Literaturgefluester

2012-10-26

Jurysitzung und Nanowrimopläne

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:00

Am Donnerstag war wieder Ohrenschmaus-Jurysitzung – Literatur von und für Menschen mit Lernbehinderungen, den Preis, den es jetzt zum sechsten Mal schon gibt und diesmal war die Jury, die inzwischen aus Barabara Rett, Niki Glattauer, Heinz Janisch, Ludwig Laher, Felix Mitterer, Andrea Stift und mir besteht, fast vollständig.
Über die Verteilung der drei Preise haben wir diesmal lang diskutiert und auch die Kategorien hin- und hergeschoben, bis wir uns schließlich auf einen Lyrik, Prosa, Lebensberichtpreisträger und einen Sonderpreis für einen besonders schönen Textzyklus einigten und die Kategorien für das nächste Jahr offen ließen.
Ich darf wieder die Laudatio für den Prosapreisträger halten, den ich eigentlich für den Lebensbericht vorgeschlagen habe, die Preisverleihung wird am 3. Dezember um achtzehn Uhr im Museumsquartier sein, ich lade alle, die jetzt neugierig sind, welcher von den hundertachtundvierzig eingereichten Texten gewonnen hat, herzlich zum Kommen ein.
Und jetzt geht es ins Wochenende, das durch den Nationalfeiertag, diesmal ein verlängertes ist. Eigentlich würden ja die KritLit, die Kritischen Literaturtage unter dem Motto „Bücher statt Panzer“ auf dem Programm stehen, die diesmal am sechsundzwanzigsten und siebenundzwanzigsten Oktober in der Brunnenpassage am Yppenplatz stattfinden, da ich wegen „Rund um die Burg“, einer psychologisch-psychotherapeutischen Fortbildungsveranstaltung und der GAV-GV aber schon länger nicht in Harland war und der Alfi wegen seiner Eltern jede Woche hinausfährt, habe ich umdisponiert, muß ich ja nicht überall sein und werde diese und die nächste Woche ein verlängertes Wochenende dort verbringen, was mir gut tun wird, ist es in der letzten Zeit ja sehr hektisch gewesen.
Den verzögerten Veranstaltungsbeginn habe ich sozusagen nachgeholt und bin jetzt regelmäßig Montag bis Mittwoch auf einer Veranstaltung gewesen, dazu meine Bücherberge abgelesen, so daß ich jetzt schon länger wieder voraus blogge, aber auch sonst war ich sehr aktiv.
Daß ich mit „Kerstins Achterl“ fertig geworden bin und somit wieder am Nanowrimo teilnehmen werde, habe ich schon geschrieben. Die „Paula Nebel“ ist am Mittwoch auch gekommen und die Ideen für ein neues Buchprojekt, das den Arbeitstitel „Zum Sterben sollte man zu Hause sein“, haben wird, sind auch schon gekommen. Da kamen die ersten Einfälle, als ich einmal im Radio von den Antiaging- Seniorenresidenzen hörte, wo sich die Oberschicht über hundert dahinverjüngt und mit der Realität um sich herum nicht viel Kontakt hat. Das dachte ich, könnte ich wieder mit einer meiner Alter-Ego-Figuren verbinden, einer vielleicht auch schon über neunzigjährigen Volkshochschuldozentin oder Ghostwriterin, die sterben will aber nicht kann, weil es noch soviele Bücher aufzulesen gibt und die dann von den Ereignissen, um sie herum ins Leben zurückgeholt wird. Ihre Nachbarin könnte Pflegehelferin in dieser Seniorenresidenz sein, sie kommt durch ihr Kind mit ihr in Kontakt, lernt den achtzig oder doch schon hundertjährigen Kasimir Konstantin kennen und die Handlung beginnt…

Die die meinen Blog regelmäßig und auch vielleicht meine Bücher lesen, werden wissen, daß das alles nicht so neu ist, sondern Themen sind, die ich schon mal angerissen habe.
So ganz klar, über was ich da schreiben will, ist es mir auch noch nicht, sondern wieder so eine vage Idee und, daß ich wieder einmal beim Nanowrimo mitmachen will, schwebt mir auch schon lange vor. 2009 habe ich das ja mit der „Heimsuchung“ gemacht, es hat mir großen Spaß gemacht und ich habe gelernt, das es für mich kein Problem ist in einem Monat fünfzigtausend Worte zu schreiben. Darüber bin ich ich hinweg, das kann ich, diszipliniert bin ich auch. Mein Problem ist eher, meine Hemmungen zu überwinden, an etwas dran zu bleiben, ein bißchen in die literarische Überhöhung hineinzukommen und Aufmerksamkeit damit zu finden etc.
Das mit der Hemmung ist durch das Bloggen eindeutig besser geworden, das „Das kann ich ich nicht, das ist nicht gut genug, ect!“, wird natürlich durch das mangelnde Feedback immer wieder neu bestätigt und so gesehen ist für mich der November auch kein guter Nanowrimo-Monat, denn da gibt es ja die Buch-Wien, für die meine Dauerkarte schon reserviert ist, um dort, wo ich jetzt stehe weiterzukommen, wäre Zeitlassen, statt Hudeln besser, das weiß ich schon, aber der Nanowrimo, ist für mich eine Art Erlebnisurlaub, wie die Tage der offenen Tür beim Writersstudio, das Bachmann– und das Buchmessensurfing, etc.

Wenn es sich schon ausgeht, werde ich teilnehmen, das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ aufschieben und ich glaube, daß die zwei Krisen, durch die ich in diesem Jahr gegangen bin, mich auch selbstbewußter gemacht und meine Schreibblockaden ein bißchen überwinden ließen.

Natürlich weiß ich, daß ich mir besser Zeit lassen sollte, aber ich kann ja auch im Dezember weiterschreiben, es reicht im November die fünfzigtausend Worte zusammenzubringen und das kann ich, glaube ich, und bis zum ersten November kann ich ein bißchen Ideen sammeln, damit ich nicht sofort in dieselben Fahrwasser kommen und vielleicht doch etwas Abgehobeneres, Neueres zusammenzubringen, ich werde mich jedenfall bemühen, da ein Stückchen weiterzukommen.
Ansonsten könnte ich mit meiner Leseliste in Schwierigkeiten geraten, habe ich 2009 zwar den Nanowrimo schon am neunzehnten Tag geschafft, in diesem Monat aber nur zwei Bücher gelesen und wenn ich jetzt alles, was ich mir vorgenommen und auch noch zum Geburtstag gewünscht habe, lesen will, sollte ich zwölfeinhalb Bücher im Monat schaffen.
Das sind Sorgen, ich weiß, denn eigentlich klappt ohnehin alles gut und es ist ja schön, wenn ich über die Ziele des Nanowrimo, der ja ist, einfach seine Hemmungen loszuwerden und Plotlos vor sich hinzuschreiben, um vorerst Quantität zu schaffen, schon darüber bin, ich bräuchte die Qualität, ich weiß, das kann ja mein Ziel sein und irgendwie ist die Vernetzung mit den vielen Nanowrimoschreibern, ja auch ganz schön.
Ich bin also gespannt und werde den November für etwas Neues nützen, ganz egal, wie lange ich dazu brauche und wenn es etwas Abgehobener wird, ist das schön und natürlich ganz besonders, wenn meine Fangemeinde, wenn es eine gibt, das bemerken und mich ermutigen oder Feedback sollte.
Und hier das Nanowrimoarchiv 2008 , 2009 1 2 3 4 5 6 7, 2010

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2 Kommentare »

  1. Wieso immer von Senioren und Bücherbergen schreiben? Wieso nicht einmal etwas ganz anderes?

    Kommentar von nora — 2012-10-27 @ 00:04 | Antworten

  2. Weil mir das wichtig ist, werde ich doch in knapp zwei Wochen neunundfünfzig und habe als eifrige Büchersammlerin auch einige zu Hause. Vielen Dank für den Einwand, der natürlich offensichtlich ist, Wolfgang Tischer vom Literaturcafe dessen Seite ich, wie die meisten Bücher- und Litblogger ich sehr schätze, stolpert auch über den „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg“, der seit Monaten die Bestsellerlisten nicht verläßt und den ich mir darauf aufmerksam geworden zum Geburtstag wünschte und läßt etwas anklingen, daß er sich darüber wundert, daß das Schicksal alter Leute soviel Aufmerksamkeit erregt.
    Nun, wir haben gerade bei den heurigen Frühjahrs- und Herbsterscheinungen viele viele Fräuleinwunder Teresa Prälauer, Vea Kaiser, Cornelia Travnicek, Emily Walton, Mariana Gaponeko, Milena Michiko Flasar, um nur einige und meist österreichische zu nennen. Soll so sein, ist gut und wichtig, ist aber nur ein Teil des Literaturbetriebs und mich, die ich ja sowieso außerhalb stehe, interessiert etwas anderes und durch das Bloggen selbstbewußter geworden und auch so, nehme ich mir das Recht heraus, das zu tun.
    Daß dieser Einwand kommen könnte, ist mir bewußt, aber haben nicht auch „große“ Schriftsteller wie Thomas Bernhard, Peter Handke, Friederike Mayröcker, Barbara Frischmuth etc ihre Themen, die immer wieder kommen und ich begehe ja kein Risiko, die fünfzig Stück, die ich mir immer drucken lasse, kann ich an die, die es interessiert verteilen oder sie auch liegen lassen. Ein bißchen aufmerksam machen, daß es eine Literatur aufwärts zwanzig gibt und auch andere, die nicht auf den Bestsellerliste stehen, schreiben, schadet sicher nicht und dann muß ich gleich gestehen, ganz vollständig bin ich bei meiner Projektvorschau nicht gewesen.
    Das war der erste Entwurf, die Ideen, die ich am 24. 10 hatte, bevor ich nach Harland gefahren bin, dann habe ich mich für den Nanowrimo angemeldet und, das ist auch verboten, gleich mit dem Schreiben angefangen, die erste Szene, wo die Lea aufwacht, gibt es schon, sie hat niemanden mehr, die Mutter, die Großmutter sind schon gestorben, die letzte Freundin, die sie zum fünfundneunzigsten Geburstag einladen wollte, auch schon fünf Jahre tot. Sie geht aus der Wohnung, um ein Kipferl für das Frühstück zu besorgen, und stolpert auf den einjährigen Sohn ihrer Nachbarin, der gerade die Stiege hinunterwill. In der Wohnung findet sie nicht die fünfundundzwanzigjährige Pflegehelferin Mirka, die in der Seinorenresidenz beschäftigt ist, sondern deren achtzehn- oder neunzehnjährige Schwester Valentina, die auf Leo aufpassen soll, aber offensichtlich in der Disco war und die Türe nicht verschlossen hat.
    Das ist der Texteinstieg und, daß die Schwester auch eine Rolle spielen sollte und am Karlsplatz den Gymnasiasten Johannes kennenlernen und ihm vielleicht vom goldenen Schuß abhalten kann, ist mir gestern auch noch eingefallen.
    Das Leben ist vielfältig, es gibt nicht nur die Hundert- sondern auch die Zwanzigjährigen und noch viel dazwischen und eine neue Schiene, die noch nicht so abgelutscht ist, brauche ich auch, aber über eine Dreizehnjährige, die gerne am Karlsplatz einen Hamburger ißt, habe ich schon in der „Radiosonate“ geschrieben. Mal sehen, wie es weitergeht und ob noch ein paar Leserhinweise kommen, wie man es anders machen kann. Wie alt sind übrigens Sie und was würden Sie an anderen Themen vorschlagen?

    Kommentar von Eva Jancak — 2012-10-27 @ 08:03 | Antworten


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