Literaturgefluester

2012-08-19

Sechs Länderreise

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:38
Wigry

Wigry

Nida, Thomas-Mann Haus

Nida, Thomas-Mann Haus

Jetzt sind wir wieder aus dem Urlaub zurückgekommen, der uns durch einen großen Teil Europas gebracht hat oder zumindestens durch einen Teil des Ostens und das sehr schnell, denn das Ziel der Reise war, so könnte man es sagen, der Besuch bei Norbert in Littoinen oder auch eine Fahrt durch die baltischen Staaten, denn als wir im Vorjahr in den Masuren waren und in Nikoleiken, die litauischen Autos stehen sahen, haben wir gedacht, daß wir eigentlich auch dorthin fahren könnten, nach Litauen, Lettland, Estland oder noch viel weiter nach Russland etc, aber für Kalliningrad braucht man ein Visum und dann war das Ganze ohnehin ein bißchen hektisch, weil es Alfreds Vater ja nicht so gut geht und er gerade seine vierundzwanzig Stunden Betreuung bekommen hat.
Also sind aus der drei vier Wochen Reise sechzehn Tage geworden und wir sind am 2. August gar nicht so früh weggekommen, weil Alfred erst mit seinem Auto in die Werkstatt fahren mußte, dann ist das Bremslicht nicht gegangen etc.

Riga, Jugendstilviertel

Riga, Jugendstilviertel

Riga, Jugendstilviertel

Riga, Jugendstilviertel

Trotzdem sind wir wieder bis nach Tschentstochau gefahren auf den Campingplatz bei Jasna Gora und das ist ja ein gigantischer Ort, wo die Pilger und die Klosterschwestern zu der Abendmesse strömen und wir in die Stadt hinuntergegangen sind, um in einem Steakhouse Pizza zu essen, wo der stattliche Patrone beim Kartenspiel saß und trotzdem seinen Serviererinnen Anweisungen gab, beziehungsweise die Bettler und Hausierer von seinem Lokal verscheuchte.
Dann ging es weiter bis nach Wigry, alles wie gehabt, denn das ist ja der liebe kleine Campingplatz, neben dem See und dem Kloster, wir sind sehr spät angekommen, haben uns von der Familie, die den Camp betreut, Fische servieren lassen und am nächsten Morgen dort gefrühstückt.
Dann ging es nach Litauen und da hatte ich eine ganze Tasche mit Literatur und Broschüren mitgenommen, war Litauen ja 2002 Gastland in Frankfurt und wir in diesem Jahr auf der Buchmesse, so daß es eine Menge Broschüren über Litauen und seine Dichter gab. Wir fuhren aber über die Grenze und hielten bei einem kleinen Retaurant an einem See, wo sich die Ausflügler und die Buschen mit den Motorrädern, den schwarzen Lederjacken und den Springmessern trafen.

Klaipeda

Klaipeda

Nida, Dünenlandschaft

Nida, Dünenlandschaft

Die Speisekarte war auf Litauisch. Alfred übersetzte mit Hilfe seines Reiseführers und wir teilten uns die Palatschinke und den Kartoffelpuffer mit Pilzen, denn den mit Speck hat es nicht mehr gegeben. Danach fuhren wir in die Nähe von Trakai, das ist dort, wo sich das Wasserschloß befindet, wo sich der Staat gegründet hat und die Bräute am Samstag ihre Hochzeit feiern, zu einem sehr schönen am Wasser gelegenen Campingplatz, wo die Familien ihre Feste feierten und die Urlauber badeten, dann ging es nach einer kurzen Besichtigung der Hauptstadt Vilnius gleich weiter nach Riga in Lettland. Dafür hatte ich keine Literatur eingepackt, als ich aber in Alfreds Reiseführer schaute, begann ich mich zu ärgern, wurde dort doch Henning Mankells „Die Hunde von Riga“, als Lektüre empfohlen und das habe ich ja im Bücherschrank gefunden und steht auch auf meiner Leseliste von 2013, die liebe Eva hat aber nicht daran gedacht, es mitzunehmen. Macht aber nichts. Gingen wir halt so die Stadt anschauen, über eine Brücke, wo sich ständig Polizei befindet, war sie sehr leicht zu erreichen und, daß der Campingplatz sich auf einem Parkplatz neben einem Tennisplatz bzw einer Lagerhalle befand, war ein bißchen gewöhnungsbedürftig und wird mich wahrscheinlich zu einem Reisebericht veranlassen, denn in Tallin, der Hauptstadt von Estland, war es ebenso. Dorthin brachen wir am Montag auf, da war das Wetter schlecht und in Tallin gibt es schon den Euro, während es in Litauen Litas und in Lettland Lats gibt und, daß die drei Länder meistens alle in einen Topf geworfen werden, obwohl sie sich gar nicht so gut vertragen und jeweils eine andere Sprache, eine andere Kultur und eine andere Geschichte haben, konnte man in den Reiseführern nachlesen.

Turku, Ruissalo

Turku, Ruissalo

Turku, Dom

Turku, Dom

Am Montag also Tallin angeschaut, der Campingplatz war sehr überteuert und befand sich neben einer Messehalle, auf einem Parkplatz, obwohl es nebenan eine sehr schöne Grünfläche gab. Wir gingen durch die Stadt spazieren und fuhren am nächsten Tag mit der Fähre nach Helsinki und von dort zum Norbert, der in Littoinen in der Nähe der Stadt Tuku, seit einigen Jahren mit seiner Frau lebt. Am nächsten Tag haben wir uns Turko angeschaut und am 9. August ging es wieder mit der Fähre zurück nach Tallin. Das war Alfreds Geburtstag, also waren wir in der „Olde Hanse“ essen, das ist ein Restaurant in Tallin, in dem die Kellner mittelalterliche Kleidung tragen, Schleier, Hauben, etc, alles eher, wie ein Fest, als ein Restaurant, die Speisekarte ist auch ganz mittelalterlich „Unsere Diener würden sich über ein Eichhörnchenfell oder über ein Trinkgeld freuen“ und die Klos sind so nachgemacht mittelalterlich, daß sie schon wieder gewöhnungsbedürftig sind. Das Essen gut und teuer. Wildschweinbraten mit Honigsauce, habe ich irgendwo gelesen, wäre die Spezialität, leider haben wir auf der Fähre das Buffet besucht, so daß wir gar nicht sehr hungrig waren.
Für mich ging sich aber eine Leberpastete mit Honigzwiebel aus, die glaube ich, den Namen „Ratsherrengeheimnis“ trug, der Alfred nahm den geräucherten Hering, dann sind wir noch eine Stunde auf den Campingplatz zurückgegangen und am nächsten Tag auf die Insel Saaremaa gefahren, die ein wahres Freizeitparadies ist, wo wir ein sehr entspanntes Wochenende verbrachten.

Tallink

Tallink

Nida, Lokal

Nida, Lokal

Es gab ein gutes Frühstück im Kurhaus von Kuressare, das nur fünf Euro kostete, obwohl es sehr reichhaltig war, einen schönen Camp im Wald, auf dem die Leute grillten und man auch um einen kleinen See herumgehen konnte.
Einen Windmühlenpark haben wir besucht und sind bis auf die Landspitze hinausgewandert, wo es nur mehr ein einsames Restaurant, einen Leuchtturm und ein paar Souvenierbuden gab. Vogelfedern gab es zu finden, Muscheln eher nicht.
Am Montag wieder mit der Fähre auf das Festland und nach Lettland gefahren, wo wir noch einen Nachmittag in Riga verbrachten, was eigentlich das Einzige war, was wir von dem Land sahen, dafür sind wir aber durch die Jugendstilviertel gewandert und der Alfred hat mir auch einen Führer gekauft, wo man die schönen Bauten, zum Teil von Michail Eisenstein, dem Vater des berühmten Filmers, erbaut, bewundern konnte. Ein Restaurant mit der typischen lettischen Küche, die aus deftigen Fleischgerichten, wie Stelze oder Spare Ribs und vielen Cremes mit Früchten besteht, haben wir auch besucht und sind durch einige sehr schöne Parks gegangen und haben die Oper bewundert. Wenn ich die „Hunde von Riga“ lesen werde, werde ich erfahren, was ich alles von der Stadt versäumte, denn am nächsten Tag ging es schon wieder nach Litauen, bzw. auf die Kurische Nehrung und nach Klaipeda zurück. Bei meiner Litauenliteratur war auch ein kleines Büchlein, wo es über „Litauen im Visier des Dritten Reiches“ ging und wo alles genau beschrieben wurde, was 1939 mit dem Stalin-Hitler-Pakt passierte. Das habe ich alles nicht ganz verstanden. Die kurische Nehrung scheint aber ein Teil Ostpreußens gewesen zu sein, so steht das nachgemachte Ännchen von Tharau auf dem Brunnen des Hauptplatzes, wo gerade eine EU- Werbeveranstaltung stattfand, das echte, ist, glaube ich, in den Kriegswirren verloren gegangen und ein paar alte Ansichten, wie es früher in dem Städtchen ausgeschaut hat, gab es am Hauptplatz auch.

Turku, Blanko

Turku, Blanko

Wigry

Wigry

Der Campingplatz war neu und sehr idyllisch am Meer gelegen. Leider hatte ihn eine deutsche Reisegruppe schon voraus reserviert und die besten Plätze beschlagnahmt, die wir dann später in Wigry widertrafen, so daß wir dort am Parkplatz schlafen mußten. Aber am Feiertag sind wir mit einer Fähre auf das Haff bis nach Nida gefahren und wollten dort eigentlich das Haus besichtigen, in dem Thomas Mann drei Sommer verbrachte. Auf der letzten Buchmesse in Leipzig, hat Frido Mann auf dem blauen Sofa gelesen und ein Buch über dieses Haus „Mein Nidden“ vorgestellt. Wegen dem Feiertag war das Museum aber verschlossen, so daß wir nur herummarschieren und ein Foto vor der Gedenktafel machen konnten, in den Künstlerclub Blode, wo sich in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts alle literarischen und sonstigen Größen trafen und die Maler ihre Bilder malten, konnten wir aber hineinschauen und auch ein bißchen auf den Dünen entlangwandern. Ein traumhaft schönes Städtchen, aber sehr touristisch. Eine Russin mit einem Fahrrad, die ausgezeichnet Deutsch sprach und die uns erzählte, daß sie in Kalliningrad arbeitet, haben wir auch getroffen und dann gnig es wieder über Wigriy, wo wir den Freitagnachmittag verbrachten und noch einmal eine Schifffahrt machten und Tschenstochau zurück und ein bißchen durch die Tschechei sind wir auch noch gefahren und haben beim Tesco, Milch, Sekt und die berühmten Weckerln, die ich sehr gerne habe, eingekauft und jetzt sitze ich in Harland beim offenen Fenstler und kann die rhythmischen oder unrhythmischen Klänge der Freqeunzy hören, die ich heuer fast versäumte, bin ich ja vorhin, um mich nicht zu ärgern, nur bis zum Sportplatz Rad gefahren und jetzt werde ich soviel zu schreiben haben, daß ich wahrscheinlich den ganzen Sonntag dazu brauche, bevor es wieder in die Praxis nach Wien geht.

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