Literaturgefluester

2012-09-13

Elisabeth Chovanec, Leo-Perutz-Preis und Shortlist des dBP

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03

Am Mittwoch ist es in die Saison gegangen, zuerst mit einer Vernissage von Elisabeth Chovanec in der Ehe- und Familien- und Lebensberatungsstelle in der Hamburgerstraße, die dort unter dem Motto „Malen ist mein Leben“ ihre Bilder ausstellte, die sie, wie sie in der Einleitung erklärte nach einem Schock zu malen begann und allmählich vom Abstrakten ins Konkrete kam. An der Ehe- und Familienberatungsstelle in der Hamburgerstraße gehe ich immer vorbei, wenn ich zum klinischen Mittag ins AKH gehe und eigentlich wollte ich am Mittwoch zur Verleihung des Leo Perutz Preises in die Grünangergasse, da Elisabeth Chovanecs Vernissage aber schon um sechs, die Preisverleihung erst zum halb acht, bzw um acht begann, ist sich die Kombination ausgegangen und weil ich nicht ganz pünktlich in die Familienberatungsstelle gekommen bin, hat die Lebensberaterin dort schon mit der Einleitung begonnen, als ich eintraf. Elisabeth Chovanec hat ihre Bilder erklärt und dann aus dem Buch „Feuerland“ unter dem Namen Chacha Bevoli, Elisabeth Chovanecs Künstlernamen erschienen, das ich hier schon besprochen habe, gelesen und dann in die die beiden anderen Räume geführt. Die konkreten Bilder erinnerten teilweise an Griechenland. Eines stellte eine Kapelle dar, dazu hatte Elisabeth Chovanec, die ein Lyrik-Studium, ich glaube, auch bei Andrea Winkler absolvierte, einen Text und in dem Raum lagen auch ihre anderen Bücher auf, die, wie meine bei Digitaldruck.at erschienen sind. Es ging dann noch in den dritten Raum, mit je einer Leseprobe aus einem ihrer drei Bücher, im Wartezimmer der Familienberatungsstelle gab es ein Buffet, Brötchen und Sekt Orange, ich habe mich mit der Lebensberaterin über Psychotherapie unterhalten und bin dann in Richtung Grünangergasse zur Verleihung des dritten Leo Perutz Preises aufgebrochen. Ich würde ja gar nicht meinen, daß Leo Perutz so ein besonderer Krimischreiber war, der Hauptverband des Buchhandels und die Stadt Wien hat ihm aber dazu gemacht und unter der Jury von Raoul Blahacek, Michael Kratochvil, Nora Miedler, Erwin Riedesser und Tobias Hierl fünf Krimis für die sogenannte Shortlist ausgewählt, die da Anne Goldmanns „Triangl“, Georg Haderer „Der bessere Mensch“, Edith Kneifl „Der Tod fährt Riesenrad“, Thomas Raab „Der Metzger bricht das Eis“ und Martin Rebhandls „Das Schwert des Osten“ waren. Im vorigen Jahr war ich auch bei der Preisverleihung, bin irgendwie zuspät gekommen, jedenfalls war alles voll und ich war ganz hinten und habe mir die Füße in den Bauch gestanden. Das ist mir diesmal nicht passiert, denn ich hatte zwei Beginnzeiten, auf der HVB Seite stand 19.30. Ingrid Führer hat mich für 20 Uhr eingeladen, ich habe nicht nachgefragt und bin schon irgendwann nach sieben im Hauptverband aufgetaucht, wo auch schon der erste Besucher kam. Wegen der Gemeinderätin Anica Matzka Dojder, die den Pries für die Stadt Wien vergeben sollte, hat es aber erst später angefangen, so bin ich mit einem Glas Wein herumgestanden, eine Dame hat mich angesprochen und sich erkundigt, ob ich eine Literatur-Rezensentin sei? Das war aber nicht Ingrid Führer, die hat sich erst später neben mich gesetzt, der Moderator Günter Kaindlsdorfer hat sich auf einen der Stühe gesetzt und in einem Buch gelesen, Manfred Rebhandl, den ich ja schon in Leipzig hörte und der auch beim offenen Bücherschrank gelesen hat, tauchte auf und nach und nach erschien auch das Publikum. Weniger als im Vorjahr, eigentlich eine eher schwach besuchte Veranstaltung, die Leser werden dann erst nächste Woche zur Kriminacht in Scharen erscheinen.
Günter Kaindlsdorfer eröffnete mit Geradl Schantin, unterhielt sich mit der Gemeinderätin und fragte sie nach ihren Lesegewohnheiten, die natürlich antwortete, daß sie gern würde, aber leider nicht so sehr dazu käme, wie sie möchte, auf Reisen würde sie sich aber immer einen Krimi aussuchen, der zu der Gegend passt und ich habe mich ja auch kürzlich sehr geärgert, daß ich ohne „Die Hunde von Riga“ mitzunehmen, dorthin gefahren bin.
Ist der Krimi nun das Stiefkind der Literatur?“ fragte listig Günter Kaindlsdorfer.
„Nein!“, antwortete die Gemeinderätin natürlich.
Ist aber in der Praxis so, zumindest bei den Literaturgewaltigen, auf den dbp Listen wird man keinen finden, die Leute lesen sie aber gern, weil sie verständlich sind, spannend, sozialkritisch etc.
Dann kam schon die erste Nominierte nämlich Anne Goldmann mit ihrer Kurzlesung. Ihr Krimi spielt offenbar im Strafvollzug und die Autorin war Bewährungshelferin, wenn ich es richtig verstanden habe. Georg Haderer folgte, der ein besonderer Witzvolgel zu sein scheint, sagte er doch, er wäre in einer schwierigen Situation, wenn er gewänne, würde er das Geld versaufen, wenn er verliert, alles zusammen schlagen etc.
Edith Kneifl war nicht da und hätte ohnehin nicht gewonnen, verriet Günter Kaindlsdorfer, Thomas Raab war schon im Vorjahr nominiert und hatte wieder einen Metzgerkrimi, dann folgte Thomas Rebhandl und sagte, er werde in seiner Lesung gleich den Schluß ankündigen, danach traten Gerald Schantin und die Gemeinderätin auf „and the Winner is Manfred Rebhandl“ und ich war wieder einmal überrascht. Offenbar lerne ich es nie, die Trends richtig zu deuten, denn daran hätte ich eigentlich nicht gedacht, sondern eher auf Thomas Raab oder Georg Haderer getippt, ich weiß schon, ich bin eine Quotenqueen, aber alles Gute natürlich! Dann wurde das Buffet eröffnet, ich konnte ein bißchen mit Georg Haderer reden und ihn das fragen, was ich an seinen letzten Krimi „Engel und Dämonen“ nicht verstanden habe. Nächste Woche gibts die Kriminacht, dann werden die Wiener Kaffeehäuser wieder überfüllt mit interessierten Krimilesern sein und außerdem wurde am 12. auch die Shortlist des dBP verkündigt und das war wieder eine Überraschung, obwohl ich diesmal keine großen Prognosen abgegeben haben.
Clemens J. Setz und Wolfgang Herrndorf stehen darauf, Hans Augustin, Ursula Krechel, Stephan Thome und Ulf Erdmann Ziegler, nur eine Frau, wie Buzzaldrin bedauernd feststellte und drei Bücher, die bei Suhrkamp, eines das bei Rowohlt, eines bei Beck und eines, das bei Jung und Jung erschienen ist.
Da werden auch die gruppendynamischen Effekte ihre Rollen gespielt haben, habe ich Buzzaldrin kommentiert und war nicht enttäuscht. Früher war ich das immer ein bißchen, wenn sich meine Schätzungen sehr von denen der Jury unterschieden haben. Jetzt nehme ich es als interessant hin. Ich würde alle Bücher lesen, wenn ich sie bekomme, habe aber ohnehin soviele Bücher, daß ich mir wahrscheinlich gar keine mehr zum Geburtstag und zu Weihnachten wünschen werde, damit ich meine Leseliste so einigermaßen schaffe und da ich ja auch ein bißchen inkonsequent bin, habe ich mir auch Stefan Sonntagbauer Erzählband „Neulich im Mittelalter bestellt und heute bekommen.
Die Saison hat begonnen und führt geradlinig ins Weihnachtsgeschäft und ich habe ja noch Edith Kneifls „Blutiger Sand“ auf meiner Leseliste, das ich demnächst lesen werde.

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