Literaturgefluester

2012-05-28

Erlesenes Pfingsten

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:55

Zum Pfingsten einen Lesemarathon machen, das heißt, die drei vier Tage nichts als Lesen, darüber bloggen und das vielleicht auch ein bißchen aufmotzen und zu zelebrieren, habe ich mir in meinem Strohwitwendasein ja heuer vorgenommen, weil ich früher mit den logischen Denkern zum Pfingsttreffen nach St. Gallen gefahren bin und wenn wir in Harland sind mit dem Rad nach Nußdorf an der Traisen. Wenn der Alfred auf Urlaub ist, geht das nicht, so war ich da einmal während eines Bachmann-Symposium auf deren Spuren unterwegs und voriges Jahr hat die Galerie Splitter zu einer besonderen Veranstaltung eingeladen. Diesmal ist mir der Lesemarathon eingefallen, denn das wollte ich schon immer machen und meine Bücherberge, zu denen mich die offenen Bücherschränke und andere Gelegenheiten ja verführen, verlocken ja auch mehr zu lesen.
Was ist ein Lesemarathon? Die Bücherblogger haben offenbar dasselbe Probleme ihre SUBs abzubauen und rufen so gelegentlich, meistens am Tag des Buches, aber auch zu anderen Gelegenheiten dazu auf. Im vorigen März wollte ich schon bei einem mitmachen, da war der Alfred glaube ich in Spanien, aber dann war ich so im Fluß des Schreibens der „Zwillingswelten“ drinnen, daß ich das nicht dafür unterbrechen wollte, aber heuer hats gepasst. Bin ich ja mit der „Paula Nebel“ früher als erwartet fertig geworden, die Texte für das „Literaturgeflüster-Buch“ warten auch schon auf den Alfred und mit dem „Glas zuviel“ habe ich zwar schon angefangen, bin aber noch nicht wirklich so weit hineingekommen, daß es unter den Fingern brennt, bzw. habe ich mich schon sehr darauf gefreut.
Drei Tage nichts als lesen und darüber schreiben, kann ja für eine biblophile Literaturbesessene genauso ein Erlebnis sein, wie wenn andere teure Urlaube buchen, segeln oder tauchen gehen. Man muß es nur genau planen und zu Pfingsten hat man ja auch drei oder sogar vier Tage dazu Zeit. Wie macht man das, damit man das auch für das Literaturgeflüster ein bißchen aufbereiten kann? Die Idee dazu ist mir schon bald gekommen und die passenden Bücher stehen ohnehin auf meiner Leseliste, zumindestest hat sich bald abgezeichnet, daß es Marlene Streeruwitz „Verführungen“, Friedrich Torbergs „Tante Jolesch“ , Antonio Skarmetas „Das Mädchen mit der Posaune“, Dan Lungus „Das Hühnerparadies“ und vielleicht noch Hans Falladas „Kleiner Mann, was nun?“ werden könnten.
Denn wieviele Bücher liest man an einem verlängerten Wochenende und wie gehe ich das genau an? Packe ich die Bücher in die Tasche und fahre damit mit der Straßenbahn in Wien herum, beziehungsweise setze ich mich in den Park damit oder lese ich zu Hause, wie das ja bevorzugt tue, in der Badewanne, im Bett oder auf der Terrasse? Beides hat sich bald herausgestellt, denn Pfingsten ist ja lang und so habe ich gestern, die Streeruwitz, die ich schon am Freitag zu lesen angefangen habe und den Torberg eingepackt und bin damit in Wien herumgefahren und da ich bei meinem letzten Recherchetag, vor einer Woche am Kahlenberg und auf der Donauinsel war, haben sich bei mir schon ein paar andere Wien-Schmankerln angesagt, bzw. geplant, diesmal in Schönbrunn zu beginnen, dann vielleicht nach Rodaun und noch in den Prater hinauszufahren. Da hatte ich noch keine Ahnung, daß ich das mit zwei Wien – Büchern tun werde, die ja hervorragend dazu passen und auch ein bißchen das Wien-Klischee beschreiben, die echten und die falschen Sachertorten, die Cafes etc.
Ins Cafe Central und in das Sacher bin ich zwar nicht gegangen, da bin ich, wie meine Leser wissen, zu geizig oder auch zu konsumverweigernd, aber inzwischen gehe ich bei meinen Wien-Tagen ganz gerne in den Mc Donald „essen“ und nehme mir nicht mehr meine Brote mit und vor allem in Schönbrunn trifft man ja die Wien Touristen, die Italiener und Japaner und wenn man denen nach, auf die Gloriette geht, ist das Lesen der Marlene Streeruwitz noch einmal so schön.
Den Torberg habe ich in der Prater Hauptallee, vor der Geisterbahn und in der Straßenbahn gelesen und das hat mich auch, vor allem weil das Wetter sehr schön war, in eine besondere Stimmung gebracht. Am Sonntag bin ich zu Hause geblieben und habe „Das Mädchen mit der Posaune“ und „Das Hühnerparadies“ hauptsächlich in der Badewanne gelesen, besprochen habe ich es auf der Terrasse und im Bett und mir dazwischen Zuchini gebraten und sie mit einem beim Hofer gekauften Pizzatäschchen mit Gurken- und Karottensalat gegessen. Zwei Bücher pro Tag gehen sich also bei einem Lesemarathon locker aus und so habe ich meinen SUB wirklich ein bißchen abgebaut, es gibt aber noch den Pfingstmontag und da habe ich zur Belohnung etwas ganz Besonderes vor, nämlich eine Bücherkastentour, das heißt, wenn das Wetter mitspielt, von einem Schrank zum anderen zu wandern, mir daraus ein Buch zu nehmen und mich dort, wo es Bänke gibt, zum Lesen hinzusetzen. Da kann ich gleich ein paar Beobachtungen machen und beim Hegerpark gibt es auch einen Mc Donald, wo ich mir einen Mc Double und eine kleine Portion Pommes frites kaufen kann. Einen Gutschein für einen verbilligten Cafe und eine Erdbeerschnitte habe ich auch.

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