Literaturgefluester

2012-11-09

Klick mich

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:10

Die 1985 geborene Politikerin der Piratenpartei und Politologin Julia Schramm hat ein Buch „Klick mich“ Bekenntnisse einer Internetaktivistin, auf das ich durch Wolfgang Tischer vom Literaturcafe. de aufmerksam wurde und das mit „Mein Name ist Julia und ich lebe im Internet“ beginnt. In etwa siebzehn Kapiteln wird das dann genau ausgeführt, die „Mein Freund, der Monitor“,“Mein Tagebuch dürfen alle lesen“, „Wie Jack the Ripper mich das Leben lehrte“,“Mein Gehirn ist digital“,“Mädchen sind auch in Internet doof“, etc heißen.
Voran gibt es ein Personenverzeichnis, da gibt es zum Beispiel das Ich, die unzuverläßige Erzählerin,chloe.f.f.w, die Pubertierende, Jade, die Studentin,laprintemps, die gegenwärtige Person der Erzählerin und dann den Internetaktivisten Mortensen, den guten Freund Leonhard, Sesemi, die Freundin und Datenschützerin, aber auch Adolf Hitler, Jack the Ripper und viele andere in Nebenrollen, damit wird,wenn ich das richtig verstanden habe in einer fetzigen Sprache das Leben im Internet erläutert und irgendwo gibt es auch die Stelle, daß es „das geistige Eigentum nicht gibt, weil dieses ja allen gehört“, womit wir bei der derzeit hitzig geführten Urheberduskussion wären und am Ende des Buches gibt es auch ein Glossar, wo sehr genau und deutlich die Sprache der Internetgeneration, also was ein Troll ist, aber auch bubble tea, die Funktion der Smilieys etc erklärt wird.
All das habe ich aus der Amazon Vorschau, denn Julia Schramms Buch, ist nicht im Internet, sondern als E-Book und im Hardcover im Knaus Verlag erschienen und sie soll dafür auch einen Vorschuß von hundterttausend Euro bekommen haben.
Es gab dann auch eine Kopie im Internet, die aber der Verlag und die Autorin entfernen ließ und sich daran anschließend eine große Diskussion in der Piratenpartei, so daß Julia Schramm aus dieser vor einer Woche ausgetreten ist.
Es gibt auch einen Blog der Autorin, wo das Vorwort und zwei Kapitel von Freunden kommentiert zu finden ist und einen Satz, daß das Buch, wenn dann in zehn Jahren die Rechte wieder an die Autorin zurückgehen werden, von ihr allen öffentlich zugänglich ins Internet gestellt werden wird, was ich sehr interessant finde, weil ich denke, daß die Inhalte dann sehr überholt und wahrscheinlich nur mehr historisch interessant sein werden und interessant ist auch, daß eine Internet Exhibitionistin ihr Buch in Papierform erscheinen läßt, habe ich da nicht bei Gery Shteyngart gelesen, daß Bücher stinken, sie einen so großen Vorschuß bekommt und dann ihr geistiges Eigentum, daß es ja nicht geben soll, aus dem Netz in dem sie lebt, entfernen läßt und sie jetzt auch die Piratenpartei verlassen hat.
Sehr interessant sogar, weil sich darüber intensiv philosphieren läßt, das Buch wird in den Rezensionen, die ich gefunden habe, auch ziemlich zerrissen und mit Helene Hegemanns „Axoloatl Roadkill“ verglichen.
Interessant, ob ich es einmal im Bücherschrank finden werde und weiter interessant, daß das Buch „Klick mich“ heißt, denn gerade das kann man ja nur bei E-Buch-Version tun und vieles ist dabei für eine fast Sechzigjährige, die ja noch ohne Internet aufgewachsen ist, keine Nick Names mag, nicht so viele Indentitäten hat, ebenfalls viel Zeit im Netz verbringt, dort auch mit einigen Personen kommuniziert, die sie noch nie gesehen hat, das aber meistens in Deutsch mit einem ganz normalen Wortschatz tut, nicht so leicht zu verstehen, so daß ich über das sehr ausführlich erscheinende Glossar dankbar bin, da ich mich über die zahlreichen Kürzeln und verschiedenen Smiley-Symbole manchmal schon gewundert habe. Meine Texte sind ebenfalls nicht ganz im Netz, sondern immer nur ein Kapitel mit manchmal einem You-tube Video zu finden. Eine solche Vorschußhöhe ist mir fremd, mit dem E-Booklesen habe ich im Sommer angefangen und habe, da ich meine Bücher bevorzugt aus Abverkaufkisten, dem offenen Bücherschrank oder als Rezensions- bzw. Tauschexemplare beziehe, auf den Kampf ums große Geld auch eine etwas andere Sicht, da ich Bücher eigentlich für unverkäuflich halte, weil die Leute nicht mehr so viel lesen.

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