen habe oder noch eigentlicher schon früher 2005, 2006 oder 2008. 2006 habe ich, glaube ich, bei dem Festwochenliteraturwettbewerb der Bücherei Pannaschgasse mitgemacht und einen Thalia Buchgutschein gewonnen mit dem ich auf die Mariahilferstraße spazierte und dort unter anderen Evelyne Polt-Heinzls bei Milena erschienenes Buch „Zeitlos“ neun Portraits unbekannterer Frauen, von der ersten österreichischen Krimiautorin bis zur ersten deutschen Satirikerin, erstand. Die Krimiautorin war Auguste Groner von der ich damals das erste Mal hörte.
Dann habe ich Anni Bürkls Blog entdeckt, meinen eigenen erfundenen und 2008 gab es bei Anni Bürkl, die sich ja auch mit Kriminalromanen beschäftigt und inzwischen ebenfalls einen historischen „Die Spionin von Wien“ geschrieben hat, einen Hinweis auf eine Internetseite, wo man sich Auguste Groners Romane finden konnte. Da habe ich mir dann, glaube ich, zwei ausgedruckt und gelesen, offensichtlich habe ich sie vergessen in meinen Katolog einzutragen, was ich eigentlich ziemlich penibel tue, aber vielleicht habe ich es vergessen oder mich verschrieben, jedenfalls kann ich die Eintragung nicht finden. Ich erinner mich aber den Roman über das Warenhaus auf der Mariahilferstraße, war es der Gerngroß oder der Herzmansky, gelesen zu haben. Ob ich den „Roten Merkur“, den berühmtesten ersten Kriminalroman mit dem ersten Serienaufklärer Josef oder Joe Müller, gar nicht, ganz oder nur angelesen habe, weiß ich nicht genau, denn leider habe ich 2008 noch nicht jedes gelesene Buch besprochen, so daß ich nur auf meine Andeutungen verlinken kann.
Jedenfalls hat Traude Korosa, die ich 1987, als ich zu einer Schreibwerkstatt nach Linz eingeladen wurde, kennenlernte, vor kurzem in der Edition Mokka herauszugeben begonnen bzw. die Frauenedition Ada gegründet und Judith Gruber Rizy hat mir zum letzten Geburtstag den „Roten Merkur“ mitgebracht, die erste Buchausgabe überhaupt, denn 1910 ist es nur in Fortsetzungen erschienen und um weiter chronologisch zu berichten, 2010 habe ich bei Claudia Zotzmann einen der Pittler Romane um Mayor Bronstein gewonnen und war begeistert, denn ich interessiere mich ja für das alte Wien, wohne jetzt in Margareten, in Hernals aufgewachsen und zur Schule gegangen.
Anni Bürkl berichtete dann weiter von ihrem historischen Roman und vor kurzem ist Edith Kneifls, mit der ich Psychologie studiert haben muß, obwohl ich mich nicht an sie erinnern kann und sie erst kennenlernte, als sie im Wiener Frauenverlag publizierte, „Der Tod fährt Riesenrad“ erschienen und da war ich dann erstaunt, auf den Namen Auguste Groner zu stoßen.
Jetzt gab es eine gemeinsame Präsentation im Literaturhaus mit Traude Korosa und Edith Kneifl und als ich am Vormittag ein bißchen dafür recherchierte, nämlich mir die Polt Heinzl Anthologie und den „Roten Merkur“ hervorholte, bin ich darauf gestoßen, daß Edith Kneifl das Vorwort für das Groner Buch geschrieben hat.
Eine gemeinsam geplante Veranstaltung um beide Bücher nahezubringen, von denen ich eines besprochen und das andere zumindest angelesen habe und ich bin im Literaturhaus auch auf Bekannte gestoßen.
So war die B. da und Hilde Schmölzer, Auguste Groner habe ich bei meiner Recherche herausbekommen, war eine Freundin von Auguste Fickert und die war wieder mit Rosa Mayreder befreundet, zu der ja Hilde Schmölzer forschte und dann gibt es auch noch die Connection zu der Frauengruppe des ersten Wiener Lesetheaters, da ja Traude Korosa dort gelegentlich mitliest.
Traude Korosa hat in ihrer Einleitung ein bißchen über Auguste Groner erzählt. 1850 in Wien geboren, 1929 gestorben, Volksschullehrerin mit einem Schriftsteller und Redakteur verheiratet, der das „Interessante Blatt“ herausgegeben hat, in dem ihre Kurzgeschichten und Fortsetzungsromane und auch Rätseln erschienen. Kinderbücher und Schauerromane gab es auch und eine Connection zu Sherlock Holmes, bzw. Sir Conan Doye. Traude Korosa hat ein paar Stellen gelesen, wo ich mir wieder sicher war, ich kenn das Buch.
Das Fräulein Anna findet die Leiche der Tante und die hat einmal Briefmarken, darunter den „Roten Merkur“ ein ganz besonders rares Stück verkauft und das Fräulein wohnt dann, bei dem inzwischen schon pensionierten Polizeiermittler, der auch eine kriminelle Vergangenheit hat.
Dann gings gleich weiter mit dem schönen Gustav von Karoly, der ebenfalls das Gesetz durchbrochen und auch eine Tante hat, die Artikeln schreibt und Frauenrechtlerin ist.
Edith Kneifl, die 1954 geborene Psychoanalytikerin und erfolgreiche Krimiautorin, die einen ganzen Bücherberg am Büchertisch liegen hatte, erzählte, daß sie einmal in eine großen Wohnung im ehemaligen Messepalast, wo die kaiserlichen Reitstallungen waren, wohnte und sie diese Wohnung zum Vorbild für die der Tante und des Neffens nahm, die mit dem ehemaligen Kindermädchen dort leben. Sehr interessant, auch daß Edith Kneifl, auf die Fehler aufmerksam machte, die ihr beim Schreiben passierten, so hat sie zum Beispiel diese Illustrierte, für die die Tante, aber auch Auguste Groner arbeitete, anders genannt. Nachher gabs wieder ein paar Gespräche bei einem Glas Wein. Eva Geber war noch den Bekannten und Traude Korosa hat inzwischen auch noch einen anderen Band herausgegeben, nämlich Max Winters Sozialreportagen „Die Steigeisen der Kopflaus“ und da kann ich mich erinnern, daß ich einmal einen Band Sozialreportagen von den Wiener Kinderfreunden zu meiner Jugendweihe oder so bekommen habe, den ich auch nicht in meinen Bücherkatolog finde.

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