Literaturgefluester

2012-08-10

Samstag in Litauen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 22:34
Wigry

Wigry

Trakai

Trakai

„Seven Days in Lithuania“, heißt das kleine Heftchen, das ich auch in meinem Reisegepäck hatte, aber noch nicht ausgepackt hatte, als wir von Polen in Litauen einreisten. Von Campingplatz in Wigry sind wir gekommen und haben die Uhren um eine Stunde vorgestellt, so daß wir bald Rast in einem gemütlichen Gasthaus an einem See mit Holztischen machten. Offenbar ein Ausflugsort, denn sehr viele Leuten strömten auf das Klo für das man 3 Lits oder Lats zu bezahlen hatte und die, die das taten, verwirrten damit die Servierin, weil sie glaubte, daß sie ein Eis kaufen wollten.
Ich war auch ein bißchen verwirrt, denn das erste Mal in Litauen, von dem ich bisher ja nur über Renate Serelyte einen literarischen Eindruck bekommen habe. Die Frauen sind ein bißchen unbewöhnlich angezogen, meist sehr elegant und lange Kleider, die man bei uns nicht am Nachmittag tragen würde und Zöpfe haben viele auch.
In dem Ausflugsrestaurant herrschte eine gemütliche Stimmung. Ein Kind spielte auf seinem Tablet herum, während ihm die Mutter das Essen schnitt. Viele junge Leute mit kleinen Kindern und ein Motorradtreffen schien es auch zu geben, zumindest kamen einige solcher schwarz gekleidete Männer in das Lokal und später raste ein ganzer Trupp auf der Hauptstraße in Vilnius an uns vorbei.

Vilnius

Vilnius

Trakai vom Camp aus gesehen

Trakai vom Camp aus gesehen

Aber noch waren wir nicht so weit, noch fuhren wir an schönen Holzhäusern und Souvenierbuden auf den Campingplatz und später zu dem Schloß nach Trakai, achtundzwanzig Kilometer von Vilnius entfernt, vorbei, das mitten im Wasser liegt. Als das Zelt aufgebaut war, fuhren wir dorthin und sahen auf den Parkplatz, glaube ich, das erste große Auto und auf der Promenade, das erste Hochzeitspaar. Die sollten uns dann noch öfter begegnen. Bräute in langen weißen Kleider. Fünf, sechs, sieben, etc Paare, die überall posierten, Blumen, Fotografen. Später sollte ich im Führer lesen, daß es in Litauen üblich ist, am Samstag zu heiraten und sich vor den Nationaldenkmälern fotografieren zu lassen.
In Vilnius in das wir später fuhren, gab es auch ein paar Brautpaare zu sehen und in dem kleinen Heftchen wird natürlich empfohlen einen Tag in Trakai und einen anderen in Vilnius zu verbringen. Wir packten alles auf einen Nachmittag zusammen und sind, weil wir nicht gleich die richtige Zufahrt fanden, dann zwei Stunden in der Stadt herumspaziert. Eine lange Straße hinunter, an der später die Motorräder vorüberrasten und die Olympiade gab es auch und offenbar ein Heimspiel, denn überall waren Fernseher aufgestellt und manchmal gab es Bravorufe zu hören.
Bis zur Kathedrale bzw. zur Universität sind wir, an der österreichischen Botschaft, vorbei spaziert und wieder zurück auf den idyllisch schönen Campingplatz, der einen Zugang zum See hatte und man, wenn man sich anstrengte, auch das Schloß sehen konnte.
Samstag scheint in Litauen überhaupt ein Feiertag zu sein, denn oberhalb des Campingplatzes gab es ein Cafe und ein Restaurant und davor standen nicht nur viele Autos mit litauischen Kennzeichen, sondern auch ein großes Zelt und vor diesen liefen viele Kinder in mittelalterlichen Kleidern herum, die irgendetwas aufzuführen schienen, das sie sich dann später per Video im Restaurant ansahen.
Wir setzten uns vor da Cafe und tranken ein Glas Wein, ich blätterte in den Broschüren, bzw. in dem „Best Writing- Buch“.
Vom See führten zu dem Restaurant Stufen und in der Mitte gab es einen festlich gedeckten Tisch, wo eine elegante gekleidete Gesellschaft tafelte, während weiter oben eine andere, Fische grillte, viele Kinder liefen herum, die Frauen waren elegant gekleidet, die Stimmung und das Wetter gut.
Nach dem zweiten Glas Wein, bzw. Bier gingen wir auf den Campingplatz zurück, wo Italiener, Deutsche Holländer ihre großen Campingwagen aufgebaut hatten und teilweise auch grillten.
Selten findet man das einheimische Feiern und den Camping-Tourismus so nahe beieinander und eine blaue Blume habe ich auch gefunden, vorher in Trakai, bei der Wasserburg. Eine Braut hat sie verloren. Ich habe sie aufgehoben und in das „Best Writing from and about Lithuania“-Buch gelegt. Sie hat inzwischen einige Blätter verloren und stark abgefärbt. Die blaue Blume der Romantik passt aber gut in die sehr beeindruckende litauische Feiertagsstimmung, auch wenn ich im Führer gelesen habe, daß die meisten Ehen wieder geschieden werden und die Standesämter zwei seperate Eingänge haben, damit man das nicht sofort bemerkt.

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