Literaturgefluester

2012-06-02

Happy Birthday, Writersstudio!

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:08

Es gibt manchmal Tage, da fällt das Entscheiden, wohin man gehen soll, nicht so leicht. Der Freitag war ein solcher, Frank Gassner von den offenen Bücherschränken, hat schon lange auf eine Diskussion in der Grundmanngasse im Rahmen der Architekturtage aufmerksam gemacht und Clemens Ettenauer zu einer „Schundlesung“ in die komischen Künste eingeladen. Lange Nacht der Kirchen war auch, aber da hat es mich nicht so hingezogen, außerdem ist der Alfred aus Australien zurückgekommen, da sollten wir nach Harland fahren, der Garten ist zu betreuen, seinem Vater geht es nicht so gut, dann kam dann noch die Einladung zum zehnten Geburtstag des Writersstudio.
Wow gibt es das schon so lange? Solange weiß ich jedenfalls nichts davon, sondern würde schätzen, daß es 2006 oder 2007 war, als mich die Sigmund Freud Uni zu einer Präsentation von Judith Hubers Buch „Freischeiben“ einlud, da gab es dann einen Büchertisch, wo es auch das Frauenbuch der Antia C. Schaub mit meinem Portrait lag und jede Menge Informationmaterial.
So bin ich dem Writersstudio treu geblieben, bzw. in den Verteiler gekommen und habe auch schon öfter darüber geschrieben, bzw, einige der Informationsveranstaltungen besucht, zuerst in der Kaiserstraße, da war ich bei zwei Einführungen, eine übers Sachbuchschreiben und dann eine, die Irene Rauch machte, die jetzt nicht mehr im Studio ist, mir aber ihre Veranstaltungstermine schickt.
2010 ist Judith Wolfsberger, wie sie jetzt heißt, mit ihrem Team in die Pramerstraße umgezogen, da gab es einen tollen Tag der offenen Tür, 2011 hats das gleich zwei Tage lang gegeben und im vorigen Juni war ich einmal bei einem Schreibcafe mit Yoga, im Herbst in einer Schreibfabrik und dazwischen habe ich die „Frau auf der Bank“ geschrieben.
Das Writersstudio, das inzwischen auch einen Blog mit einem Monatsbrief zu einem bestimmten Thema betreibt, gibt es also schon zehn Jahre und wächst und wächst, denn offensichtlich wollen ja sehr viele schreiben und hat auch einen anderen, nämlich amerikanischen Ansatz. Schreiben soll Spaß machen, Kreativität ist wichtig und nicht das, was ich immer noch im Kopf trage, „Du kannst und darfst es nicht, hör doch endlich damit auf!“
Vielleicht gehe ich deshalb so gerne zu den Schnupperseminaren, aber ich interessiere mich überhaupt sehr über das Schreiben in Wien, weil ich ja vielseitig darüber bloggen will und wenn ich dann noch zu einer Grillparty eingeladen werde, ein Torte in Aussicht gestellt wird und es wieder eine Verlosung gibt, wo man Seminargutscheine, diesmal welche zu einem Youtopia-Seminar, das am Sonntag stattfinden wird, gewinnen kann, habe ich dem Alfred überredet mich um acht dort abzuholen, zum Glück hat es schon um fünf angefangen.
Um vier bin ich also los, vorher ist es sich noch für eine kurze Szene des „Glas zuviel“ ausgegangen und da habe ich auch wieder vor mich freizuschreiben und den Zensor im Kopf nicht zuzulassen. Wer sagt denn, daß ich kitschig schreibe, außer JuSophie und die muß nicht alles wissen.
Bettina Balaka ist mit ihrem „Kassaiopea“ auch auf die Bestenliste des ORFs gekommen und da könnte man auch sagen, daß das eigentlich ein weitschweifiger Chicklitroman mit nicht besonders neuen Themen ist.
Na gut, die Szene ist mir gelungen, obwohl ich vorher ein bißchen getrödelt habe und als ich kurz nach fünf den Hof in der Pramergasse erreichte, waren gerade ein paar Trainerinnen da. Das Grillgut war aber schon hergerichtet, es gab Würstchen und viel Vegetarisches. Judith Wolfsberger erklärte die Saucen, die sie dazu gekauft hatte, alles sehr exquisite Sorten und die ersten Blumensträuße und Geschenke wurden gebracht. Eine junge Frau mit schicken Hut erklärte mir, daß sie mit ihrer Trainerausbildung fertig sei und jetzt solche Seminare in Graz anbieten würde, ich erzählte, daß ich 2003 bei der Eröffnung des Grazer Literaturhauses war, wo übrigens am Donnerstag Clemens J. Setz und Cornelia Travnicek gelesen haben, habe die ersten Würstchen gekostet und bekannte Gesichter gesehen.
Bis sieben wurde es sehr voll, ich habe einen Zettel für das Gewinnspiel ausgefüllt, dann bat Judith Wolfsberger in die Lounge und erklärte, was ich sehr gerne hörte, daß schreiben mehr als ein Hobby ist.
„Natürlich!“, sage ich doch immer, es ist geballte Kreativität, die ich nicht gern nur dem alten Goethe oder dem etwas jüngeren Andre Heller überlassen, sondern selber machen will und auch das Selbstverlegen ist jetzt in Mode und bekommt ein besseres Image.
„Wow!“, da war ich meiner Zeit auch ungefähr zehn Jahre voraus. Judith Wolfsberger verglich das Schreiben aber mit einem Schiff, das viele Ruderer habe und stellte ihre Trainerinnen und Helfer vor, bekam noch einen Blumenstrauß, dann trat Dr. Seuss, der bekannteste amerikanischer Kinderbuchautor mit hohem roten Hut und roter Krawatte auf, der allerdings nicht der echte gewesen sein dürfte, da dieser, Theodor Seuss Geisel 1904 geboren, der auch den Grinch geschrieben hat, 1991 in La Jolla Kalifornien gestorben ist und memorierte ein sehr langes Geburtstagsgedicht auf Englisch. Dazwischen brachten die Helferlein die große Torte und als die angeschnitten wurde, war es acht und der Alfred schon da. Also habe ich auf die Mini Schreibübung – zehn Schreibwünsche frei, verzichtet, aber ich hätte sicher ohnehin geschrieben, daß ich den Nobelpreis oder andere literarische Aufmerksamkeiten will, den großen Roman schreiben, zu einer Lesung eingeladen werden, mehr Anerkennung und nicht immer hören will, „Du schreibst schlecht, hör endlich damit auf!“, aber das passiert ohnehin nur in meinen Kopf, kommentieren tut das jetzt keiner mehr.
Es gab aber auch einen neuen Writersletter und da sind Judith Wolfersberger zehn Schreibwünsche abgedruckt, wie „Ungestörte Zeiten zum Schreiben, schöne inspierierende Orte, Einbettung in eine Community, etc.“, nachzulesen.
Davon habe ich schon einiges erreicht und außerdem wieder vor, den neuen Roman in einem selbstgemachten Schreibseminar so langsam, wie nur möglich kommen zu lassen, die Community könnte ich mir über den Blog holen, wenn die das will, Zeit nehme ich mir und die Schreibräume erprobe ich auf meinen Recherchetagen und da hatte ich erst unlängst einige, also bin ich noch vor der Verlosung nach Harland gefahren, denn ich hätte wahrscheinlich ohnehin nichts gewonnen und selbst wenn, an diesem Utopia-Seminar, das am Sonntag stattfindet, hätte ich nicht teilnehmen können und kann mir inzwischen ein kleines Utopia auch selber machen, also mit der Torte in der Hand das Seminar verlassen und nach Harland gefahren, wo ich Radfahren und auch an meinem Roman weiterschreiben kann und richtig, ein paar Bücher gab es zur freien Entnahme auch am Klo in einer Kiste, Biblophile was willst du mehr? Da konnte ich mir noch Steven Blooms „Stellt mir eine Frage“ nach Harland mitnehmen und im Sommer lesen und wer es wissen will, den Erich Fried Preis wird heuer Nico Bleutge bekommen. Die Preise gehen immer an die anderen, das Schreiben macht aber trotzdem Spaß.
Am Schluß noch eine kleine Querverbindung, der neunte Bezirk, wo sich die Pramergasse ja befindet, hatte vor kurzem die erste Bezirksschreiberin Wiens und die hat vor ein paar Tagen in der FH Wien auch einen Vortrag zum „Traumziel SchriftstellerIn“ gehalten.

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