Literaturgefluester

2012-12-31

2012

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:31

Wieder gilt es auf ein Jahr zurückzusehen, das fünfte, in dem ich blogge und es war ein durchaus ambibvalent und eines in dem ich sehr produktiv gewesen bin.
Drei Bücher sind erschienen „Die Frau auf der Bank“, „Die Wiedergeborene“ und „Paula Nebel“. Drei Texte habe ich geschrieben, „Paula Nebel“, „Kerstins Achterl“ und das Nanowrimonovel „Zum Sterben sollte man alleine sein“, sowie die „Wiedergeborene“ fertigkorrigiert.
Das alles schnell, bemüht, beinahe hektisch und mit „Der Wiedergeborenen“ und der „Paula“ bin ich auch in Krisen gestürzt, die, so würde ich jetzt meinen, gar nicht so sehr den Schreibprozeß betrafen, sondern den Frust, daß ich schreibe und schreibe und es wird nichts daraus.
Daß sich kein Verlag findet ist klar, denn den suche ich seit 2004 nicht mehr, sondern mache meine Bücher schon seit 2000 selber, das heißt der Alfred schickt das PDF an eine Druckerei und ich lasse mir fünfzig Stück drucken, womit ich eine Pionierin des Selfpuplishings wäre, das sich jetzt langsam herumspricht.
Während man 2000 damit, um es einmal so zu schreiben, sehr exotisch war und sehr weit weg vom Fenster.
Das bin ich immer noch, denn Wikipedia hat ja im letzten Jahr meine Bücher ab „Und Trotzdem“, das letzte, das ich bei Novum drucken ließ, weil die immer teurer wurden, hinausgestrichen, weil sie nur „Verlagsprodukte“ wollen. Da sprach man im Frankfurt bereits vom Selbstpuplishing und die Leute, die ich um eine Rezension für das Literaturhaus ersuche, sagen zwar zu, dann scheint aber nichts zu kommen, was auch nicht gerade lustig ist.
Das Gefühl, da kannst du machen, was du willst, vielleicht den „Faust“ neu schreiben oder eine „Frau ohne Eigenschaften“ und es wird trotzdem nichts, ist nicht gerade aufbauend und nun weiß ich schon, daß der „Faust“ schon geschrieben wurde und ich ein bißchen eigenwillig an meiner Rechtschreibung festhalte und auch daran vielleicht nicht so abgehoben zu schreiben, wie es die Verlage gerne wollen. Aber wenn man schreibt und schreibt und man kann dann nur im Literaturhaus, in dem man nicht mehr lesen darf, sein selbstgemachtes sehr schönes Buch vorzeigen und der, der es ansehen soll, nimmt es nicht einmal in die Hand, sondern fragt nur „Welcher Verlag?“, führt das zu Frust und zu der Frage, was ich machen kann, damit sich das ändert und die Antwort ist, daß mir da, außer aufhören, was ich nicht will, nichts einfällt.
So habe ich im Frühjahr darüber gejammert, es sind auch im Vorjahr die Zahl meiner Lesungen zurückgegangen, ich hatte das ebenfalls sehr frustriende Erlebnis mit dem Alpha-Literaturpreis und Ju Sophie hat auch sehr deutlich geäußert, daß ihr das, was ich schreibe, nicht gefällt.
Soll so sein, ich kann es nicht anders, obwohl ich mich bemühe und denke, daß man besser wird, wenn man das, was man will, kontinuierlich betreibt.
Ein bißchen war es für mich auch schwierig, daß ich da in die Welt hinausjammern und jammern kann und es kommt nichts zurück. Dann ist aber doch etwas gekommen, ein paar aufmunternde Mails von Kolleginnen und Freunden und auch ein paar Einladungen zu lesen.
So gabs dann eine Lesung mit der „Mimi“ im Juni vor dem offenen Bücherschrank in der Grundmanngasse. Im November, die der „5 er Edition“ im Schloßquadrat und zu Jahresbeginn habe ich auch wieder am Slam der anderen Buchmesse teilgenommen. Der liebe Rudi, den ich auch zu meinen Förderern zählen würde, hat mich im April zu einer Lesung ins „El Speta“ eingeladen und in Salzburg habe ich im April auch gelesen. Dann gabs auch noch eine Einladung zu den Textvorstellungen mit der „Frau auf der Bank“, die Lesungen beim „Volksstimmefest“, beim Osterspaziergang in St. Pölten, bei der „Poet-Night“ und die „Mittleren“, die vorläufig die letzten sein werden, denn höchstwahrscheinlich hat der Frust mit dem Literaturhaus doch an mir genagt und die Resignationsgefühle waren da und weil die Lesenden sich bei mir zwar meldeten, daß sie das wollen, dann aber oft nichts mehr von sich hören ließen, nicht zu meinen Lesungen kommen, etc, habe ich meinem Bauchgefühl nachgegeben und nicht mehr eingereicht, sondern gedacht, jetzt warte ich einmal bis wer von außen auf mich zukommt, was ja, wie man an den genannten Beispielen sieht, auch passiert.
Es war ein sehr produktives Jahr, denn ich habe geschrieben, wie nie zuvor. Nicht nur meine Bücher, sondern war für die, für die nur das zählt, auch wieder in der Jury des „Ohresschmauses“, habe die Laudatio für den Prosapreisträger gehalten. Zwei Verlagsveröffentlichungen in der „5 er Edition“ und in der Volksstimmeanthologie, die es auch für 2012 wieder geben soll und, wie ich glaube, auch mehr als 365 Blogartikeln und bin damit so aktiv, daß ich derzeit, um etwa eine Woche vorausblogge, was auch daran liegt, daß ich 2012 so viele Bücher, wie nie zuvor gelesen habe und daran haben die offenen Bücherschränke schuld, an denen ich, da es sie ja in meiner Nähe gibt, nicht vorbeigehen kann.
Wenn man auf meine Leseliste schaut, kann man die Steigerung sehr schön beobachten, von fünfundvierzig Bücher, die Aufzeichnung von 2008 ist nicht vollständig und die von 2009 auch noch nicht, bis zu hundertvierundfünfzig 2012 und dabei habe ich gedacht, mehr als hundert gehen wahrscheinlich nicht und im November war ich schon in Sorge die Leseliste mit den vielen Geburtstagsbüchern nicht zu schaffen, obwohl ich ja zu Pfingsten einen mehrtägigen Marathon einlegte.
Es ging und hat großen Spaß gemacht und auch mein Bücherlistensystem ist, glaube ich, sehr erfolgreich. Weil ich ja so viele Bücher finde, kaufe, tausche oder auch als Rezensionsexemplare bekomme, haben sich schon bis 2016 jeweils an die sechzig angesammelt.
Hundertfünfzig kann ich, denke ich jetzt, im Jahr lesen, das heißt, ich kann 2013 ein Buch pro Woche finden und habe dann noch Platz für je zehn Rezensionsexemplare im Frühling und im Herbst und da haben sich jetzt ja auch zwei Verlage gefunden, die sie mir anbieten und wenn ich im nächsten Jahr, wo ich sechzig werde, nicht mit Bücher für das Jahr 2020 oder so enden will, sollte ich nicht mehr, als ein bis zwei Bücher in der Woche finden.
Einen Vorsatz, den ich für das neue Jahr mache, aber nicht ganz sicher bin, ob ich ihn einhalten werde, es gibt eben soviel und ich will alles lesen, denn ich lerne viel dabei und so waren es durchaus interessante hundertdreiundfünfzig Bücher, die ich 2012 gelesen habe.
Das „Buch des Jahres“ war nicht dabei oder vielleicht „Der Radetzkymarsch“, das ist ein tolles Buch und 2013 warten auch eine Reihe Schmankerln auf mich, auf die ich mich schon sehr freue, wie Paula Köhlmeiers „Maramba“, Robert Schindels „Gebürtig“, Robert Schneiders „Schlafes Bruder“, die alte Übersetzung vom „Der Meister und Margarita“, Mankells „Hunde von Riga“, die ich eigentlich schon im Sommer lesen wollte u.u.u.
So gesehen sind die Bücherkästen wirklich Wortschätze, denn da komme ich an Bücher, die sonst an mir vorbeigegangen wären, denn man kommt ja auch leicht auf hundert Bücher, wenn man nur die Neuerscheinungen liest. Aber beim „Radetzkymarsch“ wäre mir etwas entgangen und bei Haushofers „Wand“, Werfels „Veruntreuter Himmel“, ist das sicher ebenso.
Also weitermachen und vielleicht eine Lösung finden, wie ich in den Schränken etwas stehen lassen kann, denn mehr als hundertfünfzig Bücher will ich nicht lesen, weil ich auch noch schreiben möchte und da bin ich zuversichtlich und habe mir von der Buch-Wien auch schon eine Idee für etwas Neues mitgenommen. Nämlich einen Roman aus dreizehn Kapiteln schreiben, die sich reigenartig aneinanderanschließen und was ich noch gern können möchte und vielleicht noch nicht kann, ist mit dem Frust, daß es mir nicht und nicht gelingt, mit meinem Schreiben aufzufallen, besser umzugehen.
Zu Veranstaltungen werde ich auch weiter gehen und da gab es 2012 auch sehr viel, obwohl sich die Einsparbemühungen überall merken lassen.
War in Leipzig, auf der Buch-Wien, habe an den Tagen der offenen Tür beim Writerstudio teilgenommen, beim Bachmannpreislesen und in Frankfurt mitgesurft, dann gab es auch die Literatur im Herbst, sowie einige Preisverleihungen zu denen man mich ließ und auch eingeladen hat.
Privat sind zwei Todesfälle im November und im Dezember, den meiner Schulfreundin Edith und meines Schwiegervaters zu vermerken und um wieder zur Literatur zurückzukommen „Mädchen dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen“, diese Anthologie für ein nicht geschlechtsspezifisches Kinderbuch, das von der Staatsseketärin für Frauenfragen Johanna Dohnal 1980, glaube ich, initiert wurde und die, bzw. meine Geschichte „Güler will kein Kopftuch mehr, sehr früh mein bis jetzt größter Erfolg geworden ist, 1982 den Kinderbuchpreis 1982 bekommen hat, die Geschichte war im Rundfunk und auch in mehreren Anthologien, bzw. Schulbüchern abgedruckt, ist jetzt zwei Wochen lang auf dem Ein-Euro-Abverkaufsstoß vor der kleinen Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße aufgelegen, in der ich vor einigen Wochen ein Leseexemplar und dann noch fünf Bachmannpreisanthologien kaufte.
Es war also ein gutes Jahr, in dem ich sehr fleißig, konsequent und produktiv gewesen bin, denke, daß ich schreibe, wie ich kann und auf meine selbstgemachten Bücher, die jetzt „Indies“ heißen, habe ich in einem Artikel auch hingewiesen und in einem anderen kann man sich die Covers ansehen. Die Covers der 2012 erschienenen Bücher gibt es hier zu sehen.
Das literarische Geburtstagsfest gab es auch und Stephan Eibl Erzberg, der mir ein sehr euphorisches Vorwort für das „Literaturgeflüster-Texte-Buch“ schrieb.
Und hier das Jahresendzeitarchiv: 2008, 2009, 2010, 2011
WordPress hat den Rückblick auch schon geschickt.

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