Literaturgefluester

2012-11-30

Buwockl

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:03

Der Holzbaum-Verlag hat ein neues Buch herausgebracht, ein lustiges Bilderbuch, das den Kindern und wahrscheinlich auch den jung Gebliebenen die Korruption erklären soll und hat dazu dem Pumuckl das Gesicht Karl Heinz Grassers gegeben, zumindest wird man bei dem „Kobold mit zu schönem Haar“ wahrscheinlich daran denken.
Der 1973 in Salzburg geborene und in Wien lebende Lektor, Autor und Karikaturist Daniel Jokesch hat es verfaßt und „jede Ähnlichkeit mit toten und lebenden Personen, sowie die Handlung ist natürlich frei erfunden!“
Das Vorwort hat Florian Klenk von der Stadtzeitung „Falter“ geschrieben, der meint, daß es wichtig ist das inzwischen komplex gewordene Thema Korruption, so zu vereinfachen, daß es jedes Kind versteht.
So gibt es den kleinen Buwockl mit der grünen Hose, dem gelben Leiberl, dem schwarzen schönen Haar und einer roten Knollennase zu sehen.
„Buwockl neckt! Buwockl versteckt! Niemand entdeckt“, steht auf der ersten Sprechblase. Auf der nächsten Seite sieht man den Kleinen bis zum Kopf in grünen Geldscheinen vergraben, hervorgrinsen. Dann wird etwas von Koboldgesetzen erzählt, die erklären, wie die unsichtbaren Kobolde an Sachen hängenbleiben und dann sichtbar werden, so daß der Kobold Buwockl von Koboldfurt am Wörtersee nach Wien gekommen ist, um Finanzkobold zu werden. Dann gibt es für die Kinder oder auch andere wahrscheinlich, ein paar Seiten zum Ausmalen, damit der Buwockl sichtbar wird.
Auf der nächsten Seite sitzt er auf einer Schatztrue des Koboldtums Liechtenstein und die Kaiserin Sisi mit dem Fiona Gesicht, die in ihrem Haar, die vielen schönen Kristalle trägt, hat den kleinen Buwockl im schwarzen Hochzeitsfrack auf ihren Kopf.
„Beide haben wir schönes Haar! Sind wir nicht ein tolles Paar?“, steht dazugeschrieben.
Dann kommen ein paar Seiten Erklärungen, die den Kindern wohl die Korruption erklären sollen. So zum Beispiel, daß man der Lehrerin nicht sein Taschengeld geben und sie dafür nicht die guten Noten vergeben darf und, daß das Geldwaschen nicht so sauber ist, wie es klingt und man nicht Steuern selbstverständlich nicht hinterziehen darf, weil von dem Geld, das uns allen gehört, ja Polizisten, Ärzte etc bezahlt werden.
„Ich bin ein Kobold und auf Zack, drum treib ich gerne Schabernack!“, steht auf der letzten Seite und wir können uns fragen, was wir aus dem Büchlein gelernt haben?
Wahrscheinlich nicht viel mehr, als wir nicht ohnehin schon wußten und das ist wahrscheinlich auch der Reiz der Sache, daß man hier nicht weiterkommt, obwohl ja alles so schön klar und offensichtlich scheint.
Der Titel und das Titelbild klingen aber sehr verlockend. Machen Lust auf mehr und neugierig und der Holzbaum-Verlag hat auf sein neues Kinderbüchlein auch in großen Stil aufmerksam gemacht, so wurde es zum Beispiel in der Sendung „Leporello“ vorgestellt. Die Stadtzeitung „Falter“ weist auf es hin und der Holzbaum-Verlag hatte auch auf der Buch- Wien einen Stand, wo man es sich ansehen konnte.
Die Kinder würde ich nun einmal schätzen, werden sich wahrscheinlich nicht so sehr dafür interessieren, wohl aber die neugierigen Erwachsenen, die über die Korruption und den Buwockl, all das erfahren wollen, was bei den Korruptionsauschüßen, die ja leider abgedreht wurden, nicht herausgekommen ist.

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