Literaturgefluester

2012-06-08

Im Schreibfluß

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:59

Das Schreiben fließt und ich bin in meinem Harlander- Literaturresort, der Ausdruck ist eine Inspiration, die mir gekommen ist, nachdem ich auf Cornelia Travniceks Facebook Seite gelesen habe, daß sie nächste Woche Urlaub oder Leseaufenthalt im Reading-Hotel-Resort Saalbach Hinterglemm macht, wieder einmal sehr kreativ gewesen. Das Schreiben ist ja wie ein manisch-depressiver Fluß, jedenfalls bei mir. Einmal gehts wie geschmiert, einmal stockts und ist auf jeden Fall ist es mir sehr wichtig. Das Wichtigste überhaupt wahrscheinlich, weil es sich mir so entzieht. Das stimmt aber nicht, denn ich bin ja eine Marathonschreiberin, wie es zwar auch noch andere gibt, da bin ich wahrscheinlich nicht allein, auf die Art und Weise, wie ich es betreibe aber schon. Bringe ich es ja fertig, auch im world wide net alleine vor mich hinzuschreiben. Was auch nicht ganz stimmt, denn als ich heute Mittag auf meine Statistikseite ging, hatte ich schon hundertachtundsiebzig Aufrufe, wow und bis kurz vor Mitternacht waren es schon zweihundertvierzig. Das ist für andere vielleicht nicht viel, für mich aber schon, denn mein Höchstbesuchertag war der 31. 1. 2011 mit 250 Besuchern, das war der Artikel mit der „Studentenlesung“, seither habe ich nie mehr soviele Aufrufer bekommen und werde das auch jetzt nicht erreichen. Ich habe aber geschrieben und geschrieben von morgen an. Zuerst kam eine Szene, die in der U-Bahn und am Würstelstand spielt, Kerstin trifft dort mit ihren Marmeladepaketen den Sandler Mäxchen, lädt ihm am Würstelstand auf Käsekrainer ein und trinkt dazu ein Stifterl Rotwein. Am Donnerstag habe ich schon von ihrem Arbeitsauftrag im KHM geschrieben, da fotografiert sie unter dem Bildnis der Infantin Margarita den frechen kleinen Hektor und das war eine Szene, die mich inspirierte. Die Gedanken sind geflossen und ich bin mit dem Schreiben gar nicht nachgekommen. Zuerst habe ich mich aber noch ein bißchen durch das Literaturgeflüster gesurft, das Schnitzel, das von Donnerstag übergeblieben ist, gebraten und bin mit dem Rad zum Lidl gefahren, um Zitronen und Champignons einzukaufen. Dann habe ich mich mit einer großen Schüßel Obstsalat, Kirschen, Melonen und Erdbeeren, alles im schönen Rot, was ja zu den Rotweinachterl passt, gesetzt und bin mit dem Schreiben gar nicht nachgekommen.
Für alle, für die das jetzt ein bißchen unverständlich klingt. Es geht um mein neues Roman- oder was auch immer Projekt, das den Arbeitstitel „Ein Glas zuviel“ hat, jetzt denke ich aber, ich sollte es auf „Das tägliche Achterl“ umändern, weil das vielleicht besser passt. Diese Schreibidee ist mir irgendwann im Mai gekommen und ich habe da zwischen meinem Lesemarathon auch zaghaft zu schreiben angefangen. Inzwischen habe ich schon neunundvierzig Seiten, siebzehn Szenen und einiges im Notizheft aufnotiert. Es geht um einen Entzug. Die fünfunddreißigjährige Fotografin Kerstin Wieland hat sich bei einer Vernissage mit ihrem Freund Franz zerstritten, ihn aus der Wohnung geworfen, obwohl sie von ihm abhängig ist, danach noch eine Flasche ausgetrunken und will ihn eigentlich wieder haben. Er kommt aber nicht. Sie fährt nach Kalksburg, um ihn zu suchen, lernt dort den Patienten Hans Richter kennen, der ihr zu einem täglichen Achterl rät und dazu am Sonntag in die Kirche zu gehen und sie anschließend in einem Gasthausgarten zu treffen. So weit war ich ungefähr, als in mein verlängertes Wochenende aufgebrochen bin. Nein, ich war noch weiter. Es gibt auch eine Mutter, die den siebzigsten Geburtstag feiert und einen Ferdinand, der Kerstin vielleicht als sie dreizehn war, mißbrauchte. Jetzt kann sie nicht allein sein. Zählt also Schäfchen und schluckt Valium. Die Galeristin Barbara weckt sie am Morgen immer auf, sagt ihr aber auch nicht, wo sich Franz befindet. So weit war ich, dann kam es zu der Szene im KHM und die Gedanken sind gefloßen. Es ist noch Mäxchen aufgetaucht und das Treffen mit der Mutter beim Gerstner und danach vier Szenen auf der Terrasse, bis das große Gewitter kam.
Kerstin geht auch laufen in den Stadtpark, trifft dort den altklugen Hektor, der sein Kindermädchen in den Kursalon schickt, da ist es Dienstag und am Samstag wird sie für die Pfarrgemeinde einen Hellinger-Marmelade-Kuchen backen und danach wieder Franz Richter treffen. Aber was mache ich bis dahin? Bis jetzt habe ich ja neunundvierzig Seiten, das sind 25. 365 Worte, wenn ich die Struktur von hundert Seiten will, werden das etwa fünfzigtausend Worte sein, also ein Nanrowrimomaß, aber wo will ich hin? Einen Entzug beschreiben, davon bin ich ausgegangen. Und nach der KHM-Szene ist es mir auch sehr flüßig und sehr neu vorgekommen, aber wie geht es weiter? Was ist der Plot, denn der Alkoholentzug und die Struktur, das Laufen und die Haltegriffe sind ja allein zuwenig, das ist noch keine Literatur sondern Verhaltenstherapie, höre ich meine Leser schon sagen. Also ist mir ein Krebs eingefallen, denn Franz vielleicht haben könnte, aber der stellt auch in sechs Wochen bei Barbara aus und die hat Kerstin schon gesagt, daß er sie nicht dabei haben will. Das wäre der Handlungsrahmen, Kerstin mit Mäxchens, Hektors, Franz Richters und wem noch immer, die alle ihre Geschichten haben, Hilfe, durch die sechs Wochen bringen. Am Morgen ruft immer Barbara an und Kerstin hält auch mehr oder weniger ihr tägliches Achterl durch und fotografiert auf Hochzeiten, Vernissagen und am Ende ist Franz Vernissage, da bin ich dann bei hundert, hundertzwanzig oder hundertfünfzig Seiten, vielleicht. Kerstin geht hin, Franz kommt ihr entgehen, schaut sie böse oder anders an. Sie sagt „Ich wünsch dir alles Gute, dreht sich um und geht!
So weit, so what, das Expose einer literaturbesessenen Vielfschreiberin, die es nicht lassen kann und kein Jahr für ihre Sachen braucht, sondern im Rohtext ein paar Wochen und dann noch darüber bloggt. Soll sein, denn ich kann ohnehin nur meinen Weg gehen und tue das auch sehr beharrlich und konsequent.
Dazwischen stauen sich dann schon die Texte, denn so schnell kommt der Alfred, der auch den Garten seiner Eltern betreuen muß, nicht nach. Das macht aber auch nicht unbedingt etwas, denn die Technik machts möglich, daß man nicht immer auf die Printausgabe warten muß. Die „Wiedergeborene“ gibts auf You tube anzuhören, denn da habe ich schon dreimal den Anfang gelesen und davon gibts Berichte und die Schreibberichte gibts natürlich auch. Von der „Paula Nebel“ gibts den auch 1 2 3 4 5 6 7 und noch zwei Kurztexte, die die Entstehung ein bißchen dokumentieren und das Literaturgeflüster-Texte-Buch auf dessen Idee mich meine Osterkrise brachte, gibt es sowieso im Netz und das genaue Inhaltsverzeichnis mit Stephan Eibl Erzbergs euphorischen Nachwort wird demnächst folgen.

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