Literaturgefluester

2012-11-17

Tante Inge haut ab

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:25

Jetzt kommt ein Buch aus dem Wortschatz, das ich, glaube ich, von der Evi habe, ich habe auch versucht mich zu registrieren, weiß aber nicht genau, ob es klappte, also hier das Outing.
Dora Heldts „Tante Inge haut ab“, ist ein Bestseller über den man groß in den Buchjournalen informiert wird und Dora Heldt, eigentlich Bärbel Schmidt, wie in Wikipedia steht, wurde 1961 auf Sylt geboren, gelernte Buchhändlerin und hat mit „Urlaub mit Papa“, wie im Klappentext steht, sämtliche Bestsellerlisten erobert.
„Tante Inge haut ab“, scheint die Fortsetzung zu sein und es gibt in dem Buch immer wieder Anspielungen auf den Vorgänger. Denn da geht es um eine Familie aus Sylt, die Ich Erzählerin ist die sechsundvierzigjährige Tochter Christine, die will mit ihrem Freund Johann Heimaturlaub machen und trifft gleich am Bahnhof eine Frau mit roten Hut, die wie Tante Inge aussieht.
Der rote Hut ist auch bei den Kapitelüberschriften zu finden, manchmal einer, manchmal mehr, Chick lits haben das manchmal, habe ich schon voriges Jahr erfahren, das ungewöhnliche an dem Buch ist aber, daß die Protagonisten älter sind.
Tante Inge ist vierundsechzig und will ihr Leben verändern, zumindest sagt sie das Christine so, als sie sich zu Petra bei der sie ein Fremdenzimmer gemietet hat chauffieren läßt und schon ist die ganze Familie in Aufruhr.
Was ist passiert, will Inge ihren Mann Walter, der pensionierter Steuerberater ist, sehr geizig und ein langweiliger Typ, der sich dauernd irgendwelche Krankheiten einbildet verlassen? Zumindest war sie vor kurzem auf einer Kur, hat dort die mondäne männerhassende Renate kennengelernt und ein Haus scheint sie auch geerbt zu haben.
Inge läßt sich nicht so in ihre Karten schauen, zwar deutet sie einiges an, geht sich aber ein teueres Kleid kaufen und betrinkt sich gleich einmal mit teuren Schampus, dann wird noch in ihrer Ferienwohnung eingebrochen und sie erleidet eine leichte Hirnerschütterung, so daß Heinz, ihr älterer Bruder, das ist der Papa aus Teil eins, der dort offenbar Christines Beziehung mit seinen Freunden verhindern wollte, der sich immer für die Schwester verantwortlich fühlt, auf den Plan kommt.
Inge wird auch noch von Christine in einem Restaurant mit einem schicken jüngeren Mann gesehen und eine Annika, die Kellnerin und alleinerziehende Mutter ist, lernt sie auch kennen und verspricht ihr eine Wohnung. Sie zeigt ihr auch das Haus, das sie von ihrer alten Lehrerin erbte, aber das ist hell erleuchtet und es stehen schon die Architekten davor, die es zu Ferienwohnungen umbauen möchten.
Jetzt wird noch Walter hergeholt, Inge läßt ihn aber nicht bei sich schlafen, so kampiert er bei Heinz, dafür zieht Christines Mutter zu Christines Bruder und am Schluß, als alle den Rechtsanwalt suchen, der das Testament veruntreute, fahren Heinz, Walter und noch einer der Freunde aus Teil eins, gemütlich zu dessen Versteck und schlagen ihn zusammen, weil sie in ihm Inges Liebhaber vermuten.
Es gibt ein Happyend. Walter zieht begeistert mit Inge in das Haus, in das auch Annika und ein Arzt ein Appartement bekommt, weil Inge ein Mehrgenerationenhaus daraus machen will und macht in Sylt in Zukunft alle Steuererklärungen und Christine hat sich nach so viel Familienchaos doch entschlossen, mit Johann zusammenzuziehen, vorher wollte sie das nicht.out
Mir hat das Buch gut gefallen, weil es ein bißchen das spießbürgerliche deutsche Leben auf einer schicken Ferieninsel zeigt und sich auch um Leute jenseits sechzig kümmert, was ja in der Literatur ziemlich out zu sein schein, obwohl wir ja alle älter werden. Der Evi hat es nicht so gefallen, las ich bei bookcrossing. Vielleicht aus diesen Grund, mir aber schon, denn es nimmt die deutsche Gemütlichkeit ein bißchen auf die Schaufel, was aber auch bei anderen gut anzukommen scheint, ist es ja ein Bestseller geworden und wird oder ist vielleicht schon verfilmt.

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