Literaturgefluester

2012-12-30

Fünf Stunden schreiben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:43

Anni Bürkl bietet, wie man auf ihren Blog „Ein Buch schreiben lernen“ sehen kann, im Mai eine Schreibwoche in Wien an, mit je fünf Stunden schreiben mit allen Sinnen angeleitet durch Schreibimpulsen an interessanten Orten der Stadt mit ergänzenden Freizeitprogramm. Das Writersstudio hat das Urban Magic Mindwriting, Ideen schreiben an inspierierenden Plätzen in Wien wie, der japanische Garten, das Freud Museum oder ein Donauschiff, bzw. das Mindwriting zum Jahreswechsel, wo man mit Morgenseiten, Wunschtagebuch etc, sich das neue Jahr erschreiben kann, während ich in der sogenannten Niemandszeit zwischen Weihnachten und Sylvester in Harland bei St. Pölten Weihnachtsferien mache und es mir trotz plötzlichen Todesfall gut gehen lasse, da das Wetter derzeit mild und frühlingshaft und die Traisen schneefrei, mit dem Rad herumfahre, mit dem Alfred am vorigen Sonntag und am Stefanitag auf der Rudolfshöhe war und natürlich schreibe, beziehungsweise korrigiere.
Zwischen Weihnachts- und anderen Filmen, die ich mir immer wieder auf You Tube angesehen habe, habe ich das Nanowrimo zum „Sterben sollte man zu Hause sein“ solange durchkorrigiert, bis ich mirs unbedingt ausdrucken muß, um an neue Fehler zu kommen. Der Alfred hat wieder begonnen ein Buch aus „Kerstins Achterln“ zu machen und hat mir die neu dazugekommenenen Artikel für das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ zum Korrigieren und das wird sehr viel Arbeit sein, auf meinen Laptop überspielt.Ich habe auch ein bißchen herumgesurft, die Blogs gelesen, die nicht Weihnachtsferien machen und bin da auf Anni Bürkls Schreibwoche gestoßen.
Die ist zwar erst im Mai. Aber ich krebse auch recht gern in St. Pölten mit einem Notizbuch herum. Zwar gibts jetzt nichts wirklich Neues zu schreiben oder doch vielleicht, nach dem Literaturgeflüsterbuch soll ja ein Roman kommen, der aus dreizehn Kapiteln besteht.
Das heißt, ich fange mit einer Geschichte an und nehme dann eine Person daraus in die nächste und die dreizehn Personen habe ich noch nicht.
Grund genug, mein großes gelbes Notizbuch einzupacken, wo ich schon die Ideen für „Kerstins Achterln“ eingefangen habe und damit mit dem Rad nach St. Pölten zu fahren. Zu Weihnachten bekomme ich von der Schwiegermutter immer ein Geschenkkuvert mit hundert Euro. Keinen Buchgutschein, was die Sache leichter machte, sondern Geld und das gebe ich nicht aus und wäre auch nicht wirklich sinnvoll zum Thalia zu stapfen und mir da fünf Bücher zu je zwanzig Euro auszusuchen, wenn sich sowieso schon soviel auf der Leseliste findet.
Zum Thalia läßts sich aber auf jeden Fall fahren, vielleicht gibts dort eine Abverkaufkiste mit ein Euro-Büchern, dann würde ich zuschlagen, habe ich doch die „Dusl“, die ich zu Weihnachten bekommen habe, auf die 2012 Liste gesetzt und den „Sullivan“ auf die von 2013, jetzt siehts aber so aus, daß ich mit der „Dusl“ schon früher fertig werde und was mache ich dann? Eigentlich will ich nicht ins Jahr voraus bloggen, obwohl ich nicht abergläubisch bin.
Zum Friseur sollte ich auch gehen, das ist sich in Wien nicht ausgegangen. Also hatte ich schon das Programm. Eine Stunde nach St. Pölten und zurück mit dem Rad fahren, eine Stunde dort beim Friseur, bzw beim Mc Donald verbringen. Eine Stunde beim Thalia, eine Stunde spazierengehen, dazwischen brav Notizen machen und mit allen Sinnen alles beobachten, was sich entdecken läßt. Vielleicht finden meine dreizehn Personen zu mir und dann nach Hause fahren und nach dem Mittaqgsschlaf die „Fünf Stunden“ bloggen.
Beim Friseur mußte ich ein bißchen warten und konnte dabei das MFG-Gratismagazin lesen, in dem es um die jungen innovativen St. Pöltnerinnen ging, die in den Seitengassen ihre kleine Geschäften aufmachen. Da gibt es ein alternatives Buchgeschäft, zwei Sozialarbeiterinnen führen einen Bioladen, eine Kombination, die ich interessant finde und ein Cup Cake Geschäft gibt es auch.
Ich ging aber zum Thalia und sah mich bei den Büchern um, bevor ich mich mit meinen gelben Buch auf die breite Sitzbank setzte, um die ersten Notizen zu machen.
Eine Frau kam mit ihrer Tochter, die energisch verkündete, daß sie sich, um ihre Gutscheine keine Schulbücher einlösen würde und als ich an den Regalen entlangmarschierte, habe ich sehr viel Bekanntes gefunden. Zehn bis fünfzehn Bücher habe ich davon, glaube ich, schon gelesen und auf meinen Blog besprochen. Die Sofi Oksanen lag auf, Cornelia Travniceks „Chucks“, aber auch Chick Lits, Horrorgeschichten und Kriminalromane, eine Abverkaufskiste gab es nicht.
Da könnte ich noch nach Wilhelmsburg fahren, um an einen anderen Ort literarische Notizen sammeln und dabei schauen, ob die Feuerwehrskiste des Papiergeschäftes, zu der ich gerne schaue, etwas hat.
Beim Mc Donald gabs wieder einen Cheeseburger TS, kleine Pommes Frites und einen Cafe Latte, was ich meistens nehme, wenn ich auswärts esse und dann eine Stunde, um die Stadt spaziert, am neuen Bahnhof bin ich auch gesessen und ein zwei Ideen, die sich vielleicht verwenden lassen, stehen jetzt im gelben Buch. Aber vor Mai komme ich wahrscheinlich nicht dazu an den „Dreizehn Kapiteln“ zu arbeiten, da lassen sich dann sicher noch einige Recherchetage mit allen Sinnen in Wien einschieben und die Idee beim nächsten Nanowrimo bzw. im Dezember einen Adventkalender zu schreiben, vierundzwanzig kleine Geschichten mit dem Titel die „Weihnachtsfrau“, die sich dann vielleicht als E-Book verschicken lassen, gibt es auch.
Denn das E-Book schreiben bzw. das Selfpulishing ist ja jetzt der letzte Hit und das Literaturcafe berichtet immer fleißig von den neuen Sternen, die es da gibt und den vielen Büchern, die auf diese Art und Weise entstehen.
Das nennt sich jetzt Genreliteratur und besteht aus Horrorgeschichten, Chick Lits und Krimis, was die Leute gerne lesen und so gibt es jede Woche einen neuen Star, der seine Bücher über Amazon selbst verkauft und auf erster Stelle des Buchrankinks steht.
Im Sommer wurde da ja Martina Gercke mit ihren „Holunderküsschen“ groß gefeiert, so daß sie gleich darauf das „Champagnerküßchen“ schrieb und schon am dritten Buch arbeitete, als die Amazonleser soange Ähnlichkeiten mit Sophie Kinsella und Ildiko von Kürthy bemerkten, bis sich die Justiziare der betroffenen Verlage einschalteten und etwa vierzig gleichlautende Textstellen veröffentlichten.
Martina Gercke hat sich dann geoutet, daß sie beim Konzipieren ihrer Handlung, diese Fremdstellen verwendet und zu Entfernen vergessen hat.Jetzt ist das Video wieder entfernt, also haben sich die Rechtsanwälte doch noch nicht geeinigt und im Literaturcafe kann man von einer Nika Lubitsch lesen, der mit ihrem Thriller „Der siebente Tag“ ebenfalls ein großer Verkaufserfolg gelang. Einen Horrorautor, der über seine Verkaufskurven berichtet, gibt es auch. Der erzählt auch von den Grabenkämpfen der Selbstpublischer, um die ersten Rankingplätze. Angeblich schreiben sie sich ihre Rezensionen selber und bemängeln die Bücher der anderen und ich wundere mich, daß das Selbstgemachte plötzlich ein so großer Erfolg ist.
Daß das jetzt alle machen, die gern schreiben ist klar, man hört aber doch, daß die Leute immer weniger lesen. Die Verlage stöhnen darüber, bei den E-Books scheint das anders zu sein, da scheinen sich die Leute auf die 0.99 oder 2.99 Bücher, die ja wirklich viel billiger als das Hardcover sind, zu stürzen und jedes Selbstgemachte sofort begeistert zu verschlingen, obwohl man ja noch vor kurzem hörte, daß das Selbermachen die größte Todsünde ist, weil man da nie mehr einen Verlag findet.
Jetzt scheinen die Autoren darauf zu pfeifen, bzw. wenn die E-Books sich gut verkaufen, melden sich die Verlage und auch Verlagsautoren, wie etwa Cornelia Travniceks künden auf ihren Seiten an, daß sie ihre vergriffenenen Werke, für die sie die Rechte haben, selbst verlegen werden.
Nun ja so ändern sich die Zeiten, ich bin was diese Erfolgszahlen betrifft ein bißchen skeptisch, es stört mich auch, daß nur der Platz eins am Ranking zählt, daß es offenbar nur auf das Verkaufen geht und denke, daß ich bei den fünfzig selbstgedruckten Büchern bleiben werde. Für meine deutschen Leser kann ich sie gerne als E-Book versenden, weil das Porto nach Deutschland zu teuer wäre, aber sonst glaube ich nicht, daß ich bei Amazon viel verkaufe, wenn ich an meine Kommentierfrequenz bzw. an die Reaktionen auf meine Bücher denke.
Ich schreibe auch keine Krimis, keine Horrorgeschichten und keine Chick Lits, sondern realistische Autofiction oder wie man das nennen will, freue mich natürlich, daß es plötzlich keine Schande mehr ist, wenn man seine Bücher selber macht und überlege, wie ich meine bekannter machen kann. Das sollte ja mit dem Literaturgeflüster gelingen, obwohl ich da ja manchmal zu verschwinden scheine, aber noch ehe die „Kommentierfrequenz“ veröffentlicht wurde, sind ja ein paar aufmunternde Kommetare gekommen. Maria Böhmberger hat meinen Artikel über Bruno Seiser bemerkt und sich per Mail gemeldet und Jan Drees hat meine Leseliste auch empfohlen.
Also weiterschreiben, weiterbloggen, weitersurfen und über Feedback und Anerkennung freue ich mich natürlich nach wie vor sehr.

4 Kommentare »

  1. Wo kündigt Cornelia Travnicek an, dass sie ihre vergriffenen Texte auf Amazon „verlegen“ wird?

    Kommentar von Kaji Mare — 2012-12-31 @ 15:12 | Antwort

  2. Auf ihrer facebook Seite am 14. Dezember, wenn ich es recht verstanden habe, betrifft es das Erstlingswerk „Aurora Borealis“, das inzwischen vergriffen wird und von irgend einem E-Bay-Händler zu einem Wahnsinnspreis von ein paar hundert Euro angeboten wird. So kann es gehen, als ich 2008 bei einer Lesung von der „Asche meiner Schwester“ war, lagen noch die Restexemplare der Auflage zum Normalpreis am Büchertisch auf. Es ist übrigens außer „Chucks“, das ich auch noch bekommen muß, das einzige Werk der Autorin, das ich noch nicht habe

    Kommentar von jancak — 2012-12-31 @ 17:22 | Antwort

  3. Soweit ich das sehe, steht da nur „E-Book“ – da steht nichts von Amazon. Meiner Meinung nach wird Sie keinesfalls Amazon dazu nutzen, da sie diesem Amazon-Programm skeptisch gegenüber steht.

    Kommentar von Kaji Mare — 2013-01-02 @ 11:43 | Antwort

    • Stimmt, kann also sein, daß ich da ein bißchen überinterpretiert habe und E-Books gleich Amazon gesetzt habe, natürlich kann man seine Bücher auch woanders machen. Bei Amazon bekommt man 70 % und hat alle Verkaufsvorteile, weshalb das jetzt sehr viele Autoren tun und wenn man einen bekannten Namen hat, wird es wohl auch funktionieren, die Printausgaben kann man ja ebenso bei Amazon bestellen. Ich bin da aber auch ein wenig skeptisch und kann mir nicht vorstellen, daß ich dort ein Bestseller werde, wenns auf meiner Seite nicht geht.
      War auch nur ein Beispiel für die Veränderungen, die es im Buchbereich gibt und die gibt es ohne Zweifel. Das Gute daran ist, daß man dann vielleicht nicht mehr auf die Zuschußverlage, die einen alle Rechte und dann noch ein paar tausend Euro, für eine Schachtel schlecht gebundener Bücher abverlangen, hereinfällt. Wie sich das jetzt auf die Publikumsverlage auswirkt und ob das wahr ist, daß die Leute, wie wild, die Amazon E-Books lesen, während das Verlagsgedruckte überbleibt, wird man sehen.
      Ich bin gespannt zu verfolgen, wie das weitergeht und freue mich, daß die sogenannten Selbstpublisher jetzt vielleicht ein besseres Image bekommen, denn ich denke, es kommt darauf an, was in dem Buch drinnen und nicht welcher Verlagsnamen draufsteht!
      Vielen Dank für Ihr aufmerksames Lesen!

      Kommentar von jancak — 2013-01-02 @ 12:15 | Antwort


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