Literaturgefluester

2012-12-07

Ich ein Tag sprechen hübsch

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:28

Achtung Kritiker, das ist nicht mein erfolglos schreibende Frau Gestammel, sondern der Titel eines Bestsellers von David Sedaris, der mit „Fuselfieber“, im Mai auf der Liste von Evis Bücher stand, die sie zu verschenken hatte.
Unter vielen Liebesromanen sind die beiden Bücher auf der Liste gestanden, so daß ich sie mir aussuchte, weil ich den Namen Sedaris kannte, seit der mit seinem Bestseller „Nackt“ auf der Liste der Libro Bestseller vor vielen Jahren stand, nur leider hat mir die Verkäuferin, das Buch dann aus dem Lager geholt, was nichts machte, denn wenn man lange genug wartet, kommen die Bücher dann ja vielleicht, so warte ich immer noch, auf die Bürkl-Bücher, auf Cornelia Travniceks „Chucks“ und auf vieles andere.
„Holydays on ice“ ist aber vor zwei Jahren mein Advent-Buch gewesen und jetzt habe ich „Ich ein Tag sprechen hübsch“ gelesen, ein Buch von dem ich nicht sicher war, ob es nicht vielleicht ein Schreibratgeber wäre?
Denn der 1956 in Johnsons City, New York Geborene war ja Dozent für kreatives Schreiben und auch Kolumnist in einem amerikanischen Kult-Radiosender, bevor ihm mit „Nackt“ der Durchbruch gelang.
Ist es nicht, obwohl eine Geschichte davon handelt, daß dem Autor ein solcher Kurs an einer Uni angeboten wurde, er keine Ahnung vom kreativen Schreiben hat, den Auftrag aber annahm, weil aus dem Studenten ein „Mister Sedaris“ wurde und mit den Studenten dann Fernsehsendungen sah und sie darüber schreiben ließ.
Das Buch ist eine Geschichten oder Kolumnensammlung aus David Sedaris Leben und beginnt mit der Geschichte, als der kleine David aus dem Unterricht herausgeholt und zu einer Sprachtherapeutin gebracht wurde, weil er das „th“ oder „s“ nicht richtig aussprechen konnte.
Dann geht es weiter mit Geschichten aus dem Leben einer Familie mit sechs Kindern und einem sehr eigenwilligen Vater, der seine Kinder zu Musikern machen will, Essensreste sammelt und im Supermarkt nur das Billigste und Verdorbenste kauft.
Von dem kleinen Bruder wird erzählt, der sich in heftigen Schimpfworten übt und von der Schwester Amy, die den Vater enttäuscht, weil sie, obwohl sehr schlank und rank zu Weihnachten mit einem Dickmacherkostüm auftaucht und auch sonst ihre Mitmenschen ständig zum Narren hält und sich selbst hinunter macht.
Da könnte man Mister Sedaris Sarkasmus entdecken und seine Lust die Amerikaner auf die Schaufel zu nehmen. Dagegen habe ich die Geschichte von den New Yorker Luxusrestaurants, wo das Essen so verunstaltet wird, der Knochen aus der Lammkeule entfernt und der Rest dann kunstvoll auf dem Teller aufgetürmt, daß man sie nicht mehr erkennt, daß der Protagonist das Dessert ablehnt und stattdessen zum Würstlstand auf ein Hot Dog geht, äußerst köstlich empfunden.
David Sedaris scheint homosexuell zu sein, zumindest wird sehr viel von seinem Freund Hugh erzählt, mit dem er dann nach Frankreich auswanderte, wo er auch zu leben scheint, von dort stammt die Titelgeschichte, die seine Erlebnisse in einem französischen Sprachkurs mit der strengen Lehrerin schildert.
Köstlich auch die Geschichte, wo er in Paris U-Bahn fährt und sich über amerikanische Touristen amüsiert, die sich an der Haltegriffstange festklammern um ihn, als er sich dort auch anhalten will, lautstark auf Englisch des Taschendiebstahls beschuldigen, als würde nicht jeder Franzose in der Schule Englisch lernen.
Es gibt auch eine, wo er über seine Tagträume oder Phantasien schreibt, die er hegt, wenn er nachts nicht schlafen kann, dann stellt er sich vor, er wäre ein Wunderretter der Menschheit und würde Heilmittel gegen Aids, Krebs, Diabetes und noch allerlei Wundercremes erfinden, die die Haut verjüngen läßt, so daß man dann mit jugendlichen Aussehen mit Pampers durch das Altersheim humpelt.Den Kosmetikmodels und Fernsehmoderatoren würde er seine Creme aber verweigern und er stellt sich auch vor die Praktikantin zu sein, die mit dem amerikanischen Präsident geschlafen hat, ihr Geheimnis aber nicht verrät.
Köstlich diese amerikanischen Realsatiren, über den Schlankheitswahn und noch über vieles andere macht er sich lustig, den Computer mag er nicht und nervt so die Hotels und die Zollbeamten, weil er eine Schreibmaschine mit sich führt und sie auch verwendet, köstlich, köstlich.
Nur die Titeln habe ich nicht immer zu den Geschichten passend gefunden, so heißt die, wo es um die Tiere der Familie Sedaris geht „Die asiatischen Jugendlichen“ habe mich durch sie aber nicht von der Lektüre abhalten lassen.

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