Literaturgefluester

2012-11-27

Entgrenzungen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:00

Wieder einmal Textvorstellungen mit Angelika Reitzer, die ich ja für etwas Besonderes halte, weil hier immer wieder neue Stimmen zu hören sind und ich sie daher gern besuche.
Aber diesmal war es sehr theoretisch und ich habs nicht so mit den experimentellen Autoren. Interessant war aber das Publikum das dazu gekommen ist. Franz Josef Czernin mit einem Notizbuch, Gabriele Petricek, die ja oft zu Literaturveranstaltungen geht, Birgit Schwaner, Lisa Spalt und dann Robert Eglhofer und Ruth Aspöck. Daß er kommt hat mir der Robert schon am Samstag am Kochstand bei der Buch-Wien gesagt, daß er da den ehemaligen Obmannstellvertreter der LitGes Heinz Pusitz treffen will, nur ist der nicht gekommen. Hat den Termin genau, wie vor ein paar Wochen Linda Stift vertauscht und von Mattersburg ist es wahrscheinlich zu weit, um noch schnell nach Wien zu fahren.
So war es ein Abend mit zwei Männern. Robert Stähr und Dieter Sperl, den letzteren kenne ich von Christiane Zintzens Blog, die, glaube ich, öfter seine Texte bringt, den ersteren nicht und Angelika Reitzer hat einleitend die „Entgrenzungen“ erklärt und von einer Welt gesprochen, wo alles zusammenfließt, die Arbeitswelt und das Politische, das Globale mit dem Privaten etc und der Text des 1960 geborenen Linzer Autors Robert Stähr „In einem Stück“ hat mich auch sehr angesprochen.
Geht es da ja um die Konsumwelt, ums Einkaufen und um den Eventcharakter. Ein Hans als sogenannter Konsumintelektueller und eine Hemma kommen vor, der Konsumton der Markennamen und das Glitzern der Pseudokunst wurde angesprochen und am Ende endet alles in einer Art Apokalypse.
Das ist mir in einer realistischeren Sprache vertraut, habe ich mich ja auch in der „Globaliserungsnovelle“ mit Einkaufszentren beschäftigt und beschäftige mich als Nichtkonsumentin immer wieder damit. Es gibt auch Mainstreamromane, die in Einkaufszentren spielen und die Außendseiter, Ausländer und Obdachlose, die dort wohnen und arbeiten sind ja auch besonders interessant.
Der Text des 1966 in Wolfsberg geborenen Dieter Sperl „Stärkere Wiese, Vogel fliegen“, eine Prosa, die schon in den Manuskripten erschienen ist, war noch theoretischer und von einer Art, wo ich mir immer die Frage stellen, wie man dazu kommt soe zu schreiben? Fehlt mir ja der Zugang zur Montage und bin auch keine Hörspielschreiberin.
Die Sätze waren aber schön poetisch und luden auch zum Nachdenken ein. Angelika Reitzer fragte in der Diskussion auch nach, wie sie geschrieben waren, bemerkte Sperrungen, mit denen der Autor nichts anfangen konnte und erkundigte sich nach dem Titel, in dem ja die Grammatik nicht stimmt und das finde ich wieder einen interessanten Ansatz, darüber nachzudenken, ob es jetzt „Vogel fliegt“ heißen muß oder man sie fliegen lassen kann?
Man kann natürlich und Robert Stähr outete sich in der Diskussion als reiner Prosaschreiber, der weder Gedichte, noch Hörspiele schreibt, auch keine Romane.
Ruth Aspöck wollte die nächsten Pläne wissen. Robert Stähr schreibt etwas über einen Brief. Da bekommt einer ein E-Mail und soll den Text fertigschreiben und das erinnerte mich wieder an meine Romanidee, die ich gestern bekommen habe, einen Roman aus elf, zwölf oder dreizehn Geschichten, wo sich die Handlung von einer Person zu anderen fortspinnt und eine andere Art Reigen bildet, zu verfassen.
Robert Stähr hat auch so etwas angedeutet und ich denke, daß es auch reizvoll sein kann, ein E-Mail weiterzuspinnen und Dieter Sperl hat aus seinem Text, glaube ich, schon ein Buch gemacht.
Auf dem Heimweg haben wir gerätselt, wie das passieren kann, daß man auf einen Termin in der Alten Schmiede vergißt und ob man das Honorar trotzdem bekommt?

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2 Kommentare »

  1. Unser Kollege aus Linz heisst ROBERT STÄHR, vielleicht kannst du das noch ausbessern.
    Schöne Grüsse
    Ruth

    Kommentar von Ruth — 2012-11-28 @ 21:41 | Antwort


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