Literaturgefluester

2013-01-14

Die Unzertrennlichen

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:07

Jetzt kommt das letzte Geburtstagsbuch, das, da es mir Trude Kloiber erst Ende November gegeben hat, auf die 2013 Leseliste rutschte und erst jetzt gelesen wurde, obwohl es eigentlich, zumindestens der letzte Teil als Weihnachtsbuch gepasst hätte und nach dem Lesen des ersten Teils war ich nahe daran das Lesen zwar nicht aufgzugeben, aber „Das ist ein Buch, das mir nicht gefällt!“, zu schreiben, was ich ja kaum oder eigentlich noch gar nicht getan habe, aber Klamaukbücher liegen mir nicht und da war die 1950 in Kärnten geborene Lilian Faschinger, von der ich die „Wiener Passion“ sehr interessiert und, ich glaube auch, mehrmals gelesen habe und die „Acht Pariser Episoden“ noch zu lesen habe, zumindestens im ersten Teil sehr nah daran.
Ab dem zweiten Teil ist das besser geworden, so daß ich das Buch dann in einem Zug in der Badewanne weitergelesen habe und in den Rezensionen, die ich mir gab, als ich so völlig ratlos war, habe ich gelesen, daß sich die anderen zwar nicht mit an dem Klamauk und der österreichischen Übertreibungskunst, a la Thomas Bernhard, der auch in diesem Buch zu spüren ist, stören, wohl aber, daß nicht so genau einordbar ist, ob das nun ein Krimi ist oder nicht?
Lilian Faschinger hat auf jeden Fall für die „Stadt der Verlierer“, ein Buch, das ich nicht gelesen habe, den Glauser-Preis bekommen und scheint auch eine genaue, ernsthafte Arbeiterin zu sein, zumindestens kann ich mich erinnern, sie das vor Jahren in der Alten Schmiede über „Die Wiener Passion“ sagen gehört zu haben.
Aus den „Unzertrennlichen“ habe ich sie auch schon lesen gehört und zwar hat sie da den Anfang beim letzten „Rund um die Burg“ gelesen und war auch im Sommer damit im Museumsquartier, aber dort komme ich eigentlich nicht hin.
Worum geht es also nach der langen Vorrede? Das ist ist eigentlich lange nicht so klar, zumindest habe ich mich schwer getan in das Buch hineinzukommen, dachte eigentlich oder hatte es so verstanden, es wäre eine Dreiecksgeschichte, das ist es aber nicht oder schon oder nicht nur?
Der erste Teil, der mir so gar nicht gefallen hat, hat aber eine dichte dramaturgische Komposition beginnt doch jedes Kapitel mit dem Satz „Mein erster, mein zweiter Fehler etc war..“, dann nimmt diese Dichte ab, aber auch der Klamauk verschwindet, was mir persönlich angenehmer ist.
Nun denn, die vierunddreißigjährige Sissi ist Gerichtsmedizinierin und eigentlich eine sehr gescheite Frau, obwohl das später dann nicht mehr so klar herauskommt, sie erkennt aber jeden sofort an seinen Krankheiten und diagnostiziert sie ihm auch sehr genau und das hat mich im ersten Kapitel auch von dem Buch gefangen geworden.
Sie wird da von der Großmutter angerufen, die ihr sagt, daß ihr Vater gestorben ist, Sissi liest der Großmutter gleich den Totenschein vor, die das verblüfft, sonst hält sie aber nicht sehr viel von ihrer Enkeltochter und hat auch ihren Sohn, einen ewigen Hippie der sich immer fürchterliche Musik aufdrehte, ziemlich tyrannisiert und Sissis erster Fehler war, daß sie zum Begräbnis in die Steiermark gefahren ist. Denn Hochwürden Wojcik, ein Pole und die Großmutter weigern sich „And when I die“ des Vaters Lieblingslied beim Begräbnis zu spielen und das wird dann und das ist eine Stelle, die in den Rezensionen gelobt wird, mir aber überhaupt nicht gefallen hat, zur Farce, weil dort der Blitz einschlägt, Sissi ins offene Grab gefällt, die Großmutter ihre Haare verliert und der Rest der Familie vom Tinnitus bis zur Sprachlähmung allerhand Beschwerden bekommt.
Sissi trifft aber ihren Jungendfreund, den Kinderarzt Stefan wieder, mit dem sie während ihres Studiums in Wien unzertrennlich war, mit ihm und ihrer Freundin Regina, einer Sängerin, die Stefan später heiratete und mit ihr im Sausal lebte, während Sissi in Wien an der Gerichtsmedizin tätig ist.
Reginia ist vor zwei Jahren in Italien ertrunken oder verschwunden, das weiß man nicht so genau. Jetzt kommt es jedenfalls zu einer Liebesbeziehung zwischen Sissi und Stefan, Sissis zweiter und dritter Fehler, das Erbe des Vaters anzunehmen und Stefan bei der Weinernte zu helfen.
Es gibt auch noch eine seltsame Geschichte über Sissis Mutter, einer Brasilianerin, die ihren Vater und Sissi, als sie ein halbes Jahr alt war, verließ, die erzählt Sissi ihrer Freunin Emma, sie ist nämlich bisexuell, spielt aber sonst keine Rolle.
Jetzt tritt aber die Großmutter mit blonder Perücke von Sissi Hexe genannt auf den Plan, die sich gemeinsam mit Hochwürden Wojcik über Sissis Sündhaftigkeit bei Stefan zu übernachten entrüstet und der Frau Emma das auch gleich brühwarm erzählt, die Sissi daraufhin verläßt, weil ihr der ihre italienische Kochkunst, zum Beispiel gefüllte Schweinsfüße und Kutteln ohnehin nie schmeckten. Vor der Mühle, das Erbe ihres Vaters, das Sissi beziehen will, taucht dann noch ein unheimlicher Behinderter auf und Sissis Familie ist ständig betrunken, der Großvater ein alter Nazi, alle dement oder blöd und und und….
Ein Buch, das ich nicht gerade lesen will und das mir nicht gefällt.
Zum Glück beschließt Sissi im Teil zwei aber nach Italien, wo Reginas Badeunfall bzw. Verschwinden vor zwei Jahren passierte, zu fahren und die Geschichte aufzuklären und da wird das Ganze wieder ernsthafter. Literarische Anspielungen kommen vor, auf der Insel Procida, wo das Paar damals Urlaub machte, hatte Elsa Durante ein Schreibhäuschen, der „Il Postino“ spielt dort auch und Sissi lernt, als sie mit der Fähre übersetzt, einen norddeutschen Übersetzer kennen.
Sie wohnt in derselben Pension in der damals auch Stefan und Regina Quartier nahmen und bekommt von dem Zimmermädchen einen USB-Stick zugesteckt, den Regina damals verloren hat und in dem gibt es die Überraschung.
Regina war gar nicht die tolle schöne Vollkommene für die sie Sissi gehalten hat, sondern schimpft in ihren Tagebüchaufzeichnungen sowohl über sie als auch über Stefan und den hat sie auch nach Strich und Faden betrogen. Da gibt es eine Namensliste, wie im Don Giovanni, und das finde ich für einen originellen Einfall und die Dorfbewohner erzählen ihr auch so allerhand über das seltsame Ehepaar. Es stellt sich auch immer mehr heraus, daß Regina gar nicht ertrunken ist, sondern sich von drei Burschen, die vielleicht der Cammora angehörten, entführen ließ. Sissi folgt ihren Spuren nach Neapel, es stellt sich heraus, es war eine heiße Liebesnacht und Regina hat sich von einem Burschen auch einen Anhänger schenken lassen.
Mit diesem Wissen kehrt Sissi in die Steiermark zurück. Stefan hat sie nichts von ihrem Ausflug auf die italienische Insel gesagt, sondern vorgeflunkert, sie wäre in Helsinki auf einem Ärztekongreß.
Stefan sagt ihr jetzt aber, daß die Ehe gar nicht so gut war und zeigt ihr auch das Leporello-Register mit dem Regina ihn quälte.
Die Familie trfft sich dann auf einem Volksfest mit Flohmarkt und dort kauft Stefan Sissi den Anhänger Reginas, den er vorhin zum Verkauf zur Verfügung schenkte, denn er kann nun doch Reginas Sachen weggeben und Sissi weiß, er hat sie noch nach dem vermeintlichen Badeunfall gesehen.
Die Dorfbevölkerung hetzt gegen den Behinderten, der vor der Mühle herumlungert und auch Sissi ein bißchen attackiert und dann wird plötzlich eine zwei Jahre alte Frauenleiche in einem Tümpfel gefunden, vor dem immer der Behinderte sitzt.
Die Großmutter gibt Sissi den Auftrag zu recherchieren und sie bekommt von den Gerichtsmedizinern heraus, es ist Reginas Leiche, der Behinderte wird verhaftet und Sissi fährt, obwohl sie Emma warnt, in die Steiermark um dort Weihnachten zu feiern.
a gerät sie natürlich in eine Falle, wird in der Mühle fast verbrannt, am Ende aber gerettet und als sie nach Wien zurückkehrt, ein fürchterliches Weihnachtsessen im Kreise ihrer Anverwandten ist ihr nicht erspart geblieben, trifft sie den deutschen Übersetzer vor ihrer Tür, der auf sie gewartet hat und das Leben kann weitergehen….

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