Literaturgefluester

2012-09-20

Blutiger Sand

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:26

Mit der Wiener Psychoanalytikerin, mit der ich Psychologie studiert habe, auf die Reise nach Amerika, um die Spielhöllen und die Einkaufsparadise in Las Vegas, die Wüsten, den Grand Canyon, die Nationalparks und die Indianerrevorvate aufzusuchen, ihr neuer bei Haymon erschienenes Buch, machts möglich und natürlich ist es ein Kriminalroman. Weil das die Leser gerne wollen, wie die Kriminächte mit den überfüllten Cafehäusern ja beweisen, die Autoren aber trotzdem einen einen Schreibdruck zu haben scheinen, so daß deren Erimittler immer schriller, immer schräger und abnormer werden, am Ende selber die Mörder sind, Psychopharmaka schlucken oder sich in Therapie begeben oder sie gehen auf Reisen, weil die Reiseliteratur ja auch ein interessierendes Thema ist, das Writersstudio bietet beispielsweise solche Lehrgänge an und meint dazu, Reiseberichte werden veröffentlicht, vielleicht ist das auch nicht mehr so einfach, also schickt man seinen Detektiv auf Reisen, Anica Matzka-Dojder hat ja bei der Perutz-Preis-Verleihung bekannt, selber nie ohne einen Krmi der Region zu verreisen, also war ich in den letzten Tagen mit Edith Kneifls neuen Krimi in Amerika, real bin ich das wahrscheinlich ohne einen solchen, 1989 das erste Mal gewesen und habe da ebenfalls Las Vegas und den Grand Canyon besucht, bzw am Rand der Wüste entlanggefahren, vielleicht war es jener Highway 66, auf die Idee einen Krimi darüber zu schreiben, bin ich nicht gekommen, was vielleicht ein Fehler war, aber jetzt zur Sache Schätzchen, schwafle nicht so viel herum.
Edith Kneifl, die ja auch eine Vielschreiberin zu sein scheint und in diesem Jahr schon den zweiten Krimi veröffentlichte, hat ja schon in „Schön tot“, die schöne Romni und Kellnerin Katharina Kafka in die Geschäfte des fünften Bezirks geschickt und damit die Gemüter mancher Leser erregt, die nicht soviel Margareten Werbung wollten, hatte ihren schwulen Freund Orlando, der in Kleidern der Kaiserin Sisi herummrannte, auf ihrer Seite, tut das jeder Homosexuelle automatisch oder war das nur die sogenannte Erhöhung, um die Leser an das Buch zu locken? Dieses Buch habe ich nicht gelesen. Dafür aber „Stadt der Schmerzen“ und da fahren Katharina Kafka (auch ein sprechender Name, der hier nicht angeprangert wird) und Orlando nach Florenz zu einer Familienfeier und die schöne Kellnerin, die eigentlich Historikerin ist, scheint ein Trauma zu haben, wurden doch ihre Eltern vor zwanzig Jahren auf der Route 66 ermoret.
Und so beginnt es auch im Oktober 1992 in Texas, Amarillo. Max Kafka, Drucker bei der Arbeiterzeitung, die leider eingestellt wurde, fährt mit seiner Abfertigung und seiner Frau Rita nach Amerika, sie machen Halt auf einem einsamen Selbstbedienungscampingplatz und werden brutalst niedergemetzelt.
Dann geht es in die Gegenwart und auf den Pariser Flughafen, denn da checken Katharina und Orlando ein, hat doch ein Detektiv Katharina angerufen und ihr mitgeteilt, einer der beiden Täter wurde festgenommen. So geht es nach Las Vegas, Orlando, jetzt nicht mehr im Sisi-Kostüm, sondern in Kleidern, die auch Romy Schneider tragen hätte können, die er jetzt verehrt, ist von der Stadt begeistert, geht schoppen, bzw. in die Automatenhallen und wir erfahren zuerst einmal iel von der Architektur der Stadt etc.
Am nächsten Tag geht es in das Büro von Detektiv Simon Hunter, auch ein sprechender Name und ein Angehöriger der indianischen Ureinwohner, der von zwei Tätern spricht, die die letzten zwanzig Jahre in ihrer Lust am Töten, die amerikanischen Autobahnen unsicher machten, einer ist gefasst worden, ein anderer „The snake“, genannt, läuft noch frei herum. Kafka ist begeistert und will sich gleich alle Tatorte ansehen, so mieten sie am nächsten Tag ein klapprigen Auto und ab gehts in die Wüste zu einer Tankstelle, wo auch schon mal gemordet wurde. Nur leider geht das Auto vorher ein, so stehen Kafka und der schöne Transvestit im kurzen Röckchen auf der Autobahn und halten die Laster an, ein sehr gefährliches Unternehmen, könnte man meinen, der Jamie, der sie mitnimmt, bringt sie aber zum nächsten Gebrauchswarenhandel, das ist just die Tankstelle, wo 1995 der Tankwart ermordet wurde. Orlando und Kafka lernen den Tankwart Tom und seine indianische Frau Claire kennen. Am nächsten Tag holt Simon Hunter die Beiden ab und bringt sie nach Las Vegas zurück von dort geht es mit einem anderen Mietwagen weiter auf die Schauplätze der Verbrechen Tour. Sie werden aber, Hunter, der mit Kafka ein Liebesverhältnis beginnt, hat sich ihnen angeschlossen, von der Wirklichkeit eingeholt und neue Verbrechen passieren. So werden zwei ältere Holländerinnen auf der Indianer Show, die sie besuchen, ermordet und einen seltsamen Mann und Schlangenkenner namens Mike Logan haben sie auch noch kennengelernt, ist er „The Snake?“. Orlando, eifersüchtig und mißtrauisch, vermutet es, ich werde, weil man ja bei Krimis nicht so offen sein soll, das Geheimnis nicht verraten, nur so viel, es geht alles gut aus. Der Mörder wird entlarvt, obwohl es Kafka vorher beinahe an den Kragen ging und sie gefesselt in einem Auto lag und zu Edith Kneifls neuem Krimi bzw. Reisebericht kann ich sagen, daß sie sehr spannend war und ich die Art und Weise der Beschreibung durchaus origineller, als ihre vorigen Bücher empfunden habe. Man lernt auch viel über die Geschichte und die Armut der Indianer und ich könnte mir vorstellen, daß es spannend ist, das Buch auf eine Reise nach Las Vegas oder auf die Route 66 mitzunehmen, obwohl man sich dann wahrscheinlich nicht auf die einsamen Selbstbeideinungscampingplätze trauen wird.

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