Literaturgefluester

2012-09-29

Works in Progress

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:16

Wie geht es weiter mit den Monsterprojekten der Marathonschreiberin?, werden meine Leser vielleicht fragen. Da haben wir bei den vielen Buchbesprechungen der letzten Tage und den jetzt doch beginnenden Veranstaltungsreigen schon länger nichts mehr gehört. Es geht und ich komme hektisch und auch sehr flüchtend mit Rückwärtsschleifen und eingebauten Fallstricken könnte man meinen, ganz gut voran. Aber schön der Reihe nach, um nicht die Übersicht zu verlieren, was bei vier Projekten und dem Fünften schon im Entwurfsstadium, zugegebenermaßen nicht ganz so einfach ist.
Da ist einmal „Kerstins Achterl“ mit dem ich überraschenderweise begonnen habe, weil der Alfred im Mai nicht da war und ich ohne ihn nicht gut am „Literaturgeflüster-Texte-Buch“, das eigentlich an die Reihe gekommen wäre, nicht so gut arbeiten hätte können. Im Juni war ich mit dem Rohentwurf fertig und den Sommer über habe ich daran korrigiert. Vor zwei Wochen war ich soweit, daß ich dachte jetzt bin ich fertig, da kann ich am Nachmittag die Fenster putzen und mich um den Text kümmern? Dann habe ich vor dem Mittagessen einen Fehler gefunden und nachher ist es losgegangen, mit einer Reihe Fehlern auf jeder Seite. Habe ich das denn nicht schon genügend oft durchgesehen? Offenbar nicht. Also habe ich mit dem laut Lesen angefangen, da merkt man dann die Wortwiederholungen und auch, wo die Sätze hatschert sind und der Satzaufbau nicht stimmt. Das mache ich jetzt zum dritten Mal und es gibt immer noch einen Fehlerreigen, also Geduld, liebe Eva, vielleicht wirds doch nichts mit dem Nanowrimo im November, aber man soll sich ohnehin Zeitlassen und nicht so hudeln.
Dabei bin ich auf etwas Interessantes daraufgeklommen. Bei der „Wiedergeborenen“ und der „Paula Nebel“ meinen anderen noch unfertigen Projekten, hatte ich ja während des Rohtextschreibens immer die Krise, das ist nicht gut genug, schon wieder nichts geworden, ich kann es nicht, etc.

Paula Nebel

Paula Nebel

Das ist jetzt weg. Der Text gefällt mir und ich finde ihn auch beim laut Lesen gut. Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, zum Bachmannlesen wird man mich damit wahrscheinlich nicht einladen, was auch deshalb nicht funktionieren würde, weil ich keinen Verlag mehr suche, sondern es konsequent und etwas selbstbewußter selber mache. Es bleibt eine Eva Jancak, eine eher einfache verständliche Sprache, der Spannungsbogen und die Überhebung ist auch eher realistisch flach, es sind aber einige Szenen drinnen, die mir gefallen. Die von der Hochzeit habe ich ja schon bei der Poet Night gelesen und beim literarischen Geburtstagsfest nehme ich noch die mit der Susa Dworak dazu und oder, falls beides zu lang sein sollte.
Ich bin auch noch auf etwas anderes beim Lesen oder bei den Veranstaltungen draufgekommen, wenn ich das Gehörte, Gelesene mit meinem verglichen habe, so schlecht ist es nicht. Vielleicht ein bißchen anderes und es kann schon sein, daß, das, wie ich mir das Schreiben vorstelle, vielleicht nicht ganz den Kriterien des Literaturbegriffs entspricht, die ja immer höher werden.
Also „Kerstins Achterl“ in Ruhe fertig korrigieren, mal sehen, wie lange ich dazu noch brauchen werde und nicht hudeln.
Einen Text brauche ich noch dazu, da habe ich schon verraten, wen ich vielleicht fragen werde oder ihn auch wieder selber mache und ein Titelbild, das ir wir in Harland machten. Die Idee dazu gab es schon und ist ganz einfach, eine Flasche Rotwein und ein Glas dazu, das man vielleicht auch umwerfen kann, mit ein paar Tropfen auf den Tisch.
Um nicht ganz chronologisch vorzugehen, das nächste Projekt ist die „Wiedergeborene“, die ja kurz vor Jahreswechsel die erste Krise in mir auslöste. Weil ich mit den vierzig Seiten, die ich da hatte, nicht weitergekommen bin und ich nicht wußte, ob ich nicht doch zum Recherchieren nach Prag fahren müßte? Ich habs nicht getan und weitergeschrieben. Korrigiert, danach im März mit der „Paula Nebel“, die ein Kurzprojekt geworden ist, weitergemacht und im Sommer war der Alfred mit dem Manuskript so weit, daß wir die Vorschau vor dem Urlaub noch in den Blog stellen konnten. Dann habe ich das Manuskript noch solange durchgesehen, bis es an die Druckerei gehen konnte. Ein paar Durchläufe waren dazu nötig, am Montag ist das Dummie gekommen, wieder zwei Fehler gefunden, einen hatte ich, glaube ich, schon angestrichen gehabt und dann doch wieder übersehen. Gerade vorhin ist das Mail gekommen, am Freitag sind die Bücher versandfertig und am Montag wahrscheinlich zugestellt. So daß ich es hier bald präsentieren kann und rechnen muß, das wieviele sogenannte Indie-Buch das jetzt ist. Da tue ich mir ja inzwischen schwer.

Fünf gibts vom Digi-Melzer, zwölf habe ich mir vom Novum drucken lassen und vom Digitaldruck.at ist es jetzt das neunte, also sechsundzwanzig, dazu kommen dann noch die „Hierarchien“, die beiden Stotterer Bücher und die drei noch nicht erschienenen Projekte.
Kommen wir zu der „Paula Nebel“, dem Monsterprojekt, das dann eine eher kürzere Erzählung geworden ist, was mich um Ostern auch in die Krise stürzte, aber den Vorteil hat, daß der Alfred sehr schnell mit der Buchumsetzung fertig war. So daß es jetzt schon für mich am Schreibtisch liegt und ich es demnächst durchgehen werde. Den Text gibt es schon, den habe ich im Mai geschrieben, das Bild war wieder etwas schwierig, was nehmen wir für das Cover? Schon wieder eine alte Frau? Da gibt es ja schon einiges. Jetzt werde ich wahrscheinlich doch das Bild von Alfreds Oma im kaputten Bilderrahmen auf das kleine weiße Kästchen in Harland stellen, wo es die Kastanien, die Trockenfrüchte und die Trockensträußchen gibt.

Kerstins Achterl

Kerstins Achterl

Flott, flott, ich tue mir ja immer ein bißchen schwer, wenn ich jemanden davon erzähle, wie schnell ich bin, nenne es selber vorauseilend manisch und habe den Gedanken, du bist zu schnell, da kann es doch nichts sein, im Kopf und imaginiere, daß den auch die anderen haben.
Stop, halt, nichts davon! Am Montag bin ich mit Friedrich Hahn in der Alten Schmiede gesessen und der hat mir erzählt, daß er seinen sechzigsten Geburtstag mit einer Lesung aus seinen dreißig Büchern feiern wird. Mein Sechziger wird im nächsten Jahr sein und, daß ich da sechzig Minuten lesen werde, habe ich mir schon vorgenommen. Jetzt denke ich, ich kann mir auch den Bücherstapel vor mich legen, die Bücher herzeigen und aus dem einen oder anderen ein Stückchen lesen.
Die Wiedergeborene wird also demnächst geben. Die „Paula Nebel“ muß druckereifertig werden und „Kerstins Achterl“ an den Alfred gehen.
Wenn ich das noch im Oktober schaffe, könnte ich das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ das nächste Projekt, das mir eingefallen ist, als ich mit der „Paula Nebel“ gerade in der Krise war, noch ein bißchen liegen lassen. Die Texte habe ich ja schon, sie müßen nur zu einem Buch verarbeitet werden und mich an den „Nanowriomo“ machen. Da habe ich ja schon eine Idee für das nächste und bei den Schnupperwochenenden des Writersstudios, die wirklich einen enormen Einblick in die Welt des Schreibens boten und mindestens den Wert von zwei Workshops hatten, aber ich habe das Schreiben ja in den letzten neununddreißig Jahren durch das Selbststudium und das permanente Tun gelernt, ein bißchen zu skizzieren begonnen. Wenn ich aber noch nicht fertig bin, bzw. noch an der „Paula Nebel“ korrigiere und dann ohnehin wenig Zeit haben, wegen meines Geburtstagsfests, der Buch-Wien, etc, kann ich das auch lassen. Daß ich auch in Streßzeiten fünfzigtausend Worte schreiben kann, habe ich ja schon bewiesen. Mein Problem ist ja eher, wie merken das die anderen und wie schaffe ich es sie dafür zu interessieren? Da das ja offenbar auch mit dem Literaturgeflüster nicht möglich ist. Ich weiß es noch immer nicht, weil ja das, was ich probierte, nicht wirklich funktionierte. Habe aber am 29. Oktober die Lesung aus meinem vorläufig zuletzt erschienenen Buch in der Alten Schmiede. Lade alle wieder sehr herzlich dazu ein und kann noch von einem Leporello der letzten Woche berichten, wo Radek Knapp sein neues Buch vorstellte. Dazu verkaufte er Obst auf einem Wochenmarkt, bzw. tut er das jetzt überhaupt regelmäßig, um im Kontakt mit der Erde und der Arbeitswelt zu verbleiben, wenn ich das richtig verstanden habe und da sinnierte er auf eine Art und Weise, wie sie mir nicht ganz gefällt. Da gibt es einen Haufen Obst, oben die glänzenden schönen Äpfel, während das untere verdorben und faulig ist und wenn du nicht aufpasst, tut dir der Verkäufer dann das in die Tüte. Mir ist das am Naschmarkt nur ein einziges Mal mit einem Salat passiert und ich glaube auch nicht, daß von den zehntausenden Neuerscheinungen, die diesen Herbst Frankfurt übeerschwemmen, alle bis dreißig oder vierzig faulig sind, wie Radek Knapp meinte, sondern finde es sehr schön, wenn viele Leute schreiben und auch dem Leser schadet es nicht, sich für das vielleicht ein wenig weiter unten Liegende zu interessieren.

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