Literaturgefluester

2013-01-16

Garanas-Trilogie

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:46

Den ersten Teil „Garanas oder Die Litanei“, gabs einmal bei einem der Büchertürmen der Literatur im März. Den Namen Matthias Mander, habe ich damals schon gekannt, kennengelernt habe ich den 1933 in Graz geborenen Autor vor einigen Jahren bei Frau Wazlawiceks Literaturtage in der Galerie Heinrich, da war eine Veranstaltung des Czernin-Verlags und da stellte der Autor den 2005 erschienenen zweiten Teil „Der Brückenfall oder Das Drehherz“ vor, wo es um den Einsturz der Wiener Reichsbrücke am ersten August 1976 ging.
Da habe ich mir vorgenommen, den ersten Teil zu lesen und darauf vergessen, dann kam letzten Sommer die Podium Sommerlesereihe zum Thema „Unsterblich“, da traf ich Matthias Mander wieder und da wurde, glaube ich, schon von Teil drei „Die Holschuld oder Garanaser Filamente“ gesprochen. Ich habe mir jedenfalls ab da das Buch aus den Regalen geholt und auf meine Leseliste gesetzt und bin jetzt sehr begierig in die Gesellschaft für Literatur gegangen, wo der letzte finale Teil der von der Kritik hochgelobten Trilogie, wie im Programm stand vorgestellt und von Christa Nebenführ eingeleitet oder moderiert wurde.
Als ich zehn Minuten vor sieben den Veranstaltungssaal erreichte war es sehr voll. Elfriede Haslehner, die im Februar ihr neues Buch präsentieren wird, war da, der Erika Mitterer Sohn, Ilse Tielsch, Dietmar Grieser, Peter Paul Wipplinger und und und.
Marianne Gruber, die einleitete, sprach in bewegten Worten von der großen Hilfsbereitschaft, dem großen Archiv und der großen Freundschaft des Autors, dann kam Christa Nebenführ und referierte analytischer weiter, nämlich, daß sie einstmals ohne Hans Lebert zu kennen, die ausrangierte „Ausfahrt“ in einer Büchereifiliale fand, sich dann sofort auf die „Wolfshaut“ stürzte, danach die Sommerlesereihe vorbereitete und von Matthias Manders Text begeistert war, in dem man viel über Wirtschaftskrimiminalität lernen kann, der Autor Natur mit Struktur verbindet und wenn seine Figuren aus dem Fenster sehen, viel erzählt wird, obwohl die Schreibtrainerin, das berühmte „Show not tell“, nicht mehr hören kann.
Die Trilogie scheint sehr umfangreich und vielschichtig zu sein, mehrere Handlungsstränge, Christa Nebenführ führte in einige ein, dann kam der Autor mit seiner Aktentasche, packte Marianne Grubers „Erinnerungen eines Narren“ aus, lobte es als das beste Buch der Saison und begann dann seine fünfundvierzig Minuten aus Band drei zu lesen, das heißt er überzog, denn in dieser Zeit wären nur zwei Prozent des Umfangs zu schaffen. So konnte er nur anreißen und zwischendurch erzählen und mein Eindruck, daß die Garanas-Trilogie verwirrend ist, verstärkte sich oder auch nicht, auf jeden Fall scheint Matthias Mander ein Selbstdarstellungstalent zu haben, das auch über eine laute kräftige Stimme verfügt. In der „Hohlschuld“, scheinen auch die ersten zwei Teile enthalten zu sein und der Erzähler ist auch der Autor der Garanas- Bücher. Es scheint mit einem verlorenen Prozeß zu beginnen, bei dem der Protagnonist alles, sein Geld, seine Pension, seine Wohnung etc verloren hat und nun sein Recht bekommen will. Er liest die Briefe all derer, die bei dem Wirtschaftsskandal ihr Geld verloren haben. Teil eins, scheint, wie der Reichsbrückeneinsturz nach realen Begebenheiten passiert zu sein. Der Autor wird auch von Zeitzeugen und Gewerkschaftsmitgliedern besucht, die ihm etwas von diesen Fällen zu erzählen haben, ein Mord passiert und ein alter Mann wirft dem Autor vor schuld an der Misere zu sein.
Wie geschrieben, sehr verwirrend, ganz ist es mir nicht gelungen den dritten von den ersten zwei Teilen abzugrenzen. Aber Teil eins werde ich demnächst lesen, vielleicht wird mir da etwas klarer.
Am Schluß las Matthias Manders noch drei Stellen, die sich auf die Namensgebung bezogen und lud zum Buffet, das aus Schinken, Wein und Brot aus dem Schwanberger Koralpen Gebiet, wo der Roman spielt, stammt.
Sehr verwirrend und beeindruckend, Matthias Mander scheint wahrscheinlich auch ein literarischer Außenseiter und eigentlich ein sehr realistischer Erzähler zu sein, obwohl auch viel Überhöhung darin enthalten scheint.

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