Literaturgefluester

2012-11-24

Rock`n` Roll des Herzens

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:56

111 Gedichte von Josef K. Uhl, bei einem Dicht-Fest das erste Mal gehört und dann mit Josef K Uhl auch in Salzburg gelesen, da habe ich mit ihm Buch getauscht, so daß dich den „Rock` n`Roll“ „Liebe Eva, ein Teil meines Lebens?“, steht in der Widmung jetzt besprechen und mich dem Gedicht, das ja anderswo sein zwanzigjähriges Bestehen feiert und sich dafür Abonnenten statt Grantulanten wünscht, besprechen kann.
Josef K. Uhl war vielleicht nicht bei den sechzig Geburtstagslesern in Gasteig, ist aber eine bekannte Kärntner Lokal Größe, ein Urgestein der dortigen Literatur sozusagen, obwohl er 1947 in der Steiermark geboren wurde, er lebt aber seit 1972 in Klagenfurt.
1977 bin ich als schreibende Frau, die sowohl in die Literatur hinein wollte, als auch Psychologie studierte in die Otto Bauergasse, in eine Altbauwohnung gezogen, die Hauptmieterin war eine Kärntnerin und die hat mir eine „Unke“ hinterlassen, das ist die Literaturzeitschrift, die Josef K. Uhl seit 1971 herausgibt, in der Jubiläumsnummer ist auch mein Beitrag enthalten, wie ich an „Lore und Lena“ im Kopf schreibend um den Neusiedlersee radle, dabei alle verliere und im Zug bei der Heimfahrt von einem Betrunkenen angepöbelt werde „Kumm i a in dei Buch“, hat der dauernd gegröhlt. Das passt irgendwie auch zu Josef K. Uhl, dem stillen oder auch lauten Rebellen und Grandseigneur, den ich immer wieder bei GAV und IG Veranstaltungen treffe und der mir jetzt auch die Einladungen zu seinen Veranstaltungen ins schöne Klagenfurt schickt, aber das ist ja bekanntlich weit entfernt, also die hundertelf Gedichte gelesen, die 2011 bei Kitab erschienen sind. Ein schlichtes weißes Buch auf dessen Deckblatt es nur den Titel, den Namen des Autors und des Verlags zu sehen gibt. Drinnen gibt es ein Geleitwort des Herausgebers, der beschreibt welch reine Freude es war, „gemeinsam mit dem Autor das Kovolut der Texte zu sichten“ und den „Dichter Jofef Kl, im Gegensatz zum Angeklagten gleichen Namens bei Kafka, den Prozeß aus schmerzlicher Erfahrung und geistlicher Entwicklung für sich entscheiden“ läßt.
Es gibt sechs Abteilungen, in der ersten den „Gärten der lustvollen Freuden“ trifft man den Liebhaber, der an und mit den Frauen leidet, mit ihnen nach den Göttern sucht und sie nicht in den „Kirchen, sondern nur in sich selber findet“, den „Liebeswahn“ mit ihnen erlebt und den „heiligen Schauder“.
Im zweiten Teil, den „Wetterstationen eines fernen Glücks“, gehts gleich mit der Liebe und der Leidenschaft weiter, es wird aber auch der (Ehe-)Alltag“ bestimmt
„Er ist zärtlich – Sie quengelt- Er ist aktiv-Sie passiv – Er redet – Sie schweigt – Sie bestimmt -Er passt sich an- Sie hat Launen- Er breite seine Arme aus fliegt weg“
Umgekehrt geht es wahrscheinlich auch, aber Uhl ist vielleicht ein perfekter (Ehe)Mann „Okay .. ich bin ein Ekel ich halte schon meinen Mund, ich mache jetzt Frühstück für unsere Kinder, bringe die Wohnung in Ordnung, erledige alle Anrufe, scheuere die angebrannten Töpfe, trage den vollgestopften Müllsack hinunter und trinke erst dann mein Frühstücksbier Das mache ich selbstverständlich und immer gerne für dich – du merkst es nur nicht“
„Elea im Spiegel“ ist ein Zyklus in 10 Bilden und sehr poetisch.
„Elea im Fester so blass im Gesicht wie ein Linnen“, dann wird das Glas und der Spiegel zerbrochen. Elea versteckt sich hinter dem Fenster, der Glaser wird geholt, bis er schließlich geht aus seinen Elea-Träumen „Ich gehe, ich geh, ich werde gehen in ein anderes Land“
Abteilung vier führt In den „Nachmittag eines Schriftstellers“ und man lernt die Vorbilder des Dichters kennen. Walt Whitmann wird zur Feier besungen und eine unheilige (Dichter) Litanei „O, du mein Heinrich Heine“, gibt es auch und ein Gedicht „An die Musik“ „wenn der Teufel die Flöte bläst steige ich in die schwarze Gondel und singe mein Kärntnerlied“, es gibt da auch die Anspielung an Josef K und Kafka. „O, du mein Kafka Franz – fahr mit Josef K. zuerst nach Klagenfurt und nimm ihn mit dann nach Amerika.“
Teil fünf heißt „Howl“ und ist ein Gesang „in Memorial Allen Ginsberg“ und dann gibt es noch „Cinema mon amour“, wo die Liebe zum Kino und allen Vorbildfilmen besungen wird, von den Josef K. Uhl, glaube ich, einige beim Dicht-Fest zum besten gab.
Dann ist man durch durch die hundert Gesänge und dem Leben des Dichters, das dieser in seiner Widmung so schön mit einem Fragezeichen versehen hat, es gibt ja auch noch andere Gedichtbände und Publikationen und den „Rock`n`Roll“ des Herzens kann ich wirklich allen Lyrikliebhabern, die für die Gedichte brennen empfehlen. Die „Unke“, soweit es sie noch gibt, Josef Uhl gibt seine letzten Nummern ja immer in großen Abständen heraus, kann man wahrscheinlich nicht mehr abonnieren, aber in den alten Ausgaben schmökern und bei der Lesung in Salzburg hat mich der charmante grauhaarige Dichter mit seinem fulminanten Schmelz ebenfalls sehr beeindruckt.

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