Literaturgefluester

2012-11-15

Incommunicado

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:50

Ein weiteres Buch zu Urheberfragen und diesmal eines das man kostenlos aus dem Netz und nur dort beziehen kann, haben die Verlage den Druck des Buches doch abgelehnt, weil Michel Reimon ein Grünpolitiker ist und sich Bücher von solchen nicht sehr gut verkaufen lassen, so hat der 1971 in Eisenstadt geborene Journalist und Koummunikationsberater sein 581 Seiten dicken Werk,digital und frei wie Freiheit und Freibier“ auf seinen Blog gestellt und ich bin durch Alfred und durch die Evi vom Cafe Uranus darauf aufmerksam geworden, die von dem Internetroman und von der Art wie Reimon schreiben kann begeistert war. Eigentlich ist es eine Mischung zwischen Thriller und Sachbuch, wird da ja seitenlang die Welt von der Entwicklung des Buchdrucks und der Zeit wo der Professor den Studenten in der Vorlesung die diktierten und sie das Buch dann aufschrieben und danach selber Professoren waren und den Vorgang wiederholten bis zum Musikbusiness von Mozart, Salieri, Beethooven und noch vieles andere erklärt, aber eigentlich beginnt es mit John Cage und der hat ja ein berühmtes Stück, das nur aus Schweigen besteht. Es beginnt auch mit einer Rahmenhandlung, wo man schon ein bißchen was vom Ende erahnen kann, wenn man so schnell hineinkommt in den Strom wie die Eve, ich muß gestehen, ich tat mir ein bißchen schwer und vielleicht ist E-Book Lesen, wo zumindest ich mir nichts unterstreichen kann und die Seiten dann oft wegsind und man sie erst wieder holen muß nicht so leicht und ich finde die Handlung auch ein wenig simpel und denke ein Verlag hätte da wohl auch gekürzt. Es beginnt also mit dem Ich-Erzähler, einem Musikjournalisten, der sechs Wochen Urlaub hat um einen Roman zu schreiben, sich sechs Wochen in ein kleines Hotel in Italien dazu zurückzieht, doch es fällt ihm nichts ein, so weit noch nicht besonders originell, weil er aber Musiker ist geht er in ein Lokal, trifft dort auf eine Band und verliebt sich in die Sängerin. Er hat auch einen Cousin namens Max, der immer ein bißchen schneller und besser als er ist, irgendwie ist der Held ja ein bißchen ein Looser Typ, der Max, der von seinem Vater aber als Kind in sein Kinderzimmer einquartiert wurde, weil er ein Internat besuchen soll und seinen Vater dann gleich Papsch nannte, studiert später Jus und jetzt trifft er ihn in London, denn irgendwie macht er auch im Urlaub Interviews, in einem Nobelrestaurant, wo ihm die Kellner übersehen und Max erzählt ihm von einem Superjob den er hat, er kauft die Urheberrechte von Musikstücken und wenn dann ein anderer zufälligerweise den selben Ton oder Wort verwendet hat, wird er verklagt.
„Blödsinn!“, sagt der Held und spielt Max eine Aufnahme von Anna vor, die in diese eine Schweigeminute zu Ehren ihrer toten Mutter integrierte und schon hat Max etwas zu klagen, ist das ja die Idee von Cage und der Held fährt nach Italien zurück und weil ihm immer noch nichts für seinen Roman einfällt und der Band auch der Giatrrist abhanden kam, springt er für ihn ein, obwohl Anna ihn ja nicht gerade freundlich behandelt.
Und um für ihr Recht auf Freiheit bzw. die freie Werknutzung zu nutzen, gibt die Band ab nun jeden Abend ein Protestkonzert beschmiert dafür auch einmal den Stephansdom, liefert sich Scharmützel mit der Polizei und wird immer berühmter und berühmter. Dazwischen kommen dann immer die Einschübe zum Urheberrecht oder englische Liedtexte, Max scheint auch eine eher dubiose Rolle zu spielen und meldet sich immer wieder, Eugene Annas Vater ist begeistert, in Paris werden sie verhaftet und ins Polizeigefängnis geworfen. Ax, der inzwischen unter falschen Namen auch mit Anna angebandelt hat, bietet der inzwischen sehr berühmten Band, die Marchandisefirmen haben schon angebissen, einen tollen Vertrag und eine Einigung, der Erzähler lehnt ab und es kommt zur Eskalation, nämlich einen Extremenpfeffersprayeinsatz der Polizei, wo sie dann nur noch in ein Geschäft flüchten können bzw. Max wieder besuchen, der seinen Hund ins Spiel bringt, Eugene kommt ums Leben, die Band unterschreibt und wirft den Ich-Erzähler hinaus und nun muß man nur noch Eugenes Leiche entsorgen, die Band bietet sich dazu an und weil der Ich-Erzähler dann noch schnell den Aku in eugenes Hady steckt, kommt auch noch die Polizei und wir haben einen spannenden, wenn auch vielleicht keinen besonders originellen Thriller gelesen, viel von der Entwicklung der Welt erfahren und kennen uns am Ende vielleicht auch ein bißchen besser bezüglich der U-Heberfrage aus, aber die ist ja sehr kompliziert und sehr turbulent und Vergleiche zu der Schramm Debatte, wo die Piratin ja ihr Buch wieder aus dem Netz nehmen läßt und einen großen Vorschuß dafür bekommen hat, von dem andere nur träumen ist da auch sehr interessant und es ist sicherlich sehr spannend die weitere Entwicklung der Causa zu beobachten.

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