Literaturgefluester

2012-11-16

Mein Weg zur Literatur

Filed under: Uncategorized — jancak @ 23:33

Oder wie ich auszog, das Schreiben zu (be) treiben, hieß eine wahrscheinlich von Fritz Widhalm organisierte Veranstaltung, mit Lesungen von Wolfgang Helmhart, Ilse Kilic, Christa Nebenführ, Andreas Renoldner und Karin Spielhofer, die heute im Amerlinghaus stattfand.
Ein interessantes Thema und interessante Autoren, die weit über den experimentellen fröhlichen Wohnzimmerrahmen hinausgingen.
Ich traf in der Amerlinghausgalerie auch gleich Bekannte. Watraud Haas, Hilde Langthaler beim Büchertisch, der ich erzählte, warum ich keine GAV-Veranstaltung mehr eingereicht habe. Das ist ja auch ein Thema, das mich be-bzw entlastete, es nicht mehr tun zu müssen, wenn keine Leute daran interessiert sind, niemand kommen will und natürlich auch, daß ich sie im Literaturhaus nicht machen darf, obwohl ich ja an sich keine bin, die das Handtuch ins Korn wirft oder wie das heißt.
Fritz Widhalm eröffnete und Andreas Renoldner begann, der mit seiner politisch realistischen Ansatzweise die Richtung vorgab, obwohl er, was ich gar nicht wußte, von durchaus experimentellen Ansätzen ausgezogen ist. Er begann seine Lesung mit Kindheitserinnerungen, wo der kleine Andreas die Welt erklärend herumgezogen ist, der große hat es Redezwang genannt und scheint sein Schreiben daraus zu erklären. Dann kam die experimentelle Happeningphase mit Textilinstallationen, die die Motten anzogen und verschiedene Kunstperformances und die Liebe, bzw. das erste Kind und ein Versuch, es mit dem Angestelltendasein zu versuchen, was entweder kurz vor oder nach der Geburt scheitere. Es gab auch zwei Romane, deren Erscheinen fast versprochen, aber durch das Eingehen der Verlage verhindert wurde. Dann scheint Andreas Renoldner aber doch von der Literatur bzw. als Nebenerwerbsbauer mit seinen zwei bzw. mit einer Tochter gelebt zu haben. Hörspiele und Romane sind entstanden. Inzwischen zieht die jüngste Tochter in eine WG, beide sind etwas geworden, erklären dem Papa die Physik und besetzen Häuser mit Nichtraucherzonen und Andreas Renoldners Weg ins Schreiben hat sich, wie er meinte, gelohnt. Kurz etwas zur Biografie, weil ich über Andreas Renoldner, glaube ich, noch nicht sehr viel geschrieben habe, obwohl ich ihn schon lange kenne und regelmäßig bei den GAV-GVs bzw. bei denen der IG sehe.
Ruth Aspöck hat mir einmal zum Geburtstag eines seiner Bücher gebracht, das ich, glaube ich noch nicht gelesen habe und einen bei Resistenz erschienenen Hörspielband habe ich einmal im Bücherschrank gefunden. Ansonsten wurde er 1957 in Linz geboren, seine Bücher sind außer bei Resistenz, bei Kitab, in der Edition Atelier, etc erschienen.
Dann kam Karin Spielhofer, auch eine bekannte Unbekannte, eher experimentelle Autorin. Bei der Lyrik im März habe ich sie ein oder auch mehrere Male gehört, gelesen aber noch nicht viel von ihr. Sie wurde 1942 geboren und ihr Text handelte von dem Kind, das für den Vater schreibt, in der Schule Gedichte schreibt, ihren ersten Gedichtband einschickt und die Enttäuschung schildert, nur den Rat zu bekommen, noch weiterzuschreiben, ihr Ringen um die Form und die Enttäuschung, daß sie in ihrer Beratertätigkeit mehr als mit dem Schreiben verdient und diese auch begehrter ist.
Am Büchertisch lagen eine Reihe Bücher auf, eines dieser alten orangen Jugend und Volk Büchlein gabs zur Ansicht, bei Milena ist etwas erschienen, im fröhlichen Wohnzimmer und sogar etwas im Eigenverlag.
Dann folgte die 1960 geborene Christa Nebenführ, die ich, glaube ich kennenlernte, als ich 1983 oder 1984, ich war, glaube ich, schwanger mit ihr in diesem ÖH Cafe in der Berggasse, daß es schon längst nicht mehr gibt, gemeinsam gelesen habe. Sie hat auch einmal bei einem von mir organisierten Tag der Freiheit des Wortes, gelesen, bei den Augustin Tagen der Ruth Aspöck haben wir gemeinsam gelesen, sowie bei den Poet Nights.
Sie engagiert sich im Literaturkreis Podium und organisiert seit 2003 die Sommerlesereihe im Cafe Prückl und da gab es auch Schwierigkeiten zwischen mir und ihr, weil ihr meine Art zu schreiben nicht gefällt und sie mir das sehr direkt sagte.
Vom Grundberuf ist sie Schauspielerin, arbeitet auch als Schreibtrainerin, moderiert Veranstaltungen und ist auch öfter als Rezensentin im Ex Libris zu hören.
In ihrem Text ging es vordergründig mehr über ihre Beziehung zu ihrem Vater, über den sie auch bei der letzten Poet Night ein Fragment brachte.
Mit dem 1963 geborenen Wolfgang Helmhart habe ich auch schon einmal gelesen, als mich Ilse Kilic einlud, das Literaturgeflüster in einer Veranstaltung über das alltägliche Leben vorzustellen und in seinem Text „Morgen bring ich ihn um, versprochen“ war es auch nicht so ganz einfach, den Weg zur Literatur zu finden. Oder doch, allerdings nicht biographisch, denn es ging um den Text und um den Kampf des Autors, den er mit ihm hat. Irene Wondratsch hat ja in einem ihrer Kurzkrimis etwas Ähnliches beschrieben.
Wolgang Helmhart macht es analytischer und beschreibt das Ringen um die Form, in einem Zwiegespräch das der Autor mit dem Text führt. Das Honorar wird zwar genommen, morgen aber die Datei gelöscht und etwas anderes begonnen.
Ilse Kilic, die ich, seit meinen Eintritt in die GAV kenne, einige ihrer Bücher gelesen habe und auch bei vielen ihrer Lesungen war, xxxxxxx-small, Poet Nights, Lyrik im März, fröhliche Wohnzimmerveranstaltungen, etc, sie hat auch bei den „Mittleren“ gelesen, hat gleich mit der Form und dem Ringen in dem ihr eigenen Stil weitergemacht.
„Ich bin Ilse Kilic, ich bin Autorin und Romanfigur“ und Fritz Widhalm projezierte die so typischen Ilse Kilic Zeichnungen an die Wand.
Nachher gabs Gespräche. Elfriede Haslehner fragte mich, wann ich mich zu schreiben entschlossen habe? Eine interessante Frage, denn da gibt es eine schon oft geschriebene Antwort. Zwei Jahre vor meiner Matura, habe ich gewußt, daß ich danach literarisch schreiben will und das auch sehr entschlossen getan und nicht damit aufgehört. Aber ich habe natürlich schon viel früher geschrieben und konnte es, glaube ich, schon bevor ich in die Schule kam. Es gab auch bei mir einen kitschigen Gedichtversuch „Des Maien Sehnsucht hat erfüllt mein armes kleines Herz“ oder so, das ich mit zwölf, dreizehn oder vierzehn Jahren an eine Zeitung mit dem Zusatz „Wenn Ihnen das nicht gefällt schmeißen Sie es weg“, schickte und enttäuscht war, daß sie das offenbar wirklich taten. Es gab auch ein Weihnachtsspiel, das ich in der Hauptschule schrieb und mich dann nicht traute, es der Lehrerin zu zeigen. Und es gab den Kampf um die Freiheit bei der Rechtschreibung, den ich noch immer führe und es gibt auch einen Text „Aus der Werkstatt“, den ich einmal als Reaktion auf einen Text Helmuth Schönauers geschrieben habe und der in der Selbstmord Anthologie der GAV „Kälte frißt mich auf“, die ich mit Margot Koller herausgegeben habe, enthalten ist.
Den Text „Poesie und Brotberuf“, gibt es auch und viele andere Texte übers Schreiben. Das Literaturgeflüster dient da auch als Sammelbecken, denn ich bin ja ebenfalls einmal ausgezogen, das Schreiben zu (be) treiben und betreibe es auch sehr besessen mit vielen selbstgemachten Büchern und dem Literaturgeflüster und das ist ja das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ mein nächstes Projekt, wenn ich mit dem Nanowrimonovel fertig bin.
Ich würde meinen Weg in und um die Literatur wahrscheinlich realisitischer beschreiben, es ist aber ein Thema das mich sehr beschäftigt. Und als ich in das Amerlinghaus ging, bin ich wieder an den Bücherkästen vorbeigekommen und habe mir aus diesen sozusagen meine etwas verspäteten Geburtstagsbücher geholt. Gab es nämlich wieder wahre Gustostückerl, wie das noch ganz neue letzte Markaris Buch „Finstere Zeiten- Zur Krise in Griechenland“, das ich noch auf meine heurige Leseliste setze, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich das noch schaffe und dann Nele Neuhaus „Schneewittchen muß sterben“ und das ist ja die, die als Selbstpublisherin auszog, inzwischen auf der Spiegel Bestsellerliste steht und auch auf der Buch-Wien lesen wird.

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