Literaturgefluester

2012-09-19

Von der Kriminacht

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:01

Bei der Kriminacht, dieser Großveranstaltung, die besser Krimiabend heißen sollte, da es an einem Abend mehr oder minder gleichzeitig an die fünfzig Veranstaltungen, die zwischen halb sechs und neun beginnen gibt, hat man die Qual der Wahl und kann sich etwas aussuchen, da Hoppeln von Veranstaltung zu Veranstaltung schwer möglich ist.
Daß der Stargast Jussi Adler Olsen war, der in einem ausreservierten Gartenbaukino las, war im Morgenjournal zu hören, dann gabs natürlich das Who is Who der österreichischen Kriminalliteratur Stefan Slupetzky, Thomas Raab, Eva Rossmann u.v.m. steht auf dem kleinen schwarzen Folder mit den entsetzten Köpfen eines Kellners und einer Kellnerin, denen die Tassen bzw. die Gläser aus der Hand fallen.
„Im Wiener Kaffeehaus“ steht noch dabei, was so nicht stimmt, weil es auch Büchereien und Buchhandlungen etc Veranstaltungen anbieten.
Vierundfünzig Veranstaltungen an einem Abend sind aber eine Leistungen des Veranstalters oder auch ein Wagnis, aber die, bei denen ich bisher war, waren meist sehr überfüllt.
Einmal bei Thalia in der Landstraße mit der Eva Rossmann, wo es Schwierigkeiten mit dem Reservieren gab und ich dann solange vor den leeren Sesseln stand, bis klar war, daß die erwarteten VIPs nicht kamen, auch nicht lustig, beim Thomas Raab war das Radiokulturcafe überfüllt und ich bin dicht bei der Tür gestanden, der Autor hat aus seinem ersten „Metzger“ gelesen und gefragt, wer kein Handy hätte, dann war ich beim Georg Haderer 2009 in der Buchhandlung Morawa und voriges Jahr bei der Eva Rossmann im Cafe Museum, wo man lange draußen in einer Schlange stand, als ich endlich bei der Tür war, hat sie mir der Security vor der Nase zugemacht, wieder nicht sehr lustig, für die Veranstalter aber sicher ein Erfolg, daß sie an einem Abend so viel Publikum interessieren können.
Ich schreibe es ja immer wieder, ich lese Krimis ganz gerne, obwohl ich keine schreiben kann und zu der Veranstaltung gehe ich hauptsächlich wegen dem Literaturgeflüster, weil ich ja nicht gerne konsumiere, nicht gerne in Schlangen stehe und es auch verwirrend ist, wo man jetzt reservieren muß, wo nicht, wo man überhaupt eine extra Einladung braucht und man sowieso nicht alles mitbekommt, was die Marathonbesucherin natürlich schmerzt.
Bei vierundfünfzig Veranstaltungen findet sich aber schon etwas und so strich ich mir die Wien Bibliothek, die Hauptbüchererei und die Buchhandlung Morawa an, weil da ein Herbert Dutzler aus einem Altausseer Krimi gelesen hat und da ja Anni Bürkl Ausseer Krimis, die heuer, glaube ich, nicht gelesen hat, hat, die ich auf ihrer Website mitverfolge und sich Alfred Komarek, wenn auch nicht in seinen Krimis, mit dieser Region beschäftigt und Barbara Frischmuth, das höchst literarisch gleichfalls tut, war mein Interesse geweckt.
Die Hauptbücherei hat eine englischsprachige Lesung angeboten. In der Wien-Bibliothek war die mir unbekannte Bettina Raddatz angekündigt, da habe ich aber am Nachmittag gelesen, daß da Edith Kneifl ihren neuen Krimi vorstellt und da ich den gerade ausgelesen habe, wäre das nicht sehr effizient gewesen.
Die Buchhandlung Morawa passte aber und da ich nicht genau wußte, wie groß der Andrang war, bin ich schon vor sieben dort gewesen, kann man sich in einer Buchhandlung ja immer Bücher anschauen, so daß es bestimmt nicht langweilig wird. Ich war auch ziemlich die Erste, wurden ja gerade erst die Bücherstapel weg und die Sesselreihen aufgebaut, dann kamen schon die Interessenten und es wurde sehr schnell voll.
Faszinierend eigentlich, wie gut das funktioniert, das hat auch der 1958 geborene Lehrer Herbert Dutzler festgestellt, der seinen zweiten bei Haymon erschienenen Krimi „Letzter Gipfel“ vorstellte. Der erste hat „Letzter Kirtag“ geheißen und die junge Lektorin, die den Autor vorstellte, hat etwas von liebevoll geschilderten Figuren und wenig Action in der Einleitung erwähnt. Der Autor hat dann seinen Krimi selbst kommentiert, in dem es, um einen etwas patscherten Polizisten und, um zwei vom Loser gefallene Frauen geht. Eine hatte nur mehr einen Schädel, denn nach einem Jahr haben die Vögel alles aufgefressen, erklärte der Autor launig und das, was er las, war auch viel alltäglicher, als beispielsweise die Mayor Schäfer Krimis. Ob es eine Chefinspektorin, hier Frau Doktor genannt, mit Schlangen und mit Spinnenphobie, die trotzdem energisch den Berg zum Tatort hinaufschreitet und nicht mit dem Hubschrauber fliegt, gibt, weiß ich nicht, der Polizist leidet jedenfalls unter Höhenangst und hat die vorher hineingeschaufelten Käsespätzle beim Anblick des Totenkopfes wieder herausgebrochen. Dann wird der Gatte der Toten verdächtigt, weil er statt die Leiche zu identifizieren in das Auto der Frau Doktor rast, die schießt auf ihn und läßt ihn Handschellen anlegen und am Schluß geht es noch in eine Schule, wo die Zeichenlehrerin, den Polizisten anschnauzt, sie hätte keine Zeit aus dem Fenster zu schauen, weil sich ihre Kevins etc sonst die Mafarben ins Gesicht schmieren würden.
Alles sehr lustig, alltagsskurril sozusagen, die Aufzeichnungen der menschlichen Schwächen, die Leute haben sich, glaube ich, gut unterhalten, von der Handlung war nicht viel mitzubekommen, aber das war wahrscheinlich auch Sinn der Sache, wo neben Kugelschreibern, Zuckerln, Feuerzeugen und Kugelschreibern große Bücherstapel aufgereiht waren, die der Autor gerne signierte, aber ich habe jetzt ohnehin einige Haymon Krimis gelesen und dank des offenen Bücherschranks auch noch einige ältere von der Donna Leon und andere Gustostückerl auf mich warten. Der Herr von der Buchhandlung gab noch Hinweise, wo man noch hingehen hätte könnte, das Cafe Hawelka mit Franz Zeller, der um einundzwanzig Uhr begonnen hat, wäre dabei gewesen, die Oper hat aber, glaube ich, auch ihre neue Saison eröffnet und auf jeden Fall die „Sizilanische Vesper“ übertragen, so daß ich da noch ein bißchen sitzengeblieben bin und vorige Woche war ich ja bei der Leo Perutz Preisverleihung, die man als diesbezügliche Insiderveranstaltung bezeichnen könnte und die dort auf der Shortlist standen, haben auch alle gelesen, Manfred Rebhandl beim Thalia in der Mariahilferstraße beispielsweise, wo ich auch hingehen hätte können, Arne Dahl, den schwedischen Bestsellerautor habe ich jetzt fast vergessen, im ausreservierten Cafe Schwarzenberg und mit einem vermeintlichen Schwedenkrimi habe ich mich ja noch im Sommerloch beschäftigt.

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