Literaturgefluester

2012-08-15

Wochenende in Saaremaa

Filed under: Uncategorized — jancak @ 08:25
Saaremaaa, Kuressare, Burg

Saaremaaa, Kuressare, Burg

Saaremaa, Camping Tehumardi

Saaremaa, Camping Tehumardi

Auf Saaremaa, der größten Insel Estland auf der vierzigtausend Menschen wohnen und die in der Sowetzeit militärisches Sperrgebiet war, ticken die Uhren langsamer, steht in den Prospekten dann wird noch etwas von Freizeit und Erholung hinzugefügt und das war auch zu merken, als wir Freitagnachmittag die Hauptstadt Kuressaare erreichen.
Vorher sind wir von Tallinn kommend, mit einer Fähre gefahren, eine halbe Stunde und der Alfred befürchtete fast, da ja Wochenende eine lange Wartezeit. Dann ging es aber Ruckzuck, wir kamen hin, bezahlten, fuhren ein und das Schiff war schon unterwegs, als wir das Deck erreichten.
Ich habe ein wenig auf das Meer hinausgeschaut, der Alfred kaufte sich eine Straßenkarte, während sich die Passagiere fotografierten und besonders gute Posen ausprobierten, dann hatten wir unser Ziel schon erreicht und fuhren durch die unberührte Naturlandschaft. Bäume, Wäder, hin und wieder Haus und das Meer ziemlich nahe, manchmal sieht man es von beiden Seiten.
Im ehemaligen Waaghaus der Hauptstadt Kuresaare ist jetzt ein Pub untergebracht, steht im Reiseplan, wir setzten uns unter das Sonnendach, Alfred bestellte eine Leber in Kognacsauce, ich einen Pfannkuchen mit Schinken und Käse, ein Erdbeersmoothy dazu und wenn man aufs Klo will, kann man das schöne alte Haus aus dem siebzehnten Jahrhundert bewundern.
Nebenan befand sich ein kleiner Markt, wo die Leute ihre Handarbeiten, aber auch Heidelbeeren und Pilze verkauften. Im Gastgarten saß ein Mann mit einem Buch und unterhielt sich mit zwei Radfahrern, die ihre Räder an die Trennwände lehnten und sehr ausgeruht wirkten.
Ein kleiner Bummel durch den Markt, Holzlöffel waren zu bewundern und selbstgestrickte Strümpfe und zur Touristeninformation.

Saaremaa, Windmühlenmuseum

Saaremaa, Windmühlenmuseum

Saaremaa, Freilichtmuseum

Saaremaa, Freilichtmuseum

Die Attraktion des Ortes ist die Bischofsburg, in der zweiten Häfte des vierzehnten Jahrhunderts fertiggestellt und damit die best erhaltene mittelalterliche Burg des gesamten Baltikums.
Um zu ihr zu gelangen, muß man durch die geschäftige Hauptstraße gehen, dann durch einen Park und am Kursalon vorbei, wo es auch einen Musikpavillon gibt.
Kuresaare hat auch viele Spas und Heilbäder anzubieten und die Burg ist sehr idyllisch angelegt. Man muß über ein paar Brücken gehen, kann sie aber auch über verschiende Hügel klettern. Im Hof gibt es einen Schmied und andere Handwerksbuden. Bogenschießen kann man, glaube ich, auch und in der Mitte ist eine Bühne aufgebaut, wo es am Abend Musikaufführungen zu geben schien.
Einen kurzen Rundgang zum Fotografieren, Alfred ist dazu, glaube ich, auf eine Mauer geklettert, dann fuhren wir weiter auf den Campingplatz, kamen zuerst in eine Polizeikontrolle, eine junge Polizistin wollte von uns wissen, ob wir das erste Mal in Estland wären und dann an die Landesspitze, wo es das einsame Restaurant gibt, von dem wir in der Touristeninformation Postkarten fanden, die wir an Alfreds Eltern, an die Ruth und an Margot Koller schickten.
„Da müßen wir hin, da gibt es gebratene Fische!“, sagte der Alfred, wir hatten aber schon gegessen, also ans Meer, wo es einen Leuchtturm gibt und die Möwen ihre Federn verlieren, bis an die Spitze, wo sich die Touristen fotografierten oder Steine in das Wasser warfen.
Diesmal war der Campingplatz wirklich idyllisch, weil mitten im Wald gelegen. Zwei kleine Teiche gab es auch, die man umrunden konnte, einer führte direkt zu einer Hamburgerbude, wo sich Senf verkosten ließ und das berühmte estnische Bier zu kaufen gab, die aber leider erst um zwölf öffnete, so daß es vorher nichts mit dem Kaffeetrinken wurde.
Das holten wir aber im Kursalon von Kuresaare nach, wo es um fünf Euro mit wunderbaren Blick auf die Bischofsburg, ein wirklich reichhaltiges Frühstück gab. Schinken, Lachs, Käse, eine rote Beerenmarmelade, Croissant, Brot und Joghurt und eine dicke Katze wartete begierig auf die Abfälle. Danach ging es am Samstag zum Krater Kaali, der ein ziemliches Naturereignis ist und am Sonntag in den Windmühlenpark, denn Windmühlen hat nicht nur Holland anzubieten.
Die in Estland sind meistens viereckig und haben einen Mechanismus, daß man sie in alle Richtungen drehen kann. Im Windmühlenpark gab es vier oder fünf Stück, eine in holländischer Manier, in die man hinaufklettern konnte und wo einen nicht nur Beschreibungen, sondern auch die Müllersfamilie als Puppen erwartete und am Samstag sind wir noch einmal zur Landesspitze gefahren und haben gegrillten Lachs gegessen.
Es war halb drei, in den baltischen Staaten wird die Uhr eine Stunde nach vor gestellt und das Restaurant als wir kamen, ziemlich leer, so daß der Koch mit der Servierin zu den Revolutionsliedern, die es zu hören gab, tanzte und ebenfalls einen sehr entspannten Eindruck machte.
Am Sonntag haben wir in einem Restaurant mit der angeblich besten estnischen Küche gegessen, das sich in einem ehemaligen Pastoralamt neben der Kirche befand und nur im Sommer geöffnet ist.
Hier konnten wir nicht im Freien essen, auf den Holztischen, alles sehr ästhetisch, türmten sich aber nach der Bestellung die Speisen. Das Kartoffelpüree, das ich zu den Kohlrouladen bekam, hätte locker für eine Familie gereicht, drei Schüßel mit Salaten, bzw. eingelegten Gurken und Kürbissen und eine Sauce gab es auch. Der Alfred hatte Fisch bestellt und die Reiseführer schrieben etwas von der einfachen deutschen Hausmannskost, an die die estnische Küche erinnert.
Dann ein Stückchen in den Nationalpark hinein, den man eigentlich durchwaten kann, was wir aber nicht machten. Wir ließen uns nur von der freundlichen Dame in dem Infocenter erklären, wo sich die Robbenbabys befanden und fuhren auf einer ziemlich holprigen Straße zu einer Art Hafen, wo ein paar Fischer waren und man auch auf eine Insel hinausfahren konnte.
Dann hätte es noch ein Freilichtmuseum zu besichtigen gegeben, leider war es, als wir es erreichten, aber schon geschlossen, so daß wir nur von außen, auf die alten Häuser, eine Windmühle stand natürlich in der Mitte, schauen, beziehungsweise den Lageplan studieren konnte.
Am Campingplatz wurde noch bis spät am Abend gegrillt, die Kinder spielten und am nächsten Morgen ging es mit der Fähre, um halb neun, wo man zum Frühstück schon gegrillte Würste und eine Art Suppe essen hätte können, aufs Festland zurück, wo wir nach Riga weiterfuhren.

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