Literaturgefluester

2012-12-23

Podium-Portrait und Licht aus

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:08

Dann habe ich zu meinem Geburtstag noch zwei Lyrik Bände bekommen.
Hilde Schmölzers Podium-Portrait zum fünfundsiebzigsten Geburtstag mit auserwählten Jugendgedichten, die zwischen 1960 und 1967 entstanden und schon einmal in einer indischen Kleinedition erschienen sind und Stephan Eibl Erzbergs Texte und Typografien „Licht aus“.
Aus beiden Bänden habe ich schon bei Lesungen gehört und beide Autoren kenne ich recht gut und habe zu ihnen eine mehr oder minder intensive Beziehung.
Grund genug beide Bände hintereinander in der Badewanne zu lesen und gleichzeitig zu besprechen, noch dazu, da Stephan Eibl der älteren Hilde Schmölzer auf meinem Geburtstagsfest ja seine große Verehrung ausdrückte.
Das tut, der 1953 in Eisenerz geborene zwar, wie ich glaube, öfter, schickt er mir ja auch regelmäßig seine Gedichte und hat den Text für mein hoffentlich bald erscheinendes Literaturgeflüster-Texte-Buch geschrieben, aber ich denke, daß die Lyrik der Beiden, gerade weil sie so verschieden ist, recht gut zusammenpasst und Gedichte kann man eigentlich auch nicht rezensieren oder nur auf eine besondere Art und Weise.
Barbara Neuwirth hat das Vorwort für das Schmölzer Bändchen geschrieben und darin zusammengefaßt, was ich auch über die Autorin weiß, die ich, glaube ich, durch ihr Buch „Frau sein und schreiben“ im Arbeitskreis schreibender Frauen kennengelernt habe.
Sie selber erst viel später auf einer GV-der IG-Autoren, da war mir der Name der frauenbewegten Sachbuchautorin, die sehr viele Bücher geschrieben hat, schon ein Begriff und durch die Frauen lesen Frauen Gruppe des ersten Wiener Lesetheaters bin ich in persönlichen Kontakt mit ihr gekommen. Habe das „Vaterhaus“ mit ihr getauscht und sie bringt mir auf meinen Geburtstagsfesten mir auch getreulich ihre Bücher mit, so daß ich schon sehr viele von ihr besitze und die Gedichte habe ich das erste Mal auf der Poet Night gehört.
„Es sind Gedichte eines sehr jungen Menschen“, hat sie entschuldigend gesagt und ich glaube auch betont, nie mehr Gedichte geschrieben zu haben und sie beeindrucken durch ihre Konsequenz
„Ich habe meine Augen ausgeweint sie rollen irgendwo durch die zerpflückten Gärten meiner Angst“ von „Ich möchte alle sonnenfalter töten alle ich möchte sie töten und in den großen grauen kochtuopf meiner mutter werfen alle.“, bis zu „ich bin ohne Sprache sie hat sich in den abgelebten abgebauten abgestürzten existenzen verschanzt“ und da bin ich schon bei Stephan Eibls Gedichtband „Licht aus“ angelangt, den er im Herbst im 3 Raum Anatomietheater vorstellte und den er immer auf seine gekonnte Art und Weise einzuleiten versteht, in dem er von Politiker und Redakteuren erzählt, die ihm das blaue vom Himmel versprechen und sich dann über seine starken Sprüche doch nicht drüber trauen „öffne deine Beine dort will er eine“, beispielsweise
Das Buch ist trotzdem bei styria premium, also einem katholischen Verlag erschienen, von der Grafikdesignerin Christiane Klell schwungvoll in Szene gesetzt.
Kürzestgedichte in vier Abteilungen „Im Fell“, „Im Oasch“ „Für den Schwanz Stanzln fürs Schwanzl“ und „Aus dem Eck“, einen „Anhang“ gibt es auch und manche Stanzln sind schon geflügelt, daß sie ins Ohr flitzen und man sie immer hören möchte.
„Ist marlene wach Macht sie krach“
„jedes noch so große Problem wird winzig und klein denk ich an daheim“
Dann gibt es der Jahreszeit entsprechend Adventgedichte
3. Advent
Für jedes adventlied Ein herzhafter hieb Für jeden fernen stern Ein noch lauteres rean“
4. Advent
„Und am heilen weihnachtshimmel Klebt der alltagsschimmel Da lob ich mir -hoch und still -meinen pimmel – der noch will“
So geht es weiter durch die Abteilungen bis zu dem katholischen Gedicht, das ich, glaube ich, schon einmal zitiert habe.
„Gott wir danken dir Daß die neger verhungern Und nicht wir“
Und so bin ich durchgezogen durch die Jugendgedichte Hilde Schmölzers, bei der ich einige sehr schöne Silvesterabende verbrachte und dort auch Lidio Mosca Bustamante kennenlernte, dessen blutrünstige Tangogeschichten, ich gerade gelesen habe, zu Stephan Eibl Erzbergs starke kürzest Gedichte, die ins Ohr gehen und der, wie am Buchrücken steht „in seinen kurzen Gedichten Österreich wiederspiegelt, die im Gedächtnis bleiben – und die einfach Spaß machen“ und das haben sie vorhin in der Badewanne, wie auch im 3 Raumtheater oder auf meinem Geburtstagsfest getan.

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