Literaturgefluester

2012-11-06

Schweizer Buchpreislesung und fünfter Nanowrimotag

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:31

Den Schweizer Buchpreis offenbar ein Pendat zum deutschen gibt es jetzt zum fünften Mal und da er auf seiner Lesereise heuer das erste Mal im Wiener Literaturhaus Station machte, habe ich auch etwas davon mitgekommen. Das stimmt nicht ganz, denn auf der Buch-Wien lagen immer am Helvetia Stand die diesbezüglichen Einladungen auf und bei http://www.buecher.at kann man denm Namen des Gewinners höchstwahrscheinlich auch immer finden. Es gibt aber eine Lesereise, die in acht Stationen durch die Schweiz, Deutschland und nach Wien führte, ich glaube 76 Nominierungen und fünf Finalisten Sibylle Berg, Ursula Fricker, Peter von Matt, Thomas Meyer, Alan Claude Sulzer, drei davon haben in Wien gelesen und am Sonntag den 11. findet in Basel die Preisverleihung statt.
Wow, habe ich gedacht, da ich ja ein bißche Literturpreis versessen bin, wahrscheinlich weil ich so wenige kriege und die lieben Leute vom Literaturpreis Alpha, der ja diesen Donnerstag vergeben wird, ihre Versprechen nicht zu halten scheinen, auf dieses neue Literaturevent gefreut und war auch ein bißchen unsicher, wie früh ich hingehen muß um einen Platz zu bekommen? Überhaupt nicht nötig, denn es war ziemlich leer und so bin ich lange im Foyer herumgestanden, wo es diesmal diese weißen Buffettische gab, auf denen die Buchpreis Flyer lagen und habe das Gespräch zwischen einer kleinen agilen Schauspielerin, Silia Fenz mit Namen und dem Botschaftsrat Jaques Ducrest, einen sehr großen Mann, mitgehört. Anne Zauner vom Literaturhaus kam dazu und wollte fröhlich wissen „Weiß man schon wer der Gewinner ist?“
„Streng geheim!“ antwortete dieser, was natürlich schade ist, weil ich sonst was flüstern könnte, so also auf Mutmaßungen angewiesen und auf den Büchertisch, auf denen Sibylle Bergs Bücher lagen.
2009 stand sie ja mit „Der Mann der schläft“ auf der deutschen Buchpreisliste, jetzt ist „Vielen Dank für das Leben“ herausgekommen, mit dem wurde sie nominiert. Dann gabs noch das Buch von Peter von Mann der auch nicht gelesen hat zu sehen, bevor Robert Huez und der Botschaftsrat begrüßten.
Robert Huez stellte dann die beiden Leser und die Leserin, die 1965 in Schaffhausen geborene Ursula Fricker, vor, von der ich noch nie etwas gehört habe, deren Buch „außer sich“ aber sehr beeindruckend ist, geht es darum um ein Architektenpaar, von dem der Mann Sebastian einen Gehirnschlag erleidet und seine Frau davon erzählt. Zuerst wollen sie am Wochenende Freunde besuchen, dann kommt es zu dem Unfall und dem ersten Besuch auf der Intensivstation, dann die Reha und am Schluß ist er zu Haus, stößt mit dem Kopf an die Wand und sie muß die Windeln wechseln, etwas, das ich ja auch gerade miterlebe. Dann kam der zweite für mich Unbekannte, der 1974 in Zürich geborene Freelancetexter Thomas Meyer mit seinem Romandebut „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“, der große Heiterkeit im Publikum auslöste und der auch sehr originell sein dürfte, schildert er ja die Entwicklung des Sohnes einer jüdischen Familie in Zürich und das Aufwachsen mit seiner Mame, die ihn unbedingt verheiratet will und integriert dabei das Jiddisch so in die Sprache, daß ein neuer frecher Ton herausgekommen ist und ich mir vorstellen könnte, daß er der Gewinner ist, wenn ihm Sibylle Berg nicht zuviel Konkurrenz bereitet.
Aber ich liege mit meinen Schätzungen meistens falsch, sollte also keine geben und den dritten Lesenden, den 1953 in Basel geborenen Alain Claude Sulzer kenne ich von seiner Funktion als Bachmann-Juror, sein Buch, das in den Blogs öfter erwähnt wird, heißt „Aus den Fugen“, Robert Huez stellte es als Roman vor, das eigentlich eine Short Cut Sammlung ist und es scheint um einen Pianisten zu gehen, der während des Konzerts aufsteht und verschwindet. Das Stück das Alain Claude Sulzer gelesen hat, handelt von zwei schwulen Männer, die im Taxi zu diesem Konzert fahren und ist mir ein bißchen arrogant erschienen. Vielleicht lag es auch an der Vortragsart des Autors. Nachher gabs trotz der weißen Tische kein Buffet, nur das Gläschen Wein und ich habe mich ein bißchen mit Ottwald John und Anne Zauner unterhalten, ihr erzählt, daß ich außer Literaturveranstaltungen zu besuchen, auch noch etwas anderes machen, zum Beispiel Nanowrimo schreiben und damit bin ich derzeit voll beschäftigt und erlebe einen sehr interessanten Schreibprozeß, den ich schon ein bißchen beschrieben habe, nämlich am ersten Tag manisches schreiben, dann der Absturz am Tag zwei mit Korrektieren und „Ich weiß nicht weiter“, und „Ich kann es nicht!“- Gedanken“, die am Tag drei wieder verschwunden waren, da habe ich geschrieben und geschrieben und am Sonntag bin ich mit Alfred, seinen Eltern und der Pflegehelferin Veronika ins Waldviertel essen gefahren und habe im Auto gedacht, daß ich mit meinen vierunddreißigtausend Worten eigentlich schon wieder fertig bin.
Was mache ich da? Mein Versagen eingestehen, korrigieren und dann am Literturgeflüstertexte-Buch, wie ich es ja eigentlich wollte, arbeiten oder denken, daß der Nanowrimo ein Schreibemonat ist, also auch, wenn mir nichts mehr einfällt bis am 30. 23.59 schreiben, korrigieren, anfügen, Material sammeln etc.
Am Montag ist es damit auch weitergegangen, halte derzeit bei 41.007 Worten und dreißig Szenen, eine weiß ich noch im voraus, da ladet Mirka den Edy zum Mittagessen ein und die Tina wird ihm Svickova und Torte machen ein und habe dann noch über drei Wochen Zeit, die restlichen sieben bis achttausend Worte, also wahrscheinlich vier oder fünf Szenen und finden, was eigentlich zu schaffen sein müßte.
Es kann natürlich auch länger werden oder kürzer und mit dem, was ich habe bin ich eigentlich auch ganz zufrieden, als ich am Sonntag aber wieder einmal niedergeschlagen war „Ich kann es nicht, ich kann es nicht!“, ist ein liebes Mail von einem Studenten der Sprachkunst gekommen, der durch meinen Bericht über die zweite Studentenlesung zum Literaturgeflüster fand und der mir einmal sagte, daß ihm meine Art zu schreiben, trotz meiner Endlosschachtelsätze gefällt, was einer die sich im World Wide Net ja sehr übersehen fühlt, natürlich gut gefällt!

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