Literaturgefluester

2012-04-25

Gibts den Autor noch im Netz?

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:04

So lautet die Frage, die momentan nicht nur Gerhard Ruiss von den IG Autoren beschäftigt, von den Fantasien Andreas Eschbachs wie es wäre, wenn das Urheberrecht verschwunden oder nur noch auf fünf Jahre beschränkt ist, wie es in Deutschland offenbar die Piraten wollen, habe ich ja schon berichtet. Für mich eine Horrorvorstellung, den Neoliberalisms diesbezüglich auszuweiten, daß man sich für einen Lesekreis bewerben muß und der Autor nimmt dann nur die tausend besten, die ihm zu Gesicht stehen oder das meiste zahlen. Verständlich, daß sich ein Autor sowas wünscht und weit ab von der Realität der offenen Bücherschränke und der Aktion zum Welttag des Buches wo an die Million Bücher einfach so verschenkt werden. Trotzdem bewet die Urheberdebatte die Gemüter und die GAV bzw. der republikanische Club lud zur Urheberdisskussionen ein. Nicht das erste Mal, vor drei Jahren während des Bachmannpreises, bin ich ja schon einmal bei einer diesbezüglichen Veranstaltung gewesen und Gerhard Ruiss, der vor einigen Tagen übrigens Professor wurde, ist diesbezüglich überhaupt besonders aktiv. So hat er zu einer Unterschriftenaktion „Her mit der Festnetzabgabe“ aufgerufen, die Aktion „Kunst hat Recht“ gestartet und die Diskussion „Gibt es im Netz noch den Autor und die Autorin?“ mit Sandra Csillag von der Literara mechana, Gerhard Ruiss, Jörg Piringer und Hans G. Zeger klingt auch interessant.
Am Dienstag um 19. 30 hatte ich mir in meinem Kalender eingetragen, aber auf den ausgedruckten Einladungen stand Beginn 19 Uhr und als dann noch die GAV eine Erinnerung schickte, bin ich nach einem praxisintensiven Tag losgestartet, dann lange neben Ruth Aspöck gesessen und habe mich mindestens eine halbe Stunde mit ihr unterhalten, wie der Poetry Slam in Krems war, an dem sie am vorigen Freitag teilgenammen hat.
Für alle, die es wissen wollen, Andi Pianka hat gewonnen und Tschif Windisch hat ihn moderiert, es gibt also einen regen Poetry Slam Tourismus, den dann immer dieselben, nämlich die Profis gewinnen und die andere bleiben über. Aber diesmal ging es um die Urheberdiskussion. Es war schon halb halb acht vorbei, als Doron Rabinovich die Veranstaltung ankündigte. Dann gab es eine rege Diskussion, die sehr widersprüchlich war, denn die Geschäftsführerin der Literamechana ist natürlich für den Urheberschutz und beklagte auch, daß ihr Fond, der den Autoren mit Pensionen und Sozialhilfe zur Verfügung steht, also ihnen beispielsweise das Begräbnis zahlt, kein Geld mehr hat, da inzwischen niemand mehr kopiert, also muß die Festnetzabgabe her und Gerhard Ruiss brachte wieder seine diesbezüglichen Beispiele. Er ist da ja sehr wortgewaltig und hat auch einen Kampf mit Google Books geführt, während der Medienkünstler Jörg Piringer und Hans G. Zeger es wieder ganz anders sahen. Es gab also eine rege Diskussion und Gespräche bei Wein und Knabbereien, die sehr interessant waren.
Ilse Kilic und Fritz Widhalm waren da und ich bin ins Gespräch mit einem Mann gekommen, dem ich meine Bücher zeigte, der mir auf meine Nachfrage, ob er auch schreiben würde, sagte, daß er der Lebensgefährte von Marianne Fritz gewesen ist.
„Kennen Sie die?“, hat er mich gefragt und mir wahrscheinlich nicht geglaubt, daß ich sie sehr wohl kenne, bzw. mich ein bißchen mit ihr und ihrer Literatur beschäftigt habe, anschließend habe ich mich lange mit Sibylle Summer vom Rebublikanischen Club, die eine sehr liebe freundliche Frau ist und mit Gerhard Ruiss unterhalten, der sich immer noch mit meinen bei Wikipedia herausgestrichenen Büchern beschäftigt und den dafür Zuständigen nicht finden kann und bin etwas verwirrt nach Hause gegangen. Denn das Urhebergesetz hat viele Seiten, vor allem für eine, die außerhalb des Literaturbetriebs steht, aber manchmal zu den sehr schönen Veranstaltungen des republikanischen Clubs geht. So kann ich mich beispielsweise an das Fest vor zwei Jahren erinnern, bei dem an das das berühmte Waldheim-Pferd von Alfred Hridlicka erinnert wurde. Am nächsten Tag habe ich dann erfahren, daß er gestorben ist.

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